Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
2. BEHÖRDEN DER ÜBERGANGSZEIT 1802-1816
2.1. PREUSSISCHE ENTSCHÄDIGUNGSLANDE
2.1.1. Erbfürstentum Münster
Auseinandersetzungskommission Münster
G 001, Auseinandersetzungskommission Münster
Permalink des Findbuchs


Signatur : G 001

Name : Auseinandersetzungskommission Münster

Beschreibung :

Einleitung :

Eine der Hauptschwierigkeiten nach der Aufteilung des Fürstbistums Münster unter die teilhabenden Fürsten bestand in der Auseinandersetzung der bisher gemeinsamen Rechte und Verpflichtungen. So mussten z.B. die Pensionen ehemaliger fürstbischöflicher Beamter und Militärs aus einem gemeinsamen Sustentationsfonds bestritten werden. Aber auch zahllose andere gemeinsame Interessen forderten eine klare Trennung bzw. gemeinschaftliche Verwaltung.

Die Gegenstände des Auseinandersetzungsgeschäftes umreisst der Oberkammerpräsident Freiherr vom Stein bereits in seinem Promemoria vom 12. Dezember 1802 (gedruckt: Kochendörffer S. 156, Anlage I). Er bestimmte auch bereits die Mitglieder der preußischen Kommission:

Geheimrat von Sobbe, Kriegs- und Domänenrat von Rappard und Geheimrat Duffel.

Ihre offizielle Ernennung erfolgte am 23. Dezember 1802 durch ein Decret der Spezialorganisationskommission in Münster.

Sobbe wurde bald von den Geschäften entbunden, sodass v. Rappard die Leitung der Kommission übernahm. Als drittes Mitglied trat der Geheime Rat Forkenbeck ein.

Als Deputierte der fürstlichen Häuser, mit denen die Auseinandersetzungskommission verhandelte, waren bevollmächtigt

für Oldenburg: Geh. Kammerrat Römer und Hofrat Olfers

für Arnsberg: Hofrat Olfers

für Salm-Salm und Salm-Kyrburg: Hofrat Noel

für den Wild- und Rheingrafen: Geheimrat von Riese und Hof- und Kammerrat Cappes

für Croy: Kammerrat von Kerkerinck-Borg und Hofrat Olfers

für Looz-Corswarem: Hofrat Olfers.

Diese Unterhändler unterzeichneten den Hauptschluss vom 30. Juni 1804, in dem die Grundsätze der Auseinandersetzung festgelegt wurden.

Als die französische Besetzung des Landes erfolgte, war das Auseinandersetzungsgeschäft weit davon entfernt, beendet zu sein. Der General und Inspecteur aux revues Fririon ermächtigte am 24. April 1807 die Geheimen Räte Duffel, Forkenbeck und Olfers, die Aufgaben der Kommission weiterhin zu versehen.

Freilich entzog der Übergang des gesamten Münsterlandes an das Kaiserreich Frankreich im Jahre 1811 schließlich der ohnehin zum Erliegen gekommenen Kommissionsarbeit den Boden.

Erst die Pariser und Wiener Verträge belebten das Geschäft von Neuem. Die Auseinandersetzung mit dem Königreich Hannover und dem Großherzogtum Oldenburg, die als einzige außer-preußische Teilhaber am ehemaligen Fürstbistum übrig geblieben waren, zog sich noch bis in die dreißiger Jahre hin.

Im Auftrage der Regierung zu Münster versah der Auseinandersetzungskommissar Geheimer Regierungsrat von Druffel diese Aufgabe.

Sämtliche Akten entstammen den Jahren 1803-1806, soweit nicht anders vermerkt.

Literatur: Kochendörfer S. 117

Wilmans: S. 665f.

Der 119 Aktenstücke umfassende Bestand entstammt zum überwiegenden Teil der Domänenregistratur der Regierung Münster, einzelne Stücke auch dem Oberpräsidium und neuen Zugängen.

Münster, den 13. Mai 1963, Kohl

Das vorliegende Findbuch Auseinandersetzungskommission Münster wurde im Jahre 2010 von Sabine-Ines Rauch mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Kleinere Korrekturen, Autopsien und Nachverzeichnungen durch Thomas Reich.

Münster, den 11. Dezember 2013, Reich

Umfang : 122 Akten (51 Kartons), Findbuch G 001. 54 Akten unverzeichnet.