Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt
1.4.1.2. Stifte, Klöster, geistliche Einrichtungen
Stift Fröndenberg
Stift Fröndenberg / Akten
D 104, Stift Fröndenberg - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 104

Name : Stift Fröndenberg

Beschreibung :

Einleitung :

Das Kloster Fröndenberg wurde um 1230 von dem Kölner Erzbischof Heinrich von Molenark als Zisterzienserinnen-Kloster gegründet. Als eigentlicher Stifter gilt Graf Otto von der Mark, dem wie seinen Nachfolgern die Kirche als Grablege diente. Kloster Fröndenberg hatte schon von Beginn an überwiegend den Charakter eines "Renteninstituts" für die standesgemäße Versorgung der unverheiratet gebliebenen Töchter des eingesessenen Adels. Nicht nur die Äbtissinnen entstammten in den ersten Jahrhunderten des Klosterbestehens dem höheren Adel aus der Umgebung von Fröndenberg. Ende des 15. Jahrhunderts wehrten sich Äbtissin und Konvent erfolgreich gegen die Erneuerungsbestrebungen im Zisterzienserorden, die von Citaux ausgingen und auf eine strengere Einhaltung der Klausur zielten und sich gegen die Aufteilung des klösterlichen Gemeinbesitzes in privates Eigentum der Klosterangehörigen wandten. Die Entwicklung zu einem freiweltlichen Stift war um 1550 abgeschlossen. Um diese Zeit wird diese Bezeichnung auch von Stiftsseite offiziell geführt. Die Reformation konnte sich nicht vollständig durchsetzen. Der vierte Teil der Präbenden blieb den katholischen Stiftsdamen vorbehalten. Neben dem lutherischen Prediger wirkte seit 1666 auch ein reformierter Pfarrer, so daß also in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts alle drei Bekenntnisse unter den Kapitularinnen vertreten waren. Durch einen Vergleich wurde 1688 der gemeinsame Gebrauch der zugleich der Fröndenberger Gemeinde dienenden Kirche geregelt. Im Jahre 1811 wurde das Stift aufgehoben und nach dem Ende der französischen Herrschaft zur preußischen Domäne umgewandelt.

Die Archivalien des Klosters Fröndenberg wurden 1840 erstmals in Münster verzeichnet. Die Akten des Klosters wurden im Sommer 1987 von Dr. Kaufmann, Dr. Knichel und Dr. Reinicke neu verzeichnet, wobei die alten Nummern vollständig aufgelöst wurden und eine neue Nummerierung erfolgte. Eine Liste Fröndenbergischer Äbtissinnen befand sich in Msc VI 269-9 und wurde in den Bestand eingearbeitet. Ein Manuskript über die Geschichte des Stifts Fröndenberg befindet sich in Msc IV 30, S. 57-74 (gebunden). 32 Handakten der Äbtissin Lisette von Boenen, ca. 1765-1818, befinden sich im Bestand Westerholt-Arenfels im Vestischen Archiv Recklinghausen (vgl. Vestisches Jahrbuch 63, 1961, S. 45).

Literatur: Günter v. Roden, Wirtschaftliche Entwicklung und bäuerliches Recht des Stiftes Fröndenberg an der Ruhr, Münster 1936.

Sagebiel

Vorliegendes Findbuch A 372 Stift Fröndenberg - Akten wurde 2010 von Gerhard Töller unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Letzterer nahm einige Korrekturen vor.

Münster, den 20.09.2012

Dr. Thomas Reich

Umfang : 97 Akten (15 Kartons), Findbuch D 104, Bd. 2 mit Index.



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