Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.2. WESTFÄLISCHE FÜRSTBISTÜMER
1.2.1. Fürstbistum Münster
1.2.1.1. Verwaltung, Justiz, Landstände
Fürstbistum Münster, Amt Sassenberg
B 028, Fürstbistum Münster, Amt Sassenberg
Permalink des Findbuchs


Signatur : B 028

Name : Fürstbistum Münster, Amt Sassenberg

Beschreibung :

Einleitung :

Die örtliche Verwaltung des Hochstifts Münster lag in der Hand der Ämter, die in Städte, Flecken (Wigbolde und Freiheiten) und ländliche Kirchspiele zerfielen. An der Spitze des Amtes stand der (adelige) Drost, der manchmal mehreren Ämtern zugleich vorstand. Das war möglich, weil die laufenden Geschäfte überwiegend dem (bürgerlichen) Rentmeister zufielen. Diesem war vornehmlich die landesherrliche Vermögensverwaltung, insbesondere die Verpachtung der Domänen und die Vereinnahmung der Abgaben und Gefälle anvertraut. Über die Einnahmen und Ausgaben hatte er Rechnung zu legen. Als Vollzugsorgan standen dem Amt für ein oder mehrere Kirchspiele Vögte zur Verfügung. Getrennt von dieser Verwaltung war die Rechtsprechung: unabhängig neben dem Drosten stand der Richter, der dem Gogericht vorsaß. Das Amt Sassenberg deckte sich räumlich mit dem Gogericht Harkotten. Angrenzende Gebiete des Amtes Stromberg wurden in der Zeit von 1602 bis 1808 vom Sassenberger Amtsdrosten teilweise mit verwaltet; und zwar die Kirchspiele Ennigerloh, Oelde, Ostenfelde und Westkirchen. 1802 erhielt Preußen als Entschädigung für die Besitzungen auf dem linken Rheinufer außer anderen Gebieten noch den östlichen Teil des Bistums Münster. Hierzu gehörten die Ämter Sassenberg, Stromberg und Werne mit Lüdinghausen, des größere Teil des Amtes Wolbeck, das Amt Rheine-Bevergern rechts der Ems und kleine Teile der Ämter Dülmen und Horstmar. Diese Vereinbarung erhielt durch den Reichsdeputationshauptschluß am 23. Februar 1803 Gesetzeskraft. Ende 1803 kam es zur Einrichtung ländlicher Kreise im Erbfürstentum Münster, die später noch gewisse Abänderungen erfuhren. Man einigte sich auf vier Kreise: Münster, Warendorf, Beckum und Lüdinghausen; kreisfrei blieben die Immediatstädte Münster und Warendorf. Die Organisation der landrätlichen Behörden richtete sich nach dem Vorbild der älteren preußischen Provinzen. Zu Landräten sollten möglichst bisherige Amtsdrosten gewählt werden. Der Warendorfer Kreis wurde aus dem Amt Sassenberg und Teilen des Amtes Wolbeck gebildet. Landrat wurde der Sassenberger Amtsdrost von Ketteler zu Harkotten; als landrätlicher Assistent fungierte der bisherige Amtsrentmeister Reinharz. Dieser hatte bei der Übergabe der Rentei eine Reihe nicht unbedeutender Akten zurückbehalten. Erst nach seinem Tode übergab die Witwe Reinharz im Jahre 1823 dem Domänenrentmeister Stelzer alle bei ihr befindlichen amtlichen Papiere und Bücher, die vorerst im Archivzimmer der Abtei Freckenhorst untergebracht werden. Im März 1827 übergab Stelzer diese Unterlagen dem Regierungsarchivar Kersten in Münster. Nach einer gutachterlichen Äußerung des Archivars Kersten handelte es sich größtenteils um einzelne Stücke, welche zur bereits bei ihm verwahrten Renteiregistratur gehörten, wovon die Amtsrechnungen den größten Teil der Unterlagen ausmachten.

1974 gez. Strootmann

Die Eingabe des Findbuchs in V.E.R.A. erfolgte 2006/07 durch Herrn Folke Vortisch und Eleonora Duplica

Umfang : 870 Akten (145 Kartons), Findbuch B 028 mit Index.



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken