Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
1. TERRITORIEN DES ALTEN REICHES BIS 1802/03 EINSCHLIESSLICH KIRCHEN, STIFTER, KLÖSTER, STÄDTE U. Ä.
1.1. KÖLNISCHES WESTFALEN
1.1.1. Herzogtum Westfalen
1.1.1.2. Stifte und Klöster
Stift Meschede
Stift Meschede / Urkunden
A 114u, Stift Meschede - Urkunden

1302 Juni 12
Permalink der Verzeichnungseinheit

Alheydis, Pröpstin in Meschede, verpachtet für dauernd einen Hof in Neu-Küstelberg (Novo Quistelberg) dem dortigen Kloster St. Marien für einen Zins von zwei Schillingen, wie sie in Medebach (Medebeke) gängig sind, und zwei Hühner. Die Pacht ist jährlich am Feste des Apostels Thomas zu entrichten. Wenn die Pröpstin auf das Amt einer Pröpstin verzichtet oder wenn sie stirbt, dann hat der Propst in Neu-Küstelberg das Kloster Meschede (um die Weiterverpachtung) zu bitten und für das Recht, das auf deutsch "vorehure" heißt, der Pröpstin drei Schillinge zu zahlen. Siegelankündigung der Pröpstin. Zeugen: Wilhelm famulus gen. von Neheym, Richter in Medebach, Hallenberg und Winterberg, Hermann gen, Kerl, Johannes Scolaris gen. Sidenhar.
Geschehen und gegeben 1302 Juni 12 (in die beatorum martirum Basilidis, Cyrini, Naboris et Nazarii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel bis auf Wachsrest ab.
Rückverm.: 1) dieser breib sagt van dem Schreckenberg ... (17. Jahrh.)
2) hic canon anno 1688 5. octobris per solutionem summae 25 imperialium dalerorum est mortificatus




1303 August 21
Permalink der Verzeichnungseinheit

Everhard Graf von der Mark und Everhard Graf von Limburg geben der Äbtissin und dem Konvent des Klosters Meschede (Messcede) ihre Ministerialen Jutta von Hunscede, ihren Sohn Johannes und ihre Tochter Ermegardis und erhalten dafür die Jutta von Hunscede mit ihren Töchtern Engelradis und Greta. Siegelankündigung der beiden Grafen. Zeugen: Johannes von Lermere, Richter der Grafen in Iserlohn (Lon), Bertold von Thunen, Richter der Grafen in Hamm (Hammone), Engelbert gen. Hauere.
Datum 1303 August 21 (feria quarta post assumptionem beate Marie virginis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Grafen von der Mark (nur Viertel) und das des Grafen von Limburg (beschäd.) anhängend




1306 Juni 19
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln teilt der Pröpstin, Dekanin und dem Konvent des Stifts (ecclesie secularis) Meschede mit: Nach dem Tode der Äbtissin Agnes am 7. April 1306 (feria quinta post festum Pasche) bedürfe das Stift schneller Hilfe, da es durch den Verlust vieler Güter sehr verarmt sei. Auf die schriftliche Bitte des Konvents bestimmt der Erzbischof seinen Verwandten Johann von Arnesberg, Kanoniker von St. Servatii in Maastricht (Traiectensis) in der Lütticher Diözese, zum Verwalter und Verteidiger der Einkünfte und Rechte des Stifts. Wenn im Augenblick wegen des Mangels an Gütern keine Äbtissin gewählt werden kann, so soll dieser Edelherr Johannes anstelle der Äbtissin in der Verwaltung der weltlichen Dinge und der Übertragung der Pfründen mit und ohne Seelsorge dem Stift vorstehen. Die Vasallen, Ministerialen und sonstigen Leute des Stifts haben ihm wie der Äbtissin zu gehorchen. Er darf von den Gütern des Stifts nichts veräußern, sondern hat entfremdetes Gut wieder zurückzugewinnen, wie er sich durch den Eid vor den Kanonissen und den Prälaten des Erzbischofs verpflichtet hat. Auf Aufforderung hat er dem Erzbischof oder dessen Untergebenen Rechnung zu legen. Dem Stift bleibt es vorbehalten, eine neue Äbtissin zu wählen, wenn Johannes die Verwaltung niedergelegt hat. Der Erzbischof behält sich die Absetzung des Administrators vor, wenn dieser nachlässig ist. Der Erzbischof überträgt der Dekanin die Verwaltung der geistlichen Dinge, insbesondere die Handhabung der Disziplinargewalt und die Sorge für den Gottesdienst.
Datum Köln 1306 Juni 19 (die dominico ante festum nativitatis beati Johannis Baptiste)
Köln (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab.
Druck: Seibertz UB II 512, Wigands Archiv VII Nr. 85; Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 162




1307 (1306) Februar 13
Permalink der Verzeichnungseinheit

Ritter Hunold von Plettenbragt bekundet, er habe zwar dem Johannes von Medebike, Bürger in Soest (Susato), sein Recht an dem Haupthof "Witenchusen" [Wüstung, in der Urkunde von 1068 (Seibertz UB Nr. 29) mit dem Zusatz "ecclesie Odingen pertinentem scilicet in pago Sosaciensi iacentem"
nach Schoppmann, Flurnamen des Kreises Soest (Soester Zeitschr. 52, 1936, S. 34) kommt der Flurname Wieting in der Gem. Brockhausen vor; vergl. auch Koske, Bördekataster von 1685] und den dazu gehörenden Gütern unter der Bedingung des Wiederkaufrechts verkauft, das Recht aber, das die Kirchen in Meschede und Oedingen (Odinge) an diesem Hof und den dazugehörenden Gütern hätten, habe er weder verkauft noch verpfändet noch leiste er irgendeinem der Erben und Nachfolger des Johannes betreffs dieses Rechtes Garantie. Vielmehr entzieht er diesem Teilrecht (beneficio ipsius iuris) ausdrücklich die Garantie (dewarando). Siegelankündigung des Ausstellers.
Datum 1307 (1306) Feb. 13 (in crastino dominice Invocavit) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab




1310 Mai 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln bekundet: Das Stift Meschede an der Ruhr (Ruram) sei durch Schenkungen von Kaisern, Königen und Edelherren mit Gütern ausgestattet worden. Durch Verfügungen (auctoritate) seiner Vorgänger umfaßte es 20 weltliche Kanonissen und zehn Kanoniker. Es sei durch eine Äbtissin, die in der gen. Zahl eingeschlossen sei, regiert worden. Zu Kanonissen durften nur Personen aufgenommen werden, die von beiden Elternteilen her edelfrei oder frei waren. Die Kirche, die auf dem Land ohne eine Befestigung errichtet worden war, sei durch die Schlechtigkeit der Nachbarn und Feinde an Gütern und Rechten ausgehöhlt worden. Schließlich seien Zucht und Sitte so verdorben, daß aus dem Haus Gottes ein Haus von Dirnen wurde, was man besser aus Scham verschweige. Die Kanonissen dieses Stifts seien von den Menschen so sehr verachtet worden und das Stift sei zu solcher Armut gelangt, daß edelfreie Personen nicht gefunden werden konnten, die unbesetzte Präbenden annehmen wollten. Aus diesem Grunde sei auch das Amt der Äbtissin seit vier Jahren unbesetzt, und niemand konnte gefunden werden, der in der Lage wäre, die Last der Regierung zu übernehmen. Daher habe auch der Gottesdienst aufgehört. Obwohl der schlechte Ruf des Stifts offenkundig sei und auch häufig Klagen zu ihm gelangten, habe er sich in die Nähe von Meschede begeben. Er habe die Pröpstin Aleydis und die Kanonisse Megthildis von Sponheim (Spainheym) in die Stadt Soest (Susaciensi) zitiert. Diese hätten den Sachverhalt zugegeben. Später habe habe er einen Inquisitor mit einem Notar zum Stift Meschede gesandt, die dieselben Aussagen von den wenigen noch vorhandenen Kanonissen erhielten. Trotz großer Bedenken wegen der glänzenden Vergangenheit des Stifts sei er zu der Überzeugung gelangt, daß das Stift unter einer weiblichen Herrin nicht mehr in den früheren Zustand gebracht werden könne. Mit Zustimmung der Pröpstin, Dekanin und der übrigen Kanonissen, die nur die Bitte äußern, daß in ausreichender Weise für ihren Lebensunterhalt gesorgt werde, und mit Zustimmung seiner führenden Leute (prioribus nostris) und auf den Rat anderer kluger Leute setzt der Erzbischof fest: Der Konvent der Kanonessen wird aufgehoben. An ihre Stelle wird keine andere Person aufgenommen. Eine von anderer Seite erfolgte Aufnahme ist ungültig. Zur Wiederaufnahme des Gottesdienstes wird, ein Kollegiem von weltlichen Kanonikern eingerichtet. Die Zahl der Kanonikate beträgt 15. Die Güter, die früher zur Abtei, zur Propstei, zu den Pfründen der Kanonissen und Kanonikern des Stifts gehörten, werden zu einem Stock zusammengelegt. Davon werden für den jeweiligen Propst nach der Gewohnheit des Landes Einkünfte von 50 Mark Pfennigen, wie sie bei Meschede üblich sind, abgetrennt, wobei die Propstei als 15. Präbende zählt. Die übrigen Einkünfte und Güter werden zu gleichen Teilen in 14 Präbenden aufgeteilt. Die Verwaltung dieser Güter bleibt beim Dekan und Kapitel. Die Rechte der Dignitäten und Ämter, nämlich des Propstes, Dekans, Scholasters, Thesaurars und Cantors werden neu festgelegt. Dem Propst stehen die Rechte und Herrlichkeiten (dominia), die Belehnungen der Ministerialen und der anderen treuen Leute und die Vergabe der Güter zu, die früher zur Abtei und Propstei gehörten, und er kann dies alles nutzen. Die Lehen der früheren Propstei verbleiben bei ihm. Das Dekanat der Christianität Meschede, das die Äbtissin jemandem anzuvertrauen pflegte, soll der Propst, sobald es das nächste Mal frei wird, entweder selbst leiten oder durch einen Kanoniker des Stifts leiten lassen. Von den Einkünften des Dekanats hat er dem Thesaurar jährlich zu Martini sechs Mark zur Verbesserung der Einkünfte der Thesaurarie zu geben. Für die Erhaltung der zum Stift gehörenden Güter und Menschen hat er sich besonders zusammen mit dem Dekan und Kapitel einzusetzen, da er an Rang und Menge der Einkünfte den übrigen Kanonikern voransteht. Dies hat in Einklang mit den Beschlüssen (placita) des Stifts zu geschehen. Für den Dekan, Scholaster und Cantor sollen besondere Einkünfte bestimmt werden, wie es die Möglichkeiten des Stifts erlauben. Dekan und Scholaster sollen die doppelten Präsenzgelder erhalten. Nach dem Propst soll der Dekan die erste Stelle im Chor und Kapitel einnehmen, danach soll der Scholaster folgen. Damit die frühere Zuchtlosigkeit vermieden wird und die neuaufzunehmenden Kanoniker stärker zum Gottesdienst verpflichtet werden, ordnet der Erzbischof an, daß von den 15 Präbendeninhabern sieben Priester, vier Diakone und die restlichen Subdiakone sein müssen. Kein Kanoniker darf in den Genuß seiner Einkünfte gelangen, wenn er nicht den Weihegrad hat, den seine Präbende vorschreibt, und wenn er nicht persönlich Residenz hält. Die Wahl der Prälaten, deren Bestätigung sich der Erzbischof vorbehält, die der Kanoniker und der Benefizianten, die früher der Äbtissin zustand, soll nun Sache des Kapitels sein. Die Personen müssen mindestens 25 Jahre und betreffs Charakter und Kenntnissen geeignet sein. Der Propst soll von der Last eines Dekans frei bleiben. Zu den Wahlen von Prälaten und Kanonikern soll er nicht gerufen werden. Wenn er kommt, ist er zuzulassen. Die Kanoniker sollen nur würdige Prälaten wählen. Die betreffenden Personen müssen mindestens 25 Jahre alt oder Kanoniker sein. Sie müssen die heiligen Weihen haben oder vor dem Empfang der Einkünfte zu diesen gelangen können. Wenn jemand gegen diese Vorschrift zum Prälaten oder Kanoniker gewählt wird, ist die Wahl ungültig und die Kanoniker verlieren für dieses Mal ihr Wahlrecht. Siegelankündigung des Erzbischofs und des Kölner Domkapitels.
Geschehen und gegeben 1310 Mai 18 (quintodecimo Kalendas Junii) als Heinrich als König der Römer regierte. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf.,Perg., lat.
Siegel des Kölner Erzbischofs und des Domkapitels (beide restauriert) an rotgrünen Seidenfäden anhängend.
Druck: Seibertz, UB II Nr. 535, weitere Angaben siehe Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 510.
Bestätigung und Transsumpt der Urkunde in Nr. 126 1386 Okt. 1




1310 Mai 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln bekundet, er habe die Kirche in Meschede (Mesgedensem), die einst von einer Äbtissin geleitet und von Kanonissen bedient wurde, umgewandelt und dort einen Propst und weltliche Kanoniker eingesetzt. Die von den Kanonissen beobachteten alten Gewohnheiten hebt er auf, da sie für das männliche Geschlecht nicht passend sind. Die Privilegien und Freiheiten, mit denen diese Kirche von Anfang an ausgestattet war, überträgt er mit der Kirche den Kanonikern und bestätigt ihnen alle Rechte, Güter, Besitzungen, Freiheiten und Privilegien, die dieser Kirche durch Fürsten geschenkt, von den Vorgängern des Erzbischofs verliehen oder von Gläubigen übertragen wurden. Die Kanoniker sollen die kirchliche Immunität genießen, die vorher für die Kirche und die Wohnungen der sich dort aufhaltenden und bepfründeten Personen galt. Unter der Strafe der Exkommunikation verbietet der Erzbischof, die Kanoniker zu belästigen und ihre Freiheiten zu beeinträchtigen. Da wegen der Umwandlung des Status des Stifts und zur Wiedergewinnung (restaurationem) der Güter Spenden (contributione et elemosinis) der Christgläubigen nötig sind, trägt der Erzbischof allen Verehrern des wahren Glaubens zur Buße für ihre Sünden und allen, die in das Stift neu eintreten, auf, zur reicheren Ausstattung des Stifts mit Einkünften beizutragen. Schließlich soll nach dem Willen des Erzbischofs das Stift Meschede die vom Stift St. Andreas in Köln beachteten Gewohnheiten haben. Nach ihnen sollen die Kanoniker zur Ordnung gerufen werden (disciplinentur). Siegelankündigung des Erzbischofs.
Datum 1310 Mai 18 (quinto decimo Kalendas Junii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg.,lat.
Siegel des Kölner Erzbischofs (beschädigt) mit Rücksiegel an rotgrünen Seidenfäden anhängend.
dabei Abschrift des 16. Jahrh.
Druck: Seibertz UB II Nr. 536; weitere Angaben bei Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 511




1310 Mai 20
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln trägt dem Propst Johannes und dem Kollegium der Kanoniker des Stifts Meschede auf, den noch vorhandenen früheren Kanonissen bei ihrer Anwesenheit jeweils vier Mark Renten, wie sie um Meschede gängig sind, bei ihrer Abwesenheit aber drei Mark zu bezahlen, und zwar zu zwei Terminen, nämlich zu Michaelis und zu Walburgis. Auf diesen Betrag beläuft sich nämlich die Schätzung der Präbenden in diesem Stift zur Zeyder erzbischöflichen Verfügung. Aus dieser sollen sie betreffs ihrer Einkünfte keinen Nachteil erleiden, sondern so viel erhalten, wie sie zum Unterhalt (ut stipendia) bekommen, wenn sie sich in einen Stand begeben, der ihrer Regel entgegengesetzt ist. Siegelankündigung des Erzbischofs.
Datum Köln (Colonie) 1310 Mai 20 (XIII° Kalendas Junii).
Köln (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab.
Druck: Seibertz UB II Nr. 537, weitere Angaben bei Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 512




1312 Januar 14
Permalink der Verzeichnungseinheit

Papst Clemens V. bestätigt auf Bitten von Propst, Dekan und Kapitel der, Mescheder Kirche diesen alle Freiheiten und Immunitäten, die ihnen von seinen Vorgängern durch Privilegien oder sonstwie verliehen wurden, ferner alle Freiheiten und Exemptionen von weltlichen Forderungen, die ihnen von Königen, Fürsten oder anderen Christgläubigen zugestanden wurden.
Datum Vienne 1312 Jan. 14 (XVIIII Kalendas Februarii pontificatus nostri anno septimo).
Vienne (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Bleibulle des Papstes Clemens V. an rotgelben Seidenschnüren anhängend




1313 August 19
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Schwestern Ermengardis und Agnes, die Töchter des Ludolph gen. Gropen von Gudenborgh, ehemalige Kanonissen der weltlichen Kirche Meschede, bekunden, Erzbischof Heinrich von Köln habe die Personen des Stifts Meschede ausgetauscht und mit Zustimmung des Konvents der Kanonissen, zu dem sie damals gehörten, ein Kollegium von Kanonikern an dieser Kirche eingerichtet. Dabei habe er jeder der Kanonissen als Kompetenz bei Anwesenheit Einkünfte von vier Mark und bei Abwesenheit von drei Mark zugestanden, die von den Kanonikern an bestimmten Terminen zu zahlen waren, wie es die vom Erzbischof ausgestellte Urkunde enthält. Die Schwestern meinen, sie könnten ohne Verletzung des Gewissens diese Einkünfte nicht lange in Empfang nehmen, da sie dafür keinen Gottesdienst leisten. Daher verzichten sie auf diese Einkünfte und erhalten dafür von den Kanonikern 20 Mark reinen Silbers. Dieser Verzicht erfolgt mit Zustimmung und auf Geheiß ihres gen. Vaters, ihrer Mutter Gertrudis, ihrer Brüder Conrad, Hermann, Johannes und Ludolph sowie ihrer Oheime mütterlicherseits, des Priesters Hermann und des Ritters Werner gen. von Besse. Siegelankündigung des Vaters Ludolph, des Oheims Werner von Besse, der Edelherren und Ritter Heinrich von Roderichsen, Werner von Gudenborgh, Everhard gen. Wulf (Wlfh) und Stephan von Scardenbergh.
Datum 1313 Aug. 19 (dominica post assumptionem beate Marie virginis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat, mit Transfix vom gleichen Tage
von den ursprünglich vorhandenen Siegeln nur das 3. (Scardenberg) und das 4. (... DE GUDEN ...; im Bild ein Wolf?) anhängend




[1313 August 19]
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Brüder Werherus und Grope, die Söhne des Ludolf gen. Gropen von Gudenbergh, erklären, daß der im Hauptbrief geschehene Verzicht mit ihrer Zustimmung erfolgt ist. Zur Besieglung benutzen sie das Siegel ihres Vaters. Datum wie im Hauptbrief. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Siegel ab




