Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.2. WESTFÄLISCHE FÜRSTBISTÜMER
1.2.1. Fürstbistum Münster
1.2.1.1. Verwaltung, Justiz, Landstände
Fürstbistum Münster, Amt Dülmen
B 025, Fürstbistum Münster, Amt Dülmen
Permalink des Findbuchs


Signatur : B 025

Name : Fürstbistum Münster, Amt Dülmen

Beschreibung :

Einleitung :

Das flächenmäßig kleine Amt Dülmen bestand aus den Städten Dülmen (Stadtrecht 1311) und Haltern (Wigboldsrecht 1289) und den Kirchspielen Buldern, Dülmen, und Haltern. Der Amtsbezirk deckte sich fast mit dem Bezirk des Gogerichts an der Greinkuhle (Dülmen).

Nach der Säkularisation wurde dem Herzog von Croy der größte Teil des Amtes Dülmen als Entschädigung für linksrheinische Gebietsverluste zugewiesen. Absplisse fielen an das Königreich Preußen (Teil des Lüdinghauser Kreises). In der Rheinbundakte von 1806 wurde die Grafschaft Croy-Dülmen bereits wieder aufgehoben und der ehem. Amtsbezirk Dülmen dem Herzogtum Arenberg angegliedert, um schließlich 1810/11 zwischen Kaiserreich Frankreich und Großherzogtum Berg aufgeteilt zu werden. Stabile Verwaltungsverhältnisse begannen erst 1814/15 mit der endgültigen Machtübernahme Preußens (Regierungsbezirk Münster / Kreis Coesfeld).

Bei der Neuverzeichnung des Aktenbestandes ”Fürstbistum Münster, Landesarchiv“ (MLA) fand ich im Abschnitt ”Amt Dülmen“ (Abt. 208 - 232) zahlreiche Aktenstücke der Provenienz ”Beamte zu Dülmen“, überwiegend aus der Zeit 1575/1650. In der Regel handelt es sich um Anweisungen oder Anfragen der Räte der 1573/74 eingerichteten Regierung bzw. der Rechen-, später Hofkammer in Münster an Drost und / oder Rentmeister. Die Konzepte ihrer Berichte enden stets mit der Floskel / Formel ”Amtleute zu Dülmen.“

Der adelige Drost und der bürgerliche Rentmeister waren für die administrativen Aufgaben im Amtsbezirk gemeinsam verantwortlich. file://fn@01

Vornehmlich die Verwaltung des Amtshauses (Hausdülmen) mit Burgplatz und Vorburg, später ”Unterplatz“ oder ”Freiheit“ genannt und der zugehörigen Höfe, Ländereien, Dienste sowie aller nutzbaren Hoheitsrechte, wie Mühlen, Zehnte, und Zölle oblag dem Rentmeister nach Weisung der Hofkammer, in wichtigen Fällen nach Entscheidung des Landesherrn. Der Rentmeister führte Buch über abgelieferte Geld- und Naturalabgaben, die von den Eigenhörigen zu leistenden Hand-, Spann- und Leibdienste oder das ersatzweise zu zahlende Dienstgeld. Er berichtete in Eigenhörigkeitsfragen wie Freilassungen, Sterbefällen und Gewinnung von Erben und Kotten. Die Abrechnung aller Einnahmen und Ausgaben erfolgte in der jährlichen ”Amtsrentmeistereirechnung“.

Da bereits ein kleiner Bestand ”Amt Dülmen“ (18 Verzeichnungseinheiten) im Staatsarchiv vorhanden war, habe ich mich entschlossen, die Schriftstücke der Prov. ”Amtleute Dülmen“ mit ihm zusammen zu fassen. Bei der Neuverzeichnung habe ich festgestellt, dass die Akten Nr. 15 und 17 provenienzmässig zum Landesarchiv gehören (jetzt: MLA 908 und 682).

Einige umfangreiche Aktenbände mit stark vermischten Provenienzen, die zudem auch noch chronologisch hätten geordnet werden müssen, habe ich aus Gründen der Arbeitsökonomie nicht getrennt. Sie betreffen den Jurisdiktionsstreit um Haus und Herrlichkeit Merfeld und befinden sich weiterhin im Bestand MLA (Nr. 848, 850, 851, 853, 878 und 879).

Fälle von Doppelüberlieferung sind ebenfalls vorhanden, z. B. die Vorgänge um die Große Teichmühle in Dülmen. Hier sind beide Bestände zu benutzen.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Akten Nr. 5 - 7 hinweisen, die sich von der äußeren Form her völlig von den sonst losen Akten unterscheiden. Es handelt sich um umfangreiche, gebundene Aktenbände der Dülmischen Amtsregistratur mit vor geheftetem ”chronologisch tabellarischem Register nach Vorschrift landesherrlich erlassener Registraturverordnung ...“

Münster, im Juli 2006

gez. Ursula Schnorbus

Umfang : 114 Akten (9 Kartons), Findbuch B 025 mit Index.



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