Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden

1203 Mai 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Äbtissin Iutta von Meschede bekundet, Robert, der Meier (villicus) [nachgetragen: villicus] zu Laer (Lare), und seine Schwester Wilradis, Menschen freien Standes und von freien Eltern geboren, hätten sich der Kirche der weltlichen Kanonissen in Oedingen (Odingen), die zur Ehre des hl. Johannes des Täufers und des Heilands [nachgetragen: et sancti Salvatoris] errichtet worden sei, freiwillig in das Recht von wachszinsigen Leuten in folgender Weise übergeben. Der Älteste von ihnen oder von ihrer Nachkommenschaft hat für alle einen Jahreszins zu zahlen, und zwar zwei Münzen. Bei einem Tode hat der Mann sein bestes Tier als Besthaupt der gen. Kirche zu geben, die Frau ihr bestes leinenes Gewand. Wenn sie ein solches nicht hat, hat sie einen Schilling gültiger Pfennige zu entrichten. Außerdem sollen diese Leute bzw. ihre Nachkommen nicht von dem Hof der Kirche Oedingen in Mülsborn (Muldesbern) entfernt werden, sondern sie sollen Bauern dieses Hofes sein für den gebührenden und möglichen Jahreszins. Der [nachgetragen] nächste Erbe soll die Herwedde und die Gerade (dexuvias) des Verstorbenen bzw. der Verstorbenen in Empfang nehmen, und sie sollen keine Forderung von Seiten der Vögte erdulden [nachgetragen]. Siegelankündigung (sigillum nostrum). Zeugen: Wilhelm, Pleban in Calle, Magister Hermann von Meschede, beides Priester, Gyselerus, villicus, Godefrid, dapifer, Heinrich von Lare, Kämmerer, und Andreas, alles Ritter, sowie Wilhelm Koch (Cocus).
Datum 1103 Mai 1 (in festo sancte Walburgis virginis, Kalendis Maii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Klosters Oedingen (nur Bruchstück) an geflochtenen weißen Hanffäden anhängend (Westf. Siegel Taf. 109,2)




1207 September 27
Permalink der Verzeichnungseinheit

Graf Heinrich von Arnsberg entscheidet die Streitigkeiten zwischen dem Stift Meschede und den Bürgern von Arnsberg wegen eines dritten Anteils an der Holz- und Mastberechtigung im Arnsberger Walde, den das Stift zugleich mit dem Hof Wetter an das Kloster Wedinghausen übertragen hat. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift des 18. Jahrh., Papier, lat.
Original siehe Wedinghausen Nr. 17, Druck: WUB VII Nr. 55




1208
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Äbtissin Iutta von Meschede bekundet, Johannes, ein Wachszinsiger von St. Walburgis in Meschede, habe gewisse Äcker in Ardey (Arthey), die zehn Müdde Saat umfassen, die seine Großmutter Wilgardis der gen. Kirche übertragen hat und die an ihn in rechtmäßiger Nachfolge gekommen sind, einer seiner Schwestern namens Mehtheldis überlassen. Somit habe diese von diesen Äckern dem Küster der Mescheder Kirche jährlich zu Martini sechs Pfennige zu entrichten. Wenn Mehtheldis ohne Kinder stirbt, folgt ihr Bruder Johannes ihr betreffs dieser Äcker nach. Wenn er nicht mehr lebt, gehen sie an seine beiden Brüder Frethericus und Elricus über. Wenn auch diese tot sind, kehren die Äcker zur Mescheder Kirche, die das Eigentumsrecht an ihnen besitzt, frei zurück. Ankündigung des Siegels der Mescheder Kirche. Zeugen: die Priester Bvvo, Gernandus und Tegunhardus, die Laien Godefridus advocatus, Alexander dapifer und Giselerus, die Nonnen (domine claustrales) Margareta, Pröpstin, und Fretherunis, Küsterin.
Geschehen 1208 als Bruno Kölner Erzbischof war. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Stifts Meschede (am Rande beschäd.) an grünen Seidenfäden anhängend.
Druck: WUB VII 61, Seibertz UB I 132