(1314) 1534
Permalink der Verzeichnungseinheit

Güterverzeichnis des Hauphofes Drasenbeck
Iura et pertinentie curtis in Drasemecke [Drasenbeck] in parrochia Remelinchusen [Remblinghausen] anno Domini millesimo trecentesimo decimo quarto dicte curti consignata, quorum Judocus modernus schultetus est et fuit in possessione anno Domini millesimo quingentesimo trecesimo quarto.
Item curtis in Dramecke [Drasenbeck] dare solebat collegiate ecclesie sancte Walburgis Meschedensi semiocto maldra havene maioris mensure, et nunc ex gracia dat septem maldra havene, item uno anno adducet dimidium plaustrum vini de Lympurch [Limperich] usque Messchede, pro quo dabit duos florenos et sex solidos alternis annis, item altero anno tenetur dare novem denarios pro winschaer, item pro porcis septem solidos et quatuor denarios Martini, item quatuor plaustra lignorum Martini, item undecim pullos uno anno, altero anno decem pullos Martini, item quinque uncias ovorum Pasche, item sex denarios ad mandatum in Cena Domini, et villicus habebit unam semellam de novem quadrantibus, item custodibus prefate ecclesie Messchedensis sex denarios, item Martini rehabebit semiduas quartas vini. Dusse nabeschrevenen hove sin behorich in den hoiff tho Drasemecke und tho dem hove gewiset anno Domini dusent driehundert verteine: Item int erste tho Drasemecke eyne hove, ist die derde deill des hoves boven der straete her, wanner die Schulte den selfften derden deill by deme hovet hove weder hebben wolde, sall emme dar neyne insperunge invallen, weret ock sake, sodan derde deill wyder uthgedan worde, sall mit der swinedrifft nicht hoger dan mit twen swinen berechtiget sin, der marck sall sich die hoiff gebruken und anders neymantzs, wanner dusse vurgescreven derde deill van dem Schulten werth uthgedain, sall deme schulten doin alle iare eyn malder haveren, twe honer, twintich egger und eynen dach tho meiggen. Item eyne hove tho Heerdinchusen [am Rande hinzugefügt: berechtiget und bemarckt mit dem derde dele der marck des holtes] [Heringhausen], gelegen by der capellen, gebruket die schulte to Dramecke selver und gevet nicht dar van; ist dar noch tobehorich ene wese, gelegen boven Kottinchusen [Köttinghausen, Gem. Remblinghausen], noch en morgen landes boven der selver wese gelegen, noch twe wese, gelegen in der Eugge [Enge?], noch twe lendere ock in der Eugge gelegen, noch veer lendere up der anderen siiden, gelegen boven dem Berckhove, all in deme kerspell van Remelinchusen, noch veer morgen landes, gelegen up der Ffrenckert [Frenkert?]. Item uth dem Nederen gude tho Ffrylinchusen [Frielinghausen, Gem. Remblinghausen] ses pennunge, boren die coster in dem munster tho Messchede, wie vurgemelt van wegen des schulten tho Drasemecke. Item tho Westeren Bodeuelde [Westernbödefeld] in deme kerspell Bodeuelde [Bödefeld] gelegen eyne hove landes, ist berechtiget mit dryfft, in water, in weide, ock mit der marck, ist tentfry, liedich und los, gevet neymandes noch gelt noch anders, dan allene deme hove tho Dramecke als tein scheppell haveren, twe honer und twintich eigger. Item tho Sielinchusen [Siedlinghausen] in dem kerspell Brunskappell eyne hove, gelegen by der capellen, hevet den sevendendeill der veltmarcke aldair tho Sielinchusen in berge, in dale to gebruken, gevet tein scheppel haveren alle iare und twe punt vlasses. Item noch in dem selfften kerspell Brunskappell gelegen eyne wese und eyn landt, gebruket van des schulten vurgemelt wegen, die dussen upgemelten sevendeill der vurgemelten hove underhevet, ist gelegen tho Wolfferinchusenl [Weiferinghausen oder auch Wulferinchusen: Wüstung im Namelosetal hart oberhalb von Siedlinghausen] in der woisten. Item tho Nedenkercken [Negerkirchen, Pfarrort an den Quellen der Neger, im 15. Jahrhundert wüst, vergl. Seibertz, Blätter zur näheren Kunde Westfalens, 1866, Nr. 11, S. 37 ff] in der Romeker marcke eyn landt gelegen und eyn weseplas, hevet ock in gebruke dusse negest vurgemelte in der selfften pechte mit dem sevendeile der hove. Item in dem dorpe Brunskappell eyne hove gelegen mit ackeren und wesen, ock mit alle erer gerechticheidt, gevet deme schulten vurgemelt alle iare tein Schillinge geldes und twe punt vlasses. Item tho Herdinchusen [Heringhausen] in deme kerspell Velmede gelegen eyne hove in dem dorpe vor der bruggen mit erer tobehoringe, ock mit der marcke, in holte, in water, in weide, ist eyne vullenkommen hove, berechtiget mede in der marcke geliick anderen hoven, gevet deme schulten vurgemelt alle iare eynen malder haveren. Item in der Helle in dem kerspell van Reiste noch gelegen eyne hove by Bosinchusen [Beisinghausen] mit aller gerechticheidt als ock vurgemelt in dem Latino angetekent, ist liedich und lois mit acker und mit wesen, gevet deme schulten vurgemelt alle iare twe malder haveren. Item uth deme hove tho Ouerenholte [Oberste Holte] in dem kerspell tho Heesschede [Herscheid] in dem lande van der Marke gelegen boret eyn ider schulte tho Drasemecke achtein pennunge, sollet deme schulten vurgemelt op sent Mertins avent sunder entgeltnusse behandet werden to bate der seven Schillinge, hey tho Messchede op sent Mertins avent betalen moith, welcker hove nu tortiidt besittet, tielet und buwet N. Item alle und ider iars boret ock die vurgemelte schulte to Drasemecke up donnerstach in der Crutzewecken anderenhalven penninck von sinem lande up dem Auuer boven dem garden up andersiith dem water by der Staelmecker hove. Item alle dusse vurgemelten hove hebben ere betymmerde salstede. Item wanner dusser vurgemelten hovelinge sich eyner up die hove bestaden worde, sall geschein mit wetten und willen des dickgemelten schulten tho Drasemecke. Item wanner ock dusser vurgemelten hovelinge eyner van des schulten gude und hove tein worde und deme schulten nicht wolde affwynnen off nicht lenger pechte geven wolde, wanner sulcks geschege, sall die hovelinck allet dat er tuast und nagelvast ist, tor stede laten laten dem schulten tom besten. Item [gleichfalls am Rande nachgetragen] to Rollinchusen [oder zu Raulinghausen im Kirchspiel Negerkirchen oberhalb Siedlinghausen, vergl. Seibertz, Blätter zur näheren Kunde Westfalens, 1866, Nr. 11, S. 98] gelegen eyne hove mit aller erer tobehoringe, den sestdeill der gantzen veltmarcke nicht dar van uthbescheden, gevet in den hoff Drasemecke vertich hoeffiseren, alle gelegen in dem kerspell tor Nerenkercken. Item to Wolfferinchusen [Siehe Nr. 13] noch ene hove mit alle erer tobehoringe den achterdendeill der gantzen veltmarcke nicht dar van uithbescheden, gevet tor pacht in den hoff to Drasemecke alle iare vyff raitschenne, gelegen in dem kerspell to Brunskappell.
Item die fiisscherigge van der Lorincker [oder Loirmeker Mark] marck bith an den kerkhoiff to Herinchusen [Höringhausen, Gem. Remblinghausen] ist deme hove to Drasemecke tobehorich, beheltlich doch so wey mit gebruicklichem acker sich dar by sibben konde, sall des waters gebruken so breith und lanck, als dat acker an dat water stoth. Item beneden der kercken to Drasemecke soll der naber to fysschen neyne gerechticheith hebben, dan allene die hoiff to Drasemecke. Item des mandages in der Crutzewecken sall der schulte to drasemecke uith Staelmeckes hove alle iare boren enen hellinck, sall der schulte vurgemelt dinxtages volgens deme koster van Messchede by deme hilligen Crutze to Remelinchusen geven [gleichfalls am Rande nachgetragen]
Angesein nachdeme und dewile das der hoiff tho Drasemecke in kort verruckeden iaren, dat principaill bewonte huis, gair und deger in grunde verbrant ist und alle siegell und breve, rollen, nottulen up des hoves gerechticheidt haldene in dem selfften fuere oick mede verbrant und verkommen sint, off das dan der selvige schulte sine gerechticheidt, ingehoir und upkompste deme selven principaill hove nigge bewis, register eider rollen, dar uith hey und sine nachkommen schulten die selven gerechticheidt wetten undertohalden und intzoforderen, sin dusser register und rollen twe geliick ludende gemaket und mit ener handt geschreven und dorch die warde "Salve Sancta Crux" uith ein ander gesneden, der dan decken und capittel to Messchede ein behalden und deme schulten tho Drasemecke die ander gegeven (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Chirograph, Perg., teils lat., teils deutsch




1316 Dezember
Permalink der Verzeichnungseinheit

14 gen. Erzbischöfe bzw. Bischöfe verleihen der Kirche St. Walburgis in Meschede einen Ablaß von 40 Tagen, und zwar allen, die Buße tun und an folgenden Festen die gen. Kirche besuchen: an allen Festen von St. Walburgis, am Feste von Christi Geburt, Epiphanie, Karfreitag, Auferstehung, Himmelfahrt, Pfingsten, allen Marienfesten, an den Festen Petri und Pauli, und aller anderer Apostel und Evangelisten, Kreuzauffindung und Kreuzerhöhung, Michaelis, Johannes Baptista, Nicolaus, Martini, Christopherus, Gereon und seiner Genossen, Maria Magdalena und Katherina, zu Allerheiligen und am Kirchweihfest bzw. in der Oktav von all diesen Festen. Das gleiche gilt für die, die an Prozessionen und am Herumtragen des hl. Kreuzes am Tage nach Pfingsten teilnehmen oder die das hl. Öl und den Leib des Herrn begleiten, wenn sie zu Kranken getragen werden, die in der Todesstunde dieser Kirche ein Vermächtnis machen oder sonst etwas spenden für die Kirchbaukasse, das Geleucht und die Ornamente. Dieser Ablaß gilt unter der Voraussetzung, daß der Diözesan zustimmt. Siegelankündigung der Aussteller. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat., mit Transfix von 1319 Aug. 19
die 14 Siegel der Bischöfe anhängend.
Vermerk auf der Plica: Summa indulgentiarum 560 dies




1317 August 16
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heydenricus, Cantor der Soester (Susaciensis) Kirche, erklärt als vom Apostolischen Stuhl bestellter Richter für die der Mescheder Kirche entzogenen Güter, Dekan und Kapitel zu Meschede hätten die Witwe des Theodericus von Ergest wegen der der Kirche in Meschede entzogenen Pensionen vom Haupthof in Ergste (Ergest) vor sein Gericht gezogen. Die Witwe habe nachgegeben und bekannt, sie sei verpflichtet, dem Stift jährlich drei Malter Weizen Arnsberger Maßes von dem Hof zu entrichten. Siegelankündigung des Richters.
Datum 1317 Aug. 16 (crastino assumptionis beate Marie virginis). Zeugen: Everhard von Meninchusen und Erenfrid von Bredenole, beides Ritter, Albert, Vikar in Soest, Engelbert von Hegenscede, die Brüder Bernhard und Hermann gen. Nase, Hermann gen. Scriuer. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Cantors (beschäd.) anhängend.
Rückverm.: in Ergest curtis Beirhoff




1317 Oktober 03
Permalink der Verzeichnungseinheit

Papst Johannes XXII. bestätigt auf Bitten von Probst, Dekan und Kapitel zu Meschede die vom Kölner Erzbischof vorgenommene Umwandlung des Stifts Meschede in ein Kanonikerstift, wie es die vom Kölner Erzbischof und seinem Kapitel besiegelte Urkunde enthält. Datum Avignon (Auinioni) 1317 Okt. 3 (V Nonas Octobris pontificatus nostri anno secundo)
Avignon (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Bleibulle des Papstes Johannes XXII. anhängend




[um 1319]
Permalink der Verzeichnungseinheit

Verzeichnis der zum Haupthof Sassendorf gehörenden Pfennige und Güter: Der Ritter Friedrich von Sassendorp und seine Erben haben aus dem Haus gen. Krebs (cancer), gelegen zu Sassendorf (Sassendorp), jährlich am Tage nach Odelricus [Odelricus = 4. Juli] zehn Schillinge. Das Haus gen. Huockerstocke gibt am Feste von Odelricus vier Pfennige. Conrad Ottonis aus einem Salzhaus sechs Schillinge am Feste von Odelricus und sechs Schillinge zu Christi Geburt. Johannes gen. Musinc gibt aus zwei Salzhäusern des oberen Brunnens neun Schillinge zu u Odelricus und neun Schillinge zu Petri Stuhlfeier und von einem anderen Hause gibt er zu Michaelis einen Schilling von einem Salzhaus, das auch zinspflichtig ist dem Kloster Liesborn (Lysberne). Der gen. Here gibt zu Odelricus von einem Hofplatz einen Schilling. Heidenreich gen. Vuget einen Schilling zu Odelricus; Conrad und Johannes Brede 16 Pfennige zu Odelricus. Die Herren von Mülheim (Muolenhem) zu Odelricus von all ihren Gütern in Sassendorf zwei Schillinge und ein halbes Sextarium Wein von einem Hofplatz, der ihnen vom Stift übertragen wurde. Hermann Huler von einem Haus des Hospitals zu Soest (Susatensis) einen Schilling zu Odelricus. Das Haus von St. Walburgis gibt 31 Pfennige zu Odelricus. Das Haus des Herrn Radolph von Lunen acht Pfennige zu Odelricus. Von den Häusern des gen. Hogelin zwei Pfennige zu Odelricus. Gerlach von Soest (de Susato) vom Haus des kleineren Brunnen zwei Pfennige zu Odelricus. Stenkamer von einem Salzhaus einen Pfennig zu Odelricus. Der Hof des Hermann von Huone gibt fünf Schilling zu Martini. Der Hofplatz des Hartgeri vier Pfennige zu Martini. Das Salzhaus der Kanoniker zu Soest drei Pfennige zu Martini. Die Salzhäuser, die Otto und die Söhne des gen. Wendeweder besitzen und die zinspflichtig sind der Kirche in Liesborn, drei Pfennige zu Martini. Johannes und Florinus von einem Salzhaus sechs Pfennige zu Martini. Johannes gen. Ratbrachtinc von drei Morgen drei Pfennige zu Michaelis. Der Hofplatz gelegen beim oberen Teil des Soester Weges einen Pfennig zu Michaelis. Die Güter gen. Stenkamer drei Schillinge zu Michaelis und drei Schillinge zu Martini. Der Garten hinter den Salzhäusern zwölf Pfennige zu Michaelis. Der Hofplatz, gelegen über den Salzhäusern, den Otto besitzt, zwei Schillinge zu Michaelis. Die Nonnen von St. Walburgis von ihren Gütern in Opmünden (Opmene) zu Christi Himmelfahrt für ein Milchschaf einen Schilling, für ein nicht milchgebendes Schaf neun Pfennige, für ein Lamm drei Pfennige, für ein Saumtier drei Pfennige, für den Ackerbau im Frühling acht Pfennige, zu Jacobi sechs Pfennige, zu Michaelis vier Schillinge, zu Petri Stuhlfeier 27 Pfennige und 15 Unzen Tuch (uncia manipulorum), in der Oktav von Allerheiligen 1 1/2 Scheffel Weizen, sechs Scheffel Hafer, drei Hühner oder drei Pfennige, für Leinen drei Pfennige. Wer von diesen Leuten den Zins. nicht zur festgesetzten Zeit entrichtet, zahlt eine Strafe von vier Schillingen. Mehrere von ihnen sind verpflichtet, ihre Güter in jedem sechsten Jahr zu gewinnen (convenire), und zwar stets am Feste von Odelricus. (Regest)

Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Pergamentblatt, lat.




1319 Mai 04
Permalink der Verzeichnungseinheit

Heydenricus, Cantor der Soester (Susaciensis) Kirche, bekundet als in dieser Sache bestellter Richter, daß zwischen Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche und dem Ritter Friedrich von Sassendorp ein Streit bestehe über gewisse Zubehörteile und Pensionen, die zu gewissen Terminen im Laufe des Jahres vom Haupthof Sassendorf (Sassendorp) bei Soest an die Mescheder Kirche entrichtet zu werden pflegten. Unter Vermittlung der beiderseitigen Freunde kommt es zu folgender Vereinbarung: Der Ritter will dem Stift jährlich zu Michaelis 33 Schillinge in der Münze, wie sie von altersher von diesem Hof entrichtet wurde, und zwei Malter in dem Maß, wie es zu Soest üblich ist, geben, außerdem zu Purificatio Mariae (2. Feb.) 33 Schillinge und 18 Scheffel (modios) Weizen. Damit soll der Ritter mit seinen Erben von allen Abgaben befreit sein, die sonst noch früher von diesem Hof gezahlt wurden. Dem Propst zu Meschede bleiben aber seine Pensionen aus dem Hofe vorbehalten. Siegelankündigung des Dechants, des Kapitels und des Ritters.
Geschehen und gegeben 1319 Mai 4 (crastino inventionis sancte crucis). Zeugen: Johannes Snap, Kanoniker zu Soest, Albert, Vikar ebenda, Theoderich von Honrode, Ritter, und Friedrich von Mellrich (Meldrike), Knappe. (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
alle 3 ursprünglich angehängten Siegel ab




1319 August 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln inkorporiert dem Stift Meschede mehrere Pfarrkirchen (wie in der Urk. 1319 Aug. 19 mit folgenden Ergänzungen): Der Dekan des Stifts soll das Dekanat der Christianität leiten, das der Erzbischof mit dem Dekanat des Stifts verbindet. Die daraus herkommenden Einkünfte soll er zur Verbesserung der Einkünfte des Stiftsdekanats nutzen, wobei dann gewisse Einkünfte, die er bisher aus den gemeinsamen Gütern des Mescheder Stifts bezog, beim Kapitel verbleiben sollen. Diesem Kapitel (hier fehlt ein Stück). Wenn einige Höfe, die zu den gen. (vier) Pfarrkirchen gehören, für einen Zins ausgetan werden, so hat dies durch den Dekan bzw. Scholaster, Cantor und Thesaurar zu geschehen. ... Da dem Amt des Thesaurars die Sorge für die Reliquien, Ornamente und die Beleuchtung der Kirche anvertraut ist, soll das Amt durch das Kapitel, dem das Kollationsrecht zusteht, nur an einen Kanoniker vergeben werden, der tatsächlich Diakon ist. Dieser hat auch ständige Residenz in dieser Kirche zu halten. Die Priester für das Volk (forenses) dieser Kirche und die Vikare der Mescheder Kirche sollen tatsächlich Priester sein. Sie haben ebenfalls ständig Residenz zu halten, damit sie an den einzelnen Stundengebeten in der Nacht und bei Tage gemäß ihren Verpflichtungen teilnehmen können. Wenn sie nach einer Mahnung nicht innerhalb von sechs Wochen von einer Abwesenheit zurückkehren, um die Dienste für ihre Pfründen zu leisten, sind sie von diesen zu entfernen und andere an ihre Stelle zu setzen. Siegelankündigung des Erzbischofs. Geschehen und gegeben zu Bonn (Bunne) 1319 Aug. 11 (in crastino beati Laurencii martiris).
Bonn (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Gleichzeitige Abschrift (Datum per copiam), Perg., lat.
Sekretsiegel des Erzbischofs anhängend.
Druck: Seibertz UB II Nr. 158; Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 1127




1319 August 19
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln bekundet, er habe das Kanonissenstift Meschede mit Zustimmung des Domkapitels in ein Stift von Kanonikern umgewandelt. Die Kanoniker bemühten sich, durch ständige Residenz der Bepfründeten im Gottesdienst dem Herrn zu dienen. Leider seien durch die Nachlässigkeit der früheren Kanonissen viele Güter verloren gegangen, so daß die Kanoniker von den vorgefundenen Einkünften nicht unterhalten werden könnten. Aus diesem Grunde inkorporiert der Erzbischof einige Kirchen, bei denen das Präsentationsrecht der Mescheder Kirche zusteht, unter der Voraussetzung, daß die Seelsorge nicht leidet, und zwar dem Dekanat die Kirche in Hellefeld (Helevelde), der Scholasterie die in Calle, der Cantorie die in Remblinghausen (Remelinchusin) und der Thesaurie die in Eslohe (Esleue). Dies geschieht mit Zustimmung des Domkapitels. Die gen. Dignitäre haben bei einer Vakanz dieser Kirchen dem zuständigen Archidiakon geeignete Personen zu präsentieren. Diese müssen mindestens 25 Jahre alt sein und innerhalb Jahresfrist zum Priesterstand gelangen. Sie haben an diesen Orten persönlich zu residieren. Wenn dies nicht eingehalten wird, ist die Vergabe ungültig und geht für diesen Fall an den Erzbischof über. Aus der Kirche in Hellefeld sind dem Dekan drei Mark, aus der in Calle dem Scholaster drei Mark, aus der zu Remblinghausen dem Cantor zwei Mark und aus der zu Eslohe dem Thesaurar vier Mark, weil diesem auch die Pflicht der Beleuchtung obliegt, von den Rektoren dieser Kirchen jährlich zu entrichten. Die übrigen Einkünfte der Kirchen stehen den Rektoren zu, damit sie in der Lage sind, die Seelsorge auszuüben, Gastfreundschaft zu gewähren und von den Zehnten den Oberen, nämlich den Prokuratoren und Gehilfen des Apostolischen Stuhls und seiner Legaten, denen des Erzbischofs, des Archidiakons und des Synodaldekans genüge zu tun, wenn sie dienstlich (in negotiis) mit diesen Kirchen zu tun haben. Die Rektoren müssen wie vor der Inkorporation die Lasten tragen können, die ihnen nach Recht oder Gewohnheit auferliegen, damit die Rechte der Oberen nicht geschmälert werden. Damit auch die Inkorporation der Mescheder Kirche insgesamt nützt, verlieren, die Dignitäre, sobald sie die Einkünfte auf Grund der Inkorporation erlangt haben, die anderen Einkünfte, die sie aus den gemeinsamen Gütern des Stifts wegen ihrer Dignitäten und Ämter beziehen. Die anderen Kirchen in Horn (Hornen), Mellrich (Melderike), Meschede, Reiste (Reyste) und Eversberg (Eversperge), bei denen früher die Äbtissin das Präsentationsrecht besaß, weist der Erzbischof dem Propst zu, damit er das Präsentations - bzw. Kollationsrecht wahrnehme. Die Kirchen darf er nur an geeignete Personen vergeben (wie oben). Siegelankündigung des Erzbischofs und des Domkapitels.
Geschehen und gegeben zu Bonn (Bunne) 1319 Aug. 19 (dominica post assumptionem beate Marie virginis)
Bonn (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Erzbischofs anhängend, das Siegel des Domkapitels ist nie angehängt worden
Druck: Seibertz UB II Nr. 576 (mit einigen Fehlern), weitere Angaben siehe Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 1130




1319 August 19
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln erklärt den der Kirche in Meschede verliehenen Ablaß für gültig und gibt als Diözesan seine Zustimmung.
Datum 1319 Aug. 19 (dominica post assumptionem beate Marie virginis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Siegel des Erzbischofs (beschädigt) anhängend




1319 August 22
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln bekundet, ihm sei von Dekan und Kapitel zu Meschede durch ihren bevollmächtigten Scholaster Franco [vergl. J. Evelt, Über den Scholaster Franco von Meschede, in: Westf. Zeitschrift 23, 1863, S. 295 ff] folgende Bitte vorgelegt worden: Wegen der Neuheit der Umwandlung des Stifts habe der Erzbischof in seiner Festlegung (ordinatione) mit dem + Propst Johannes diesem die Vergabe der Präbenden, die zu seinen Lebzeiten vakant werden, überlassen, damit er umso energischer für die Erhaltung des Zustands des Stifts sorge. Nach seinem Tode sei auf Grund dieser Verfügung das Übertragungsrecht auf das Kapitel übergegangen. Da dem jetzigen Propst Walram die Abwehr verschiedener Angriffe (insultibus) zur Erhaltung des Stifts in der vom Erzbischof festgelegten Weise obliege, seien die Kanoniker der Ansicht, daß er die Möglichkeit haben müsse, sich durch Gnadenbeweise anderen dankbar zu erweisen. Unter dem Vorbehalt, daß die ursprüngliche Verfügung des Erzbischofs gewahrt bleibt, bitten die Kanoniker den Erzbischof, dem Propst vom Tage seiner Bestätigung durch den Erzbischof für zehn Jahre die Vergabe der in dieser Zeit freiwerdenden Pfründen zu übertragen. Der Erzbischof genehmigt die von dem Scholaster schriftlich vorgetragene Bitte. Der Propst darf aber Präbenden nur an geeignete Personen gemäß der ursprünglichen Verfügung des Erzbischofs vergeben. Nach Ablauf der zehn Jahre bzw. nach dem Tode des Walram kehrt das Vergaberecht wieder an das Kapitel zurück. Der Propst oder seine Nachfolger haben dann keine Ansprüche mehr darauf, da das, was aus Gnade gewährt wird, anderen keinen Schaden bereiten darf. Wenn die Kanoniker dem Propst auf Lebenszeit oder auf befristete Zeit einen Beitrag zuerkennen (in contributione aliqua facienda eidem ... fecerint) zur Unterstützung der Lasten gegenüber den von altersher von der Mescheder Kirche belehnten Beamten (ad supportandum onera officiatorum ab olim infeodatorum ab ecclesia Meschedensi) und der Lasten, die die Äbtissin zu tragen hatte, so ist ihnen dies überlassen, wenn sie Sorge tragen, daß die ursprüngliche Verfügung des Erzbischofs nicht beeinträchtigt wird. Zeitliche Unterstützungen dürfen nämlich ewigen Verfügungen keinen Schaden zufügen. Siegelankündigung des Erzbischofs.
Datum 1319 Aug. 22 (in octava assumptionis beate Marie virginis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Erzbischofs (beschäd.) anhängend.
Druck: Seibertz UB II Nr. 577 (mit falschem Datum); Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 1132




1323 März 15
Permalink der Verzeichnungseinheit

Walram von Arnsbergh, Propst, Degenhard, Dekan, Franco, Scholaster, und das Kapitel von St. Walburgis zu Meschede übergeben zur Herstellung des Friedens zwischen dem Stift und den Soestern Bürgern der Witwe des Reynikin gen. Wenken in Röllingsen (Rolenchusen) zwei Hufen, dem Johann von Hattrop in Ampen (Andopen) zwei Hufen, dem Alten Hospital in Soest zwei Hufen, der Schwester des Heinrich de Aquis ebenda zwei Hufen, dem Heinrich von Vrowendorp ebenda eine Hufe, dem Heinrich Went ebenda eine halbe Hufe, dem Johan Musschen in Epsingsen (Ebdeschinck) eine halbe Hufe, dem Albert Muschen ebenda eine halbe Hufe, dem Heinrich Darman ebenda eine Hufe und einen Kotten (casam), dem Gerhard Pot ebenda einen Kotten, dem Heinrich Darachtene in Ost-Önnen (Oistunen) eine Hufe, dem Lambert Vare und Hermann von Werle eine Hufe in Theiningsen (Thedinchusen), dem Theoderich Vi(n)gil, Schmied, eine halbe Hufe ebenda, dem Sifrid Stenkulere ebenda eine halbe Hufe. Die Genannten sind alles Soester Bürger. Sie sollen die zum Haupthof Epsingsen gehörenden Güter für den alten und gewöhnlichen Zins innehaben, der der Mescheder Kirche und dem Haupthof zu den bestimmten Zeiten gezahlt zu werden pflegt. Wenn eine von diesen Personen stirbt, darf niemand vom Stift oder im Namen des Stifts Ansprüche auf den Nachlaß das Verstorbenen geltend machen, was auf deutsch "Herwede" oder "Gerade" heißt. Der nächste Erbe des Verstorbenen ist zum Besitz der Güter zuzulassen. Er hat für die Einsetzung (investitura) dem Probst vier Schillinge in Soest gängiger Münze für eine ganze Hufe zu entrichten, für eine halbe Hufe aber zwei Schillinge. Siegelankündigung des Probstes und des Kapitels.
Datum 1323 März 15 (feria tercia post dominicam, qua cantatur Iudica) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift um 1500, Papier, lat




1323 Dezember 20
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm, Propst, Degenhard, Dekan, und das Kapitel der Mescheder Kirche bekunden, zwischen ihrer Kirche und den Brüdern und Knappen Friedrich und Gerhard von Mellrich (Melderike), den Meiern bzw. Erbpächtern des Haupthofes des Stifts in Horn (Hornen), sei ein Streit entstanden über die dem Stift zustehenden jährlichen Abgaben und Rechte sowie die zum Haupthof gehörenden Höfe. Das Stift behauptete, die Meier seien verpflichtet, jährlich abwechselnd 20 Mark und 21 Mark Pfennige, wie sie in Soest (Sosati) gängig sind, an das Stift zu zahlen, und zwar abgesehen von den anderen Rechten und Diensten, die dem Stift nach altem Brauch zustünden, nämlich "wynwuor" und "winschare". Die Inhaber der zum Haupthof gehörenden Höfe (mansionarii sive coloni) müßten ihre Abgaben in Roggen oder Hafer entrichten. Die beiden Brüder gaben nach anfänglicher Weigerung nach in der Hoffnung, durch einen Gnadenerweis eine Verminderung der Abgaben zu erreichen. Der Haupthof und die zugehörigen Höfe seien durch Brand und Raub, durch Abhauen von Bäumen und Gehölz, durch Abweiden der Äcker und Zerstörungen in einen solch schlechten Zustand gekommen, daß einige von den Höfen verlassen seien, andere unbebaut dalägen. Einige Höfe seien auch so unfruchtbar geworden, daß davon ohne Schaden für die Bauern die Abgaben nicht entrichtet werden könnten. Nachdem dies von den beiden Brüdern mehrmals vorgetragen worden wurde, laden die Kanoniker alle Betroffenen und glaubwürdige Leute zu einem Kapitelstag. Aus ihren Berichten werden die Angaben der Brüder bestätigt. Unter Hinzuziehung des Grafen Wilhelm von Arnsberg, des Vogten des Stifts, einiger Priester und Kleriker sowie von Rittern und Knappen, Getreuen des Stifts, werden die Abgaben neu festgelegt: die Meier und ihre Nachfolger müssen den Haupthof mit allem Zubehör vom Stift Meschede zu Erbpachtrecht in Empfang nehmen wie ihre Vorgänger. Sie haben vom Haupthof jährlich zwölf Mark Pfennige, wie sie in Soest gängig sind, an zwei Terminen, und zwar sechs Mark zu Michaelis und sechs Mark zu Petri Stuhlfeier zu entrichten. Darüberhinaus dürfen die Meier zu keinen Diensten für das Stift gezwungen werden. Von den 18 Höfen, die die Kanoniker aus allen zum Haupthof Horn gehörenden Hofen ausgewählt haben, müssen die Bauern dieser Höfe die Abgaben in Hafer und Roggen ebenfalls an den zwei genannten Terminen liefern. Wenn ein Bauer säumig ist, haben die Meier die Entrichtung entweder selbst oder durch ihr Gesinde zu veranlassen. Diese 18 Höfe liegen an folgenden Orten: im Dorf Effeln (Efflen) zwei Höfe, in Seringhausen (Sewerdenchusen) vier Höfe, in Schallern (Scalleren) drei Höfe, von denen jetzt Gerhard einen, Johannes einen und Heinrich einen besitzt, in Berglar [Gem. Bettinghausen] (Berclare) ein Hof, in Berenbrock (Berenbruoke) vier Höfe, von denen Bettekinus zwei besitzt und Marquard zwei, in "Holthusen" zwei Höfe, in Klieve (Cleyge) ein Hof und in Robringhausen (Robreghthinhusen) ein Hof. Damit die Meier die Abgaben besser bezahlen können, gestehen ihnen die Kanoniker zu, daß sie von den übrigen Höfen die Früchte empfangen dürfen und das Nutzungsrecht anstelle des Mescheder Stifts haben sollen. Dieses behält sich aber das Eigentumsrecht vor. Die Meier dürfen von dem Haupthof nichts ohne Wissen und Zustimmung des Kapitels veräußern, sondern haben ihn als getreue Erbpächter in seinem Zustand zu bewahren. Siegelankündigung der Aussteller und Siegelbitte an den Grafen Wilhelm von Arnsberg, Siegelankündigung der beiden Villici und Siegelbitte an den Grafen und an die Ritter Theoderich von Meschede, Wilhard von Holthusen, Friedrich von Sassendorpe, Gerhard von Ruden und Brunsten gen. von Mühlen (de Molendino) sowie an Conrad gen. Hettertat, Godefrid von Ruden und Volland, Knappen und Burgmannen zu Rüthen (Ruden), wobei die gen. Ritter und Burgmannen das Siegel der Rüthener Burgmannschaft ankündigen.
Datum 1323 Dez. 20 (feria tercia post festum beate Lucie virginis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Propstes, des Kapitels zu Meschede und des Grafen von Arnsberg anhängend, vom 4. ein Rest, das 5. und 6. ab.
Druck: Seibertz UB II Nr. 602




1324 März 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Degenhardus, Dekan der Mescheder Kirche, überträgt die Mühle zu Lederke (Lederike) bei Brilon mit der dabeiliegenden Hufe, die dem Stift zu erblichem Recht gehört, dem Godefrid, dem Sohn des + Gerebert gen. von Mühlen (de Molendino), Bürger zu Brilon, mit Zustimmung des Propstes Wilhelm und des Kapitels zu Lehen. Dafür hat er jährlich zu Martini 18 Schillinge Pfennige, wie sie bei Meschede gängig sind, an den Dechant oder seinen Nachfolger betreffs der Mühle zu entrichten. Der Belehnte erhält die Mühle zu Erbpachtrecht, so wie sein Vater und auch er sie laut einer Urkunde der Äbtissin Agnes innehatten. Solange Godfried und seine Erben von der Mühle und der Hufe den Zins bezahlen, dürfen sie nicht durch den Dekan, das Stift oder den Propst herausgesetzt werden. Siegelankündigung des Dechants, des Propstes Wilhelm und des Kapitels. Zeugen: Jacobus, Pleban in Brilon, Tylemann, sein Kaplan, Lambert, Vikar der Mescheder Kirche, alles Priester, Heinrich Wesceli, Bürgermeister, Hermann Nolthardi, Johannes von Batelinchusen, Herbord von Wülfte (Wolfete), Conrad von Stella, Goswin Sanderi, Detmar Sanderi, Gerhard von Asselen, Hermann von Vrankenbergh, Heinrich von Woldene, Wichmann tho den Eken, Thylemann Bureman, Ratsherren in Brilon.
Geschehen und gegeben 1324 März 11 (dominica qua cantatur Reminiscere) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: 1) Ausf., Perg., lat.
von den drei Siegeln nur als 3. das des Dechants anhängend
2) dabei Abschrift um 1500
3) Abschrift (Auszug) des 17. Jh. in Akten 11 a mit Bezeichnung der Mühle "Schemmeren"
;Druck: Seibertz, UB Nr. 606




1324 September 07
Permalink der Verzeichnungseinheit

Degenhard, Dekan, und das Kapitel der Mescheder Kirche verkaufen die Einkünfte von 18 Schillingen Pfennige, wie sie bei Meschede gängig sind, aus der Mühle bei Lederke (Lederiche) in der Nähe von Brilon der früheren Beghine Gertrud und ihrer Nichte Hadewigis gen. von Langenbike für ihre Leibzucht. Die Einkünfte sind jährlich fällig zu Martini. Die Mühle hat der Dekan Degenhard dem Stift Meschede geschenkt. Nach dem Tod der Gertrud stehen dem Stift zwölf Schillinge zu, nach dem Tode der Hadewigis sechs Schillinge. Nach beider Tode kehren die gen. einkünfte insgesamt wieder an das Stift zurück. Siegelankündigung des Stifts, des Propsts Wilhelm und des Dechants. Geschehen im Kapitel in Gegenwart folgender Personen: Dekan Degenhard, Scholaster Franco, Thesaurar Wideroldus, Cantor Hermann und der übrigen Kanoniker.
Datum 1324 Sept. 7 (in vigilia nativitatis beate Marie virginis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Propstes, Kapitels und des Dechants anhängend




1324 September 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Heinrich von Köln teilt den Rektoren der Kirchen in Attendorn (Attenderne), Wormbach (Wormbeke), Eslohe (Essleve) und in Helden (Heyldene) sowie allen übrigen Kaplänen, Rektoren und Priestern der Kölner Diözese mit, Propst, Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche hätten sich bei ihm beschwert, weil der Edelherr Theoderich von Bilstein (Bylsten) mit seinen Komplizen sie, ihren Meier auf dem Haupthof Epsingsen (Ebdeschinch) und die zum Hof gehörenden Leute überfallen, Pferde, Vieh und andere Dinge geraubt und einige Leute als Gefangene weggeführt habe und diese noch gefangen halte. Damit habe er die kirchliche Freiheit verletzt. Der Erzbischof trägt nun den Andressatten unter Androhung der Strafe der Suspendierung vom Amt auf, den Edelherren aufzufordern, innerhalb von sechs Tagen nach erfolgter Mahnung das geraubte Gut zurückzugeben und die Gefangenen zu entlassen. Andernfalls sind die Statuten der Kölner Kirche, die gegen diejenigen erlassen sind, die Kleriker gefangen nehmen und sich am Kirchengut gewaltsam vergreifen, in allen Kirchen, Orten und Pfarrgemeinden in Anwendung zu bringen. Die Ausführung des Mandats haben die Adressaten durch Anhängung von Transfixen schriftlich zurückzumelden.
Datum Bonn (Bunne) 1324 Sept. 11 (feria tercia post festum nativitatis beate Marie virginis).
Bonn (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
kleines Siegel des Erzbischofs (beschäd.) abhängend nebst zwei weiteren Siegeln, die ebenso wie die zwei noch vorhandenen Siegeleinschnitte wahrscheinlich zu den jetzt fehlenden Transfixen gehörten.
Druck: Seibertz UB II Nr. 609 (mit mehreren Fehlern), weitere Angaben siehe Kisky, Reg. der Eb. von Köln IV Nr. 1489




1325 Mai 17
Permalink der Verzeichnungseinheit

Propst Wilhelm, Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche überlassen auf Bitten des Kölner Erzbischofs Heinrich das Patronatsrecht der Pfarrkirche in Mellrich (Meldrike), die Kirche selbst mit der abhängigen Kapelle in Uelde (Volde) und allen anderen Rechten und Zubehör als Schenkung unter Lebenden dem Kloster Annenborn (in Annenborne) bzw. dem dortigen Propst, der Priorissa und dem Konvent zur Unterstützung der armen Nonnen. Siegelankündigung der Aussteller, Siegelbitte an Dekan und Kapitel der Soester (Susatiensis) Kirche und an Bürgermeister und Ratsherren ebenda.
Datum 1325 Mai 17 (in crastino ascensionis eiusdem) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Mescheder Propstes anhängend, das des Dechants und des Kapitels ab, vom Siegel des Soester Dechants nur Wachsrest erhalten, Siegel des Soester Kapitels (beschäd.) anhängend, das der Stadt ab
Rückverm: Das Kloster Annenborn hat zu Waltringhausen, Ksp. Mellrich, gestanden, daselbst annoch capella St. Anne steht und annoch heutigen Tages ein Born, so S. Annenborn heißet, von dannen das Kloster fur und endlich in Soest fundiert, S. Walburgis Kloster heißend, so a Reverendissimo dhamalen reichlich fundiert (18. Jahrh.).
Druck: Seibertz UB Nr. 611 unter falschem Datum




1326 August 13
Permalink der Verzeichnungseinheit

Agnes von Sledesen, weltliche Kanonisse der Kirche in Neuenheerse (Hyrse), verkauft die Einkünfte von drei Mark Soester Pfennige, die Dekan und Kapitel zu Meschede ihr jährlich gememäß Anordnung des Erzbischofs Heinrich von Köln entrichten müssen, wie es die darüber verfaßte Urkunde enthält, an Dekan und Kapitel zu Meschede für 14 Mark. Zeugen: Godefrid gen. von Meschede, Ritter, Heinrich gen. Rusticus, und Arnold gen. von Heghenschede, beides Knappen. Siegelbitte an den Offizial und Soester Propst sowie an den Ritter Godefrid gen. von Meschede und Siegelankündigung der Ausstellerin betreffs des von ihr und ihren Schwestern den Junkerinnen (domicelle) von Sledesen gemeinsam gebrauchten Siegels.
Datum 1326 Aug. 13 (ipso die Ypoliti et sociorum eius) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab.
vergl. WUB IX Nr. 804




1327 Mai 10
Permalink der Verzeichnungseinheit

Edelherr Dietrich von Bilstein (Bylsteyne) vergleicht sich im Streit mit Propst, Dekan und Kapitel zu Meschede, der seit einiger Zeit vor dem Offizial der Kölner Kurie über das Vogteirecht über den Haupthof Epsingsen [Ksp. Meiningsen; Druck: Seibertz UB Nr. 620] (Ebbedesschinc) und die dazugehörigen Kotten (casas) schwebte, wobei der Edelherr beanspruchte, innerhalb der Zäune des Hofes als Vogt zu Gericht zu sitzen, das auf Deutsch "coningesban" heißt, und vom Villicus und den Köttern (casariis) die Vogtabgaben (precaria advocaticia) zu erheben, wohingegen das Stift behauptete, der Hof sei davon gegen eine Jahresrente von drei Schillingen Soester Pfennige befreit. Durch Vermittlung der Grafen Wilhelm von Arnsberg, des Lehnsherren der Vogtei, und des Johann von Solms (Solmeze), Schwiegersohn des Edelherren, einigt man sich in folgender Weise. Der Edelherr erhält vom Stift 60 Mark Soester Pfennige, verzichtet aber dafür auf die Rente von drei Schillingen, auf alle Vogtabgaben und die Abhaltung des Gerichtes als Vogt unter Königsbann mit Zustimmung seiner Frau Katherina und seiner Söhne Johann, Ludwig und Wilhelm. Dem Hofesgericht innerhalb der Zäune des Hofes, auf Deutsch "hyensprake" darf er aber weiter zusammen mit dem Beamten des Mescheder Propstes in der bisherigen Weise ohne Schaden für den Villicus an den üblichen Zeiten Vorsitzen. Das Stift weist ihm eine Parzelle des Hofplatzes an, in der er außerhalb der Abgrenzungen des Hofes Gericht halten kann. Der Villicus und die Kötter dürfen dorthin aber nur auf Bitten des Propstes und des Kapitels zitiert werden. Die Bußen für Übertretungen stehen nicht dem Edelherren oder seinem Richter, sondern allein dem Propst zu. Siegelankündigung des Edelherren und seiner Frau, Siegel bitte an den Grafen Wilhelm von Arnsberg.
Gegeben und geschehen 1327 Mai 10 (dominica qua cantatur Cantate Domino) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg.,lat.
Siegel des Edelherrn Theodericus von Bilstein, seiner Frau Katherina (domina in Bylstene, Frauengestalt, auf jeder Seite Wappenschild haltend, der eine davon den Arnsberger Adler zeigend) und des Grafen Wilhelm von Arnsberg anhängend




1329 Juni 03
Permalink der Verzeichnungseinheit

Degenhard, Dekan, und das Kapitel der Mescheder Kirche einigen sich mit dem Pleban und den Pfarrangehörigen der Mescheder Pfarrkirche über die Verteilung der Spenden, die am Montag nach Pfingsten bei der Prozession und dem Tragen des Kreuzes und des Bildes der Jungfrau Maria an die altgewohnten Plätze von den Gläubigen anfallen. Vom Geld soll das Stift zwei Drittel erhalten, das dritte Drittel der Pleban und die Pfarrangehörigen. Die Spenden an Leinen, Wolle und Wachs usw. sollen zu gleichen Teilen geteilt werden. Siegelankündigung des Stifts und des Plebans der Mescheder Pfarrkirche.
Datum 1329 Juni 3 (sabbato post ascensionem Domini) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Abschrift des 19. Jahrh. aus dem Pfarrarchiv zu Meschede (durch Archivrat Dupuis)




1331 September 29
Permalink der Verzeichnungseinheit

Wilhelm, Propst, Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche bekunden, ihr Haupthof in Wehrstapel (Wedestapele) sei durch feindliche Überfälle, durch Brand und Räubereien so verwüstet worden, daß kein Bauer gefunden werden könne, der davon die Abgaben entrichten wolle. Daher verpachtet das Stift unter Zustimmung des Grafen Wilhelm von Arnsberg und seines erstgeborenen Sohns, des Junkers Godfried, der Vögte ihrer Kirche, den Haupthof zusammen mit einer dort gelegenen Hufe und zwei und einer halben zu dem Hof gehörenden Hufen, die bisher schon von Bürgern in Eversberg (Eversbergh) bebaut wurden, mit allem Zubehör an Bürgermeister, Rat und alle Bürger zu Eversberg in Erbpacht (in perpetuam emphiteosim). Dabei bleiben die übrigen zum Haupthof gehörenden, überall gelegenen Höfe dem Stift vorbehalten. Die Stadt hat dafür zu Martini jährlich 30 Schillinge von Pfennigen, wie sie bei Meschede üblich sind, und zwischen Martini und Petri Stuhlfeier 16 Malter Hafer Mescheder Maßes auf eigene Kosten anzuliefern. Außerdem hat die Stadt an den Pleban der Mescheder Pfarrkirche, zu dessen Pfarrbezirk der Haupthof gehört, zwei Schillinge und zwei Scheffel (mensuras) Hafer zu den genannten Zeiten zu entrichten. Dabei bleibt das den Beamten der Mescheder Kirche an dem Haupthof zustehende Recht und die Pension unangetastet. Wenn ein neuer Propst gewählt wird, der das Recht hat, die Vasallen der Mescheder Kirche zu belehnen und ihre Güter zu verpachten, so hat der Bürgermeister dem neuen Propst zwei Mark zu geben und den Haupthof und die Hufen für sich, seine Mitratsherren und die Bürger in Erbpacht zu empfangen. Siegelankündigung der Aussteller, des Grafen Wilhelm und seines erstgeborenen Sohnes zum Zeichen der Zustimmung als Vögte und Ankündigung des Siegels der Stadt als Zeichen der Verpflichtung zur Zahlung der Pacht. Gegeben und geschehen in der Kirche zu Meschede. Zeugen: Junker Godfried, der erstgeborene Sohn des Grafen von Arnsberg, Godefrid gen. von Meschede, Ritter, Conrad von Bynole, Conrad von Cobbenrode, Amelvngo von Bvodevelde, Everhard gen. Brullinchusen und Hensekin von Meschede, alles Knappen.
1331 Sept. 29 (in die beati Michahelis archangeli) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: 1) Ausf.,Perg.,lat.
Siegel alle ab.
2) Abschrift um 1500 bei Urk. Nr. 51.
Druck: Seibertz UB Nr. 634




1342 Februar 20
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche einigen sich im Streit mit dem Schultheißen ihres Haupthofes in Stockhausen (Stochusen) über eine jährliche Abgabe von 16 Schweinen, geheißen auf Deutsch "vorscinge", wobei das Stift behauptete, die Abgabe sei von jeher üblich gewesen, während der Schulte anführte, er könne dem Stift für jedes Schwein einen Schilling zahlen. Das auf Bitten des Grafen Godfried von Arnsberg, des Vogtes der Mescheder Kirche, einberufene Kapitel legt fest, daß der Schultheiß jährlich zwischen Martini und Andreas die genannte Zahl von Schweinen nach Meschede zu liefern hat. Wenn die Schweine dem Stift nicht gefallen, darf der Schultheiß für jedes 16 Pfennige in Soest legalen Geldes zahlen. Diese Konzession wird auf Bitten des Grafen den Schultheißen der Haupthöfe des Stifts zu Drasenbeck (Drasenbike), Horbach (Horbike), Landenbeck (Langenbike) und Reiste (Reyste) ebenfalls zugestanden. Ankündigung des Siegels des Kapitels und des Grafen Godfried.
Gegeben 1342 Feb. 20 (decimo Kalendas Marcii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Kapitels ab, das des Grafen (Eberkopf) anhängend.
Druck: Seibertz UB Nr. 682




1342 Mai 10
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Knappe Johannes von Scharfenberg (Scharpenbergh) schenkt den Hof zu Helmeringhausen (Helmerinchusen), dessen Eigentumsrecht der Mescheder Kirche zusteht und den er von dem Ritter Johann von Plettenberg (Plettenbragt) gekauft hat, dem Dekan und Kapitel zu Meschede für sein Seelenheil. Das Stift entbindet ihn von der Zahlung der rückständigen Abgaben aus dem Hofe, die bis zum Zeitpunkt der Schenkung auf sieben Soester Mark aufgelaufen waren. Siegelankündigung des Knappen.
Gegeben 1342 Mai 10 (in crastino ascensionis Domini nostri Jesu Christi) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Ausstellers anhängend




1343 Dezember 07
Permalink der Verzeichnungseinheit

Die Gebrüder Heinrich, Kanoniker von St. Kunibert in Köln, und Hermann gen. Kerl schenken mit Zustimmung ihrer Mutter Rixen für ihr Seelenheil sowie das ihrer Eltern und Nachfolger zum Lobe Gottes, der Jungfrau Maria und aller Apostel als ihr Allod an den Altar der hl. Apostel in der Mescheder Kirche die Jahresrenten von zwei Mark in Meschede üblichen Geldes. Diese sind zu entrichten an Feste Petri Stuhlfeier aus ihrem Haupthof gen. "Wiigershof" [zu Allagen] und aus all seinem Zubehör und stehen vor allen anderen Zahlungen aus dem Hof. Die Stifter behalten ein Wiederkaufsrecht für 20 Mark. Mit diesem Geld hat dann der Rektor des Altars mit Zustimmung des Mescheder Dekans andere Renten zu kaufen. Siegelbitte an den Grafen Godfried von Arnsberg und Siegelankündigung der beiden Brüder.
Datum 1343 Dez. 7 (in crastino beati Nycolai) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Grafen ab, die der beiden Brüder anhängend




