Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.3. WESTFÄLISCHE FÜRSTABTEIEN
1.3.2. Fürstabtei Herford
1.3.2.2. Stifte und Klöster
Stift auf dem Berge, Herford
Stift auf dem Berge, Herford / Urkunden
C 151u, Stift auf dem Berge, Herford - Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : C 151u

Name : Stift auf dem Berge, Herford

Beschreibung :

Einleitung :

Zu Beginn des 11. Jahrhunderts (vermutlich im Jahre 1011) gründete die aus dem Hause Billung stammende Herforder Äbtissin Godesta auf dem Luttenberg vor Herford ein Nonnenkloster. Dieses wurde im späten Mittelalter in das adelig-freiweltliche Damenstift St. Mariae auf dem Berge vor Herford umgewandelt.

Um das Jahr 1547/48 wurde das Stift reformiert. Unter den anfangs vierzehn, seit dem Jahre 1635 zwölf Stiftsdamen, die spätestens seit dieser Zeit sämtlich aus dem niederen Adel stammten, nahmen die Dignitärinnen eine besondere Stellung ein. Die Dechantin und die Pröpstin wurden ex capitulo gewählt, die Küsterin von der Äbtissin ernannt.

Die Abhängigkeit des Stifts auf dem Berge von der Fürstabtei Herford zeigte sich auf vielfältige Weise. Seit der Reformation übte deren Äbtissin als Landesherrin neben der weltlichen auch die geistliche Jurisdiktion aus. Sie bestätigte die Stiftsstatuten und ernannte den Amtmann sowie den Pastor. Über die Neuaufnahme von Stiftsdamen entschied die Fürstäbtissin im Einvernehmen mit dem Stift; sie hatte auch Anteil an bestimmten Einkünften.

Die insgesamt nicht sehr reichen Besitzungen des Stifts konzentrierten sich auf den Raum um Herford. Im Rahmen der Säkularisation wurde es in den Jahren 1803-1811 aufgehoben.

Das älteste erhaltene Aktenverzeichnis legte der Stiftsamtmann Georg Ludwig Cölling im Jahre 1740 an. Unter der Überschrift ”Specification derjenigen Briefschaften und Nachrichten, welche sich im Stiffts-Archiv auf dem Chore in der Kirche befinden“, führte er die Akten nach dem Aufbewahrungsort auf. Dazu dienten ihm ein ”großer Kasten auf dem Chor“ und zwei verschiedene ”dannen Kästgen“. Der genannte große Archivschrank befindet sich heute im Stadtmuseum Herford.

Aus dem Vorwort von Dr. Jürgen Kloosterhuis zum Findbuch A 233 II Stift auf dem Berge, Herford - Akten (1989).

Das bis 2008 gültige Findbuch wurde 1823 von Graf Karl August von Reisach, Leiter des Archivdepots Minden (1822-1829), verzeichnet. Es wies pro Urkunde bis zu drei verschiedene Signaturen aus, von zahlreichen Urkunden waren nur das Datum vermerkt, andere fanden sich in einem Anhang bzw. in einem wohl anläßlich der Aufhebung des Stifts 1810 angefertigen Repertorium ”Stift St. Maria auf dem Berge zu Herford, Urkunden“ (Alte Repertorien Nr. 176), das 214 Urkunden anführt. Auszüge aus Archivrepertorien des Archivsekretärs Haarland anläßlich der Abgabe von Minden nach Münster aus dem Jahr 1852 befinden sich hinsichtlich des Stifts auf dem Berge im Alten Repertorium Nr. 401.

Das vorliegende Findbuch A 233 I Stift auf dem Berge, Herford - Urkunden wurde im September 2007 von Herrn Roland Lesniak unter der Betreuung von Thomas Reich mit dem elektronischen Verzeichnungsprogramm VERA abgeschrieben.

Münster, den 2. Juni 2008

Dr. Thomas Reich

Umfang : 327 Urkunden, Findbuch A 233 I. Siegelverzeichnis und Index in Findbuch C 151u.

Verweise :

Küllchen, Hildegard, Herford - Damenstift St. Marien, in: Westfälisches Klosterbuch, Bd. 1, Münster 1992, S. 412- 417 [dort weitere Hinweise zu Literatur und Quellen, insbesondere zur Säkularisation].

Darpe, Franz (Bearb.), Einkünfte und Lehnsregister der Fürstabtei Herford sowie Heberollen des Stifts auf dem Berge bei Herford, Münster 1892, repr. 1962 (Codex traditionum Westfalicarum, 4).

Boeselager, J. Frhr. von / Klefisch, P. / Schleier, B. / Simon, U. / Weiberg, E., Im Schatten der Reichsabtei. Stift St. Mariae auf dem Berge vor Herford, in: Westfälsiche Zeitschrift 140 (1990), 49-130.



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