Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
3. BEHÖRDEN UND EINRICHTUNGEN DES STAATES UND DER SELBSTVERWALTUNG NACH 1816
3.3. WIRTSCHAFTSVERWALTUNG
3.3.2. Land- und Forstwirtschaft
3.3.2.7. Domänenrentämter (Renteien)
Domänenrentamt Lippstadt
M 204, Domänenrentamt Dortmund
Permalink des Findbuchs


Signatur : M 204

Name : Domänenrentamt Dortmund

Beschreibung :

Einleitung :

Vorwort

Die ehemalige Reichsstadt Dortmund wurde 1802 gemäß Reichdeputationshauptschluß vom Erbprinzen von Oranien in Besitz genommen und bis 1806 durch Oranien-Nassuische Regierung Dortmund verwaltet.Nach Übernahme durch das Großherzogtum Berg wurde als Unterbehörde der das Ruhrdepartement umfassenden Domänendirektion Dortmund 1808 die Rentei, das spätere Rentamt Dortmund geschaffen. Leitender Beamter war seit Oktober 1813 Karl Ludwig von Hövel (1777-1850).

Das Rentamt verwaltete mit dem Ziel der Ablösung Domänenbesitz, der sich größtenteils aus altem märkischen Besitz und den Gütern aufgelöster Klöster und Stifte (Cappenberg. Clarenberg, Minoriten/Dortmund, St. Katharina/Dortmund, Essen, Fröndenberg,Gevelsberg, Herdecke, Werden,u.a.) zusammensetzte.

In der preußischen Zeit bestand das Rentamt fort und umfaßte nach Auflösung der Rentei Hörde und verschiedener Stifts- und Klosterrenteien zunächst das Gebiet des Landkreises Dortmund (spätere Kreise Dortmund und Hörde). Es bildete zusammen mit anderen Rentämtern (u.a. Arnsberg, Bochum, Hagen, Hamm, Siegen, Soest) eine Unterbehörde der Unterabteilung Domänen und Forsten der preußischen Regierung Arnsberg, die 1816 für ihren Bezirk die Aufgaben der großherzoglich-bergischen Domänendirektion Dortmund übernommen hatte.

Anzahl und Zuständigkeitsbereiche der Rentämter änderten sich mehrfach. 1823 wurde das Rentamt Bochum aufgelöst und Dortmund zugeschlagen. Dessen Bezirk (mit Rezepturen Blankenstein, Bochum, Hattingen, Langendreer und Sprockhövel) umfasste jetzt die Landkreise Bochum, Dortmund und aus dem Kreis Hagn die Bürgermeisterei Sprockhövel. Insgesammt wurde 1839 aus 1.447 Höfen, Gebäuden, Grundstücken und Rechten

in 163 Ortschaften 20.304 Reichstaler in Geld- und Naturalleistungen eingezogen.

1840 glich die preußische Regierung die Rentamtsbezirke den Landkreisen an. Im Zuge dieser Neugliederung wurde der Rentsamtsbezirk Hagen, der die Kreise Hagen, Altena, Iserlohn und das ehemalige Amt Balve umfasste, aufgelöst. Der Kreis Hagen wurde dem Rentamt Dortmund zugeschlagen, der Rest dem Rentamt Arnsberg. Demzufolge finden sich im Bestand Rentamt Dortmund etwa 65 Akten Hagener Provenienz (vgl.Karte im Findbuch B 415, 1 f. 2). 1840 zog Dortmund zusammen mit den Rezepturen Bochum, Hattingen, Hagen, Wetter und Schwelm aus 202 Ortschaften 25.435 Reichstaler ein (Reg.Arnsberg III A Fach 3 Nr. 1)

Nach dem Tod des Domänenrats von Hövel im August 1850 wurde das Rentamt Dortmund zunächst komissarisch durch den Leiter des Rentamts Hamm, Domänemrat Johann Andreas Eduard Maer (geb.1795, 1869 pensioniert; Reg.Arnsberg III A Fach 5, Nr. 8a), geleitet. 1851 wurde das Rentamt aufgelöst und die ohm unterstehenden Rezepturen Bochum, Hagen, Hattingen und Schwelm wurden den Steuerklassen in Bochum,

Gevelsberg (für Steuerbezirke Hagen und Gevelsberg), Hattingen und Schwelm sowie der Rezeptur Dortmund unter der Leitung des Domänenrats Mayer zugewiesen. (Reg.Arnsberg III A Fach 5 Nr.8). 1857 wurden die Rezepturen Bochum und Schwelm aufgelöst und Ihre Aufgaben durch die Lokalrezepturen Dortmund, Hamm, Unna und Werl wahrgenommen ( Reg. Arnsberg III A Fach 6 Nr.8).

Da bei jeder Neuorganisation abgeschlossene und überflüssige Akten kassiert wurden, fehlen im Bestand Dortmund die frühen Ablösungen und ein Großteil der Generalia. Die Akten wurden durch die Accessionen 7/1924, 20/1925 und 7/1954 von der Regierung Arnsberg übernommen.

Dem alten Findbuch (B481 Do) sind die Angaben über Akten zu entnehmen, die aus anderen Beständen stammen oder in sie überführt wurden. Der Bestand wurde in den Monaten Mai bis August 1991 neu verzeichnet von Staatsarchivreferendaren Peter Engels, Wilhelm Klare, Michael Matscha, Ingeborg Schnelling und Gunnar Teske. Dabei wurden die Specialia innerhalb der einzelnen Ortschaften nach folgendem Schema gegliedert: Gemeindesachen-Höfe-Lehen-Häuser-Grundstücke-Zehnte-Mühlen-Fischrei-Fährschiffahrt-sonstige Angaben.

Münster, im August 1991 (es folgen die Unterschriften der o.g. Referendare)

Umfang : 902 Akten (51 Kartons), Findbuch M 204.

Verweise :

Folgende Aktennummern des alten Findbuchs fehlen:

1,4,5,6,9,11,61,62,69,70,73,85,86,87,88,92,155,199,267,274,285.

Die alte Nummer 250 ist jetzt: Stift Herdecke Akten XI 25b, die alte Nummer 822a ist jetzt: Regierung Arnsberg Katasterverwaltung Nr. 697.

Folgende alte und doppelt belegte Signaturen lauten jetzt:

alt neu

432,2 894

509,2 893

813a 892

814a 882

815a 889

816a 891

817a 890

818a1 888

818a2 887

819a 885

820a 886

821a 884



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken