Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Barnsfeld / Urkunden
U 132, Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Engelrading - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 132

Name : Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)

Beschreibung :

Einleitung :

Engelrading in der Bauerschaft Marbeck am Rande des Dorfes Heiden war eine Gegenburg der Edelherren von Gemen gegen die im Dorf Heiden ansässige Familie von Heiden, die aber bald in den Besitz dieser Burg gelangte und dort ihren Stammsitz hatte.

Im 14. Jahrhundert empfing die Familie von Heiden von den Grafen von Ravensberg die Freigrafschaft Heiden. Als ravensbergisches Lehen wurde in der Folgezeit auch Haus Engelrading angesehen. Nach einer Fehde mußte Wennemar von Heiden im Jahre 1373 den größten Teil der Freigrafschaft an Gemen und Raesfeld verpfänden. Die Freigrafschaft war somit auf die Dörfer Reken und Heiden beschränkt. Nur der an Gemen versetzte Teil konnte wieder eingelöst werden. Im Jahre 1404 fiel durch die Heirat mit der Waltara von Hagenbeck auch das Gut Hagenbeck an die Familie von Heiden.

Es folgten dann mehrere Erbteilungen (u.a. 1448 und 1509). Beide Besitzungen wurden aber vorübergehend immer wieder vereinigt, so daß die Archive der beiden Güter nicht streng getrennt werden können. Im Jahre 1638 kauften Alexander Graf von Velen zu Raesfeld und sein Vetter Dietrich von Velen zu Velen beide Güter, wobei sie aber auch Erbansprüche von ihrer Tante Margarete von Velen Frau zu Hagenbeck besaßen. Dietrich von Velen verzichtete auf seinen Anteil gegen Überlassung der Saline zu Bentlage. Ferdinand Godfried Graf von Velen verkaufte im Jahre 1682 Hagenbeck an die von Westerholt zu Lembeck. Das Archiv wurde nicht ausgeliefert.

Im Jahre 1698 verkaufte Graf Ferdinand Godfried von Velen ebenso Engelrading an die freiherrliche Linie zu Velen. Als diese im Mannestamm ausstarb, zog der König von Preußen als Graf von Ravensberg die Freigrafschaft als erledigtes Lehen ein und vergab sie an den Grafen Wilhelm von Anhalt. Dieser verkaufte sie aber im Jahre 1768 wieder an die Familie von Landsberg-Velen zurück.

Der heutige Besitzer (1954) ist Dr. Froning aus Wesel. Seit dem 18. Jahrhundert wurde Engelrading weitgehend von Velen aus verwaltet (bzw. im 17. Jh. Hagenbeck von Raesfeld aus). Somit finden sich Generalia und Spezialia auch in den beiden Archiven Raesfeld und Velen.

Münster 1997

Dr. Wolf

Verweise :

Bau- und Kunstdenkmäler, Kr. Borken, 1954



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