Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.)
Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Engelrading / Urkunden
U 139u, Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Engelrading - Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 139u

Name : Gesamtarchiv von Landsberg-Velen (Dep.), Engelrading

Beschreibung :

Einleitung :

Haus Engelrading im Kirchspiel Borken, Baderschaft Marbeck, ist wahrscheinlich als Burg der Herren von Gemen gegen die Herren von Heiden angelegt. 1316 wird als Inhaber der Ritter Goswin von Engelrading gt. von Gemen erwähnt. Bald darauf befindet sich die Burg im Besitz der Herren von Heiden. Dieses ursprünglich edelfreie Geschlecht aus dem Kirchspiel Heiden war mit der umfangreichen Freigrafschaft Heiden zwischen Dorsten und Borken von den Grafen von Ravensberg belehnt. Die große Machtstellung des Geschlechts ging Ende des 14. Jahrhunderts in Fehden Wennemars von Heiden gegen Nachbarn und den Bischof von Münster verloren. Engelrading wurde zerstört. Die Familie vermochte aber durch die Heirat von Wennemars ältestem Sohn mit Waltara von Hagenbeck und der damit verbundenen Erwerbung Hagenbecks neue Bedeutung zu gewinnen.

Nach mannigfaltigen Erbstreitigkeiten innerhalb der Familie verkaufte Arnold von Heiden 1638 Engelrading, das durch Vertrag schon an Margarethe von Velen, Witwe von Hagenbeck, überlassen, aber noch nicht übergegangen war, an Alexander Graf von Velen zu Raesfeld und dessen Vetter Dietrich Freiherrn von Velen zu Velen. Dieser vertauschte seinen Anteil gegen den Anteil Alexanders an der Saline zu Bentlage Graf Alexander Otto, der den raesfeldischen Besitz hoch verschuldete, trat jedoch 1698 Engelrading an Christoph Alexander Frhr. von Velen zu Velen ab.

Die Freigrafschaft Heiden fiel mit ihrem angeblichen Zubehör Engelrading beim Tode Hermann Anton Bernhards von Velen infolge Aussterbens des Mannesstammes an den König von Preußen als Grafen zu Ravensberg heim, der sie dem Obristwachtmeister Graf Wilhelm von Anholt schenkte. Dieser verkaufte das Lehen 1768 an Anna Theresia von Velen, Erbtochter zu Velen, die 1756 Clemens August Frhr. v. Landsberg zu Erwitte heiratete. Seitdem war das Gut in landsbergischem Besitz.

Münster/Westf., den 23. Dezember 1958

Dr. Kohl

Hinweis:

Das alte Urkunden-Findmittel enthält teilweise Handzeichnungen der Siegel (vgl. jeweils Bemerkung).

Umfang : 441 Urkunden, Findbuch U 139u.

Verweise :

Lit.: Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Kreis Borken (Münster 1954). S. 335 ff.



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