Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.3. WIRTSCHAFTSVERWALTUNG
3.3.2. Land- und Forstwirtschaft
3.3.2.5. Oberförstereien (Forstämter)
Forstamt Neheim-Himmelpforten
M 128, Forstamt Neheim-Himmelpforten
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 128

Name : Forstamt Neheim-Himmelpforten

Beschreibung :

Einleitung :

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel dem nunmehrigen Großherzogtum Hessen-Darmstadt das kurkölnische Herzogtum Westfalen zu. Durch die Vermögenssäkularisation gelangten die Waldungen der Klöster Rumbeck, Ölinghausen, Paradies, Wedinghausen, Himmelpforten, Meschede, Grafschaft, Glindfeld, Drolshagen, Ewig und Bredelar in staatlichen Besitz, was eine Neuorganisation der Forstverwaltung erforderlich machte.

Der Wald des Klosters Himmelpforten bildete die Keimzelle der 1803 gegründeten Oberförsterei Himmelpforten. Damals wurden zwei dem Oberforstkollegium in Darmstadt unterstehende Oberforste, Arnsberg und Brilon, gebildet.

Nach der preußischen Inbesitznahme gab es im Regierungsbezirk Arnsberg mit Wirkung vom 1.7.1817 (AB 1817, 205ff.) zunächst sechs Oberförstereien, nämlich Dortmund, Hagen, Oelinghausen, Hirschberg, Rumbeck, und Grafschaft, die der Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten der Regierung Arnsberg direkt unterstanden (Leesch 1992, S. 96f.; Selter 1995, 241f.).

Bereits zum 1.1.1820 trat freilich eine neue Forstorganisation in Kraft: Als Instanz zwischen Regierung und Oberförstereien wurden zunächst vier Forstinspektionen (mit in den folgenden Jahrzehnten wechselnden Aufgaben und Zuständigkeiten) geschaffen worden, denen insgesamt 18 Oberförstereien zugeordnet waren (Selter 1995, 242 Anm. 38):

Forstinspektion Oberförstereien

ArnsbergHimmelpforten Neuhaus Obereimer Oelinghausen

Rumbeck

DortmundGevelsberg Hamm Hemer Lütgendortmund

GrafschaftBilstein Burbach Lützel Siegen Walpersdorf-

Hainchen

MeschedeBredelar Glindfeld Grafschaft Hirschberg

Schon 1827 wurde die Forstinspektion Dortmund aufgelöst, die Inspektionen Arnsberg und Meschede vereinigt. Die Oberförsterei Himmelpforten wurde 1893 nach Neheim verlegt und seitdem auch Oberförsterei Neheim genannt. 1932 wurde sie als Folge der Brüningschen Notverordnungen aufgelöst und der Oberförsterei Obereimer zugeschlagen. Da sich diese Organisationsänderung nicht bewährte, wurde das Forstamt Neheim 1934 wieder errichtet. Im Zuge der Forstverwaltungsreform (”Verordnung über die Einteilung der Forstamtsbezirke im Lande Nordrhein-Westfalen“ vom 01.12.1971) wurde das Forstamt Neheim aufgelöst und dem Kammerforstamt Arnsberg zugeschlagen.

Der 92 Nummern umfassende Aktenbestand hat eine Laufzeit von 1808 bis 1972. Die Nummern 1-61 stammen aus dem früheren, inzwischen aufgelösten Sammelbestand Regierung Arnsberg, Oberförstereien (altes Findbuch B 482). Die übrigen Akten gelangten mit dem Zugang 68/02 zusammen mit Akten anderer Forstämter aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die zuvor gemeinsam in der ”Forstlichen Dokumentationsstelle“ in den Kellerräumen des Waldschulheims Arnsberg-Obereimer lagerten, in das Staatsarchiv Münster.

Literatur

Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Grosche, Anton: Geschichte des Klosters Glindfeld. Bigge/Ruhr 1957; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher ‚Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.

Zitierhinweis

Der Bestand ist zu zitieren: Forstamt Neheim + Nr.

Münster, im Dezember 2007

Umfang : 92 Akten (20 Kartons), Findbuch M 128.

Verweise :

Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Grosche, Anton: Geschichte des Klosters Glindfeld. Bigge/Ruhr 1957; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher ‚Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.



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