Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.4. NACHLÄSSE UND SAMMLUNGEN
4.4.1. Nachlässe und Sammlungen von einzelnen Personen
Nachlass Matthias Werner Hüser (Dep.)
V 046, Nachlass Franz Hülskamp
Permalink des Findbuchs


Signatur : V 046

Name : Nachlass Franz Hülskamp

Beschreibung :

Einleitung :

Zur Person

Franz Hülskamp wurde in Essen/Oldenbg. als Sohn des katholischen Webers und Ackerbürgers Gerhard Hülskamp am 14. März 1833 geboren. Ab Ostern 1849 besuchte er das Gymnasium Carolinum in Osnabrück und bestand dort Ostern 1852 sowie am Gymnasium zu Vechta seine Abiturprüfungen. In Münster, München, Bonn studierte er Theologie, Geschichte und Literaturwissenschaft bis 1858. Im folgenden Jahr nahm er seinen Wohnsitz erneut in Münster, wo er 1911 starb.

Sein Leben lang engagierte sich Hülskamp für den katholischen Studentenverband "Unitas", dem er schon in Bonn nach seiner Priesterweihe beigetreten war. 1859 war er maßgeblich an der Gründung der Unitas-Münster beteiligt. Aus den wissenschaftlichen Sitzungen der Unitas ging die Gründung der Rezensionszeitschrift "Literarischer Handweiser zunächst für das katholische Deutschland" hervor, die Hülskamp zusammen mit Hermann Rump ab 1862 herausgab.

Wegen seiner Verdienste um die Herausgabe und Übersetzung der Universalgeschichte der Katholischen Kirche von René Francois Rohrbacher promovierte ihn die theologische Fakultät der Universität Freiburg i. Br. 1868 zum Doktor der Theologie honoris causa, der allerdings für eine erwünschte Lehrtätigkeit an der Hochschule vom preußischen Kultusminister nicht anerkannt wurde.

Ende 1869 ernannte der Bischof von Münster ihn zum Präses der Stiftung Heerde, eines Familien-Alumnates für Schüler des Gymnasiums Paulinum. Dieses Amt bekleidete Hülskamp bis zu seinem Tode.

In verschiedenen Vereinigungen hatte er wichtige Positionen inne, z.B. von 1860-1874 als Sekretär des Vereins für Vaterländische Geschichte und Altertumskunde Westfalens, 1864-1874 als Vorsitzender des Florentinus-Vereins für christliche Kunst, ab 1872 als Vorstandsmitglied im Westfälischen Provinzialverein für Wissenschaft und Kunst.

1868 wurde Hülskamp zum Sekretär des katholischen Piusvereins gewählt, er war Gründungsmitglied der Görres-Gesellschaft, ab 1894 Vorsitzender des Augustinusvereins, Gruppe Westfalen.

Für die Zentrumspartei verfaßte Hülskamp 1870 das Soester Programm, in der westfälischen Zentrumspartei nahm er bis 1906 eine führende Rolle ein.

Dem Wunsche von Hedwig Dransfeld, Vertreterin der katholischen Frauenbewegung und ab 1904 Herausgeberin der Zeitschrift "Die christliche Frau", ihr bei der Redaktionsarbeit behilflich zu sein, kam Hülskamp bis zu seinem Tode nach.

Zum Bestand

Ursprünglich besaß Hülskamp eine Briefsammlung von ca. 20000 Dokumenten, die, von Pater Paschalis Meyer geordnet, jedoch im Jahre 1924 zerstört wurde. Ein Rest von ca. 230 Korrespondenzen aus dem Zeitraum 1855-1907 gelangte unter der Zgg. Nr. 23/1986 über Gerhard Hinricher in das Staatsarchiv Münster. Ungefähr 30% betreffen Angelegenheiten der Zentrumspartei bzw. einzelne Mitglieder, 20% katholikenversammlungen, 10% die Herausgabe der Frankfurter Broschüren und den Hausschatz, den Rest bilden Anfragen von Autoren, Lesern und Mitarbeitern des Hausweisers.

Die Akten des Heerde-Kollegs kamen nach dessen Auflösung in das Bistumsarchiv Münster, in dem sie sich auch heute noch befinden..

Münster 1993

gez. Dr. Franz

Nach VERA übertragen 2007.

Kießling

Umfang : 23 Archivalieneinheiten (1 Karton), Findbuch V 046.

Verweise :

Literatur:

Georg Schreiber, Westfälische Wissenschaft, Politik, Publizistik im 19./20. Jahrhundert. Franz Hülskamp (1833-1911) und sein Kreis. In: Westfälische Forschungen Bd. 8, 1955

Petra Uhle, Die Rezensionsschrift "Literarischer Handweiser zunächst für das katholische Deutschland" von 1862 bis 1887, herausgegeben von Franz Hülskamp. Mainz 1992 (Magisterarbeit)

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