Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Kloster Bredelar
Kloster Bredelar / Akten
A 103, Kloster Bredelar - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : A 103

Name : Kloster Bredelar

Beschreibung :

Einleitung :

Während der Urkundenbestand des Klosters Bredelar ziemlich geschlossen überliefert ist, hat sich der Aktenbestand nur bruchstückhaft erhalten. Der Gesamtbestand an Urkunden und Akten ist ab 1830 von dem Arnsberger Gymnasiallehrer Franz Ignaz Pieler verzeichnet worden. Im Juni 1831 lag auf mehrfaches Drängen der Regierung ein Verzeichnis "vom Datum 1170 bis 1600" vor, offenbar die Vorstufe des bis jetzt gültig gewesenen Findbuchs von 1831, in dem sich der Arnsberger Regierungssekrtär Schulmann als Verfasser ausgibt.

Über Bestand und Zustand des Bredelarer Klosterarchivs am Ende des Alten Reiches legt ein Bericht des Bredelarer Rentmeisters Baum aus dem Jahre 1807 beredtes Zeugnis ab. "Bei der Aufhebung der Abtei sind nur die ältesten in Säcke verpackten, blos an Pergamen ausgefertigten Urkunden" nach Arnsberg zur dortigen Rentkammer gelangt. Alle übrigen Archivalien seien "zurückgeblieben" (Dienstregistratur A 6 Nr. 27). Der Rentmeister wurde von der Rentkammer gewiesen, "alle dort noch in ziemlicher Menge befindliche Nachrichten in ein Koffer ordentlich" einzupachen "und mit nächster Gelegenheit zum Großherzoglichen Archiv" einzusenden und nur die für die laufende Verwaltung "unumgänglich" nötigen Akten zurückzuhalten. Daraufhin legte Baum ein Verzeichnis der an die Kammer-Registratur der Arnsberger Rentkammer mit Datum vom 27. Mai 1807 abgegebenen "Heberegister, Annotationsbücher etc." an und übersandte in zwei Koffern und einer mit Wachstuch überzogenen Kiste "alle dahier vorgefundenen Litteralien, ältere Annotations-Bücher und Aktenstücke über geführte Prozesse" und fügte einen weiteren Bericht hinzu, aus dem hervorgeht, daß sich die Archivalien in "gänzlicher Unordnung" befunden hätten. Er habe die "Papiere von wenigstens einem halben Dutzent Körben Mäuse-Unrath und Fraß gereinigt". Die Arnsberg zugestellte Archivaliensendung enthielt auch fünf Druckwerke des 16. Jahrhunderts aus der Bredelarer Bibliothek. Die Titel werden in einer heute noch vorliegenden Liste näher bezeichnet. Als die Sendung in Arnsberg eingetroffen war, wurde der Archivrat Dupuis aufgefordert, sogleich an die Verzeichnung zu gehen (6. Mai 1807). Dupuis allerdings wehrte wegen Überlastung ab und bemerkte, daß "die von Bredelar hierhin überschickten Papiere ... nichts enthielten, was sich zur Aufbewahrung im Großherzoglichen Archiv eignete". Deshalb habe er die Archivalien zur Kammer-Registratur abgegeben und zu den übrigen Bredelarer Betreffen legen lassen (24. Februar 1808). Insofern ist es offenbar bis 1830 nicht zur Verzeichnung des Bredelarer Bestandes gekommen.

Das nun ungültige Repertorium weist vorweg eine "Kurtze Beschreibung und Geschichte der Abtei Bredelar" aus der Feder des Gerichtsrates Freusberg auf, wie Schulmann bemerkt. Dieser Abriß ist aus den Urkunden des Bestandes gearbeitet.

Der heute vorliegende Aktenbestand geht nicht über das hinaus, was 1830 vorhanden war und verzeichnet wurde. Allerdings gelangten erst 1905 die Protokolle des Gerichtes Giershagen als Abgabe des Amtsgerichtes Marsberg in das Staatsarchiv (Acc. 21/1905) und wurden dem Bredelarer Bestand zugeordnet.

Weitere Archivalien des Bestandes liegen unter Msc. I 201, 202, VI 112, 125, 140, VII 5709, 5709a 5719, 5721, 5722, 5726, 5742, 5760 und 6704b. Die Manuskriptentitel wurden bei der Neuverzeichnung eingearbeitet. Aufgelöst und zum Bestand gelegt wurde Msc VII 5721 und als Bredelar Akten Nr. 225 bis 282 neu formiert.

Mit dem Bestand verzahnt sind auf folgende Typare: 1. Siegel des Konventes, nachweisbar seit 1338 (Siegelstempelsammlung 107)

2. Siegel des Abtes Joseph Kropf (1777-1790) (Siegelstempelsammlung 109)

3. Siegel des Abtes Laurentius Schefferhoff (1790-1804) (Siegelstempelsammlung 108)

Ergänzende Akten und Einzelbetreffe finden sich in:

Dienstregistratur A 6 Nr. 27 (Güterangegeneheiten 1804-41),

Domänenregistratur Arnsberg III A,

Großherzogtum Hessen (Bibliothekskatalog: II C 1041, Aufhebung: II D 19a und 19b).

Hingewiesen sei auch auf einzelne Archivalien im Bestand des Altertumsvereins Paderborn und auf die wenigen nachweisbaren liturgischen Handschriften des Klosters in der Hessischen Landes- und Hochschulbibliothek Darmstadt.

Münster, im Dezember 1988

H. Müller

Literatur:

··Hennecke, Josef, Die Geschichte des Klosters Bredelar, Nieder-Marsberg 1937. [WE 20]

·Heupel, Aloys, Beiträge zur Geschichte der Grundherrschaft der Zisterzienserabtei Bredelar 1196-1416, Diss. Münster 1921.

·Klueting, Harm, Bredelar - Prämonstratenserinnen, dann Zisterziener, in: Westfälisches Klosterbuch Bd.1 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen XLIV; Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte 2), Münster 1992, 142-147. [A VI 8]

·Köhne, Martin, Das Klostergut Bredelar, Norderstedt 2005. [WE 1183]

··Linneborn, Johannes, Die westfälischen Kloster des Cisterzienserordens bis zum 15. Jahrhunderte. Festgabe für Heinrich Finke, in: Buschbell, Gottfried, Festgabe enthaltend vornehmlich vorreformationsgeschichtliche Forschungen - Heinrich Finke zum 7. August 1904 gewidmet, Münster 1904, 261-262. [4 F 24]

··Müller, Helmut (Bearb.), Die Urkunden des Klosters Bredelar. Texte und Regesten (Landeskundliche Schriftenreihe für das kurkölnische Sauerland 12; Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen / Reihe 37, Westfälische Urkunden (Texte und Regesten) 6), Fredeburg 1994. [6 U 39]

·Reininghaus, Wilfried, Der Montanbesitz des Klosters Bredelar vor dem Dreißigjährigen Krieg. Ortsstudien zu Giershagen, Rösenbeck, Messinghausen, Bontkirchen und Bleiwäsche, in: Südwestfalen-Archiv 4 (2004), 7-22. [D 809/4]

·Seibertz, Johann Suibert, Geschichte der Abtei Bredelar, in: Historisch-geographisch-statistisch-literarisches Jahrbuch für Westfalen und den Niederrhein 1 (1817), 82-165. [D 525]

··Seibertz, Johann Suibert, Güterverzeichnis des Klosters Bredelar 1416, in: Quellen der Westfälischen Geschichte 1, Arnsberg 1857, 146-160. [6 S 5/1]

··Stein, Gerhard (Red.), Das Kloster Bredelar und seine Bibel, Marsberg 1990. [WE 1023]

·Strohmann, Dirk, Die Industriegeschichte des Klosters Bredelar und ihre baulichen Folgen nach den Archivquellen, in: Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde 82 (2004), 53-84.

·Tönsmeyer, Hans Dieter, Das Prämonstratenserinnen-Kloster Altenbredelar, in: Marsberg '91: Ereignisse und Erinnerungen 4 (1992), 126-137. [WE 1211]

·Tönsmeyer, Hans Dieter, Rösenbeck. Orts- und Landesgeschichte am Beispiel eines Bredelarer Klosterdorfes, Marsberg 2010. [WE 1234]

Vorliegendes Findbuch A 322 II "Kloster Bredelar - Akten“ wurde 2010 von Martina Schroers unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Unterzeichneter hat das Findbuch leicht überarbeitet.

Bestell- und Zitierweise:Kloster Bredelar - Akten Nr. ...

Münster, den 15.06.2012Dr. Thomas Reich

Umfang : 296 Akten 1365-1821, 55 Protokolle 1547-1799 (25 Kartons), Findbuch A 103 mit Index.



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