Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
2. BEHÖRDEN DER ÜBERGANGSZEIT 1802-1816
2.1. PREUSSISCHE ENTSCHÄDIGUNGSLANDE
2.1.2. Erbfürstentum Paderborn
Landesregierung Paderborn
G 105, Landesregierung Paderborn
Permalink des Findbuchs


Signatur : G 105

Name : Landesregierung Paderborn

Beschreibung :

Einleitung :

Die gemäß Kabinettsorder vom 10. Mai 1803 für das Erbfürstentum Paderborn einzurichtende Regierungsdeputation nimmt am 1. September 1803 ihre Tätigkeit auf; gleichzeitig enden die alten Paderborner Oberjustizbehörden: Kanzlei, Weltliches Hofgericht und Offizialat. Ihr werden die gleichen Befugnisse beigelegt, wie sie die übrigen Landesjustizkollegien in den Entschädigungsländern nach dem Geschäftsverteilungsreglement vom 2. April 1803 besitzen.

Die Bezeichnung als Deputation tritt bald ganz zurück. Bereits 1803 nennt die Behörde sich selbst ”Paderbornische Landesregierung“; auf ihren Siegeln von 1805 und 1806 erscheint sie als ”Königlich Preußische Regierung zu Paderborn“. Unter dem Namen ”Königlich Westfälische Paderbornische Regierung“ wird sie anderthalb Jahre nach der Niederlage Preußen zugunsten des in Paderborn neu eingerichteten Distriktstribunals am 31. März 1808 aufgehoben.

Als Ehrenpräsident fungiert der vormalige Ratspräsident Dompropst Graf von Bocholtz. Zum Regierungspräsidenten wird Peter Heinrich von Coninx ernannt, der aus Geldern hatte weichen müssen; er erlebte das Ende der Behörde nicht mehr, indem er am 18. Dezember 1807 die Bestallung zum Staatsrat in Kassel erhielt. Neben ihm waren die folgenden Regierungsräte tätig: Friedrich Anton Bernhard Meyer, Wilhelm Anton Gruben, Heinrich Anton Langen, Franz Ludwig Holtgreve, Johann Ludwig Schwarz und Johann Wilhelm Möller; von ihnen waren nur die beiden letztgenannten nicht aus paderbornischen Diensten übernommen worden. Als Assessoren werden genannt: Johann Friedrich Bachmann, Johann Gottfried Busse, Josef Everken und Matthias Anton von Hartmann (beide zunächst Referendare) sowie Wilhelm Otto von Seebach (seit 1805). An Subalternbediensteten zählte die Regierung einen Kanzleidirektor, je zwei Sekretäre und Registratoren, einen Salarienkassenrendanten, einen Salarienkassenkontrolleur, einen Depositenrendanten und Kalkulator, einen Kanzleiinspektor, einen Kanzlisten, vier Kopisten, einen Botenmeister, vier Boten und einen Gefangenenwärter.

Die Überlieferung ist dürftig. Die Akten wurden 1963 neu verzeichnet.

Richtering

Literatur:

··Keinemann, Friedrich, Von den Freiheitskriegen zur Julirevolution - Westfalen im frühen 19. Jahrhundert, Norden 2006.

·Kloosterhuis, Jürgen / Neitzel, Sönke (Hgg.), Krise, Reformen - und Militär. Preußen vor und nach der Katastrophe von 1806 (Forschungen zur brandenburgischen und preussischen Geschichte / Beiheft N.F. 10), Berlin 2009.

·Kloosterhuis, Jürgen: Das Generaldirektorium als Kultusbehörde, in: Holtz, Bärbel / Kloosterhuis, Jürgen, Krise, Reformen - und Kultur. Preußen vor und nach der Katastrophe von 1806 (Forschungen zur brandenburgischen und preussischen Geschichte / Beiheft N.F. 11), Berlin 2010, 23-46.

·Wemhoff, Matthias (Hg.), Säkularisation und Neubeginn - die Kultur der Klöster in Westfalen (Dalheimer Kataloge 2), Regensburg 2007.

Umfang : 44 Akten (8 Kartons), Findbuch G 105.



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