Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) / Akten
U 132, Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Erwitte - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 132

Name : Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)

Beschreibung :

Einleitung :

Erwitte war seit dem 13. Jahrhundert Stammsitz der Familie von Landsberg. Nach dem Erwerb von Haus Wocklum im 17. Jahrhundert wurde auch dieses Wohnsitz der Familie, so daß Unterlagen über die Familie von Landsberg und insbesondere über die amtliche Tätigkeit des Landdrosten Dietrich von Landsberg auf beide Archive verteilt sind. Als der münstersche Generalleutnant Franz Anton v. Landsberg 1727 starb, hinterließ er nur eine Tochter Helene, die mit Kaspar v. Korff gen. Schmising zu Tatenhausen verheiratet war. Diese stellte gegenüber dem Bruder des Verstorbenen, dem nunmehrigen Fideikommißherren, gerichtlich Erbansprüche. Der persönliche Nachlaß des Generalleutnants, insbesondere Unterlagen über seine militärische Tätigkeit ist somit im Archiv Tatenhausen zu suchen.

Lit.:

Landsberg, Jahrbuch für den Landsbergschen Familienverband. Im Bd. 13, 1935 Stammtafeln der Familie v. Landsberg.

1100 Jahre Erwitte, 1936.

Nachrichten aus dem bisher gültigen Findbuch zur Geschichte der einzelnen Besitzungen:

Zehnte zu Erwitte: Dieser kam durch die Heirat der Elisabeth v. Landsberg mit Diederich v. Erwitte zu Welschenbeck an diesen. Nach dem Tode des Joest v. Erwitte, der keine männlichen Erben hatte, gelangten die Welschenbeckschen Güter an Dietrich v. Erwitte, der sich im Jahre 1575 mit der Witwe des Joest, Margarete geb. v. Ovelacker, und ihrer Tochter Dorothea über eine Abfindung verglich. Für die vereinbarte Summe verbürgte sich Ludolf v. Landsberg gegenüber Otto v. Wollmerinckhausen zu Oberalme, Arnd v. Berninghausen zu Eickelborn und Ludolph Fürstenberg zu Höllinghofen. Als der Bürge von der Witwe Margarete, spätere Frau v. Spiegel, in Anspruch genommen wurde, kamen die im Amt Erwitte gelegenen Welschenbeckschen Güter zur Schadloshaltung wieder in Landsbergschen Besitz.

Im Jahre 1380 wurde der Zehnte zu Glasmer (Glasmar, Glase) zusammen mit dem Hause Broick (Brockhof) an die v. Schorlemer gen. Clusener vom Kölner Kurfürsten als Lehen vergeben. In der folgenden Zeit wurde der Zehnten aber (nicht das Haus Brockhof) von der Oberkellnerei Arnsberg verpachtet. Im Jahre 1645 wurde der Zehnten Dietrich v. Landsberg als Besoldung angewiesen. Nach dem Erwerb des Hauses Brockhof bemühte er sich, den Zehnten zusammen mit Brockhof als Lehen zu erhalten. In den Abrechungen des Franz Anton v. Landsberg für die Jahre 1684-1727 wurde er als Pachtlehen betrachtet.

Salzwerk zu Westernkotten

Becks-Hütte. Diese war im Besitz der v. Schorlemer gen. Clusener, die ihrerseits die Hütte als Pfand des Joan Becker zu Westernkotten (bzw. Adrian Berges) übernommen hatten. Von den Brüdern Bernhard und Jost v. Schorlemer gelangte die Hütte an Jobst v. Landsberg. Nachdem die verpachtete Hütte mehr und mehr verfiel und schließlich im Siebenjährigen Krieg völlig wüst geworden war, übernahm sie der Freiherr v. Landsberg in eigene Bewirtschaftung.

Bredenolls Hütte war ein Lehen des Propstes zu Meschede. Sie war im Besitz der Familie v. Bredenoll zu Böckenförde und zum Rade. Georg Rembert v. Bredenoll überließ die Hütte als letzter seines Stammes seinem illegitimen Sohn Erenfrid Bredenoll in Westernkotten. Aufgrund von Schuldverschreibungen kam sie in die Hände des Walter Philipp v. Ense. Die Forderungen der v. Ense löste Dietrich v. Landsberg ein, wobei er sich in Prozessen mit den Ansprüchen der Bredenollschen Erben auf die Hütte auseinanderzusetzen hatte.

Leckhaus der v. Lurwald, später v. Bönninghausen und v. Schade. Dieses Salzhaus sollen die v. Bredenoll zum Rade und Böckenförde von den v. Schorlemer gen. Clusener zu Lehen getragen haben. Durch Heirat der Anna Maria v. Bredenoll kam es an die v. Lurwald. Nach dem Anfall der Clusenerschen Güter meldete Dietrich v. Landsberg seine Ansprüche an, worüber einige Prozesse geführt wurden.

Korffs-Hütte. Ehemals waren die Kleinsorgen zu Westernkotten mit dieser Hütte bemeiert. Im Jahre 1761 geriet die Hütte in Konkurs und wurde wüst. Im Jahre 1779 wurde daraufhin Clemens August v. Landsberg von Carl Mauritz v. Korff mit der Hütte bemeiert.

Brockhof. Dieses kurkölnische Lehen war im Besitz der v. Clusener gen. Schorlemer. Aus dieser Familie gingen zwei bürgerliche Linien hervor: Klusener zu Lippstadt und Klusener zu Westernkotten. Aufgrund von Schuldverschreibungen und Pfandschaften erwarb Dietrich v. Landsberg im Jahre 1652 den Besitz.

Völlinghausen: Das adlige Haus Völlinghausen wurde 1665 durch Franz Gaudenz v. Schorlemer zu Helling- und Heringhausen an Dietrich v. Landsberg verkauft.

Haus Mark war vom Herzog von Kleve und Grafen von der Mark an Heinrich Knippinck, Evert von der Reck und Dietrich Ovelacker verpfändet worden. Letzterer überließ den Pfandbesitz im Jahre 1601 dem Schwiegersohn seiner Schwester Margarete geb. v. Ovelacker, Witwe v. Spiegel, Jobst v. Landsberg.

M. Wolf

Münster 1980

Abgeschrieben im September 2008 durch Stebner, Fami

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