Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt
1.4.1.3. Pfarreien und Städte
Stadt Unna (Dep.) / Urkunden
D 214u, Stadt Unna (Dep.) - Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 214u

Name : Stadt Unna (Dep.)

Beschreibung :

Einleitung :

In einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Pilgrim wurde Unna am 6. August 1032 erstmals urkundlich erwähnt. Anfang des 13. Jahrhunderts war Graf Friedrich von Altena-Isenberg vom Köln u.a. mit Unna belehnt, doch fiel nach dem Mord an seinem Onkel Erzbischof Engelbert von Berg 1225 sein Besitz an seinen Vetter Graf Adolf von Altena. Dieser befestigte Unna und nannte sich nach seiner neuen Residenz Graf von der Mark. Nach Erstürmung und Brandschatzung Unnas durch Köln 1264 gelang nach der Schlacht bei Worringen 1288 die Befreiung von der kölnischen Vorherrschaft, und Unna erhielt vom Grafen von der Mark das Stadtrecht und das Marktrecht samt niederer Gerichtsbarkeit, blieb jedoch bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein unbedeutendes Ackerbürgerstädtchen.

Das älteste Stadtsiegel ist 1290 greifbar, als auch erstmals ein Rat erwähnt wird. Der Dauerkonflikt mit Köln zog mehrere schwere Stadtbrände nach sich, denen mehrmals ein Wiederaufbau folgte. Trotz der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen erlebte Unna schon im 14. Jahrhundert einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufstieg, insbesondere durch den Fernhandel (1469 bis 1518 und wieder ab 1540 Mitglied der Hanse), der bis zum Ende des 16. Jahrhunderts anhielt.

Mehr als die Hälfte seiner Einwohner verlor Unna durch die Pest 1597. Nach Aussterben der alten Linie der Grafen von der Mark im Jahre 1609 fiel die Stadt Unna mit der Mark im Zuge des Jülich-Klever Erbfolgestreits (1609-14) bei der Teilung der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg zunächst provisorisch und 1666 durch Erbvergleich endgültig an Kurbrandenburg. In Unna stand bis 1756 ein Regiment zu Fuß. Nachdem in Unna am 4. Februar 1673 durch französischen Beschuß bereits 220 Häuser zerstört worden waren, folgten 1678 und 1723 wiederum Stadtbrände. Darüber hinaus hatte Unna im Siebenjährigen Krieg Kampfhandlungen, Einquartierungen und Truppendurchzüge zu erleiden.

Unna, am 21. Januar 1808 mit der Grafschaft Mark dem neu geschaffenen Großherzogtum Berg zugeschlagen, wurde Sitz der Munizipalität Unna, die wiederum mit anderen Munizipalitäten den Kanton Unna im Arrondissement Dortmund bildete. Im November 1813 übernahm wieder Preußen das Regiment, doch blieb die französische Verwaltungsgliederung zunächst bestehen. 1817 entstand der Kreis Hamm durch den Zusammenschluss der Bürgermeistereien Hamm, Pelkum, Rhynern, Kamen, Unna und Fröndenberg.

Das Depositum Stadt Unna im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen umfaßt 710 Urkunden mit einer Laufzeit von 1321 bis 1805. Das ursprünglich handschriftlich vorliegende Findbuch A 350 I Grafschaft Mark - Urkunden wurde mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen eines Projektes im Frühjahr 2010 von Roland Lesniak unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Dabei wurden zahlreiche Urkunden neu verzeichnet, überarbeitet, ergänzt oder neu signiert.

Abbildungen von Hausmarken und Siegeln sind z.T. im alten Findbuch enthalten. Für die Urkunden von 1321 bis 1400 liegt im Band 2 des alten Findbuchs (A 398 XXa Bd.2) eine Spezialverzeichnung mit verkürzten Regesten vor, welche durch einen Personenindex erschlossen ist.

Ergänzungsüberlieferung im Landesarchiv NRW Abt. Westfalen: Bestand Grafschaft Mark, Städte, Unna. Weitere Akten befinden sich im Stadtarchiv Unna.

Literatur:

Reinhard Lüdicke (Bearb.), Unna (Westfälische Stadtrechte 3,1), Münster 1930.

Willy Timm (Bearb.), Das Bürgerbuch der Stadt Unna 1668-1808, in: Beiträge zur Geschichte Dortmunds und der Grafschaft Mark 60 (1963), S. 315-355.

Willy Timm, Unnaer Chronik (Schriftenreihe zur Geschichte Unnas und der Grafschaft Mark), Unna 1982.

Münster, den 13.08.2010

Dr. Thomas Reich

Umfang : 720 Urkunden, Findbuch D 214u, Bde. 1 und 2 mit Index für die Urkunden 1321-1400.



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