1209
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Äbtissin Iutta von Meschede (Meskedensis) erneuert und bestätigt folgende alte Festsetzung: die Stiftsdame, die eine gewisse Hufe in Nichtinghausen (Nihttenhusen) als Kaplanin der Äbtissin als Benefizium zugewiesen bekommen hat, muß von den Einkünften der Hufe jährlich zwölf Pfennige am Grabmal der Emhildis entrichten. Dafür sollen Lichter angeschafft werden. Zeugen: die Nonnen: Margareta, Pröpstin, Frederunis, Küsterin, und Metheldis, die Priester: Heinrich, Subdekan, Tegenhardus und Gernandus, die Laien: Alexander, Isfridus und Giselerus (Giselererus).
Geschehen 1209, als Otto Kaiser [die Kaiserkrönung Ottos erfolgte am 4. Oktober 1209] der Römer und Teodericus Kölner Erzbischof war. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Stifts (beschäd.) anhängend
Druck: WUB VII 68, Wigands Archiv VII S. 32




1209
Permalink der Verzeichnungseinheit

Hildegardis, Pröpstin in Oedingen (Ovdinge) wie Küsterin, bekundet, man habe sich geeinigt, einem gewissen Arnold Calthouen die Gnade zu gewähren, daß er nur jährlich am Feste des Johannes des Täufers der Küsterin zwei Pfennige zu zahlen habe und daß er sonst von jedem weiteren Dienst und jeder Forderung frei sei. Bei seinem Tode habe er sein bestes Stück Vieh der Küsterin zu überlassen. Seine Frau und seine Kinder, welchen Standes sie auch sein mögen, wenn sie nur ehelich sind, sollen ohne Widerspruch sein Erbe antreten können. Dies geschieht nach Beratung der Oedinger Kirche und ihrer Hörigenschaft (totius familie) sowie mit Zustimmung des Vogtes Teodericus; Ankündigung des Siegels der Kirche.
Geschehn 1209, als Innozenz dem apostolischen Stuhl vorstand, als Otto, König der Römer, regierte, und im 1. Jahr der Wahl des Teodericus zum Kölner Erzbischof. Zeugen: Radolfus, Kanoniker und Pleban von St. Paul in Soest (in Svosat), Everhard advocatus, Hardradus, Scholaster, die beiden Werner, die beiden Tietmari, Volmarus, Hedenricus, Reinoldus de Ovdinge, Conradus parvus, Bezelin, Johannes, Renerus, Christian und Ekbert. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat., mit einigen Nachträgen und Rasuren an roten Seidenfäden Siegel des Klosters Oedingen (Westf. Siegel tafel 109,1).
Druck: WUB VII 67




1216
Permalink der Verzeichnungseinheit

Iutta, Äbtissin von Meschede (Meskedensis), bekundet, die wachszinsigen Schwestern ihrer Kirche Gerwigis, Mutheldis und Decima seien mit ihren Brüdern Hartwicus und Sibertus von dem Herrn Tidericus Stokeledus namens des Herrn Godeschalk von Pathberg, von dem er sie angeblich zu Lehen hatte, ständig belästigt worden, weil sie das ihnen zufällig entzogene Dokument über ihr Recht nicht beibringen konnten. Nach vielen Beschwerden haben sie eine Bestätigung ihres Rechts unter dem Bann des Vogtes der Mescheder Kirche erhalten. Um ihre Kirche vor Schaden zu bewahren, läßt nun die Äbtissin aufschreiben, zu welchem Recht diese Menschen der gen. Kirche angehören: Der Älteste hat jährlich zwei Pfennige oder Wachs im Werte von zwei Pfennigen zu zahlen. Für den "beddemunt" sind sechs Pfennige zu entrichten. Nach seinem Tode hat er, wenn er ein Mann ist, sein bestes Pferd oder ein anderes Tier oder wenigstens sein bestes Gewand, wenn es eine Frau ist, das beste Gewand als "curemede" zu überlassen. Wenn die Erbschaft an die Erben übergeht, kann dies niemand verhindern. Ankündigung des Siegels der Mescheder Kirche.
Geschehen 1209, als Kaiser Otto und der Elekt Frethericus über das römische Reich stritten und als Enkelbert Kölner Elekt war. Zeugen: die Stiftsdamen Fretherunis, Pröpstin, Margareta, Küsterin, Meitheldis und Claricia; die Priester: Israhel, Hermann, Ekbert und Tegenhardus; die Laien: Godefrid advocatus, Andreas dapifer, Heinrich camerarius, Andreas marchalcus, Giselerus. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Stifts (stark beschäd.) anhängend.
Druck: WUB VII 123, Seibertz UB I 142




1229
Permalink der Verzeichnungseinheit

Iutta, Äbtissin von Meschede, bekundet, zwischen ihr und ihrem Konvent sei ein Streit entstanden über die Einsetzung von Personen in der Mescheder Kirche, und zwar sowohl bei Priester-Präbenden als auch bei den niederen Rängen. Die Äbtissin habe gemeint, daß die Vergabe von Präbenden nach dem Verstreichen der Frist (etiam temporis prescriptione) auch ihr zustehe, während der Konvent die Auswahl der Personen beanspruchte und diese ihr zur Einsetzung präsentieren wollte. Schließlich einigen sich beide Seiten, den Spruch von Schiedsrichtern anzuerkennen. Die Äbtissin erkennt an, daß sie nur mit Zustimmung und nach Auswahl des Konvents Personen einsetzen darf. Ankündigung des Siegels der Äbtissin und der Mescheder Kirche. Geschehen unter dem Zeugnis des gesamten Konvents, sowohl der Kanoniker als auch der Kanonessen, der Priester Gyselerus, Ecbertus, Radolfus, Remboldus, der Kanonessen Metheldis, Pröpstin, Lutgardis, Küsterin, Claricia, Dekanin, Gysla, Aleidis.
Datum 1229 unter dem Papst Gregor, Kaiser Friederich, dem Kölner Erzbischof Heinrich, dem Grafen Godefrid von Arnsberg, dem Vogt in Meschede. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel der Äbtissin (Westf. Siegel Tafel 128,1) und des Stifts (Westf. Siegel Tafel 9,2) an geflochtenen weißen Hanffäden anhängend.
Druck: WUB VII 326, Seibertz UB I 182




1231 Juli 25
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heinrich, Propst von St. Severin in Köln, Godefrid, Propst in Soest, Tidericus von Bilsteinne, Rodolfus, Gotscalcus von Eruete, alles Ritter, Thidericus, Walbodo und Hugo von Eruete erklären als Bürgen des Johann von Patberg, dieser habe auf den Zehnten in Calle, den er aus der Hand der Äbtissin innehatte, mit Zustimmung seiner Frau Ermentruda zugunsten von Äbtissin und Konvent verzichtet. Dafür habe er 62 Mark erhalten. Wenn ihr Sohn Johannes mündig wird, wird er ebenfalls auf den Zehnten Verzicht leisten. Siegelankündigung.
Geschehen 1231 Juli 25 (VIII° Kalendas Augusti feria sexta). Zeugen: Godefrid, domicellus von Arnsberg, Bernard von Lippe, Walter advocatus, alles Edelherren, Gotzvinus, scultetus Susatensis, Rotger von Burbenne, Helmicus Rump, Gotscalcus Welp, Andreas marscalcus, Godefrid dapifer, Erenfridus, alles Ritter, Robert iudex, Thebertus, Hermann von Wirinchusen, Heinrich Semigallus, Gerlacus Perle, alles Soester Bürger, Giselerus und Wilhelm, beides Priester. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
von den 4 ursprünglich angehängten Siegeln nur noch Bruchstück des 4. vorhanden: Padberg (Westf. Siegel Tafel 220,1).
Druck WUB VII 363, Seibertz UB I 195




1238 April 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

Iutta, Äbtissin in Meschede und Oedingen (Odinche), bekundet mit der Gesamtheit des Konvents in Oedingen: der Hain oder Wald bei Mellrich (Melderiche), der dem dortigen Hof bzw. der Kirche in Oedingen gehört, sei von den Nachbarn verwüstet worden. Nach Beratung des Konvents sei man mit dem Grafen Godefrid in Arnsberg, dem Vogten von Oedingen, übereingekommen, den Wald ohne den Grund dem Grafen zur Nutzung zu überlassen. Man befürchtete nämlich, daß er sonst so sehr verwüstet werde, daß der Hof nicht mehr den Zins zahlen könne. Dafür verzichtet der Graf auf die Einkünfte von acht Schillingen und zwei Pfennigen, die der Meier und die zum Hof gehörenden Hörigen zahlen mußten. Außerdem verzichtet er auf zwei Bewirtungen, eine im Winter und eine im Sommer, die der Meier ihm zu leisten verpflichtet war. Wenn das Haus oder ein anderes Gebäude des Hofes ohne Schuld des Meiers abbrennt, so darf dieser das zum Wiederaufbau nötige Holz in Odacker (Odacchere) fällen. Wer sich auf dem Hof befindet, darf die zu einem Wagen oder Pflug gehörenden Teile nicht zum Verkauf, sondern nur für die Bedürfnisse des Hofes abschneiden. Der Meier darf aus dem Wald in Odacker abgefallenes Holz als Brandholz holen, aber nur einen Wagen voll. Wenn ihm noch mehr fehlt, darf er solches, wo er will, unter Garantie des Grafen sammeln. Wenn Eicheln vorhanden sind, darf der Meier jährlich 20 Schweine zur Mast in Odacker eintreiben. Dafür hat er nur den Lohn eines Schweinehirten zu zahlen. Außerdem weist der Graf dem Hof in Mellrich die Einkünfte von einer Mark an, an denen er als Vogt kein Recht haben wird. Siegelankündigung des Grafen, der Äbtissin und der Kirche zu Oedingen. Zeugen: die Priester Giselerus, Wilhelm, Albert von Velmede, die Ritter Hartmodus von Hagnen, Bernand von Wiglon, Johannes Claua, Hunold dapifer, Gerwinus, Theodericus, die Ministerialen der Kirche zu Meschede und Offiziales, Bernolfus, Ameluncus, Johannes und andere, Walbertus, Thegenhardus villicus und andere Hörige des Hofes, Henricus, Waltherus, Deitmarus, Fredericus, Hildebrandus, Vulbode.
Geschehen 1238, als Gregor Bischof des römischen Stuhles war, als Friedrich als Kaiser der Römer regierte, als Conrad Elekt der Kölner Kirche und Godfrid Graf in Arnsberg war. Datum in Meschede am 24. April (VIII° Kalendas Maii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat., mit einigen Korrekturen und Rasuren an mittlerer Stelle von (dreien) nur noch das Siegel des Grafen von Arnsberg abgängend (Westf. Siegel Tafel 28,4).
Druck: WUB VII 472, Wigands Archiv VII 137 und Seibertz UB I 210




1240
Permalink der Verzeichnungseinheit

Elizabet, Küsterin in Oedingen (Odinge), bekundet, Drussandra, Hermangardis und Walburgis, die von freien Verfahren abstammten, hätten sich zu Wachszinsigen der Kirche in Oedingen unter folgenden Bedingungen gemacht: der älteste der Verwandtschaft habe jährlich am Feste des hl. Johannes des Täufers zwei Münzen (nummos) zu entrichten. Wenn ein Mann stirbt, überläßt er seinen Nachlaß den rechtmäßigen Erben, von dem Erbe fällt aber das beste Stück Vieh an die Kirche bzw. Küsterei zu Oedingen. Wenn er ein Pferd oder vierbeiniges Tier nicht besitzt, hat er sein bestes Gewand zu geben. Beim Tode einer Frau ist das beste Gewand anzubieten. Wer heiraten will, hat als "Bedemunt" zwölf Pfennige zu entrichten. Die entsprechende Urkunde sei verloren gegangen. Daher habe die Ausstellerin, nachdem die Küsterei in ihre Hände gelangt sei, die Nachkommen dieser Frauen vor sich rufen und ihr Recht und ihre Lage darstellen lassen. Ankündigung des Siegels der Oedinger Kirche. Geschehen vor dem Konvent zu Oedingen. Zeugen: Johann von Odinge, Helmicus gen. Rump, Erenfrid von Elsepe, Conrad von Schonholthausen, alles Ritter, sowie Rodrigus, Heinrich, Gerhard, Bodelungus und Johannes.
Datum 1240 als der Kölner Erzbischof Conrad regierte. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift des 17. Jh., Papier lat




1248 (1247) März 21
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Conrad von Köln bestätigt der Äbtissin und dem Konvent in Meschede den Zehnten in Calle, den sie zum gemeinsamen Nutzen ihrer Präbenden gekauft haben.
Datum Köln 1248 (1247) März 21 (XII° Kalendas Aprilis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Rest des Siegels des Erzbischofs anhängend.
Druck: WUB VII 660, Regest: Knipping, Reg. der Eb. von Köln III 1378




1247 November 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Iutta, Äbtissin in Meschede (Meschethe), belehnt Conrad, Bürger zu Soest, seine Frau, ihren Sohn Eggehard und die beiden Brüder des Conrad, nämlich Godefrid und Johannes, mit 30 Morgen. Diese liegen zwischen Ampen (Anedopen) und dem Hospital (domum infirmorum) und heißen auf deutsch "Volberinc lant". Die Äbtissin hatte das Land schon vor langer Zeit dem Conrad und seinem Vater Eggehard zu Lehen gegeben. Siegelankündigung der Äbtissin.
Geschehen 1247 Nov. 12 (II Idus Novembris, in die beati Cuniberti) bei Meschede (Mesche). Zeugen: Albert, Dechant von Velmede (Velmethe), Amelungus, dapifer des Stifts, Conrad von Visbeck (Vischbeke), Siffrid, Meier des Stifts in Epsingsen (Ebbedischinc), und seine beiden Söhne Gerard und Bruno, Bernolf von Laer (Lare) und Johannes, Marschall, außerdem die Soester Bürger Radolfus von Anglia, Heinrich von Lippe und seine beiden Söhne Johannes und Thetmarus, Hethenricus von Medebeke, Elgerus und Bertoldus, die Söhne der Marswedis, und Conrad Quelgest. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf.,Perg., lat.
an rotgelben Seidenfäden Siegel der Äbtissin Jutta (Westf. Siegel, Tafel 128, 1)
Druck: WUB VII 644, Soester Zeitschrift 1887/88 S. 127




1251 Dezember 01
Permalink der Verzeichnungseinheit

Godefrid Graf von Arnsberg genehmigt den von Burgard, Schulten in der Röhre (de Rurene), vorgenommenen Tausch der Geldrente von drei Schillingen in Berge (Berige) gegen die Einkünfte von 18 Pfennigen und einem Maß Roggen in Amecke (Addenbeke). Siegelankündigung des Grafen.
Datum 1251 Dez. 1 (in crastino beati Andree apostoli) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab.
Druck: WUB VII 762




1267 Mai 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Äbtissin Agnes und der Konvent der Kirche in Meschede bekunden, daß der Ritter Florinus von Vanen [Vane im Ksp. Welver, zur Genealogie vergl. Soester Zeitschr. 48, 1934, S. 57 ff] das Eigentumsrecht an gewissen Äckern dem Stift aufgelassen habe. Diese Äcker gehören zu dem Dorf (ville) "Ledehardeslo" [Lederslo "in campo Lippensi" (vergl. WUB VII 1257) und Lederischelo bei Lippstadt (WUB VII 2457), dagegen Lederslo bei Salzkotten (Lehen der von Schilder, Seibertz UB II 665, S. 276)]. Sie sind zwei Hufen bzw. etwas mehr groß. Nachdem Florin auf die im Dorf Ledehardeslo gelegenen Güter verzichtet hat, die Ministerialengüter der Mescheder Kirche gewesen sind und die Florin und seine Erben von der Kirche innehatten, überträgt die Äbtissin mit Zustimmung des Konvents und auf den Rat der Offizialen und der übrigen Freunde der Mescheder Kirche dem Florin und seinen Erben die Güter und die oben gen. Äcker erblich zu Lehen. Dabei sollen die Güter in Ledehardeslo, die Ministerialengüter von St. Walburgis waren, in den Rechtszustand übergehen, der auf deutsch "manneguoth" heißt. Unter diesem Recht sollen sie von St. Walburgis und der Mescheder Kirche gehalten werden. Darin sieht die Äbtissin einen Zuwachs und Vorteil für ihre Kirche. Ankündigung des Siegels der Äbtissin, der Mescheder Kirche und des Grafen Godfrid von Arnsberg, des Vaters der Äbtissin. Zeugen: Godefrid, der Bruder der Äbtissin, die Gräfin Alheydis, die Mutter der Äbtissin, Theodericus, der Bruder des Florin, Godefrid, Rektor der Mescheder Kirche, beide Kanoniker ebenda, Florinus, Rektor der Kirche in Calle, Rutger von Eluere, Conrad von Visbeke, Schenk, alles Ritter, Bernolphus, Kämmerer, Siffridus, Offizialis des Stifts, Everhard Pugil, Boymundus, Notar des Vaters der Äbtissin.
Gegeben und geschehen 1267 Mai 26 (in feste ascensionis Domini) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel der Äbtissin (Westf. Siegel Tafel 128,2), des Stifts Meschede (ebenda Tafel 9,2) und des Grafen Godfrid von Arnsberg (ebenda Tafel 28,6) an grauen Hanffäden anhängend; Druck: WUB VII 1257




