Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.3. WIRTSCHAFTSVERWALTUNG
3.3.2. Land- und Forstwirtschaft
3.3.2.5. Oberförstereien (Forstämter)
Forstamt Olpe
M 130, Forstamt Olpe
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 130

Name : Forstamt Olpe

Beschreibung :

Einleitung :

Infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 fiel dem nunmehrigen Großherzogtum Hessen-Darmstadt das kurkölnische Herzogtum Westfalen zu. Es wurden zwei dem Oberforstkollegium in Darmstadt unterstehende Oberforste, Arnsberg und Brilon gebildet. Nach der preußischen Inbesitznahme gab es im Regierungsbezirk Arnsberg mit Wirkung vom 1.7.1817 (AB 1817, 205ff.) zunächst sechs Oberförstereien, nämlich Dortmund, Hagen, Oelinghausen, Hirschberg, Rumbeck, und Grafschaft, die der Abteilung für direkte Steuern, Domänen und Forsten der Regierung Arnsberg direkt unterstanden (Leesch 1992, S. 96f.; Selter 1995, 241f.). Das Forstrevier Olpe mit den Waldwärtereien Drolshagen und Olpe und der Unterförsterei Wenden gehörte neben den Forstrevieren Bilstein, Grafschaft und Mittelsorpe zur Oberförsterei Grafschaft.

Bereits zum 1.1.1820 trat freilich eine neue Forstorganisation in Kraft: Als Instanz zwischen Regierung und Oberförstereien wurden zunächst vier Forstinspektionen (mit in den folgenden Jahrzehnten wechselnden Aufgaben und Zuständigkeiten) geschaffen worden, denen insgesamt 18 Oberförstereien zugeordnet waren (Selter 1995, 242 Anm. 38):

Forstinspektion Oberförstereien

ArnsbergHimmelpforten Neuhaus Obereimer Oelinghausen

Rumbeck

DortmundGevelsberg Hamm Hemer Lütgendortmund

GrafschaftBilstein Burbach Lützel Siegen Walpersdorf-

Hainchen

MeschedeBredelar Glindfeld Grafschaft Hirschberg

Schon 1827 wurde die Forstinspektion Dortmund aufgelöst, die Inspektionen Arnsberg und Meschede vereinigt.

Bis 1933 blieb die Forstverwaltung in ihren Grundstrukturen im ganzen unberührt. Infolge der Neustrukturierung der Forstverwaltung zum 1. 12. 1933 wurden die Forsten aus den Bezirksregierungen herausgetrennt und als neue Mittelinstanz so genannte Regierungsforstämter unter Leitung von Landforstmeistern, eines in Arnsberg, das anderen in Münster gebildet. Die Oberförstereien hießen fortan Forstämter, doch ist es zur Bildung der Einheitsforstämter, die neben der Betreuung der staatlichen Forsten auch die Aufsicht über alle nichtstaatlichen Forsten besorgen sollten, in Westfalen nicht mehr gekommen (Leesch, 1992, 102).

Im Zuge der Forstverwaltungsreform (”Verordnung über die Einteilung der Forstamtsbezirke im Lande Nordrhein-Westfalen“ vom 01.12.1971) wurde das Forstamt Olpe als Forstamtsbezirk 24 für die Kommunalbereiche Olpe, Drolshagen, Wenden und Kirchhundem zuständig.

Nach der Neuorganisation der Forstverwaltung zum 1. 10. 1995 wurde das Forstamt Olpe als Forstamtsbezirk 18 für die Städte Drolshagen, Olpe und Lennestadt sowie für die Gemeinden Wenden und Kirchhundem zuständig (GVBl. NRW 1994, 1072).

Seit dem 1.7.2007 ist Olpe neben Attendorn einer der Standorte des neu gebildeten Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland.

Bestandgeschichte

Der 296 Nummern umfassende Aktenbestand hat eine Laufzeit von 1803 bis 1955. Die Akten gelangten mit dem Zugang 82/02 zusammen mit Akten anderer Forstämter aus dem Regierungsbezirk Arnsberg, die zuvor gemeinsam in der ”Forstlichen Dokumentationsstelle“ in den Kellerräumen des Waldschulheims Arnsberg-Obereimer lagerten, in das Staatsarchiv Münster.

Der Bestand dokumentiert die Geschichte des Forstamtes und damit der waldreichen Landschaft um Olpe über einen Zeitraum von nahezu 150 Jahren. Die Akten betreffen neben der behördlichen Organisation des Forstamtes (Struktur, Zuständigkeit, Personal, Gebäude) seine Aufgabenwahrnehmung in den Bereichen Wald- und Wegebau, Forstkultur, Jagd, Arealsachen, Berechtigungen und Ablösungen, Waldnebennutzungen, Forstschutz und Forstpolizei sowie die Verwaltung der Aufsichtsforsten.

Zitierhinweis

Der Bestand ist zu zitieren: Forstamt Olpe + Nr.

Münster, im Dezember 2007

Umfang : 296 Akten (80 Kartons), Findbuch M 130.

Verweise :

Hagen, Otto von: Die forstlichen Verhältnisse Preußens. 3. Aufl. bearb. von K. Donner, Berlin 1894; Müller, Otto: Forstliches Adressbuch sämmtlicher Königlich Preußischen Oberförstereien. Berlin 1902; Hesmer, Wald- und Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Bedingtheiten - Geschichte - Zustand. Hannover 1958; Leesch, Wolfgang: Verwaltung in Westfalen 1815-1945. Organisation und Zuständigkeit (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen 38,4). Münster 1992; Selter, Bernward: Waldnutzung und ländliche Gesellschaft. Landwirtschaftlicher ‚Nährwald’ und neue Holzökonomie im Sauerland des 18. und 19. Jahrhunderts (Forschungen zur Regionalgeschichte 13). Paderborn 1995; Wegener, Hans-Jürgen: Strukturen und Aufgaben der Forstorganisation von 1800 bis 1945, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 145-155; Heukamp, Bernhard: Die Forstverwaltungen, in: Andreas Schulte (Hg.): Wald in Nordrhein-Westfalen Bd. 1, Münster 2003, S. 297-309.



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken