Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.)
Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.), Nachlass Ferdinand August von Spiegel
U 204, Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.), Nachlass Ferdinand August von Spiegel
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 204

Name : Gesamtarchiv von Spiegel (Dep.), Nachlass Ferdinand August von Spiegel

Beschreibung :

Einleitung :

Vorbemerkung

Das vorliegende Verzeichnis umfaßt den schriftlichen Nachlaß des Erzbischofs Ferdinand August Graf Spiegel zum Desenberg. Er wurde am 25. Dez. 1764 auf Schloß Canstein geboren und starb am 2. aug. 1835 in Köln. Nach dem Empfang der 1. Tonsur in Fulda 1779 erhielt er 1782 eine Präbende in Münster, 1790 Präbenden in Hildesheim und Osnabrück. In Münster studierte er Theologie und wohnte bei seinem Oheim Goswin Anton von Spiegel, Vicedominus des Domkapitels. Nach dem Tode des Oheims erhielt er 1793 das Vicedominat. Am 18.1.1796 wurde er zum Geh. Rat ernannt und am 29.7.1799 zum Domdechanten gewählt.

Auf Antrag des Freiherrn vom Stein wurde Spiegel 1802 nach der preußischen Besitznahme in die Universitätskommission berufen. Seit 1805 stand er gemeinsam mit Frhr. v. Vincke an der Spitze der Universitätseinrichtungskommission.

Der Vorschlag Steins, Spiegel 1811 das Bistum Breslau zu übertragen, fand keine Berücksichtigung. Dagegen wurde er am 14. Mai 1813 von Napoleon zum Bischof von Münster ernannt, ohne dass eine Bestätigung des Papstes erfolgte.

Auf dem Wiener Kongress war Spiegel eine Zeitlang Berater des Fürsten Hardenberg in kirchlichen Fragen. Am 17.1.1816 erfolgte seine Erhebung in den Grafenstand. Am 20.3.1817 erhielt er eine Berufung in den preuß. Staatsrat, am 11.3.1819 seine Ernennung zum Wirkl. Geh. Rat.

Er war an den Vorbereitungen des preuß. Konkordats maßgebend beteiligt. Eine Übernahme des Bistums Breslau lehnte er 1817 ab. Im Juni 1821 genehmigte der König Altensteins Vorschlag, Spiegel das Erzbistum Köln zu übertragen. Spiegel nahm aber erst 1823 an. Der Papst erklärte sich einverstanden. Die Präconisation erfolgte 20. Dez. 1824. Außer einer Reise nach Baden, wo er den ersten Erzbischof von Freiburg, Bernhard Boll, konsekriert (1827), verließ er Köln nur selten.

Vgl. Allgem. Deutsche Biographie Bd. 35 S. 149 ff.

Der schriftliche Nachlass von Spiegel blieb nach seinem Tode in der Verwahrung seines Sekretärs Dr. München, der sich mit dem Gedanken trug, eine Lebensbeschreibung zu verfassen. Nach Münchens Tode kam der Nachlass in den Besitz seines Neffen, eines Weingutbesitzers in Trier, der ihn um 1902 nach Verhandlungen durch den Notar Huchzermeyer der Spiegelschen Familie zurückgab.

Er gelangte dann, nachdem ihn Glasmeier 1928 in Übelgönne aufgefunden hatte (vgl. Westf. Adelsblatt 6, 1929, S. 3), in die Obhut der ”Vereinigten Westfälischen Adelsarchive“ in Velen. Mit ihrer Geschäftsstelle gelangte er 1932 von Velen nach Münster ins Gebäude des Staatsarchivs und wurde 1937 - im Zusammenhang mit der Überführung des Archivs aus Übelgönne nach Münster - mit diesem zusammen dem Staatsarchiv ordnungsgemäß zur Aufbewahrung anvertraut.

Hier wurde er, nachdem eine oberflächliche Verzeichnung unter bedauerlicher Zerstörung der vorhandenen älteren Ordnung schon in Velen durchgeführt war, neu aufgenommen und verzeichnet (1953).

Münster, 28.12.1955

Umfang : 684 Akten (46 Kartons), Findbuch U 204 mit Index.



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