Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt
1.4.1.1. Verwaltungs- und Justizbehörden, Landstände
Märkische Fabrikenkommission
D 013, Märkische Fabrikenkommission
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 013

Name : Märkische Fabrikenkommission

Beschreibung :

Einleitung :

Im Jahre 1755 wurde der Kriegs- und Domänenrat Göring zum Fabrikenkommissar für die Grafschft Mark ernannt. Am 17.3. desselben Jahres erging eine Instruktion, die seinen Tätigkeitsbereich absteckte und seine Aufgaben beschrieb. Diese Instruktion erfaßte aber lediglich die Osemundsfabriken und die Drahtfabrikation, bzw. -stapel. Sehr bald aber erwuchsen der so geschaffenen Fabrikenkomission Aufgaben, die in der o.a. Instruktion nicht berücksichtigt waren und auch erst im Laufe der Zeit erkannt wurden. Durch königliche Reskripte vom 16.3. und 17.11.1791 wurde der Aufgabenbereich der Kommission neu beschrieben und geregelt: sie wurde in zwei Departements, Hagen und Wetter, eingeteilt. Dem Departement Hagen stand der Kriegs- und Domänenrat Wülffing vor. Zum Direktor des Departements Wetter wurde der Freiherr v. Stein ernannt. Ihm zur Seite stand der Kriegs- und Domänenrat Eversmann, der aber schon seit 1791 Wülffings Geschäfte versah. Die Fabrikenkommission war der Kriegs- und Domänenkammer Hamm unterstellt. Ihre Verfügungen bedurften der Zustimmung der Kriegs- und Domänenkammer.

Die Hauptaufgabe der Fabrikenkommission sollte es sein, "die metallischen Fabriken im Gleichgewicht gegeneinander zu erhalten, so daß sie nebeneinander bestehen und gleichen Schritts vorwärts gehen". Das bedeutete Aufsicht über die Preisgestaltung der Fabriken und genaue Einhaltung der vorgeschriebenen Reglements. Es sollte aber auch darauf geachtet werden, daß sich die Zahl der Kleineisenfabrikanten vermehre, bemittelte Kaufleute ins Land zögen und die Produktion der zur Eisenerzeugung notwendigen Holzkohle in Grenzen bliebe.

Im Zuge der Eingliederung der Grafschaft Mark in das 1808 geschaffene Großherzogtum Berg stellte die Märkische Fabrikenkommission ihre Wirksamkeit ein. Ihre Aufgaben übernahm die Präfektur des Ruhrdepartements, die am 1.4.1809 ihre Tätigkeit aufnahm.

Die hier vorliegenden Akten wurden in den Registraturen des Kreises Iserlohn, der Rentämter Arnsberg und Hagen sowie im Bestand "Kleve-Märkische Regierung - Landessachen" überliefert und zum Bestand "Märkische Fabrikenkommission" neu vereinigt. So hat der Bestand nur einen bruchstückhaften Charakter.

Quelle: KDK Hamm Nr. 6

Münster, im Dezember 1968

Buchholz

Literatur:

··Böckenholt, Fritz, Zur Geschichte der königlich-preußischen Verwaltungsbehörde der ehemaligen Grafschaft Mark zu Hamm/W., Münster 1912.

·Sellmann, Adolf, Kriegs- und Domänenrat Christian Michael Göring als Wohltäter der Stadt Hagen, Hagen 1940.

·Sellmann, Adolf, Christian Michael Göring, ein friederizianischer Beamter in Hagen, Hagen 1940.

·Sellmann, Adolf, Alexander Eversmann, Hagen 1940.

·Schmidt, Ferdinand, Kriegs- und Domänenrat Michael Christian Göring, in: Süderland, 17. Jg. Nr. 1, Altena 1939.

·Eversmann, Friedrich August Alexander, Autobiographie 1808, gedruckt in: Der Märker - Altenaer Beiträge, Neue Folge Bd. 2, Altena 1966 und Staatsarchiv Münster, Sammlung Fot Nr. 6.

·Neue Deutsche Biographie, Band 4, 1959, Seite 692: F.A.A. Eversmann.

vgl.: Oberpräsidium Nr. 2788: Außwanderung von Fabrikarbeitern, insbesondere nach Rußland 1814-17, 1830-35; enthält u.a.: Anwerbung von Arbeitern durch den in russische Dienste getretenen ehemaligen Fabrikenkommissar A. Eversmann in der Grafschaft Mark.

Retrokonvertiert im August 2011

Reich

Umfang : 24 Akten (2 Kartons), Findbuch D 013.



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken