Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
2. BEHÖRDEN DER ÜBERGANGSZEIT 1802-1816
2.2. SONSTIGE ENTSCHÄDIGUNGSLANDE
2.2.4. Fürstentum Oranien-Nassau
Fürstentum Oranien-Nassau, Geheimes Ratskolleg Fulda
H 302, Fürstentum Oranien-Nassau, Geheimes Ratskolleg Fulda
Permalink des Findbuchs


Signatur : H 302

Name : Fürstentum Oranien-Nassau, Geheimes Ratskolleg Fulda

Beschreibung :

Einleitung :

Fürstentum Oranien-Fulda

Für eine Entschädigung des Hauses Oranien, das 1794 der Erbstatthalterwürde in den Niederlanden entsetzt worden war, hatte sich Preussen gegenüber Frankreich schon 1796 eingesetzt. Seine Schadlosstellung war auch in den englisch-französischen Friedensvertrag von Amiens 1802 aufgenommen worden. Im einzelnen festgelegt wurden die den Oraniern als Entschädigung zufallenden Gebiete durch den preussisch-französischen Vertrag vom 23. Mai 1802, dessen Bestimmung der Reichsdeputationshauptschluss vom 25. Februar 1803 wiederholte. Danach handelte es sich um die Fürstbistümer Fulda und Corvey, die Reichsstadt Dortmund, die Fürstabtei Weingarten und die Abtei Dietkirchen.

Da Prinz Wilhelm V. sein Recht auf die Entschädigungslande am 19. August 1802 seinem Sohn übertragen hatte, trat der Erbprinz Wilhelm Friedrich von Oranien und Nassau als "Fürst zu Fulda und Corvey, Graf zu Dortmund, Herr zu Weingarten" in diesen die Herrschaft an. Mit dem Tode seines Vaters am 9. April 1806 nahm er den Namen Wilhelm VI. an und wurde für kurze Zeit auch Landesherr der nassauischen Stammlande seines Geschlechts. Denn schon am 12. Juli 1806 sprach die Rheinbundakte ihm diese wieder ab, und am 31. Oktober 1806 erklärte Napoleon zu Dresden auch für die Entschädigungsprovinzen von 1803, dass das Haus Oranien aufgehört habe, zu regieren.

Geheimes Ratskolleg Fulda

Für seine Lande hatte der Erbprinz in Fulda nach der am 22. Oktober 1802 erfolgten Besitznahme des Hochstifts durch den Dillenburger Geh. Rat Johann v. Arnoldi eine Geheime Konferenzkommission, die bald den Namen Geh. Ratskolleg erhielt, und andere Zentralbehörden einrichten lassen. Ihre Akten im Staatsarchiv Marburg sind auch für die westfälischen Entschädigungsgebiete Corvey und Dortmund von Belang. Ins Staatsarchiv Münster sind nur die nachstehend verzeichneten Corveyer Betreffe gelangt.

Schrifttum:

··Nicolas Japikse: De geschiedenis van het huis van Oranje-Nassau Bd.2, 1938, S. 170ff.

·Staats- und Adreßbuch für die Fürstentümer Fulda, Corvey, die Grafschaft Dortmund, die Herrschaft Weingarten und die Renterei Dietkirchen ... für das Jahr 1806

Das vorliegende Findbuch B 30 Fürstentum Oranien-Nassau, Geheimes Ratskolleg Fulda wurde im Jahre 2010 von Sabine-Ines Rauch mit dem Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben. Kleinere Korrekturen durch Thomas Reich.

Münster, den 12. Dezember 2013, Reich

Umfang : 9 Akten (1 Karton), Findbuch H 302.



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