Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
4. NICHTSTAATLICHES SCHRIFTGUT
4.3. GEWERBEBETRIEBE, ADELIGE HÄUSER, FAMILIEN, HÖFE
4.3.2. Adelige Häuser, Familien, Höfe
Haus Ostendorf
Haus Ostendorf / Urkunden
U 179u, Haus Ostendorf - Urkunden
Permalink des Findbuchs


Signatur : U 179u

Name : Haus Ostendorf

Beschreibung :

Einleitung :

Bei dem vorliegenden Bestand handelt es sich ausschließlich um Archivalien der Linie Ostendorf aus dem Familienarchiv v. Raesfeld. Im einzelnen lassen sich als Gruppen Amtsbücher, Urkunden und Rechnungs-Serienakten unterscheiden, die zum Teil drei verschiedene Registratur-Nummernschichten tragen.

Die Rechnungs-Serienakten und Amtsbücher weisen durchgängig Nummern eines Verzeichnisses für 1852 auf.

Zahlreiche Archivalien des Familienzweiges Ostendorf sind in den Reichskammergerichtsakten anzutreffen (Vgl. Gerichte des Alten Reiches, Reichskammergericht, Reichshofrat, bearbeitet von Günter Aders unter Mitwirkung von Helmut Richtering. Staatsarchiv Münster, Bde. II und III, 1968, 1973). Der vorliegende Bestand wurde dem Bestand Landgericht Münster als Beiakten des v. Raesfeld-Ostendorfschen Konkurses entnommen. (vgl. Repertorium B 502 1 des Staatsarchivs Münster, Oberlandesgericht, IV. Prozeßregistratur, lfd. Nr. 181-191, 1815-1852). Zum Bestand gehören vier Urkunden:

Nr. 1: 1562 September 28

Nr. 2: 1658 Juli 5

Nr. 3: 1659 Juni 27

Nr. 4: 1608 November 12

Der Stammsitz der Familie ist Schloß Raesfeld mit Kirchdorf und gleichnamiger Bauerschaft, ein Amt im Kreise Borken. Der Rittersitz gehört bis 1942 den Grafen von Landsberg-Gemen zu Velen. Das Geschlecht v. Raesfeld leitet sich aus einem jüngeren Zweig der Edlen von Gemen ab.

Güterbesitz

Ritter Simon v. Gemen kauft 1259 von seinem Verwandten Adam v. Berge, Edelherr, das Gut Raesfeld (curiam Rabodinghoff) mit dem zubehörigen freien Gericht als freies Allod. Erbe wird sein zweiter Sohn Matthias, der den gleichlautenden Namen führt.

Der Sohn des Matthias, Johann, vermählt sich mit Blitrudis v. Bitter, Erbin des Hauses Ostendorf, gelegen bei Lippramsdorf,. Ihre Enkel Johann und Bitter sind Stammherren der Linien zu Raesfeld und Ostendorf.

Der Sohn Bitter v. Raesfelds, ebenfalls Bitter v. Raesfeld, veranlaßt 1488 die Gründung des Franziskanerklosters zu Dorsten. (Klostername Anton). Erbe des Hauses Ostendorf: Sein Sohn Ritter Goswin. Goswin heiratet die Erbin von Emte und Hamern, 1503 stirbt Goswin und sein ältester Sohn Johann erhält das Stammgut, seine jüngeren Söhne Reiner, Goswin, Arnd bekommen die Güter Lüttinghof (Lütkenhove), Emte, Hamern.

Einer der jüngeren Söhne Goswins zu Emte heiratet die Erbin zu Hackfurt. Ihre Tochter Agnes bringt Hackfurt und Emte an die Familie v. Westerholt. Die Witwe des Vorbesitzers von Emte vermählt sich mit Reiner v. Raesfeld zu Nienborg. Dieser kauft 1626 Haus Darup an und 1636 Haus Visbeck.

Die Besitzungen gehen jedoch schon 1650 und 1657 an die Familie v. Droste über. Ein jüngerer Sohn Arnds zu Hamern wird durch Heirat Herr zu Nienborg. Als Maria Antonetta v. Raesfeld 1782 stirbt, gehen Hamern und Nienborg vorerst auf Max Hans v. Kolff über, den ältesten Sohn ihrer Tochter. Ab 1818, nach dessen Tod, erhält seine Schwester Anna Karolina, Freifrau v. Graes das Erbe. Sie verkauft Hamern an Karl v. Merode, dessen Witwe die Familie v. Twickel beerbt.

Nachdem auch die Linei zu Ostendorf 1747 ausbestorben ist, gerät der Besitz in Konkurs und 1825 kaufen die Grafen v. Merveldt zu Lembeck das Haus Ostendorf an.

Die noch in Westfalen lebenden Zweige der Familie v. Raesfeld stammen aus der Linie zu Romberg.

Zusammenfassung der Familienzweige:

- Linie zu Ostendorf (sterben im 18. Jh. aus)

- Linie zu Schwanenburg und Schadeburg (sterben im 17. Jh. aus)

- Linie zu Lüttinghof (Lütkenhove)

- Linie zu Emte und Hackfort

- Linie zu Hamern

- Linie zu Twickel, Morkirchen, Lage und Rutenburg (sterben im 17. Jh. aus)

- Linie zu Romberg, Middagten und Visbeck (sterben im 17. Jh. aus)

- Linie zu Pol

- Linie zu Cleve Kreuzfort-Winnenthal (jetzt in Bayern)

- Die Borkener Raesfeld

Der Hauptbestand der Raesfelder Urkunden befindet sich im Privatarchiv Graf Merveldt zu Lembeck.

Januar 1981

Dr. Franz

Umfang : 4 Urkunden, Findbuch U 179u.

Verweise :

Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen (Kreis Coesfeld) Lippramsdorf, S. 121, 122.

Fahne, Anton: Geschichte der Westphälischen Geschlechter, Cöln, 1858, S. 325.

Ders.: Raesfeld in: Die Herren und Freiherren von Hövel, Cöln 1860, I. Bd., II. Abteilung, S. 145-148.

Spießen, Max von: Das Geschlecht v. Raesfeld, in: Vestische Zeitschrift (1910) 20, Bd., S. 1-40.

Raesfeld, in: Handbuch der Historischen Stätten Deutschlands, III. Bd. Nordrhein-Westfalen, 1970.

Raesfeld, in: Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 46. Bd.: Kreis Borken, 1954.



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