Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.2. WESTFÄLISCHE FÜRSTBISTÜMER
1.2.2. Fürstbistum Paderborn
1.2.2.1. Verwaltung, Justiz, Landstände
Fürstbistum Paderborn, Lehnskurie
Fürstbistum Paderborn, Lehnskurie / Akten
B 404, Fürstbistum Paderborn, Lehnskurie - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : B 404

Name : Fürstbistum Paderborn, Lehnskurie

Beschreibung :

Einleitung :

Der Bestand Fürstbistum Paderborn, Lehen oder Lehnskurie umfasst die Überlieferung der Paderborner Lehnkammer seit dem Spätmittelalter - Urkunden und Akten - in einem Findbuch zusammen, da die inhaltliche Verzahnung der Urkunden - vorwiegend die Reverse der Vasallen - mit den Lehnakten evident ist.

Eine eigentliche Behördengeschichte fehlt. Es ist davon auszugehen, dass die Lehnkammer eine Unterbehörde der Hofkammer war, die unter der Leitung eines Lehndirektors stand, der die Hilfe eines Lehnsekretärs in Anspruch nahm. Die personellen Verknüpfungen mit der Hofkammer werden bei den Anstellungen in diesen Posten offenbar.

Die Lehnkammer führte Protokoll über die Belehnungen (Mutungen, Belehnungen auf Lehntagen, speziell in Einzelverhandlungen Jahr und Tag nach dem Tode des Lehnherrn bzw. des Vasallen), stellte die Lehnbriefe und Reverse aus und erhob die Gebühren für den Lehnherren und die Kanzleiarbeiten. Eine eigene Aktenführung wurde nach den Vasallen bzw. Vasallenfamilien geordnet. Entsprechend ist die Überlieferung, die wohl keine allzugroßen Verluste zu verbuchen hat.

Der Generalaktenteil besteht aus den Protokollserien, Unterlagen über das Rechnungswesen sowie statistischen Angaben über Vasallen und Lehnbesitz. Die Spezialakten waren schon früher weitgehend nach dem jeweils letzten Lehnsträger geordnet. Entsprechend vorsortiert war der lagerungstechnisch gesonderte Urkundenbestand, der die Reverse, nicht ausgehändigte Lehnbriefe und einige andere Urkunden umfasste.

Die Verzeichnung des Akten- und Urkundenbestandes schloss sich diesen Vorgaben an, nachdem die alte recht kursorische Verzeichnung nicht mehr genügte. Vielleicht erschwert die gemeinsame Verzeichnung von Akten und Urkunden etwas den schnellen Zugriff, jedoch bietet hier das RegisterAbhilfe. Die recht gleichförmigen Reverse wurden regestenartig erschlossen, jedoch wurde auf eine ständige Wiederholung der genauen Bezeichnungen der Lehnsobjekte verzichtet und durch Verweis auf die erste Erwähnung ersetzt. Eine Schwierigkeit ergab sich aus den vor allem im 15. - 17. Jahrhundert doch noch variierenden Schreibweisen einzelner Ortsnamen, Bauerschaftsnamen oder Flurbezeichnungen. Festgehalten ist zumeist nur eine - nicht unbedingt die älteste - Schreibweise. Auf Abweichungen kann hingewiesen sein. Erst im Register ist eine Identifikation versucht worden. Ferner wurde in den Regesten auf die Aufführung der Namen aller Mitbelehnten verzichtet.

Die Aktenerschließung ist nicht so ins Einzelgehende, wenn auch durch häufig Intusvermerke auf Abweichungen von üblichen Belehnungsvorgängen hingewiesen worden ist.

Die Verzahnung von Urkungen und Akten ist weitgehend gelungen. Dort, wo Zuordnungen aus Gründen von Teilungen von Lehngut bei Neuverleihungen unsicher waren, hilft das ausführliche Orts- und Personenregister. Verweisungen auf Lehnbetreffe im Bestand Domkapitel Paderborn, Akten, und auf die Lehnreverse im Bestand Fürstentum Paderborn, Urkunden, sind eingearbeitet.

Eine Konkordanz ermöglicht vor allem das Auffinden der in den Regesten durch Verweis ausgewiesenen ausführlichen Lehngutbezeichnungen, aber auch allgemein auf die einzelnen Urkunden- und Aktensignaturen.

Es ist zu zitieren: Fürstbistum Paderborn, Lehnkurie, Urkunden Nr. . . .

Fürstbistum Paderborn, Lehen, Akten, Nr. . . .

Münster, Juni 1989

Sagebiel

(nach VERA übertragen von Folke Vortisch, Münster, Dezember 2006)

Umfang : 356 Protokolle und Akten (94 Kartons), Findbuch B 404, Bd. 1, Index in Bd. 4.



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