Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.3. WIRTSCHAFTSVERWALTUNG
3.3.5. Bergbau
3.3.5.3. Moderne Bergämter (seit 1861)
Bergämter, Generalakten
Bergämter, Generalakten / Bergamt Siegen
M 550, Bergämter, Generalakten - Bergamt Recklinghausen 2 (1870-1966)
Permalink des Findbuchs


Signatur :

Name : Bergämter, Generalakten

Beschreibung :

Einleitung :

1. Bestand:

Der hier verzeichnete Bestand des Bergamtes Recklinghausen 2 setzt sich aus zwei Aktenabgaben zusammen. Die Abgabe der älteren Generalakten bis 1933 erfolgte im Jahre 1959 durch das Bergamt Recklinghausen 2 (siehe Staatsarchiv Münster, Dienstregistratur Nr. 748, Vermerk vom 29.05.1959). Die Generalakten aus der Zeit 1933 bis 1966 übernahm das Staatsarchiv im Jahre 1997 vom Bergamt Marl (siehe Staatsarchiv Münster, Dienstregistratur, Aktenzeichen 2720, Schreiben vom 15.08.1997, Tgb.-Nr. 4051/97). Die beiden Abgaben wurden unter den Nrn. 11/59 bzw. 63/97 in das Zugangsbuch des Staatsarchivs eingetragen.

Der Bestand umfaßt insgesamt 202 Akten (86 Archivkartons) und bezieht sich im wesentlichen auf den Zeitraum 1870 bis 1966. Vereinzelt reichen die Akten sogar früher zurück. Die älteste Akte beginnt 1858. In den letzten beiden Jahren von 1965 bis 1966 wurden die Akten vom Bergamt Marl geführt, das anstelle des 1965 aufgelösten Bergamtes Recklinghausen 2 neu errichtet worden ist und die Generalakten übernommen hatte.

Die Akten stammen aus drei Registraturschichten, und zwar für die Zeiträume 1870-1932, 1933-1955 und 1956-1966.

Für die Generalakten aus der Zeit bis 1933, die bereits 1959 an das Staatsarchiv abgegeben worden sind, liegt ein Verzeichnis aus dem Jahre 1974 vor (siehe Findbuch B 184/1 S. 201ff.). Seinerzeit erhielt der Bestand die Bezeichnung "Bergamt Recklinghausen A 9" mit den Nummern von 1 bis 109. Als die General- und Betriebsakten der Bergämter im Jahre 1987 zum Bestand "Bergämter" zusammengefaßt wurden, erhielten diese Generalakten die Signatur-Nrn. 7603 bis 7712.

Im Zusammenhang mit der Verzeichnung der vom Bergamt Marl im Jahre 1997 abgegebenen Generalakten aus dem Zeitraum 1933 bis 1966 bot es sich an, die älteren Akten bis 1933 mit einzubeziehen, da es sich hierbei um die entsprechenden Vorakten handelt. 13 Akten des älteren Zugang wurden nachkassiert (siehe Staatsarchiv Münster, Dienstregistratur, Vermerk vom 30.11.1998, Aktenzeichen 2720, Tgb.-Nr. 5993/98).

Die Klassifikation des Bestandes erfolgte anhand des Aktenplanes für die Bergämter des Oberbergamtsbezirks Dortmund von 1956.

2. Verwaltungsgeschichte:

Das Bergrevier Recklinghausen wurde im Jahre 1870 errichtet. Die Einteilung des Bergreviers hat sich in der Folgezeit vielfach geändert. Die wichtigste Änderung für das Bergrevier Recklinghausen erfolgte im Jahre 1900 durch seine Aufteilung in die Bergreviere West- und Ost-Recklinghausen. Weitere Änderungen der Bergrevierfeststellungen erfuhren die Bergreviere West- und Ost-Recklinghausen insbesondere im Jahre 1918 durch Errichtung des Bergreviers Lünen, im Jahre 1923 durch Errichtung der Bergreviere Buer und Gladbeck und im Jahre 1933 durch Auflösung des Bergreviers Gladbeck (siehe Oberbergamt Dortmund Nr. 401 und Bergämter Nr. 11002). 1933 trat an die Stelle von West-Recklinghausen die Bezeichnung "Recklinghausen 2" und an die Stelle von Ost-Recklinghausen die Bezeichnung "Recklinghausen 1" (siehe Bergämter Nr. 11004). Seit 1943 heißen die Bergreviere "Bergämter". 1965 wurde das Bergamt Recklinghausen 2 nach Marl verlegt und in Bergamt Marl umbenannt (s. Bergämter Nr. 11097). An die Stelle des Bergamtes Recklinghausen 1 trat das Bergamt Recklinghausen.

In den Jahren 1933 bis 1955 unterstanden der Aufsicht des Bergreviers Recklinghausen 2, vom dem die hier verzeichneten Generalakten stammen, folgende Steinkohlenbergwerke:

Auguste Victoria im Marl-Hüls, Schlägel & Eisen in Herten, General Blumenthal in Recklinghausen, Brassert in Marl und Fürst Leopold-Baldur in Dorsten-Hervest (siehe Bergämter Nr. 11002).

Seiner Aufsicht unterstand u.a. auch in dieser Zeit auch das Bleizinkerzbergwerk Auguste Victoria [Stein V] (siehe Bergämter Nr. 11002).

3. Benutzungshinweise:

Die Generalakten kommen insbesondere für die Erforschung der Geschichte einzelner Bergwerke in Betracht. Bevor die Generalakten nach geschichtlichen Angaben zu einer Zeche durchgesehen werden, sollte zunächst geklärt werden, welches Bergrevier bzw. Bergamt für die Beaufsichtigung der betreffenden Zeche zuständig war, da sich die Verwaltungsbezirke der Bergreviere seit ihrem Bestehen sehr häufig geändert haben. Auskunft über die bergbehördliche Zuständigkeit geben u.a. die Generalakten betr. die Feststellung der Bergreviere oder das Jahrbuch für den Oberbergamtsbezirk Dortmund (1893ff.).

4. Literatur:

- E. Krautschneider, Die Bergämter im Ruhrgebiet, in: Bergfreiheit. Zeitschrift des Deutschen Bergbaus Bd. 30, 1965, Nr. 4, S. 114ff.;

- H. Romeyk, Kleine Verwaltungsgeschichte Nordrhein-Westfalens, 1988;

- M. Zimmermann, Die Bergarbeiterschaft im Kreis Recklinghausen während des Ersten Weltkrieges, in: 750 Jahre Stadt Recklinghausen, hrsg. von W. Burghardt, Recklinghausen 1986, S. 163ff.

5. Zitierweise:

Bei der Bestellung der Akten ist anzugeben: "Bergämter Nr. ..."

Münster, Dezember 1998

Umfang : 205 Akten (86 Kartons), Findbuch M 550 Re 2.



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