Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.2. WESTFÄLISCHE FÜRSTBISTÜMER
1.2.2. Fürstbistum Paderborn
1.2.2.3. Stifte und Klöster
Kloster Dalheim
Kloster Dalheim / Akten
B 602, Kloster Dalheim - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : B 602

Name : Kloster Dalheim

Beschreibung :

Einleitung :

Der heutige Aktenbestand des Klosters Dalheim umfaßt lediglich 45 Nummern. Ein ehemaliges Verzeichnis von 1880 weist 135 zur Kassation geeignete Akten des Klosters aus dem 17./18. Jahrhundert nach (Landbesitz in Meerhof, Oesdorf, Husen, Helmern, Henglarn, Atteln; Registerbelege, Verpachtungen an dortige Einwohner; siehe Alte Findbücher Nr. 231). Ein Teil der Klosterarchivalien gelangte über das Archivdepot in Paderborn ca. 1836 in das Provinzialarchiv Münster (Dienstregistratur A 3 Nr. 9), ein anderer Teil ca. 1840-1844 über das Archivdepot Minden bzw. aus dem dortigen Verwaltungsarchiv der Regierung Minden (Nr. 26, 28, 30, 32, 34, 44; vgl. Dienstregistratur A 2 Nr. 12). Das Archivdepot Paderborn wurde zuvor nach dem Ableben des auch die Archivalien des Klosters Dalheim betreuenden Domkapitulars Meyer aufgelöst; die Archivalien wurden 1843/44 in das Verwaltungsarchiv der Regierung zu Minden übernommen. Ein ”Teilungsplan des Archiv-Depots zu Minden“ für das Provinzialarchiv Münster von 1850 listet die Archivalien der ”Colonie Dalheim“ in neun Punkten auf und sieht die Abgabe von 54 Nummern des ”Repert. Lit. A u. H.“ vor (Juden-Sachen, Copiarium, Bergwerke, Kirchen, Pfarreien, Schulen, Testamente und Vermächtnisse, Fundationen, Jurisdictionalia, Lehen (Passiva), Marken, Waldungen, Forsten, Weiden; siehe Dienstregistratur B IV, 19).

Einzelne Akten sind mit den Signaturen der Kriegs- und Domänenkammer (KDK) Minden XIV versehen (Nr. 24, 25, 35), diese Signaturschicht findet sich in der Kriegs- und Domänenkammer Münster wieder. Vier Akten kamen durch eine spätere Abgabe von 1901/1902 in den Bestand (Nr. 9/ 23/ 25/ 35; Staatsarchiv Marburg und Regierung Minden Acc. 3/1901 und 9/1901; vgl. Dienstregistratur B IV, 30 und B IV, 13). Der Aktenbestand Kloster Dalheim wurde 1993 von Dr. Helmut Franz geordnet und verzeichnet. Vorliegendes Findbuch A 274 II Kloster Dalheim - Akten wurde im Jahre 2010 von Martina Schroers unter der Betreuung von Thomas Reich, der einige Korrekturen und Nachträge vorgenommen hat, mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben.

Weitere Akten betreffend das Kloster Dalheim befinden sich in foldenden Beständen des Landesarchivs NRW Abt. Westfalen:

··Fürstentum Paderborn, Kanzlei (Waldecker Lehen; Gerichtsorganisation)

··Fürstentum Paderborn, Hofkammer (Bewirschaftung; Besitz)

·Fürstentum Paderborn, Geheimer Rat (Gerichtsorganisation; Bewirtschaftung; Besitz; Schatzung)

·Fürstabtei Corvey (Verlorenes Lehen)

·Domkapitel Paderborn (Bewirtschaftung; Gerichtsorganisation; Besitz)

Behörden der Übergangszeit 1802-1816

1. Königreich Preußen:

··Spezialorganisationskommission Paderborn (Aufhebung)

··KDK Münster (Domänensachen; Eigenbehörige; Verwaltung, Bewirtschaftung, Bauunterhaltung, Jagd, Remissionen im Kloster- bzw. Domänenamt Dalheim; Aufhebung der Kanonie; Verschenkung von Kirchensachen u.a. Orgel, Glocken, Altäre)

·Landesregierung Paderborn (Lehenbesitz)

·Zivilgouvernement (Domänen)

2. Großherzogtum Hessen:

··Hof- bzw. Rentkammer (Domänen und Gefälle)

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·3. Königreich Westfalen:

··Generaldirektion der Krondomänen, der Kapitalien und der geistlichen Gütervewaltung

··Generaldomänendirektion (Aufhebung; Dotation des Generals Comte de la Borde; Verwaltung)

·Administration der Forsten und Gewässer (Verpachtung der Jagden)

Weitere Überlieferung im LAV NRW W

··Msc. I Nr. 127: Kopiar des Klosters Dalheim, notariell beglaubigt, (1216-1490, 1606) 1480-um 1606.

·Msc. I Nr. 128: Kopiar des Klosters Dalheim, (1318, 1384-1497) 15.-16.Jh.

·Msc. II Nr. 73: Fürstbistum Paderborn (Abschriften von Urkunden und Akten), (1281-1599) 15.-17.Jh.; enthält u.a.: Belehnung des Klosters Dalheim durch Graf Otto, ältesten Grafen zu Waldeck und den Fürstabt zu Corvey mit den ehemaligen Lehngütern von Brobeck, von Horhusen, von Calenberg im Sendfelde 1431, 1449, 1465, 1496, 1542 (Sammlung Kindlinger).

·Msc. II Nr. 79: Fürstbistum Münster (Abschriften von Urkunden und Akten), (1133, 1220-1707) 18.Jh.; enthält u.a.: Herzog Otto zu Braunschweig bestätigt die Schenkung des Zehnten zu Dalheim und des wüsten Dorfs Dalheim am Sendfelde durch die von Padberg an das Kloster Böddeken 1438 (Sammlung Kindlinger).

·Msc. II Nr. 136: Klöster in den Diözesen Mainz und Trier ( Abschriften von Urkunden und Akten), (981, 1108-1652) 16.-Anfang 19.Jh.; enthält u.a.: Papst Honorius III. (?) nimmt das Kloster Dalheim in seinen Schutz, (1223 ?); Papst Martin IV. (?) bestätigt dem Kloster Dalheim seine Privilegien, (1281?).

·Msc. VI Nr. 94: Nachrichten zur Geschichte des Klosters Dalheim, (1216-1488) 1652; enthält: Berichte zur Gerichtsbarkeit des Klosters Dalheim in den verwüsteten Dörfern und Dorfmarken: Dalheim, Versede, Boclon, Nutlon, Snevede, Sirexen, Hattepe, Kircheilern, Osteilern, 1652; enthält auch: Zahlreiche Urkundenabschriften ab dem 14. Jahrhundert.

·Msc. VII Nr. 240,2: Verschiedene historische Notizen Ignaz Theodor Liborius Meyers, (868-1822) 1. Hälfte 19.Jh.; enthält u.a.: Notizen zur Geschichte des Klosters Dalheim ab 1369 sowie Register der Vorsteher von 1452-1784 (Sammlung Meyer).

·Msc. VII Nr. 4505: Kopiar des Klosters Dalheim, (1351-1576) 15.-16.Jh.

·Msc. VII Nr. 4505a: Grund- und Grenzbeschreibung des Domänenamtes Dalheim, (1429-1530) 1804-1860; enthält auch: Abschriften von 72 Urkunden des Klosters Dalheim, (1429-1530); Alt-Sign.: KDK Minden XIV Nr. 70

·Msc. VII Nr. 4537: Chronik des Klosters Dalheim, (13.Jh.-1453) 17.Jh.; Hinweis: Zgg. 19/1949

·Propstei Marsberg - Akten, Nr. 36: Kopiar der Propstei Marsberg mit Urkundenabschriften 887-1750, 17./18.Jh.; enthält u.a.: Gütertausch mit Bredelar, Hardehausen, Böddecken, Abdinghof und Dalheim; Alt-Sign.: Msc. VII Nr. 5723.

·KDK Münster Fach 19 Nr. 167 p. 61: Die Eheleute Caspar Riesen und Elsabein Nyemeyer, Eingesessene zu Husen, stiften dem Kloster 10 Reichstaler für ihr Seelenheil. Unterschriften Prosper Westrupp, Prälat; Ferdinandus Grondefeldt, Subprior, 1742 August 31.

·Slg. Fot. Nr. 265: Ausgaberegister A-W v.a. zu Wirtschaftsführung, Haushalt des Klosters Dalheim 18. Jh.; Vermerke über Obligationen des Klosters Dalheim an Einwohner aus Meerhof, Ende 17.-Anf. 18.Jh. (Handschriftliche Reste im Diözesanarchiv Paderborn: Hs IV,2).

·Slg. Fot. Nr. 765: Nekrolog des Klosters Dalheim 13.-18. Jh. (Original in der Staatsbibliothek Berlin).

·Alte Findbücher Nr. 231: Verzeichnis von 1880 über 135 zur Kassation geeignete Akten des Klosters Dalheim aus dem 17./18. Jh.; enthält u.a.: Doppelte Ländereien aus Meerhof, Oesdorf, Husen, Helmers, Atteln: Streitigkeiten wegen rückständiger Zahlungen der Einwohner; Meierei; Dienstleistungen, andere Abgaben; Mühlen; Holzungen; Hude; Obligationen; Rechnungen, Quittungen; Register (Heu, Korn, Fuhren, Baukosten, Küchen, Geld) für Dalheim, Oesdorf, Helmern Henglarn, Atteln.

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·Literatur

··Balzer, Manfred, Dalheim - Augustinerinnen und Dalheim - Augustiner-Chorherren, in: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer bis zur Aufhebung, hrsg. von Karl Hengst, Münster 1992, S. 226-233.

··Manfred Balzer, Kloster Dalheim Kurzführer, Paderborn 1990.

··Wilhelm Segin, Kloster Dalheim im Sintfelde bei Paderborn (mit einer siedlungsgeschichtlichen Einleitung) in: Westfälische Zeitschrift 91 (1935), S. 130-205.

Münster, den 22. August 2014Dr. Thomas Reich

Umfang : 44 Akten (7 Kartons), Findbuch B 602.



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