1268
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Äbtissin Agnes von Meschede bekundet, die frühere Thesaurarin Alheidis habe von Benolf gen. von Lare, dem Kämmerer des Stifts, zum Nutzen der gemeinsamen Präbenden gewisse Güter gekauft. Diese lägen zum Teil im Dorf (villa) Laer (Lare) und erbringen acht Malter Hafer, auf deutsch "thintlose", zum Teil in "Druvethe" vor der Stadt Eversberg. Diese erbringen zwei Malter Hafer, einen Malter Gerste und einen Malter Roggen. Auf diese Güter hat Bernolf und seine Frau Sophia mit seinen Erben vor der Äbtissin Verzicht geleistet. Ankündigung des Siegels der Äbtissin und der Mescheder Kirche. Zeugen: die Pröpstin Beatrix, die Schwester der Thesaurarin, die Frau Beatrix von Grascap, die Frau von Leigtensten, die Frau Clementia, die Frau Cunegundis von Lon, Ecbertus, Pleban von Remblinghausen (Remelinghusen), Godfrid von Kirchen (de Ecclesia), Florinus, Pleban in Calle, Hildeward, Hermann, Theodericus, Ramundus, alles Priester, Conrad von Visbeke, Amelungus dapifer, Erenfrid von Buodenvelde, alles Ritter, Hermann von Horst, Gobele Buone, Bernhard Skaelhase, Siffrid Skoke und sein Sohn Siffrid, Thidericus Vinitor, alles Knappen.
Datum 1268 (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Stifts an weißen Hanffäden anhängend (Westf. Siegel Tafel 9,2), das der Äbtissin (2.) ab.
Druck: WUB VII 1296, Seibertz UB I 344




1270 Juni 15
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Äbtissin Agnes von Meschede bekundet, Bruno gen. von Epsingsen (Ebbediscing) habe auf Grund der rückständigen Pension von diesem Haupthof gegenüber dem Stift Verpflichtungen in Höhe von 40 Mark und mehr. Die Äbtissin legt nun 40 Mark dazu, worauf Bruno mit seiner Frau Gisla und seinem Bruder Ambrosius auf den Hof Epsingsen, den er als ein Amtslehen (officiali feodo) besaß, in Soest (Susato) vor dem Grafen Godefrid von Arnsberg, dem Vater der Äbtissin, und den Ratsherren der Stadt Soest Verzicht leistet. Ankündigung der Siegel der Äbtissin, der Mescheder Kiche, des Grafen Godfrid von Arnsberg und der Bürger der Stadt Soest. Zeugen: Godfrid Graf von Arnsberg, Ludwicus, sein Sohn, Ramundus, Dechant von Meschede (Messcede), Gerhard, der Bruder des gen. Bruno, Pleban in Anröchte (Anrothe), Hermann von Nehem, Hermann von Kemnade (Caminata), Conrad von Visbeke, Everhard von Andopen, alles Ritter, Arnold von Luonen, Thetmar von Buocke, zur Zeit Bürgermeister in Soest, Meinricus, der frühere Richter ebenda, Radolfus, der jetzige Richter, Ecbertus Vogt (advocatus), Conrad, der Sohn des Eckehard, Johannes Calecop, Gerlacus Perle, Svederus Faber, Andreas Hasso, Johannes Cranz, Johannes von Wordinghusen, Luothard von Brakele, Winand Gallicus, alles Soester Bürger, Wilhelm und Gerewin von Dalehusen, Brüder, Gerewin von Andopen, Wilhelm von Heuinghusen, Ludwig, Knappe des Soester Propstes, Siffrid gen. Scoke, Thidericus von Visbeke, Hartdradus von Arnesberg und Heinrich, zur Zeit Notar in Arnsberg.
Datum Soest 1270 Juni 15 (in die beati Viti martiris) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Stifts Meschede, der Stadt Soest (Westf. Siegel Tafel 76,1) mit Rücksieg. (Ebenda Tafel 89,1) (beide gut erhalten), der Äbtissin Agnes (ebenda Tafel 128,2) und des Grafen Godfrid von Arnsberg (ebenda 28,6) an rotgelben Seidenfäden anhängend.
Druck: WUB VII 135362, Wigands Archiv VII S. 32 ff



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