Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) / Drucksachen
U 163, Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.) - Drucksachen
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 163

Name : Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)

Beschreibung :

Einleitung :

Sowohl in den weltlichen wie auch in den geistlichen Territorien verkündeten die Landesherren seit dem 16. Jahrhundert ihren Untertanen Gesetze durch Edikte. Durch die Landstände (Domkapitel, Ritterschaft und landtagsfähige Städte), die dem Landesherrn gegenüber das Land vertraten und vor allem bei der Steuerbewilligung ein Recht auf Mitbestimmung hatten, wurde jedoch die landesherrliche Gewalt mehr oder weniger eingeschränkt. Die Punkte, in denen die Landstände ein Mitspracherecht hatten, wurden in den Wahlkapitulationen jedes Landesherrn neu festgelegt. Auf den vom Landesherrn einberufenen Landtagen wurden wichtige Verhandlungen geführt und Entscheidungen getroffen, die hauptsächlich steuerliche Angelegenheiten und das damit verbundene Militärwesen betrafen.

Supplikationen und Verwaltungsberichte jeglicher Art wurden an den Landesherrn selbst gerichtet. Die eingehende Post floß am Hof zusammen und gelangte von dort an die Behörden. Eine Aussonderung der wichtigsten Sachen, die der Teilnahme des Fürsten selbst bedurften, ergab den Geschäftskreis für die geheimen Räte, die der Fürst in seinem Kabinett um sich versammelte. Der Fürstbischof, als Vorsitzender so gut wie aller Sitzungen, behielt die Entscheidung in der Hand. Mit diesem Gremium beriet er die zu verkündenden Verordnungen und Gesetze, die er dann unter seinem eigenen Namen erließ. Diese Edikte wurden als eine Art von Verordnung angesehen, durch die "die besonderen Rechte und Pflichten der Bürger bestimmt oder die gemeinen Rechte abgeändert, ergänzt oder erklärt werden sollten." Es waren mehr oder weniger gesetzliche Vorschriften, deren Geltung mitunter auf bestimmte Landesteile oder auch vielfach auf "gewisse Klassen" der Untertanen bzw. Stände beschränkt war. Für diese Verordnungen waren daneben noch andere Ausdrücke gebräuchlich: Satzung, Ausschreibung, Publicandum, Patent und (Landes-)Ordnung. Der Charakter einer qualifizierten Verordnung ergab sich aus dem Publikationszwang der Edikte. Sie mußten, um möglichst allgemein verbindlich zu sein, weitesten Kreisen bekannt gemacht werden. Diese Aufgabe übernahm in vielen Fällen der Amtmann in seinem Bezirk, der auch darauf achtete, daß die Verordnungen beachtet und befolgt wurden. Die Freiherren v. Velen bekleideten das Drostenamt im Emsland, in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts auch im Amt Rheine-Bevergern. Die Freiherren v. Landsberg waren Drosten in Erwitte und Balve.

Diese Ediktensammlung umfaßt sämtliche im Depositum von Landsberg-Velen enthaltenen Verordnungen. Der Hauptteil betrifft die der Fürstentümer Münster und Paderborn. Es lassen sich aber auch von anderen Herrschern herausgegebene Edikte in Einzelstücken nachweisen wie z. B. diejenigen des Herzogs Wilhelm zu Jülich, Kleve und Berg, des Philip Sigismund von Osnabrück, Kaiser Ferdinand III., Friedrich-Wilhelm Markgraf zu Brandenburg, Philipp Wilhelm Pfalzgraf bei Rhein, Rat der Stadt Köln, Kaiser Leopold, Kaiser Karl VI., Maria Theresia, Kaiser Franz, Ludwig Franz Herzog von Richelieu, Ferdinand Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, Carl Theodor Pfalzgraf bei Rhein, Georg II. König von England, Ludwig König in Frankreich, Ludwig X Landgraf zu Hessen, Fürstlich Hessen-Darmstädtische für das Hzgtm. Westfalen angeordnete Regierung, Constantin Fürst zu Salm-Salm, König von Preußen, Fürstlich Salmsche gemeinschaftliche Regierung, Napoleon, Königl. Preuß. Zivilgouverneur zwischen Weser und Rhein, von Vincke.

Der Bestand umfaßt insgesamt 1100 Ediktal-Verordnungen. Es schließt sich eine Abteilung "Drucksachen" an, in der die meisten der im v. Landsbergschen Archiv aufbewahrten gedruckten Unterlagen zusammengefaßt wurden. Es finden sich einige inhaltlich sehr reizvolle Stücke darunter.

Diese Drucksachen erscheinen nicht im Sachregister, da sie wegen ihrer geringen Anzahl (nur 84 Einzelstücke) schnell auf eine eventuelle Fragestellung durchzusehen sind.

Umfang : 84 Drucke (7 Kartons), Findbuch U 163.



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