Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.4. PREUSSISCHES WESTFALEN
1.4.2. Fürstentum Minden
1.4.2.2. Stifte und Klöster
Kollegiatstift St. Johannis, Minden
Kollegiatstift St. Johannis, Minden / Akten
D 353, Kollegiatstift St. Johannis, Minden - Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : D 353

Name : Kollegiatstift St. Johannis, Minden

Beschreibung :

Einleitung :

Stiftsgeschichte

Das Kollegiatstift St. Johannis und die gleichnahmige Kirche wurden um das Jahr 1200 gegründet. file://fn@02 01 Nach der Durchsetzung der Reformation in Minden wurde in der Kirche der evangelische Gottesdienst eingeführt. 1548 erhielten die Kanoniker, die mit dem Domkapitel und anderen Stiften einen Prozeß gegen die Stadt geführt hatten, die Stiftskirche zurück. 1796-1801 benutzte die preußische Armee das Kirchenschiff als Getreidemagazin, seit 1824 als Landwehrzeughaus. Im Jahre 1810 wurde das Stift von der Regierung des Königreichs Westphalen aufgelöst.

Anfangs bestand das Kapitel aus einem Propst, einem Dechant, 6 Major-, 2 Mediomajor- und 2 Minorpräbenden. Als Brandenburg 1648 die Landesherrschaft erlangte, beanspruchte der Kurfürst ein Viertel aller Präbenden, die sogenannte Quarte, und war an der Vergabe der Präbenden beteiligt. Seitdem waren nur noch 4 volle und und eine halbe Majorpräbende vorhanden. Bei der Auflösung des Stifts bestanden neben der Propstei 4 Major-, eine Mediomajor- und 2 Minorpräbenden. Daneben gab es noch 3 Vikarien.

Die Einkünfte des Stifts bestanden aus Mieteinnahmen aus Kurien, aus Pachtzahlungen für Gärten, Zinsen für Kapitalien und Zehnteinnahmen. Der vorhandene Aktenbestand umfaßt zum großen Teil detaillierte Verzeichnisse über Einnahmen und Ausgaben des Stifts.

Bestandsgeschichte

Die Unterlagen über Einkünfte und Besitz wurden 1810 an die westphälische Regierung übergeben, bis dahin befand sich das Archiv in der Stiftskirche. 1811 waren sie im Besitz des Kaiserreichs Frankreich. Nach 1813 übernahm die preußische Regierung Teile des Archivs. Seit 1815 befand es sich im Mindener Regierungsarchiv und war spätestens seit 1827 geordnet und verzeichnet. 1852 gelangte es in das Staatsarchiv Münster. Weitere Archivalien des Stifts befinden sich im Staatsarchiv Detmold und im Kommunalarchiv Minden.

Der Bestand ”Kollegiatstift St. Johannis Minden - Akten“ wurde von Herrn Thomas Johannes Diembach im November 2004 neu verzeichnet und von Thomas Reich 2005 revidiert, indiziert und klassifiziert.

Ergänzungsüberlieferung im StAMS

Msc. VII 2702, 2703: Kopiar 13. Jh.

Urkundenabschriften

Archivinventar in Msc.

Literatur

Hans Nordsiek, Minden - Kollegiatstift St. Johannis, in: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, Teil 1, Münster 1992, S. 624-629.

Zitierweise

LAV NRW W, Kollegiatstift St. Johannis, Minden-Akten Nr. xy

Münster, im November 2005Dr. Thomas Reich

Umfang : 80 Akten (9 Kartons), Findbuch D 353 mit Index.

Verweise :

Hans Nordsiek, Minden - Kollegiatstift St. Johannis, in: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, Teil 1, Münster 1992, S. 624-629.



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