Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.1. Grafschaft Mark mit Soest und Lippstadt
1.4.1.2. Stifte, Klöster, geistliche Einrichtungen
Kloster Welver
Kloster Welver / Akten
D 123, Kloster Welver - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 123

Name : Kloster Welver

Beschreibung :

Einleitung :

Das Kloster Welver

Die Anfänge des Zisterzienserinnenklosters Welver lassen sich bis in das Jahr 1238 zurückverfolgen (vgl. E. Vogeler, Das Kloster Welver, in: Zschr. Ver. Gesch. Soest u. Börde 15, 1896/97). Die vom Kloster Marienborn in Lippramsdorf ausgegangene Gründung kann allerdings erst für die Zeit um 1240/42 als abgeschlossen gelten. Grundlage bildeten die aus dem Besitz der Vögte von Soest stammenden Güter in Klotingen, Scheidingen und Welver einschließlich der dortigen Pfarrkirche (vgl. M. Wolf, Die Vögte von Soest und die Gründung des Klosters Welver, in: Zschr. Ver. Gesch. Soest u. Börde 90, 1978). Im Verlaufe der 1531 in der Soester Börde eingeführten Reformation konnte das Kloster zwar seine innere Selbständigkeit behaupten, mußte aber neben dem katholischen Pfarrer einen lutherischen Vizekurator an der Pfarrkirche zulassen. Im Jahre 1649 fiel die Pfarrkirche, unter Beibehaltung des Kollationsrechtes der Äbtissin, an die Lutherische Gemeinde. Das Kollationsrecht blieb bis 1712 unangefochten; bei der nachfolgenden Besetzung der Pfarrstelle im Jahre 1728 wies der Magistrat der Stadt Soest die Ansprüche des Klosters jedoch zurück. Die Spannungen zwischen Kloster und Gemeinde hatten zuvor schon zum Bau einer Klosterkirche in den Jahren 1697-1701 geführt. Eine katholische Pfarrgemeinde konnte sich allerdings erst wieder im Jahre 1807 bilden.

Kloster-Archiv

Nach der Auflösung des Klosters im Jahre 1809 gelangte das Klosterarchiv nach 1856 über das Rentamt Soest und die Regierung Arnsberg im Verlaufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts in das Staatsarchiv Münster (vgl. Alte Findbücher 786: Kloster Welver, Urkunden und Akten, enthält: archivische Findbücher (Hatzfeld, 1856, zu Urkunden; Pieler zu Akten)). Die Abgabe der Akten, insbesondere der Hofesakten, erfolgte wahrscheinlich nur, wenn diese vor 1809 abgeschlossen waren, während die beim Rentamt Soest verbliebenen und fortgeführten Akten in den Bestand Regierung Arnsberg III A (Domänen) aufgenommen wurden (vgl. StAMS, Findbuch B 415, Bd 6). Selbst die vier im Bestand Kloster Welver befindlichen Hofesakten sind in ihrer Provenienz nicht immer eindeutig zu bestimmen.

Verzeichnung der Urkunden und Akten

Die Urkunden des Klosters Welver wurden von Albert de Boer (im Staatsarchiv 1879-1884) und Hansen (1887-1891) verzeichnet. Die Akten wurden 1987 unter Anleitung von Dr. Jürgen Kloosterhuis von den Staatsarchivreferendaren U. Helbach und F.-J. Verschaaren neu verzeichnet und mit laufenden Nummern versehen. Ein Band Manuskripte (VII 6108) wurde in den Bestand übernommen. Dabei wurden sämtliche Sachtitel nach einem im Rahmen der Referendars-Verzeichnungsübungen erarbeiteten ”Einheits-Aktenplan für Stiftsarchive“ klassifiziert. Eine Neuregestierung der Urkunden des Klosters Welver fand nicht statt. Für das vorliegende Findbuch hat H. Herden 1990 lediglich die Regesten des alten Repertoriums mit Hilfe eines PC-Textverarbeitungssystems abgeschrieben. Anschließend wurden die übernommenen Personen- und Ortsnamen soweit wie möglich normalisiert und der Regestenstil gegebenenfalls modernisiert. Im diesem - nun alten - Findbuch von 1990 wurde aus dem Informationsfundus der Urkunden- und Aktenverzeichnung mit Hilfe von systemimmanenten Steuerzeichen ein einfacher Personenindex deduziert, gegliedert in einen allgemeinen Teil sowie in Personen-Indices für das Kloster Welver und für die Stadt Soest. Leopold Schütte hat 2002 einen Anhang hinzugefügt, der Volltextabdrucke für die Urkunden 502, 569a und 583 enthält. Im Rahmen eines Retrokonversionsprojektes wurde das Findbuch in das elektronische Verzeichnungsprogramm VERA übertragen und 2007 von Thomas Reich vollständig überarbeitet und ergänzt.

Ergänzende Quellen im Staatsarchiv Münster:

··Kleve-Märkische Regierung, Landessachen

··Grafschaft Mark, Gerichte, Groß- und Stadtgericht Soest

·Fürstabtei Corvey, Akten Nr. 835

·Msc. II, 18, fol. 165: Agnes und Alverde von Plettenberg sowie Fieke von Galen, Tochter des Thonis, werden Nonnen des Klosters Welver, 1463.

Weitere ergänzende Quellen und Verweise:

··Soester Ratsprotokolle 3a (1525 September 6): Schuldverbürgung des Soester Richters für den Welver'schen Klosterkolonen Johann Steinmann.

·Stadtarchiv Soest XXVII 14 (1473 Januar 14): Johann Molner zu Klotingen schenkt der Kirche zu Welver 2 Morgen Land und einen Spieker am Kirchhof.

·Stadtarchiv Soest XXVII 16 (1505 Oktober 18): Jaspar von Plettenberg, Propst zu Scheda, und die Witwe Bertholds von Plettenberg schenken der Kirche zu Welver Land im Kreyenfeld zu einer Memorienstiftung.

·Stadtarchiv Soest XXVIII 164 (1502 Oktober 22): Johann Knepper, Kanoniker des Stifts St. Patrokli zu Soest, verkauft der Kirche zu Welver Land im Hasenwinkel.

·Stadtarchiv Soest XXVIII 208 (1533 April 1): Einkünfte der Kirche zu Welver.

·Vorwerck I 19, S. 179 (1554 April 25): Rechte des Klosters Welver am Hof Schulte Schwenner zu Dinker.

·Vorwerck I 19, S. 179 (1572): Rechte des Klosters Welver am Hof Schulte Schwenner zu Dinker.

·Vorwerck I 19, S. 183 (1616 März 12): Investitur des Berthold Verßen als Pastor zu Welver.

·Vorwerck I 19, S. 229 (1616 März 5): Bestallung des Johann Tegeler zum Vizecurator zu Welver.

Literatur:

··Schulz, Ulrich, Welver - Zisterzienserinnen, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 2, Münster 1994, S. 449-457; darin weiterführende Literatur.

Die Bestellsignatur wie auch die Zitierweise des Bestandes lautet:

StAMS Kloster Welver - Urkunden Nr. ...

StAMS Kloster Welver - Akten Nr. ...

Münster, 26. Oktober 2007

Dr. Thomas Reich

Umfang : 54 Akten (3 Kartons), Findbuch D 123 mit Index.



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