Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.3. WIRTSCHAFTSVERWALTUNG
3.3.2. Land- und Forstwirtschaft
3.3.2.5. Oberförstereien (Forstämter)
Forstamt Latrop
M 121, Forstamt Hilchenbach
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 121

Name : Forstamt Hilchenbach

Beschreibung :

Einleitung :

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel dem nunmehrigen Großherzogtum Hessen-Darmstadt das kurkölnische Herzogtum Westfalen zu. Es wurden zwei dem Oberforstkollegium in Darmstadt unterstehende Oberforste, Arnsberg und Brilon gebildet. Es entstand das Forstrevier (ab 1819: Oberförsterei) Lützel mit den Schutzbezirken Lützel, Hofginsberg, Altenteich, Elberndorf, Zinse, Müsen, Lohe und Kindelsberg. Nach der preußischen Inbesitznahme gab es im Regierungsbezirk Arnsberg mit Wirkung vom 1.7.1817 (AB 1817, 205ff.) zunächst sechs Oberförstereien, nämlich Dortmund, Hagen, Oelinghausen, Hirschberg, Rumbeck, und Grafschaft, die der Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten der Regierung Arnsberg direkt unterstanden (Leesch 1992, S. 96f.; Selter 1995, 241f.).

Bereits zum 1.1.1820 trat freilich eine neue Forstorganisation in Kraft: Als Instanz zwischen Regierung und Oberförstereien wurden zunächst vier Forstinspektionen (mit in den folgenden Jahrzehnten wechselnden Aufgaben und Zuständigkeiten) geschaffen worden, denen insgesamt 18 Oberförstereien zugeordnet waren (Selter 1995, 242 Anm. 38):

Forstinspektion Oberförstereien

ArnsbergHimmelpforten Neuhaus Obereimer Oelinghausen

Rumbeck

DortmundGevelsberg Hamm Hemer Lütgendortmund

GrafschaftBilstein Burbach Lützel Siegen Walpersdorf-

Hainchen

MeschedeBredelar Glindfeld Grafschaft Hirschberg

Schon 1827 wurde die Forstinspektion Dortmund aufgelöst, die Inspektionen Arnsberg und Meschede vereinigt.

1860 wurde der Oberförsterei Lützel die Oberförsterei Bilstein -die aufgrund des hessischen Organisationsediktes von 1804 gegründet worden war- zugelegt und der Sitz dieser neuen Organisationseinheit nach Hilchenbach verlegt. Der Name wurde zunächst in Oberförsterei Lützel-Bilstein erweitert und am 20.7.1890 in Oberförsterei Hilchenbach umgewandelt.

Bis 1933 blieb die Forstverwaltung in ihren Grundstrukturen im ganzen unberührt. Infolge der Neustrukturierung der Forstverwaltung zum 1. 12. 1933 wurden die Forsten aus den Bezirksregierungen herausgetrennt und als neue Mittelinstanz so genannte Regierungsforstämter unter Leitung von Landforstmeistern, eines in Arnsberg, das anderen in Münster gebildet. Die Oberförstereien hießen fortan Forstämter, doch ist es zur Bildung der Einheitsforstämter, die neben der Betreuung der staatlichen Forsten auch die Aufsicht über alle nichtstaatlichen Forsten besorgen sollten, in Westfalen nicht mehr gekommen (Leesch, 1992, 102).

Am 1.10.1945 wurde das Forstamt Hainchen aufgelöst und dem Forstamt Hilchenbach zugeschlagen. Mit der forstlichen Neuorganisation 1995 ging der größte Teil des ehemaligen Forstamtes Siegen-Nord im Forstamt Hilchenbach auf.

Seit dem 1.7.2007 ist Hilchenbach neben Siegen einer der Standorte des neu entstandenen Regionalforstamtes Siegen-Wittgenstein.

Bestandgeschichte

Der 170 Nummern umfassende Aktenbestand hat eine Laufzeit von 1800 bis 1965. Die Nummern 1-39 stammen aus dem früheren, inzwischen aufgelösten Sammelbestand Regierung Arnsberg, Oberförstereien (altes Findbuch B 482). Die übrigen Akten gelangten mit den Zugängen 73/99 und 81/02 zusammen mit Akten anderer Forstämter aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die zuvor gemeinsam in der ”Forstlichen Dokumentationsstelle“ in den Kellerräumen des Waldschulheims Arnsberg-Obereimer lagerten, in das Staatsarchiv Münster.

Der Bestand dokumentiert die Geschichte des Forstamtes und damit der waldreichen Landschaft im Siegerland über einen Zeitraum von über 150 Jahren. Die Akten betreffen neben der behördlichen Organisation des Forstamtes (Struktur, Zuständigkeit, Personal, Gebäude) seine Aufgabenwahrnehmung in den Bereichen Wald- und Wegebau, Forstkultur, Jagd, Arealsachen, Berechtigungen und Ablösungen, Waldnebennutzungen, Forstschutz und Forstpolizei.

Zitierhinweis

Der Bestand ist zu zitieren: Forstamt Hilchenbach + Nr.

Münster, im Dezember 2007

Umfang : 169 Akten (45 Kartons), Findbuch M 121.

Verweise :

Literatur

Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher ‚Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309; 1803-2003. 200 Jahre Staatliches Forstamt Arnsberg (Heft 16 der Schriftenreihe der Landesforstverwaltung Nordrhein-Westfalen), Düsseldorf 2003.



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken