Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden

1576 Januar 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Vor Hinrich Sluter, weltlicher Richter zu Soest erscheint Thonis Whemar, Bevollmächtigter von St. Walburgis zu Meschede. Er bringt mit sich den Thomas Bockelman vom Schulte Dirickshofe zu "Groten Ampen" und läßt diesen gerichtlich durch seinen Vorsprecher über eine dem Stift zusthende Rente von neun Schillingen befragen. Er bittet den Richter, ihn zur Bezahlung des Rückstands von zwei Jahren anzuhalten. Bockelman bittet durch seinen Vorsprecher, die rückständigen 18 SchilEnge bis zum nächsten Fastelabend bezahlen zu dürfen, und verspricht dann die jährliche Zahlung. Siegelankündigung des Richters. Standgenossen: Dirick Koster und Jasper Koip.
Datum 1576 Jan. 28 (am saterstagh nach festum Pauli conversionis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel (unkenntlich) anhängend.
Rückverm.: ratione neun solidorum provisores peregrinorum




1576 September 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dechant und Kapitel von St. Walburgis zu Meschede geben dem Dirich Kubecken zu Soest ihr Salzwasser und Salzhaus zu Sassendorf auf zwölf Jahre in Gewinn, beginnend mit Michaelis. Dafür hat dieser zwölf Westfälische Mark zu Allerheiligen und danach zu Himmelfahrt auf Aufforderung zehn Mollen Salz Soester Maßes zu entrichten. Ankündigung des Siegels ad causas des Stifts.
Datum 1576 Sept. 28 (auf abent Michaelis).
Dirich Kubeck bekundet, das Salzhaus in Gewinn empfangen zu haben, und verspricht die pünktliche Entrichtung der Pacht. Siegelankündigung des Dirich. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., mit Transsumpt (datum per copiam), Perg., deutsch.
Siegel des Kubeck anhängend




1576 September 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gewinnbrief (wie Nr. 697) für Gobbelen vom Daele, Bürgermeister zu Soest. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des vom Daele anhängend




1578 Dezember 16
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johan Schade zu Mailar (Meggeler) verspricht, der Witwe Anthonia Cobbenrodt Zeit ihres Lebens jährlich zu Martini sechs Mark zu zahlen, wobei eine Mark zu zwölf Schillingen zu rechnen ist. Als Pfand setzt er seine große Wiese zu Mailar. Dafür hat ihm seine Schwägerin Anthonia für ihre Lebenszeit die Hälfte des Hofes zu Meschede zu überlassen, an dem sie die Leibzucht hat und den zur Zeit Loedewich und Margareta Kotmans zu Meschede unter haben. Dieser Hof heißt Duffels Hof. Alles, was Jasper Schade, der + Vetter des Ausstellers, versetzt und verschrieben hat, hat Anthonia, wie bisher seit dem Tode des Jasper, für die Dauer ihres Lebens zu bezahlen. Atnhonia behält sich aber den Garten und Kotten zu Meschede und auch einen Kotten, den Margareta Kotmans unter hat, vor. Siegelbitte an Johan von Berincheußen zu Laer. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Papier, 2. Bl., deutsch.
Siegel des von Berninchusen anhängend, Unterschrift des Ausstellers




1579 Juni 09
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anna Schaden, Witwe zu Mülsborn (Mulßbern), und ihre Tochter Margreta verkaufen ihr Gut zu Nichtinghausen (Nichtenhuissen) an Thonies Kerstiens daselbst und seine Frau Annen. Dieses Gut haben die Verkäufer von ihrem + Bruder bzw. Paten Cracht Westphalen zu Remblinghausen geerbt. Kerstien hatte dieses mit seiner Frau und Kindern bisher von Cracht unter. Siegelbitte an den Drosten Johan von Berninchuissen zu Laer und an Herman von dem Broche, Richter zu Eslohe (Eslebe), Reiste und Wenholthausen, da dieses Gut im Gericht und Kirchspiel von Reiste liegt. Zeugen: Johan Hoppe, Pastor zu Reiste, Wilhelm Remlinchuissen zu Remblinghausen (Remlinchuissen) und Thonies, natürlicher Sohn des + Cracht Westphalen, daselbst.
Datum 1579 Juni 9 (uff dinstagk nach dem heiligen hochtzeit pinxsten) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des von Berninghausen und des Richters anhängend




1580 April 25
Permalink der Verzeichnungseinheit

Am Montag, dem 25. April erscheint gegen 9 Uhr vor dem Notar in der Behausung zu Laer Dietrich von Fürstenberg, Dompropst zu Paderborn und Propst zu Meschede, und erklärt: nachdem der + Johan von Berninckhausen neben anderen Gütern das Haus Laer von der Propstei zu Lehen hatte, jetzt aber ohne Leibeserben verstorben sei, seien diese Güter heimgefallen. Der Propst ergreift darauf sowohl das nutzbare Besitzrecht und das Obereigentum (dominium utile als directum) dieser Güter. Der Catharina von Fürstenerg, seiner Base und der Witwe des Verstorbenen, überläßt er aber in einer eigenhändigen Schrift den Nießbrauch an all diesen Gütern bzw. die Verwaltung ihrem Diener Engelbert Cruesen. Da der Verstorbene auch an anderen Orten Lehen von er Propstei besaß, deren Wiederinbesitznahme der Propst persönlich nicht vornehmen kann, setzt er als seinen Sachwalter den Philipsen Frederich, Befehlshaber der Propstei Meschede, ein. Zeugen: Berthold Stalmeister und Engelbert Cruesen.
An demselben Tage nimmt um ein Uhr Philipps Frederichs im Beisein des Notars und der gen. Zeugen den halben Hof zu Bestwig (Bernstwich) in Besitz, wobei er dem Michael, dem Vogt oder Verwalter des Hofes erklärt, daß der halbe Hof durch den Tode des von Berninckhausen in das Eigentum des Propstes zurückgefallen sei, wobei der Witwe die Leibzucht vorbehalten bleibe. Das gleiche geschieht nachmittags auf dem Hofe zu Ostwig, wobei Ludwig der Schulte die Anerkennung des Eigentums verspricht und dem Beauftragten zur Bekräftigung etliche Kannen Bier verehrt. Dasselbe geschieht am Dienstag, dem 26. auf dem Hof zu Horn, wo von Peter Fürstenberg dem Gewalthaber Essen und Trinken gereicht wird. Am Mittwoch, dem 27. erscheint Frederich in Meschede in der sogenannten Berninckhauser Behausung. Obwohl der Propst diese Behausung, soviel das "dominium utile" betrifft, vermietet hatte (titulo conductionis), ist der Gewalthaber trotzdem der Ansicht, daß der Besitz an den Propst zurückgefallen sei. Er ergreift daher sowohl vom "dominium utile" als vom "dominium directum" Besitz und läßt sich die Schlüssel von Johan Sneider, der wegen seines Prinzipals auf dem Hause sitzt, übergeben. Er trägt ihm auf, von niemand anderem Befehle entgegen zu nehmen. Am selben Nachmittag ergreift Frederich auch von dem Hof zu Hellern (Hehler) Besitz und trägt dem Johan, Vater und Sohn, auf, nur den Propst als Hofherrn und Eigentumsherrn anzuerkennen. Zeugen: Johan Gochelen und Frantzen Burchartz. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Christoffer Meiger.
Notariatsinstrument, Perg., deutsch




1580 April 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Am 26. April 1580 erscheinen vor dem Notar die Brüder Diedrich und Caspar von Fürstenberg, Dompropst zu Paderborn und Propst zu Meschede bzw. Drost zu Bilstein, im Beisein der Geschwister Jacob, Ludolf und Annen von Fürstenberg. Dabei erklärt der Drost im Namen des Dompropsten, ihr Schwager und gewesener Vasall des Propstes, Johan von Berinckhausen, sei verstorben. Somit seien dessen Lehen heimgefallen. Am 25. April habe der Propst daraufhin den nießbrauchlichen und direkten Besitz dieser Güter wieder ergriffen bzw. bei den abgelegenen Gütern den Auftrag dazu gegeben. Der Catharina von Fürstenberg, der Witwe des von Berinckhausen, seiner Base, habe er aber die Leibzucht dieser Güter überlassen. Damit der Besitz keinen Schaden nehme, setzt der Propst zur Aufsicht seinen Leibdiener Michael Ram über das Haus Laer. Geschehehn auf Haus Laer. Zeugen: Berthold Stalmester von Paderborn und Hans Adams von Zweibrücken (? Zwebruck) (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Godtfridt Same von Kallenhardt.
Notariatsinstrument, Perg., deutsch




1580 April 29
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dietrich von Fürstenberg, Dompropst zu Paderborn und Propst zu Meschede, belehnt Humpert Borchardes gen. Goltschmedes zu Behuf der Margreten Bichters mit einer Wiese unter dem Kreigenberge, einer halben Wiese in dem Broicke zusammen mit Philippsen Friederichs, einem Lande vorn in dem Walde, einem Lande auf dem Stauer, einem Lande unter der Hort, einem Land in dem Engelsoel, einem Land jenseits der Ickenbecke. Siegelankündigung des Propstes. Zeugen: Philipsen Friederichs und Herman, Organist zu Meschede. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Papier, deutsch.
Siegel des Propstes anhängend.
dabei Lehnbriefe von 1586 und 1595 (Sachwalter: Jost Rotgeri, Pastor zu Velmede)




1580 Juli 07
Permalink der Verzeichnungseinheit

Maenolphus Suerlandt, Prior zu Böddeken (Boedicken), bekundet, von Johan Glassman, Dechant zu Meschede, für sein Kloster mit dem halben Zehnten zu Stockheim (Stockem) vor Geseke belehnt worden zu sein. Die Kirche zu Meschede erhält dafür eine jährliche Pacht von 14 Schillingen Soester Währung, die aus dem Hof des Klosters zu Geseke zu beziehen sind. Zeugen: Claessen von Trier, Bürger zu Büren (Beuren), und Anthon Dirichs von "Steenen". Ankündigung des Konventssiegels. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des Konvents (Teil abgebrochen) anhängend




1581 April 02
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Brüder Henrich und Johan Schade zu Schüren und Mailar (Meialler) verkaufen an Cathrina geborene von Fürstenberg, Witwe von Berninckhausen zu Laer, den halben Teil des ganzen Hofes gen. Duuelshof, gelegen in und außerhalb von Meschede. Da das Gut ein Lehen des Propstes zu Meschede ist, versprechen die Verkäufer, einen Beweis anfertigen und durch den Propst besiegeln zu lassen. Ankündigung der Unterschrift durch die beiden Brüder und Siegelankündigung des Henrich.
Geschehen 1581 April 2 (uff sontagh nach Oistern) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift des 16. Jahrh., Papier, deutsch




1581 April 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johannes Glasman, Dekan, Liborius ther Mollen, Scholaster, Georg ther Mollen, Hermann Ram, Johannes Frederici, Georg Ram, Wilhelm Fabricius, Martin Sutoris und Judocus Voegett, Kanoniker von St. Walburgis zu Meschede, überlassen ihrem Kollegen Heinrich Winter das Kanonikatshaus an der Henne, das der + Hupert Jungen erbaut hatte und das eine Zeitlang vom Kapitel vermietet worden war. Dafür hat Heinrich Winter an das Kapitel 20 rheinische Goldgulden, jeden zu 33 Arnsberger Schillingen gerechnet, entrichtet. Aus dem Haus hat er jährlich 24 Schillinge Zins dem Kapitel für die Feier des Festes von St. Urban zu bezahlen. Ankündigung des großen Kapitelssiegels. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Rest des Kapitelssiegels anhängend.
Rückverm.: Heinrich Winter bekundet, daß der Scholaster Liborius thor Mollen die Urkunde zurückgekauft hat 1593 Dez. 6. Zeugen: Diricus Frederici und Anton Smulling.
2. Vermerk über den Rückkauf der Urkunde von den Erben des + Scholasters Liborius thor Mollen durch das Kapitel




1581 April 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johannes Glasman, Dekan, Liborius ther Mollen, Scholaster, Georg ther Mollen, Kellner, Hermann Ram, Thesaurar, Georg Ram, Wilhelm Fabricius, Martin Sutoris, Judocus Voegett, Kanoniker von St. Walburgis zu Meschede, bekunden, sie hätten in den zurückliegenden Jahren ihrem Kollegen Johannes Frederici das von dem + Godefrid Bock erbaute steinerne Kanonikatshaus an der Ostpforte (portam australem) überlassen. Dafür habe er den Testamentsvollstreckern des Godefrid 30 Taler älterer Münze gezahlt. Das Haus sei aber durch die Sorglosigkeit des Godefrid sehr baufällig geworden und an vielen Stellen eingestürzt. Diese Schäden habe Johannes beseitigt. Deshalb wurde die von Johannes ausgegebene Summe vom Kapitel um zehn Goldgulden vermehrt. Wenn das Kapitel das Haus also von ihm oder seinen Erben wieder einlösen will, sind 37 Goldgulden zu zahlen. Aus dem Haus sind aber jährlich zehn Schillinge an das Kapitel zu entrichten. Ankündigung des großen Kapitelssiegels. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Kapitelssiegel (unten abgebrochen) anhängend.
1. durchgestrichen: Henricus Winter




1581 September 06
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anna von Westphalen Witwe Schaden zu Mülsborn (Mulsbern) und ihre Tochter Margareta Schaden verkaufen der Catharinen Fürstenberg Witwe von Berninckhausen zu Laer die Hälfte des Duuelshofes zu Meschede. Da das Gut Lehen der Propstei zu Meschede ist, bitten die Verkäuferinnen den Dietrich von Fürstenberg, Dompropst zu Paderborn und Propst zu Meschede, um Besieglung der Urkunde. Ankündigung der Unterschrift der Verkäuferinnen. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift des 16. Jahrh., Papier, deutsch




1582 März 20
Permalink der Verzeichnungseinheit

Am 20. März 1582 erscheinen vor dem Lic. Henning Rham, Offizial der Arnsberger Curie zu Werl, und dem Notar im Chor von St. Michael in der Pfarrkirche St. Walburgis zu Werl der Liborius zur Mullen, Scholaster von St. Walburgis zu Meschede, auch im Namen des Dechants Johann Glasmann und des Kapitels zu Meschede. Er erklärt, in der Kirche St. Walburgis von Meschede bestünden die Vicarien von hl. Kreuz, der hl. Drei Könige, von St. Catharina, St. Stephanus, St. Nicolaus und St. Maria in albis. Die Einkünfte dieser Altäre bzw. Vicarien hätten sich im Laufe der Zeit so vermindert, daß die Rektoren nicht mehr unterhalten werden konnten. Da aber die Privilegien dieser Kirche die Rektoren der Vicarien zur Residenz verpflichteten und da das Konzil von Trient die Zusammenlegung von Vicarien erlaube, habe in Ausführung der Beschlüsse des Koonzils Erzbischof Salentin nach der Visitation aller Kapitels - und Pfarrkirchen in der Kölner Diözese den entsprechenden Auftrag gegeben, was nach seinem Verzicht auf das Amt Erzbischof Gebhard bekräftigt habe. Daher hätten Dekan, Scholaster und Kapitel die gesamten Vicarien zu zweien zusammengelegt, und zwar zur Vicarie von hl. Kreuz und zur Vicarie der hl. Drei Könige. Für den ersteren Altar stehe die Kollation dem Dechant, für den anderen Altar die Provision dem Scholaster zu. Auf Bitten es Scholasters bestätigt der Offizial als zuständiger Richter den Beschluß. Zeugen: Magister Johannes Anthonii, causarum procurator, und Sebastian Kaick, Cursor der Arnsberger Curie. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Eberhard von der Recke.
Notariatsinstrument, Perg., lat




1585 Februar 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Am 23. Feb. 1585 neuen Stils erscheinen um 9 Uhr vor dem Notar Herman Winckel von Attendorn, Dr. jur., Priesterkanoniker der Domkirche in Köln und Dechant zu Meschede, und Johan Cochem, Scholaster von Mariengraden zu Köln, als Testamentsvollstrecker des Georg vom Houe von Meschede, Dechant von St. Aposteln zu Köln. Sie bringen neun papierne Blätter vor, die vom Dechant eigenhändig geschrieben sind und die sein Testament darstellen. Da verschiedene Klauseln des Testaments sich auf Orte außerhalb Kölns beziehen, es aber bei den jetzigen Kriegsgefahren nicht angebracht ist, das Original über Land zu führen, bitten die Testamentsvollstrecker um eine Abschrift betreffs der in der Kirche St. Walburgis zu Meschede für den Testator zu feiernden Memorie. Der Notar fertigt darauf einen Auszug aus dem Testament und vergleicht diesen am Samstag, den 2. März mit dem Original in Anwesenheit des Scholasters von St. Margreten, des Notars Wilhelm Cornelii aus Essen und des Hermann Hochbergius. Die Klausel lautet: Georg uffm Houe, Scholaster und jetzt Dekan von St. Aposteln in Köln, setzt fest: Meine Exequien sollen in der Kollegiatkirche St. Walburgis zu Meschede gehalten werden mit Vigilien, Messen und Fürbitten, aber ohne Schlemmerei und Zechen. Für die Memorie soll durch den Baumeister aus der Rente von drei Goldgulden, die der Testator bei dem Schulten Johan von Immenhausen (Imchaußenn) angelegt hat, ein Gulden an die zelebrierenden Kanoniker und Vicare zu gleichen Anteilen und an den Lehrer und den Küster, wenn er feierlich läutet, zu einem halben Anteil verteilt werden. Der Leutpriester oder, wie man ihn dort nennt, der Frühmeßner (Primissarius), soll einen doppelten Anteil erhalten, wenn er am Sontag vorher die Memorie ankündigt und einen jeden, besonders aber die Armen auffordert, für den Testator und seine Eltern und Wohltäter zu beten. Nach dem Gottesdienst sollen zwei Gulden an 20 Hausarme verteilt werden, die in Meschede geboren sind und dort wohnen, einen ehrbaren Lebenswandel führen und der katholischen und apostolischen wahren Religion zugetan sind. Wenn einer der Verwandten des Testators sich darunter befindet, soll er bevorzugt werden. Die Benennung der Armen soll durch den Bruder des Georg, Vollmar vom Houe, erfolgen, nach dessem Tod durch den Scholaster und den ältesten Provisor von hl. Kreuz. Damit die Verteilung durch den Baumeister ordentlich durchgeführt wird, sollen als Richter und Beaufsichtiger dabei sein Dechant und Scholaster, wenn sie Priester sind und am Ort residieren, sonst der Senior der Kanoniker, der Priester ist, ferner der Bürgermeister der Freiheit Meschede, der jeweilig älteste Provisor von hl. Kreuz, der Schulte auf dem Houe, - obwohl der Testator nicht mit dem jetzigen verwandt ist, sondern weil er auf dem Hofe geboren wurde -, und schließlich der Schulte zu Immenhausen, solange er die Rente nicht abgelöst hat. Nach dem Gebet für den Testator soll jeder Beaufsichtiger und jeder Arme, wenn er beim Gebet anwesend, sonst nur wenn er nicht durch eine offensichtliche Krankheit verhindert war, jeweils 1 1/2 Räderalbus erhalten. Die Obligation soll beim Kapitel zu Meschede verwahrt werden, wofür der Baumeister seine Presenz wie die übrigen erhalten soll. Was von den zwei Gulden bei der Verteilung übrig bleibt, soll in die Baukasse des Stifts fließen. Das Kapitel soll durch ein Reversal kund tun, daß es seinen letzten Willen durchführen will. Dieses soll in der Kiste der Provisoren von hl. Kreuz bzw. in der gemeinen Kiste verwahrt werden.
Die andere Clausel des Testaments betrifft die 100 Goldgulden oder 100 Taler bei dem Schulten zu Stockhausen. Der entsprechende Passus lautet: So verbleiben noch zwei Goldgulden. Davon soll einer für sein Jahresgedächtnis in St. Walburgis zu Meschede verwandt werden zur Vermehrung der Presenzgelder der Armen. Angelegt ist der Gulden bei Contz zu Immenhausen. Georg, der Sohn seines Bruders Volmer, hat darüber die Aufsicht zu führen. Dafür erhält er den 5. Gulden.
Beglaubigung durch Gerhard Hoichstein, Notar und Gerichtsschreiber des Kölnischen Geistlichen Hofgerichts und Sekretär des Stifts St. Aposteln. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Notariatsinstrument, Perg., deutsch.
Rückverm.: Georg vom Hoffe + [15]83 Okt. 13




1585 Juni 29
Permalink der Verzeichnungseinheit

Johan Moller, Foess gen., zu Endorf und seine Frau Catharina verkaufen an Goedertt Sander zu Endorf und seine Frau Annen ihr Kämpchen in der Sirpke unter dem Raichenberge. Das Kämpchen ist unbelastet mit Ausnahme der Forderungen des Erzbischofs. Es wird dem Käufer mit aller Nutzung von Heu und Gras überlassen. Siegelbitte an Herman Salenbergh, Richter zu Allendorf, Hagen (Haegen) und Stockum (Stockhum), und die Gerichtsschöffen.
Geschehen 1585 Juni 29 (uff daigh Petri et Pauli apostoli) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Rest des Gerichtssiegels (nicht mehr erkennbar) anhängend




1585 Juli 05
Permalink der Verzeichnungseinheit

Friederich Bichters, ehelicher Sohn des + Johan Bichters, Bürgers zu Meschede, bekundet, seine Schwester Margreta Bichters habe ihm seinen Anteil am elterlichen Erbe entrichtet. Somit verzichtet er auf weitere Ansprüche. Siegelbitte an Philips Friedrich, Richter und Verwalter der Propstei Meschede. Zeugen: Alexander Holtfursten und Humperchen Burchardt. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift des 16. Jahrh., Papier, deutsch




1585 Oktober 04
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anthon Klocke, Richter des Herzogs Wilhelm von Kleve ... zu Soest, bekundet, Johan Mesmaecker, Bürger zu Soest, wolle ein von der Propstei Meschede lehnrühriges Stück Land an seinen Schwager Johan von Nehem verkaufen, da er ein steinalter Mann sei. Da er nicht nach Meschede gehen könne, bittet er um die Ausfertigung eines Gerichtsscheines. Standgenossen: Johan Deimell, Albert von der Horst und Thonnies Podtgießer. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Papier deutsch.
Siegel des Richters (Bruchstück) anhängend.
Rückverm.: 1. ... einer Rode zwischen Lüttgen Ampen (Annepen) und Marbecke; 2. Johan Lubach zu Soest durch oblhat Johan von Nehem




1587 Juli 15
Permalink der Verzeichnungseinheit

Laurentius Fabritius, Dr. theol, und Henningius Rham, Lic. jur., bekunden als vom Kölner Erzbischof bestellte Kommissare des Offizials der Arnsberger Curie, sie seien durch eine andere Urkunde vom Erzbischof beauftragt worden, im Herzogtum Westfalen (ditionis Westualiae) alle Städte, Collegien, Klöster, Freiheiten und Dörfer (pagos) sowie in den Pfarr- und Kollegiatkirchen die Pastoren, Rektoren und Kanoniker und in den Klöstern die Rektoren, Äbte und Äbtissinnen von Mönchen und Nonnen aufzusuchen und sich über ihre Lebensführung, Religion, Sitten und die Ausübung des Gottesdienstes zu informieren. Wenn Pastoren, Vicare, Provisoren und Lehrer Not litten, sollte ihr Lebensunterhalt gemäß den Beschlüssen des Konzils von Trient durch Zusammenlegung von Benefizien, Altären und Bruderschaften gesichert werden. Da die Einkünfte des Pastorats der Pfarrkirche im Remblinghausen, deren Kollation dem Cantor der Kollegiatkirche in Meschede zustehe, nicht ausreichend seien, und da dort eine Vicarie St. Johannis Baptist vorgefunden worden sei, deren Kollations - oder Präsentationsrecht den Pfarrangehörigen wie bei einem Laienpatronat zustehe und deren jetziger Inhaber noch minderjährig sei, hätten die Kommissare die Vicarie dem Pastorat inkorporiert. Der jeweilige Pastor der Pfarrkirche, der durch den Cantor die Kollation erhalten hat, hat die Kollatoren der Vicarie, nämlich die genannten Laien, zur Anerkennung ihres Patronatsrechts um die Bestätigung der erlangten Übertragung zu bitten. Diese Bitte darf aber nicht abgeschlagen werden. Der Pastor hat die Lasten der Vicarie zu übernehmen, d.h. zweimal in der Woche ehrfürchtig die Messe zu zelebrieren. Dafür kommen ihm die Einkünfte der Vicarie zu. Ankündigung des großen Siegels des Offizialats der Arnsberger Curie.
Beglaubigung durch den Notar Franz Reinherdts.
Meschede (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
großes Siegel des Offizialats anhängend




1587 August 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Im Streit zwischen dem Stift Meschede und Ludwich und Johan von Berninghausen, Vater und Sohn, bzw. später der Witwe des Johan und ihren Erben, der wegen des Hofes zu Horn und seiner zubehörigen Höfe und Kotten vor dem kurfürstlichen geistlichen Gericht zu Werl ausgetragen wurde, wird von dem Vertreter des Erzbischofs, dem Landdrosten Eberhart Graf zu Solms, der Streit zwischen Liborius zur Mullen, Scholaster, Georg zur Mullen, Cantor, Hermann Ramme, Thesaurar, Johann Friderichs und sämtlichen Kanonikern zu Meschede auf der einen Seite und Johan Ouelacker zu Gevelinghausen und seiner Frau Marien von Erwitte auf der anderen Seite, denen als Erben des Johann von Berninghausen die Miterben den Hof überlassen hatten, einigen kurfürstlichen Räten übertragen. Das Stift verzichtet auf das Nutzungs- und Eigentumsrecht an dem Hofe zugunsten des Ovelacker. Es will diesem sämtliche Urkunden aus dem Archiv übergeben. Ovelacker hat dem Stift 1400 Reichstaler, jeden zu 33 Schillingen gerechnet, an drei Terminen zu zahlen, nämlich 500 zu Ostern 1588, auf folgendem Mitwinter ebenfalls 500 und die restlichen 400 Reichstaler zu Michaelis 1589. Da das Stift aus den zum Hof Horn gehörigen Höfen bisher eine Erbpacht von 2 Malter und einer Müdde Roggen und 11 1/2 Malter Hafer empfing und an einigen Höfen die Gewinngerechtigkeit besaß, so soll das Stift diese Einkünfte behalten. Wenn es sie verkaufen will, hat Ovelacker ein Vorkaufsrecht. Da die Gewinngerechtigkeit Ovelacker überlassen wurde, hat er das genannte Hartkorn zwischen Martini und Christtag mit seinen und seiner Hovelinge Pferden auf eigene Kosten nach Meschede zu fahren. Da in dem genannten Prozeß auch über das Gehölz Hukelholt von den Kapitularen eine Forderung vorgebracht wurde und da das Stift angeblich berechtigt sei, aus dem Gut Laer (Lähr) jährlich zwei Pfund Wachs und sieben Hämmel und aus einem Hof zu Ostwig (Ostwich) zwölf Schillinge zu erheben, so gesteht Ovelacker dies ohne Zustimmung der Miterben nicht zu. Diese Angelegenheit bleibt also nicht entschieden. Das Stift darf seine Ansprüche weiter verfechten. Siegelankündigung des Landdrosten, des großen Offizialatssiegels durch den Offizial Henniche Ramme, vor dem der Prozeß lange Zeit geführt wurde, des Siegels ad contractus des Stifts und des Ovelacker. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des Landdrosten (1.) und des Stifts (3.) stark abgebrochen, das des Offizialats (2.) und des Ovelacker (4.) anhängend; Unterschrift des Johan Ouelacker zu Gevelinckhaußen




1588 Mai 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich Weidemann, Prokurator des Klosters Böddeken (Budekenn), bekundet, von Liborius ther Mollen, Scholaster zu Meschede, zugunsten des Klosters mit dem Zehnten zu Stockheim (Stoickenn) vor Geseke belehnt worden zu sein. Er verpflichtet sich zur Entrichtung der jährlichen Pacht von 14 Schillingen Soester Währung. Zeugen: Joisten Visschers und Goddert Bocks, beide Küster der Kirche (zu Meschede). Ankündigung des Klostersiegels ad causas. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Rest des Siegels anhängend




1589 Dezember 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Sämtliche Stände der Ritterschaft und der Städte des Fürstentums und der Landschaft Westfalens bekunden: auf früheren Landtagen habe man angesichts der Kriegsnöte zur Erleichterung der armen Untertanen beschlossen, zugunsten der Westfälischen Landschaft eine Summe aufzunehmen. Auf dem im Februar zu Rüthen abgeschlossenen Landtag habe man gleichfalls beschlossen, denjenigen, die sich wegen dieses Geldes verschreiben, entsprechende Versicherungen zu geben. Nun habe man im Stift Münster bei Bernhardt, Mathiasen und Johan Kerckhering und Werner Ploenieß 3700 Reichstaler aufgenommen, wobei je 100 Taler mit sechs Talern zu verzinsen sind. Dafür habe Johan Droste zu Nienborg eine Verschreibung aufgenommen. Scholaster und Kapitel zu Meschede hätten sich bereit erklärt, dem Johann Drosten betreffs Hauptsumme und Pension mit ihren Gütern in der Soester Börde Sicherheiten zu geben. Die Aussteller verpflichten sich, das Stift Meschede so bald wie möglich von ihrer Verpflichtung zu entheben und setzen ihre Güter als Pfand. Ankündigung von Siegel und Unterschrift durch die bevollmächtigten Deputierten: Ludolph von Landsberg (Lansperg) zu Erwitte, Johann Wrede zu Melschede, kurköln. Statthalter zu Limburg, Bernhardt Vogt zu Elspe zu Borghausen (Burgkhausen), Heinrich Schaden zum Grevenstein, Christoffern Cleinschmidt, Helwich von Loen, Werntze Schlaun und Marcus Pelsz. Geschehen und gegeben zu Arnsberg.
Arnsberg (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
die gen. Siegel anhängend, Unterschriften.
Rückverm.: licet nullius valoris, tamen propter timendam impetionem iuxta inclusas literas caute semper asserventur.
dabei 2 Briefe des Johan Gerhardt Droste zu Nienborg an Heinrich von Schommartz, Dechant zu Meschede und kurkölnischer Commissar in geistl. Angelegenheiten in Westfalen, 1662 Juni 3 und 1664 April 26: Anfrage ob die Obligation inzwischen abgelöst und somit die Bürgschaft erloschen ist




1590 Dezember 21
Permalink der Verzeichnungseinheit

Jost Westphalen zu Mülsborn bekundet, seine Schwiegermutter und seine Frau hätten dem Johan zu Oelinghausen (Oellinckhausen) eine Wiese in der Horbecke verkauft. Sie hätten den Henrich Schaden zu Schüren (Scheuren) um Besieglung der Urkunde gebeten. Dieser sei aber vor der Besieglung verstorben. Daher kündigt der Aussteller sein eigenes Siegel an.
Geschehen 1590 Dez. 21 (am tage Thome apostoli) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf. (abgelöstes Transfix), Perg., deutsch.
Siegel ab




1591 Juni 30
Permalink der Verzeichnungseinheit

Richter Bernhart Knipschild und seine Frau Anna, Adriana, Witwe des Jost Schmidts, Reinhart Schmidt und seine Frau Agnes, Herman Crain und seine Frau Maria, Johan Isenberch und seine Frau Catharina, Peter Mörchens und seine Frau Anna, Johan Gerbracht und seine Frau Catharina, Johan Sengers und seine Mutter Anna, Jacob Gebehen und seine Frau Gerdrut, Georg Henckman und seine Frau Maria, Christophel Carls und seine Frau Elsabeth, alles Bürger zu Medebach bzw. Einwohner zu Hesborn (Hesporn), bekunden, sie hätten vom Stift Meschede zwei Hufen zu Vilden und zwei zu Medelon vor der Stadt Medebach in Gewinn empfangen, beginnend mit Michaelis 1590. Es erhielten: Bernhart Knipschilt: zu Vilden vor dem Gerdesbach unter dem Grunde und Wege das große Gut genannt, die beiden Wiesen zu drei Fudern Heu, unter dem Arnsdale ein Wiesenplätzchen, das Khiller-Wieschen genannt, zu einem Fuder Heu, zwei verschiedene Plätze vor dem Gerbach zu einem Fuder; vor der Rechtenbecke einen schmalen langen Platz unter dem Wege zu einem Fuder, verschiedene wüste Ländereien; ein Acker unter dem Rechenscheide, ungefähr drei Scheffel groß; an dem großen Gute zu Medelon zusammen mit seiner Schwester Adriane, Witwe des Jost Schmidts, der dritte Teil; jeder hat zwei Quota des Sechstels; mit Johan Gerbrachts (eine Wiese) vor dem Dormbach zu zwei Haufen Heu; in der Heimbach auf dem Acker, wo der Fußpfad durchgeht und da oben mit dem Bruche in der Heimbach zusammen zu einem Fuder; auf dem Ole zu zwei Fudern; vor der Lierbach zwei Fuder; zu dieser Hufe gehören verschiedene Ländereien, die am Rhonigsberge und in der Mark Medelon liegen; da der Richter diese Ländereien nicht spezifizieren kann, verspricht er, den Stiftsherren ein Verzeichnis zuzustellen; zu dieser Hufe gehören vier Mercklinge oder Merckner (Markenanteile) des Gehölzes. Reinhart Schmidt, Stadtschreiber: von der Hufe zu Vilden ein Drittel, ein kleines Örtchen Wiese unter dem Bollenberge diesseits des Wassers nach Medebach von einem halben Haufen; daneben noch ein Ort zu zwei Haufen; in oder vor der Berbach zu zwei guten Fudern oder etwa einen Haufen mehr, wenn es gut wächst; in der Slechtenbach ein Fuder und darüber her in der Länge hinan ein steiniger Acker, dessen Größe der Inhaber nicht kennt; ein Acker unter dem Bollenberge, dessen Größe ebenfalls unbekannt ist; am Westenfelde ein Acker über einem Birn- oder Apfelbaum von ungefähr drei Scheffeln Größe; die Mark- oder Holzgerechtigkeit beträgt ein Drittel von einer ganzen Hufe. Hermann Crain: hat die Stücke in Gebrauch, die vorher Johan Möchen (Mörchen) unter hatte; ein Wieschen unter dem Wege gen. der Enthenstal zu zwei Haufen Heu; ein Drittel in den großen Wiesen zu zwei Haufen, gegenüber der Berbach bei dem Kirchhofe und dem Wasser gelegen; in der Rechtenbach jenseits des Wassers in einer Wiese einen Haufen Heu oder etwas mehr; in der Berbach ein Haufen oder etwas mehr; vor der Dormbach eine Wiese, davon sein Anteil zwei Haufen; ein wildes Land in der Berbach; die Mark- oder Holzgerechtigkeit im Gehölz beträgt ein Drittel von einer ganzen Hufe; Johan Isenberch und Peter Mörchen zusammen: in der gen. großen Wiese zwei Teile, die vier Haufen tragen; in der Rechtenbach jenseits des Wassers zwei Teile einer Wiese, die zwei Haufen tragen; vor der Dormbach vier Haufen; gegenüber dem Enthenstal vor der Rechtenbach jenseits des Wassers vier Haufen. Johann Isenberch (allein): eine halbe Müdde Landes zu Vilden neben der großen Wiese; noch ein Acker an dem Dassenberge von einer halben Müdde (muth) auf der Markenäcker gelegen. Peter Morchens: eine halbe Müdde Landes auf der Heimbach und sonst oben auf der Schleime; eine halbe Müdde in der Heimbach, stoßend auf den Acker des Richters. Johan Isenberch und Peter Mörchens zusammen: ein Drittel der Markengerechtigkeit im Gehölz von einer ganzen Hufe. Johan Gerbracht: ein Drittel in dem großen Gute zu Medelon, davon us einigen Wiesen vor der Dormbach fünf Fuder Heu; die wilden Länder, die zu dem großen Gute gehören und die die Inhaber desselben nach ihrem Anteil besitzen und die in der Mark Medelon liegen, wo nichts wächst, wie jeder weiß, da sie an rauher und wilder Stelle liegen; diese sollen den Eigentumsherren in einem Verzeichnis spezifiziert werden. Johan Sengers mit seiner Mutter: in der Tuine - Wiese neben dem Dorf Medelon gegenüber der Lierbach über vier Fuder Heu; mit den Äckern sieht es so aus wie bei Johan Gerbracht. Jacob Gebehen: die Hälfte des kleinen Guts, nämlich in der Heimbach zwei Haufen Heu, unten in der Heimbach noch zwei Haufen Heu; in der Feienbach ein Fuder; in der Dormbach ein guter Haufen, unten vor der Dormbach ein Haufen, zusammen drei Fuder Heu; dazu drei Scheffel Landes auf dem Oel, in der Heimbach einen Acker über der Wiesen, zwei Müdde groß; in der Feienbach ein Acker über der Wiese, wovon sein Anteil sechs Scheffel groß ist. Jorg Henckmann und Christoffel Carls: in der Heimbach eine Wiese von zwei Haufen Heu; in der Heimbach, der Bruch genannt, zu zwei Haufen; über und unter dem Wege drei Haufen Heu; in der Dormbach vier Haufen Heu, zusammen drei Fuder; da sie die Äcker nicht kennen, wollen sie den Stiftsherren ein Verzeichnis einliefern. Die Aussteller versprechen, die Güter beieinander zu halten und nichts davon abzutrennen. Ihr Recht auf Gewinn beschränkt sich auf zwölf Jahre. Bitte an den Rat der Stadt Medebach um Anhängung des Stadtsiegels. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
nur Wachsrest vom Stadtsiegel anhängend




1591 Juli 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Tonnis Curwale zu Velmede und seine Frau Johanna verkaufen an Dechant und Kapitel zu Meschede eine Rente von sechs Reichstalern für 100 Reichstaler kurfürstl. Münze. Die Rente ist fällig zu St. Johannis Baptista und zu zahlen aus der Wiese, die oben an das Land des Schrivers zu Eversberg und unten an die Wiese des Hegger stößt. Zeugen: Gabriell Micken und Herman Scharffen, Gerichtsschöffen zu Brilon, Alexander Holtzfurste, Bürger, und Jobst Fisschers, Küster zu Meschede. Siegelbitte an Anthon Rham, Richter des kurfürstl. Gogerichts (hogrichts) und der Stadt Brilon. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des Richters anhängend, daneben noch ein zweites. Siegel, Unterschriften der beiden Gerichtsschöffen




1592 Juni 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gewinnbrief über ein Salzwasser und Salzhaus zu Sassendorf für Albert Dolphus, Kämmerer zu Soest. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
vom Siegel nur Wachsrest anhängend




1592 Juni 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gewinnbrief über ein Salzwasser und Salzhaus zu Sassendorf für Andres Papen sowie Christopher und Betram Meiberg, die Kinder des + Bertram Meiberg, respective Akzisemeister, Lohnherr und Rentmeister zu Soest. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des Christoffer Meiberg (2.) anhängend, die beiden anderen ab




1592 Juni 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gewinnbrief über ein Salzwasser und Salzhaus zu Sassendorf für Diderich Cubek, Bürgermeister zu Soest. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Rest des Siegels anhängend




1592 Juni 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gewinnbrief über ein Salzwasser und Salzhaus zu Sassendorf für Marien Dolphus, Witwe des Johan Mengen. Im Reversal Siegelbitte an ihren Schwiegersohn Andres vom Thall. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des von dem Dhale anhängend




1592 Juni 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Gewinnbrief über ein Salzwasser und Salzhaus zu Sassendorf für die Brüder Johan und Andres vom Thall. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel der beiden Brüder anhängend




1592 Juli 10
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hans Lemme, Richter, und die Gerichtsschöffen zu Eversberg bekunden: das Stift Meschede habe als Kläger mit Mathias Dumme, Bürger zu Eversberg, als Beklagtem vor dem geistlichen Gerichtshof Arnsberg wegen eines Kapitals von 25 Gulden und der davon rührenden Pension für zwei Memorien für den Herrn Johan Gresemundt prozessiert. Der Offizial habe das Stift in die Güter des Beklagten, besonders in eine Wiese auf den Kaulwerderen an der Gebike, eingewiesen und durch ein Mandat unter Androhung von 50 Gulden aufgetragen, den Kläger in den Besitz der Wiese einzusetzen, bis alle Forderungen des Klägers einschließlich Gerichtskosten befriedigt sind. Die Aussteller immittieren nun in Anwesenheit des Beklagten die Beauftragten des Stifts, Martin Schomecher und Heinrich Winter, in die Güter.
Ankündigung des Gerichtssiegels. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Papier, 2 Bl., deutsch.
Gerichtssiegel anhängend




