Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.3. WESTFÄLISCHE FÜRSTABTEIEN
1.3.1. Fürstabtei Corvey
Fürstabtei Corvey
Fürstabtei Corvey / Urkunden
C 001u, Fürstabtei Corvey - Urkunden

1002 Aug. 24
Permalink der Verzeichnungseinheit

König Heinrich II. nimmt auf Bitten des Abts Hosat des Klosters Corvey in seinen Schutz, bestätigt ihm seine Privilegien (insbesondere, dass kein Graf oder anderer richterlicher Beamter die Besitzungen des Klosters, in welchen Bistümern, Gauen oder Territorien sie auch liegen mögen, betreten und die Leute des Klosters - tam ingenuos quam et servos vel latos - vor sein Gericht ziehe), seine Zehnten und zehntpflichtigen Kirchen, mit der Bestimmung jedoch, dass die Mönche den Bischöfen bei ihren Kundreisen die schuldigen Dienste und Herbergen, nach Inhalt der darüber sprechenden Schriften, gewähren.
Data VIIII. kal. sept. anno dominicae incarnationis MII, indictione XV, anno vero domni Heinrici regis I. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original

Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Nimwegen (Noviomago)




1004 Nov. 2
Permalink der Verzeichnungseinheit

König Heinrich II. bekundet, wie die Äbtissin Frederuna und deren Schwester Imma, mit Beihilfe des Grafen Gero ein Kloster [Kemnade] gegründet und diesem alle ihre in der Grafschaft des Herzogs Bernhard I. von Sachsen gelegenen Erbgüter geschenkt habe:
- Kemnade (Keminetan) im Kr. Holzminden,
- Heyen (Hegen) im Kr. Holzminden,
- Börry (Barigi) im Kr. Hameln-Pyrmont,
- Tündern (Tundiriun) im Kr. Hameln-Pyrmont,
- Ohr (Othere) im Kr. Hameln-Pyrmont, im Gau Tilithi [Gau in Engern, um die Weser],
- Forst die Gd. Bevan (Urastan) im Kr. Holzminden, im Gau Auga [an der Weser, um Höxter],
- Rothe [Wüstung im Kr. Holzminden, südlich der Vogler], im Gau um Wickensen (in Wikanavelde),
- Bardowieck (Bardenuuic) im Kr. Lüneburg,
- Ochtmissen (Hotmannessun) im Kr. Lüneburg,
- Wittorf (Witthorp) im Kr. Harburg,
- Brietlingen (Britlingi) im Kreis Lüneburg,
- Buntenburg (Biangibudiburg) im Kreis Lüneburg,
- Addenstorf (Addunesthorp) im Kr. Uelzen,
- Groß und Klein Hesebeck (Hatherbiki) im Kr. Uelzen,
- Bahsen (Bodanhuson) im Kr. Uelzen,
- Suderburg (Sutherburg) im Kr. Uelzen, im Bardengau (in Bardanga),
- Klenze (Claniki) im Kr. Lüchow, im Gau Drawehn (Dreuani), im Kreis Lüneburg,
- Wüstung Wichmannsborstel (Wigmannesburstal) südlich von Moisburg im Kr. Harburg,
- Bendestorf (Bennedesthorp) im Kr. Harburg, im Gau Moisburg (in Mosidi),
- Wedel (Widila) im Kr. Stade,
- Wohlerst (Waldersidi) im Kr. Stade,
- Kackerbeck (Kokerbiki) im Kr. Stade, im Gau Heilanga,
- Hollen (Holana) im Kr. Neuhaus,
- "Aun",
- "Setila" im Ostegau (in Hogtrunga) im Kr. Stade,
- Hipstedt (Hepstidi) im Kr. Bremervörde,
- und Sinigas.
Dies Kloster nimmt der König dann auf Bitten Diözesanbischofs Theoderich von Minden (Theodrici Mimidonensis episcopi) in seinen Schutz, verleiht ihm die Vorrechte von Gandersheim (Gandesheim), Quedlinburg (Quitlinburg) und Herford (Herivurti), insbesondere die Exemtion des Gerichts und die freie Wahl der Äbtissin; doch dass er dabei zugleich sagt, dass das Kloster und die Abtei so lange Frederuna und Imma leben, diesen gehören, nach deren Tod aber seiner Jurisdiktion unterworfen sein solle.
Data IIII. non. novemb. anno dominicae incarnationis MIIII, indiccione II, anno vero domn[i Heinrici II. regis III. (Regest)


Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Magdeburg (Magadeburc)




1025 Jan. 22
Permalink der Verzeichnungseinheit

König Konrad II. (Chuonradus) bestätigt dem Kloster auf Bitten des Abts Druthmar (Truchtmar) seine Privilegien und Immunitäten, insbesondere die Freiheit der Abtswahl, die Befreiung vom Bischofs- und Grafengericht; sodann das in Urkunde Nr. 20 erwähnte Recht, von ... Gütern den Zehnten nur an der Pforte des Klosters zum Behuf der Aufnahme von Gästen und Pilgern zu entrichten, und die Zehnten und zehntpflichtigen Kirchen in derselben Weise wie früher zu besitzen. Endlich sollen auch die Bischöfe nur die urkundlich ihnen zustehenden Dienste und Herbergsgelder fordern.
Data XI. kal. febr. indictione VIII, anno dominicae incarnationis MXXV, anno vero domni Kvonradi secundi regnatis I. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original

Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Goslar (Goslare)




1025 Feb. 8
Permalink der Verzeichnungseinheit

König Konrad II. bestätigt auf Bitten Siegberts (Sigebrahdi), Bischof von Minden, in völlig mit der Urkunde von 1016 übereinstimmender Weise die Besitzungen des Klosters Kemnade (Keminata).
Anno dominicae incarnat[ioni]s MXXIIII, ind[i]ctione VII, VI. id. febr. data est in Merseburg, anno autem domni Kuonradi secundi regnant[i]s I. actum. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original

Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Merseburg




1028 Jul. 1
Permalink der Verzeichnungseinheit

Kaiser Konrad II. bekundet, dass Abt Druthmar von Corvey vor ihm mit der Klage erschienen sei, dass die seinem Kloster gehörige Hofe Goddelsheim (Godelevesheim) diesem in früherer Zeit entrissen worden war und er zu diesem Zweck eine Urkunde König Arnulfs vom 10. Juni 888 [Urkunde Nr. 22] vorgewiesen habe, wonach dies Gut in Folge eines Tausches zwischen jenem Kaiser [imperator, obwohl Arnulf damals nur König war] und dem damaligen Abt Bowo von Corvey an letzteres Kloster gelangt sei. In Folge dessen habe der Kaiser dann die Inhaberin des Hofs, die Matrone Alvered, vor sich in den kaiserlichen Palast berufen, wo sie, außer Stande die Ansprüche Corveys in Abrede zu stellen, mit ihrem Sohn Osdag und ihrem Vormund (patrono), Graf Friedrich, dem Abt das Gut zurückgegeben und der Vogt des Klosters Hiddi es für dasselbe in Empfang genommen habe. Später aber habe der Abt auf Anstehen des Kaisers der Alvered jenen Hof Goddelsheim und einen anderen Hof Münd (Gimundia) und einige Familien höriger Leute zu Brumerinchthorp [Wüstung] zu Lehen übertragen und ihrem Sohn den Hof Immighausen (Imminghusun) auf Lebenszeit, oder wenigstens so lange überlassen, bis dass er vom Kaiser in anderer Weise befördert worden wäre.
Zeugen u.a.: Erzbischof Humfried (Hunfrid) von Magdeburg, die Bischöfe Mainwerk von Paderborn, Godehard von Hildesheim, Siegfried (Sigifrid) von Münster, der Kanzler Odalric, die Herzöge Bernhard von Sachsen, Adalbero von Kärnten, Ernst (Ernastus) von Schwaben und Liudulf Graf und Stiefsohn des Kaisers.
Data kal. iul. indictione XI, anno dominicae incarnationis millesimo XXVIII, anno autem domni Chuonradi secundi regnantis IIII, imperii vero I. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original

Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Magdeburg (Magdeburch)




1039 Sep. 3
Permalink der Verzeichnungseinheit

König Heinrich III. wiederholt die Bestätigungsurkunde seines Vaters, Konrads II., für Corvey mit der Bestimmung, dass die Mönche für dessen Seelenheil und die Dauer und Festigkeit des ihm selbst von Gott verliehenen Reichs beten sollen.
Data III. non. sept. indictione VII, anno dominice incarnationis MXXXVIIII, anno autem domni Heinrici tertii ordinationis XII, regni vero I. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original

Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Goslar (Goslare)




1039 Sep. 3
Permalink der Verzeichnungseinheit

König Heinrich III. bestätigt, unter Bezugnahme und teilweiser Wiederholung des Inhalts der Urkunde Ludwigs des Deutschen aus dem Jahr 853, auf Bitten des Abts Druthmar (Truchtmar) den Brüdern unter seiner Leitung gestellten Klöstern Corvey und Herford den von Kaiser Ludwig dem Frommen geschenkten Kirchen, nämlich dem Kloster Corvey Meppen (Meppia) und die Kirche Marsberg (Eresburc) mit den von Karl zu deren Ausstattung gegebenen Zehnten "per duas Saxonicas rastas" (vgl. Urk. 5), dem Kloster Herford aber, das eine besondere Äbtissin mit Namen Godesdiu (Gotesdiv) habe, die Kirche Bünde (Buginithi), im Bistum Osnabrück, und Hreni (Rheine) im münsterischen Bistum, beide mit den ihnen unterworfenen Bistümern.
Data III. non. sept. indictione VII, anno dominicae incarnationis MXXXVIIII, anno autem domni Heinrici tertii ordinationis XII, regni vero I. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original

Sonstige Erschließungsangaben :

Ausstellort

Goslar (Goslare)




[ca. 1050]
Permalink der Verzeichnungseinheit

Fragment von dem Original der ältesten corveyischen Heberolle. (Regest)





1079
Permalink der Verzeichnungseinheit

Abt Warin (Warinus) bekundet, dass er zur Sühne seiner Verbrechen dem Wunsche des corveyischen Mönchs Humbert nachgegeben und auf einem Berg zu Ehren des hl. Michael eine Kirche gebaut habe, welcher der Paderborner Bischof Poppo (Popo), nachdem er sie eingeweiht habe, die zum Unterhalt jenes Humberts und des Laienbruders Simon und der anderen Mönche gemachten und künftig zu machenden Schenkungen bestätigt habe. Er selbst, der Abt, habe dieser Kirche 90 Acker aus dem Wald, in dem sie gelegen, und die villula Valahusen [Valhausen bei Höxter, heute wüst], so wie drei Mansen zu Eversen (Averedessun), "Aldenthorp" [bei Godelheim] und Wehrden (Werethau) geschenkt habe. Diese Schenkung sei dann von seinem Advokaten Herzog Otto I. von Northeim genehmigt und von Bischof Poppo, der hierbei dem versammelten Klerus und Volk die Geheimnisse des Göttlichen Worts ausgelegt habe, unter dreifachem Bann bestätigt worden.
Actum anno dominicae incarnationis Milusimo LXXVIIII, indictione secunda. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original




[1080-1106]
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Brüder Hezel und Einelen von Westheim schenken eine Eigenbehörige an ihre Schwester, Ehefrau Rodegers von Darpethe, von welcher sie durch ihre Mutterschwester, Ehefrau des Bäckers von Niedermarsberg (Herehusen), gekauft und dem hl. Petrus als Altarhörige überwiesen wird.
Quod actum est sub Marquardo abbate et Hiddicone comite. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Überlieferungsart: Original



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