Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.2. WESTFÄLISCHE FÜRSTBISTÜMER
1.2.2. Fürstbistum Paderborn
1.2.2.3. Stifte und Klöster
Kloster Marienmünster
Kloster Marienmünster / Urkunden
B 607u, Kloster Marienmünster - Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : B 607u

Name : Kloster Marienmünster

Beschreibung :

Einleitung :

Die Stiftung des Klosters Marienmünster durch Graf Widukind von Schwalenberg wurde von diesem am 15. August 1128 bestätigt. Die ersten Mönche stammten aus der Abtei Corvey. Die Äbte besaßen im 13. Jh. die Aufsicht über die benachbarten Nonnenklöster Gehrden (Findbuch A 275) und Willebadessen (Findbuch A 287). Marienmünster trat 1480 der Bursfelder Kongregation bei. Mehrere in dieser Zeit entstandene Kopiare dienten der Verwaltung der jetzt florierenden Klosterwirtschaft. Während das Kloster in der Reformationszeit trotz eines evangelisch gewordenen adligen Umfelds weitgehend unbeschadet blieb und sich nach den Zerstörungen des Dreißigjährigen Kriegs wirtschaftlich und geistlich konsolidieren konnte, führte der Siebenjährige Krieg zu materiellem und seelsorgerischem Niedergang. Das Kloster Marienmünster wurde im Zuge der Säkularisation 1803 aufgehoben.

Das 1543 erwähnte Archiv erlitt 1622 und 1626 schwere Verluste, wurde 1725 neu geordnet und kam nach der Aufhebung des Klosters in das Archivdepot Minden, von dort wiederum in das Staatsarchiv Münster. Das alte Findbuch hatte die alte Archivsignatur Rep. 261 5a (Vorgängerfindbuch zu A 277, jetzt: Alte Findbücher). Es enthält neben den 97 Originalurkunden auch die im Jahr 1128 einsetzende kopiale Überlieferung. Diese befindet sich im Wesentlichen in der Manuskriptsammlung des Staatsarchivs Münster und wird im alten Findbuch bei der jeweiligen Urkunde genannt (jeweils auch die Druckstelle im Westfälischen Urkundenbuch):

··Msc. I Bestellsignatur: 242: Urkundenauszüge und historische Notizen zur Geschichte des Stifts Paderborn, besonders zu den Klöstern, 2. Hälfte 18. Jh.

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 14: Abschriften von Nekrologen westfälischer und außerwestfälischer Klöster, 1841-1864, enthält auch: Auszüge aus dem Nekrolog des Klosters Marienmünster

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 36: Theologische Abhandlungen, Meditationen, Gebete, Entwürfe zu Reden im Konvent über die tägliche Ereignisse im Kloster Marienmünster, lateinisch / deutsch, meist von der Hand des Abtes Joseph Beitelmann, ca. 1716 - 1722

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 207,2: Materialsammlung zum Bistum Paderborn (Grothues), Ende 17. Jh.; enthält u.a.: B II) Auszüge aus dem Nekrolog des Klosters Marienmünster

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 227: Abschriften von Archivalien mit westfälischen Betreffen in den Sammlungen Overhamer und Falke im Archiv Wolfenbüttel, (12. Jh. -16. Jh.), enthält u.a.: Marienmünster

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4517: Abschriften von Urkunden des Klosters Marienmünster, erstellt durch Ernst Friedrich Mooyer, (1138-1345, 1503) Mitte 19. Jh., meist wohl aus Msc VII 4512 entnommen, auch VI 193a

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4523 (früher Msc. I 130): Aufzeichnungen und Urkundenabschriften über die Gründung und Geschichte des Klosters Marienmünster, (1128-1537) 1552, 15. Jh.- 16. Jh.; Handschrift ”C“ (vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte Bd. 45, Abt. 2 S. 156J). Für die Kopiare des Klosters Marienmünster vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte Bd. 45, Abt. 2 S. 151ff, A + B befinden sich im Detmolder Archiv

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4524 (früher Msc. I 129): Kopiar des Klosters Marienmünster, (1140-1525) 2. Hälfte 15. Jh. - Anfang 16. Jh.

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4525 (früher Msc. I 131): Kopiar des Klosters Marienmünster, (1128-1498) 15. Jh. - Anfang 16. Jh., enthält u.a.: Abschrift einer Urkunde Kaiser Lothars III., (1136)

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4526: Tagebuch der Äbte des Klosters Marienmünster, Ambrosius Langen und Augustin Müller, 1661-1693

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4527: Abschriften von Verträgen des Klosters Marienmünster, hauptsächlich gewährter Kredite, gegliedert nach Ortsbetreffen, 1627-1711

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4528: Tagebuch der Äbte des Klosters Marienmünster, Augustin Müller und Joseph Beitelmann, 1692-1713

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4529: Augustin Müller, Codicillus epigraphicus fundationis, iurium, redituum, proventuum et aliorum quorumcumque emolumentorum huius nostri monasterii Mariaemünstrensis, (1128-1682) 1684, enthält: Gründung, Geschichte und Äbte des Klosters, (1128-1682); Besitz und Rechtes des Klosters in verschiedenen Orten

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4530 (früher Msc. VII 4512): Notariell beglaubigtes Kopiar des Klosters Marienmünster (Primaeva fundati monasterii Mariaemunstrensis nec non temporum revolutione subsecutarum donationum, emptionum, venditionum, concambiorum, actionum, transactionumque habitarum documenta), (1128-1686) 1727; vgl. Zeitschrift für vaterländische Geschichte 45, Abt. 2, S. 157/8

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4531: Teil eines alphabetischen Registers zu den Kopiaren und Tagebüchern des Klosters Marienmünster (Msc. VII. 4523-4530, Bestand Kloster Marienmünster Akten und fehlende Archivalien), Buchstaben A bis N, 1729, darin: Liste der Meier des Klosters mit Angabe der zu zahlenden Abgaben sowie der unterstehenden Eigenhörigen

·Bestellsignatur: Msc. VII Nr. 4533: Gutachten in Sachen katholische Kirchengemeinde Altenbergen gegen den preussischen Staat über das Vermögen des ehemaligen Klosters Marienmünster, erstellt durch Archivrat Heinrich Kochendörffer und Rentmeister Sprakel, 1928, enthält u.a.: Übersicht über die Geschichte des Klosters, sowie Landbesitz, Inventar, Kapital bei Säkularisation; Einnahmen des ehemaligen Klosterbesitzes nach Säkularisation; Aufwendungen für die ehemaligen Konventualen

·Sammlung Fot. 50 (früher Msc. VII Nr. 4541): Fotokopie: Kopiar des Klosters Marienmünster, (1128-17. Jh.); nach Original im StA Detmold D 71, Nr. 11

Ältere Repertorien sind als Ergänzung hinzuzuziehen:

··Alte Findbücher 241: Kloster Marienmünster, Kopiar, 1842-1851; enthält: Verzeichnis der Urkunden im 1727 angelegten Kopiar (Haarland, 1842) [Kopiar, 850 p., angeblich Privateigentum von Baron Brenken; 1851 im Nachlaß Gehrken wiedergefunden und in das Provinzialarchiv nach Münster überführt, heute StAMS Msc VII 4530]; alte Archivsign.: RA 277a

·Alte Findbücher 242: Kloster Marienmünster, Akten, 1880; enthält: zwei Kassations- bzw. Abgabe-Verzeichnisse; Übernahme durch STAMS (Keller); alte Archivsign.: RA 277b

·Alte Findbücher 820: Kloster Marienmünster, Akten, 1880-1999; enthält: Findbuch (1880) mit Revision (1948, Prinz) und Nachträgen; Neuverzeichnung (1999, Sagebiel); alte Archivsign.: A 277.2 (Rep. 261 5b)

Editionen bzw. Regesten zu den Urkunden Marienmünsters:

··Schrader, Franz Xaver, Regesten und Urkunden Geschichte der ehemaligen Benediktiner-Abtei Marienmünster unter Berücksichtigung der früher incorporierten Pfarreien. T 1. Von der Gründung bis zum Tode des Abts Georg I. (1128-1518), in: Zeitschrift für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde Westfalens 45 (1887), T. 2, S. 129-168; 46 (1888), S. 132-200; 47 (1889), T. 2, S. 125; 48 (1890), T. 2, S. 140-191; 49 (1891), T. 2, S. 97-148.

·Westfälisches Urkundenbuch, Bd. 4: Die Urkunden des Bistums Paderborn 1201 - 1300, Münster 1874-1894.

·Westfälisches Urkundenbuch, Bd. 9: Die Urkunden des Bistums Paderborn 1301 - 1325, Münster 1972-1993.

··

··Literatur:

··Knackstedt, Wolfgang, Marienmünster - Benediktiner, in: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der von 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung (= Veröffentlichungen der Historische Kommission für Westfalen 44; Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte 2), 3 Bde., hg. von Karl Hengst, Bd.1, Münster 1992, S. 568-574. Auf Seite 571 Verweise zu Quellen in weiteren Archiven, auf Seite 572 Hinweise auf Kopiare und Akten im Staatsarchiv Münster.

Zu bestellen und zu zitieren sind die Urkunden:

Kloster Marienmünster - Urkunden Nr. xxx

Vorliegendes Findbuch wurde im Januar 2008 von Simone Epking unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Die Sprache und Orthographie des 19. Jahrhunderts wurde nur teilweise verändert, damit der Verzeichnungsstand deutlich bleibt.

Münster, 5. Mai 2008

Dr. Thomas Reich

Umfang : 97 Urkunden, Findbuch B 607u.



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