1597 Januar 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Georg ther Molen, Dekan, Johannes Frederici, Senior und Cantor, Georg Rham, Thesaurar, Bernhard Coccius, Wilhelm Fabricius, Martin Sutorius, Judocus Voegett, Diricus Frederici, Heinrich Winberus und Michael Kegenhoffius, Kanoniker von St. Walburgis zu Meschede, erneuern das bei der Umwandlung ihrer Kirche festgelegte Privileg: Niemand darf als Mitbruder aufgenommen werden, bevor er nicht das 25. Jahr erreicht hat. Da in der Vergangenheit zwischen Kapitel und Novizen Streit über den Beginn des Residenz-Jahres enstanden war, wobei der eine nach Belieben am Feste St. Walburgis, der andere zu Gereon und Victor sein Jahr beginnen wollte, wodurch die Ordnung bei der Verteilung der Einkünfte vielfach gestört wurde, setzt das Kapitel fest: niemand, wer er auch sei, darf zur Residenz zugelassen werden außer am Feste von St. Gereon und Victor. Außerdem bringt es in Erinnerung, daß den Kanonikatshäusern durch die Nachlässigkeit einiger Kapitelspersonen der Einsturz droht. Daher sollen jährEch zwischen Ostern und Pfingsten vom Dechant drei Personen aus dem Kapitel bestimmt werden, die die Häuser zu besichtigen und alle Schäden festzuhalten haben. Daraufhin sollen die Betreffenden durch den Dechant durch Entzug der Einkünfte nach dem Maße ihrer Schuld zur Reparatur ihrer Häuser veranlaßt werden. Da die Soldaten der Vertragsbrüchigen rebellischen Belgier aus den Niederlanden in verbrecherischer Weise nicht nur alle von Königen und Fürsten gestifteten Kirchenschätze mit Gefäßen und Ornamenten, sondern auch die Güter der Kanoniker geraubt haben, hätten einige Kanoniker Schulden aufnehmen müssen. Um diesen den guten Namen zu wahren, setzt das Kapitel fest, daß jeder residierende Kanoniker nach seinem Tode die Einkünfte von zwei Jahren behalten soll, wobei allerdings die Präsenzgelder entfallen. Das eine Jahr fällt ihm für seinen Dienst (pro deservito iuxta ratum promeriti temporis), das andere als Gnadenjahr zu. Aus den Einkünften des dritten Jahres, und zwar von zehn Maltern Hafer, werden nach der Gewohnheit des Stifts gewisse Renten für die Feier seiner Memorie gekauft. Für die Verwaltung des dritten Jahres werden einer oder mehrere vom Kapitel bestimmt. Die Einkünfte des vierten Jahres fallen nach der Gewohnheit des Stifts der Kirchbaukasse (officio fabricae) zu. Ankündigung des Kapitelssiegels. Beschlossen im Kapitelshause.
Zeugen: Heinrich Deckers, Vikar, und Judocus Vischers, Glöckner. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Godtfrid Game.
Ausf., Perg., lat..
großes Kapitelssiegel (untere Hälfte abgebrochen) anhängend.
Rückverm.: Statuta capituli ecclesie Meschedensis diversa, iuncta fundatione unius portionis in gymnasio S. Laurentii Colon. pro studioso et filio Meschedensi




1597 September 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Anna Walraben, Äbtissin, und die Jungfern des Klosters Benninghausen entlassen die Iden Beermans, Tochter des Ebberts Raidts, Schulte zu Bettinghausen, und seiner Frau Elsen im Ksp. Oestinghausen aus der Eigenbehörigkeit. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Rest des Siegels anhängend




1599 September 25
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hermann Ortenbergius, Priester und Kanoniker zu Köln und Propst von St. Cunibert, Generalvikar des Erzbischofs Ernst von Köln, bekundet, die Priorissa und der Konvent der Nonnen in Galilaea bei Meschede aus dem Dominikanerorden hätten ihm folgendes Dokument vorgelegt: Johannes Godfried von Fürstenberg, Domherr zu Mainz, Trier und Paderborn sowie Propst zu Meschede, erklärt, die Commende St. Michaelis Archangeli auf dem Klausenberg außerhalb der Immunität Meschede, deren Übertragungsrecht den Pröpsten zu Meschede zustehe, sei durch den Tod des letzten Inhabers, des Herren Heinrich Winters, unbesetzt. In Anbetracht der schwierigen Vermögenslage der Nonnen überträgt ihnen der Propst auf ihre Bitten das Präsentationsrecht für diese Kommende, damit der Inhaber dieser Commende neben der Erfüllung der in der Stiftungsurkunde für diese Commende auferlegten Pflichten ihnen zugleich auch als Beichtvater und für den Gottesdienst vorstehen kann. Da bei den Nonnen zur Zeit der Mönch Christopher Deithmari als Beichtvater wirkt, überträgt ihm der Propst die Commende. Ankündigung des Propsteisiegels.
Der Generalvikar bestätigt die Inkorporation. Ankündigung des großen Offizialatssiegels. Geschehen in Köln im Hause des Propstes. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Beglaubigung durch den Notar Christian Arch.
gleichzeitige Abschrift, Papier, lat.
dabei: 1) Kloster Galilaea an Dechant und Kapitel: Bitte um Aushändigung der Stiftungsurkunde, da sowohl dem vorigen Inhaber der Commende, P. Dominicus, als dem jetzigen Inhaber, P. Theodor Gresemundt, die Einkünfte nicht zugeflossen seien. 1672.
2) Verzeichnis der Äcker der Kapelle - Klause, 17. Jahrh




1600 Oktober 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hieronimus Wilhelms, Bürger der Freiheit Meschede, und seine Frau Maria von Stockhausen bekunden, Dechant, Scholaster und Kapitel der Kollegiatkirche zu Meschede hätten ihnen erlaubt, ein neues Haus an einem Ort ihres größeren Kirchhofes zu errichten. Dort hätten vorher drei "bresthafte" Speicher gestanden, die von den Ausstellern angekauft worden seien. Es sei ihnen gestattet worden, die herumliegenden Gassen, Winkel und Plätze zum Hofe zu ziehen und auf der Rückseite von der Straße her eine Zufahrt (inschoer) anzulegen. Ferner sei ihnen auch ein Stück zugestanden für einen Garten und Holzplatz auf der Stirnseite und hinter dem Kanonikalhause, welches jetzt der Kanoniker Wilhelm Fabricius bewohnt, "von dem eußersten stender derselben Canonicaellbehausungh ahm ende dher stuben nach dem Noerdenn, gestracks uff zu unserm Khuestaell ahn den tzweittenn stender deßelben vermaeltzeichnett". Auf diesem Platz stand früher ein kleines (geringe) Kanonikalhaus. Die Aussteller haben dafür am Tage conversio St. Pauli als Erbpacht zwei Pfund Wachs und 6 1/2 Schilling Arnsberger Währung an das Kapitel zu entrichten. Siegelbitte an Lodewich Schulten zu Stockhausen, Bilsteinischen Rentmeister, den Schwager bzw. Bruder der Aussteller, Ankündigung des Siegels und der Unterschrift des Hieronimus. Zeugen: Joesten Röttgers von Blüggelscheid (Blugeschedt), Pastor zu Velmede, und Dietrich von Stockhausen. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Papier, deutsch.
die beiden Siegel (unkenntlich) anhängend, Unterschrift des Jeronimus Wilmes.
Rückverm.: Obligatorium ... et quarta unius simplicis daleri parte; nunc Callen(sis) Tönnes Krämer



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