1344 Juni 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dekan und Kapitel zu Meschede teilen Erzbischof Walram von Köln mit, Johannes gen. Schade, Pleban der Pfarrkirche in Hellefeld (Heluelde), habe den Wunsch gehabt, einen Altar in der Mescheder Kirche zur Ehre der hl. Apostel zu errichten, damit dort seine Memorie und die seiner Eltern auf ewige Zeiten gefeiert werde. Dafür habe er aus seinem Gut eine Rente von zwei Mark aus dem in Brilon (Brylon) gelegenen Haus des Heinrich von Roysbeke, Bürger in Brilon, eine Mark aus dem Haus seines Bruders Anton gen. Scaden, gelegen vor dem Tor der Stadt Brilon, und zwei Mark aus dem Haupthof "Wyerhof", gelegen bei dem Dorf Niederbergheim (Bercheym) gestiftet. Diese Renten habe der Stifter der Mescheder Kirche übertragen, und diese habe sie bereits einige Jahre in Besitz gehabt. Der Stifter Johannes wünsche, daß das neuerrichtete Beneficium, dessen Übertragung dem Dekan der Kirche zusteht, zuerst dem Kleriker Heinrich gen. Kerl und an zweiter Stelle dem genannten Johannes übertragen werde. Heinrich oder der, mit dem er vielleicht den genannten Altar tauschen wolle, sei nicht verpflichtet, zu den hl. Weihen zu gelangen und in der Kirche Residenz zu halten. Das Stift hat aber zu sorgen, daß er oder der, der an seiner Stelle den Altar versieht, durch einen geeigneten Priester dreimal in der Woche die Messe lesen läßt und daß die Gedenken für die Verstorbenen und die sonstigen Gottesdienste, wie sie die übrigen Altaristen dieser Kirche leisten, gehalten werden. Nach dem gen. Heinrich Kerl oder dem jenigen, mit dem er den Altar getauscht hat, soll ihn der Stiftsdechant an einen Priester oder geeigneten Kleriker geben, der binnen Jahresfrist die Priesterweihe empfangen muß. Das Stift seinerseits hat das Dotalgut dieses Altars um die Einkünfte des Hofes Lederke (Lederike) einschließlich der Weinschar (wynscare) bereichert und festgesetzt, daß der Rektor des Altars, sofern er am Gottesdienst teilnimmt, Präsenzgelder erhalten soll, und zwar halb soviel wie ein Stiftskanoniker. Das Kapitel bittet deshalb den Erzbischof, die gen. Güter, die zum Unterhalt eines Geistlichen ausreichen, dem Apostelaltar als "dos" zuzuschlagen und den Altar zu einem kirchlichen Beneficium zu erheben. Das Kapitel behält sich vor, die aufgezählten Renten ablösen zu dürfen, jedoch nur mit einer Summe, die den Kauf von mindestens gleichwertigen Einkünften ermöglicht. Ankündigung des Siegels des Stifts.
Datum 1344 Juni 28 (in vigilia beatorum Petri et Pauli apostolorum) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel (Rest) anhängend (Westf. Siegel III 111.6).
Reg. der Eb. von Köln V Nr. 1145; Druck: Seibertz Ub Nr. 692 unter falschem Datum




1344 Juni 28
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dekan und Kapitel zu Meschede teilen dem Erzbischof Walram von Köln mit, Johannes gen. Schade, Pleban der Pfarrkirche in Hellefeld (Heluelde), habe den Wunsch gehabt, einen Altar in der Mescheder Kirche zur Ehre der hl. Apostel zu errichten, damit dort seine Memorie und die seiner Eltern auf ewige Zeiten gefeiert werde. Dafür habe er aus seinem Gut eine Rente von zwei Mark aus dem in Brilon (Brylon) gelegenen Haus des Heinrich von Roysbeke, Bürger in Brilon, eine Mark aus dem Haus seines Bruders Anton gen. Scaden, gelegen vor dem Tor der Stadt Brilon, und zwei Mark aus dem Haupthof "Wyerhof", gelegen bei dem Dorf Niederbergheim (Bercheym) gestiftet. Diese Renten habe der Stifter der Mescheder Kirche übertragen, und diese habe sie bereits einige Jahre in Besitz gehabt. Der Stifter Johannes wünsche, daß das neuerrichtete Beneficium, dessen Übertragung dem Dekan der Kirche zusteht, zuerst dem Kleriker Heinrich gen. Kerl und an zweiter Stelle dem genannten Johannes übertragen werde. Heinrich oder der, mit dem er vielleicht den genannten Altar tauschen wolle, sei nicht verpflichtet, zu den hl. Weihen zu gelangen und in der Kirche Residenz zu halten. Das Stift hat aber zu sorgen, daß er oder der, der an seiner Stelle den Altar versieht, durch einen geeigneten Priester dreimal in der Woche die Messe lesen läßt und daß die Gedenken für die Verstorbenen und die sonstigen Gottesdienste, wie sie die übrigen Altaristen dieser Kirche leisten, gehalten werden. Nach dem gen. Heinrich Kerl oder dem jenigen, mit dem er den Altar getauscht hat, soll ihn der Stiftsdechant an einen Priester oder geeigneten Kleriker geben, der binnen Jahresfrist die Priesterweihe empfangen muß. Das Stift seinerseits hat das Dotalgut dieses Altars um die Einkünfte des Hofes Lederke (Lederike) einschließlich der Weinschar (wynscare) bereichert und festgesetzt, daß der Rektor des Altars, sofern er am Gottesdienst teilnimmt, Präsenzgelder erhalten soll, und zwar halb soviel wie ein Stiftskanoniker. Das Kapitel bittet deshalb den Erzbischof, die gen. Güter, die zum Unterhalt eines Geistlichen ausreichen, dem Apostelaltar als "dos" zuzuschlagen und den Altar zu einem kirchlichen Beneficium zu erheben. Das Kapitel behält sich vor, die aufgezählten Renten ablösen zu dürfen, jedoch nur mit einer Summe, die den Kauf von mindestens gleichwertigen Einkünften ermöglicht. Ankündigung des Siegels des Stifts.
Datum 1344 Juni 28 (in vigilia beatorum Petri et Pauli apostolorum) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ad causas des Stifts Meschede (beschädigt) anhängend (Westf. Siegel III 111.7)




1344 Juli 01-04
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Walram von Köln bestätigt auf Bitten des Kapitels von Meschede (unter Inserierung der Urkunde von 1344 Juni 28) die Dotierung des Apostelaltars in der Kirche von Meschede in der vom Kapitel erbetenen Form, erhebt den Altar zu einem Beneficium und gewährt den Dotalgütern alle Vorteile, die das Kirchengut in seiner Diözese genießt. Siegelankündigung des Erzbischofs und des Kapitels.
Datum 1344 Juli 1-4 (in octava festi nativitatis beati Johannis Baptiste) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg. lat.,
Siegel des Erzbischofs ab, das des Kapitels anhängend.
Rückverm.: Institucio altaris Mescedensis.
Reg. der Eb. von Köln V Nr. 1147.
Druck: Seibertz UB Nr. 692 (unter falschem Datum 1344 Juni 24)




1344 Juli 04
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Walram von Köln bestätigt auf Bitten des Kapitels von Meschede (unter Inserierung der Urkunde von 1344 Juni 28) die Dotierung des Apostelaltars in der Kirche von Meschede in der vom Kapitel erbetenen Form, erhebt den Altar zu einem Beneficium und gewährt den Dotalgütern alle Vorteile, die das Kirchengut in seiner Diözese genießt. Siegelankündigung des Erzbischofs und des Kapitels.
Datum Köln (Colonie) 1344 Juli 4 (quarta die mensis Julii).
Köln (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Erzbischofs zerstört, Siegel des Kapitels (ad causas) beschädigt anhängend




1346 März 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dietrich, Abt des Benediktinerklosters Grafschaft (Grascap), bekundet, daß vor ihm als dem Lehnsherren der nachgenannten Güter Hermann Kerl, sein Vasall, seinem Bruder Heinrich Kerl, dem zu den hl. Weihen gelangten Kleriker, seine Güter in Remblinghausen (Remelinchusen), so wie diese sein + Vater gehabt hat, mit allem Zubehör verpfändet hat für 50 Mark, wobei vier Pfennige einen alten und guten Tournosen ausmachen. Wenn Hermann diese Güter nicht in den nächsten sechs Jahren zurückgekauft hat, dann darf sie Heinrich veräußern. Siegelankündigung des Abts und des Hermann.
Datum 1346 März 26 (dominica qua cantatur Letare) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Abts und des Hermann Kerl anhängend




1346 März 26
Permalink der Verzeichnungseinheit

Der Ritter Johannes, Präfekt der Burg Padberg (Patberg), bekundet, daß vor ihm als dem Lehnsherren der nachgenannten Güter der Knappe Hermann Kerl, sein Vasall, seinem Bruder Heinrich Kerl, dem zu den hl. Weihen gelangten Kleriker, seinen Hof in Herhagen für 24 Mark Pfennige, von denen vier Pfennige einen guten alten Tournosen ausmachen, verpfändet hat. Wenn Hermann den Hof nicht in den nächsten vier Jahren wiederkauft, so darf ihn Heinrich veräußern. Siegelankündigung des Ritters Johannes und des Hermann.
Datum 1346 März 26 (dominica Letare) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Ausstellers und des Hermann Kerl anhängend.
Druck: Seibertz UB Nr. 696




1346 Juni 23
Permalink der Verzeichnungseinheit

Dekan und Kapitel zu Meschede bekunden, daß auf dem ordnungsgemäß berufenen Kapitelstag betreffs des Status der Kanoniker folgende Änderungen festgesetzt wurden: jeder auf welche Autorität auch immer neu aufgenommen Kanoniker hat, bevor er zum Genuß seiner Präbende zugelassen wird, bar zwölf Schilling großer alter Königstournosen für die Ausbesserung der Ornamente der Kirche und für andere Zwecke zu entrichten. Als Präbende (corpus prebendale) sollen zwei Mark in Meschede üblicher Pfennige, drei Malter Roggen und zehn Malter Hafer jedem mit einer Präbende ausgestattetem Kanoniker gegeben werden, wenn dieser des Studiums wegen oder sonst aus einem wichtigen Grund mit Erlaubnis des Dekans fern ist oder wegen der Ungnade des Landesherren oder einer schwerwiegenden Feindschaft (inimicitias capitales). Wenn ein Kanoniker stirbt, soll er drei Gnadenjahre haben. Das Einkommen der Präbende (corpus prebende) des ersten Jahres soll zur Abtragung der etwa vorhandenen Schulden dienen. Wenn ein Kanoniker ein Testament gemacht hat, sollen seine Handgetreuen über seinen Nachlaß verfügen. Stirbt er ohne Testament, soll das Kapitel darüber verfügen. Die Einkünfte des zweiten Jahrs sollen zum Bau der Kirche dienen. Mit den Einkünften des dritten Jahrs sollen sichere Renten gekauft werden, für die seine Memorie gehalten werden soll. Für die Verwaltung der Einkünfte aus dem zweiten und dritten Jahr wird jemand aus dem Kapitel bestellt, der mit Zustimmung des Kapitels darüber verfügt. Ankündigung des Siegels der Mescheder Kirche.
Gegeben und geschehen 1346 Juni 23 (in vigilia Johannis Baptiste) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab




1346 November 18
Permalink der Verzeichnungseinheit

Bürgermeister, Ratsherren und die Gemeinde der Stadt Brilon (Brylon) bekunden, Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche hätten ihnen den Haupthof des Stifts in Lederke (Lederike) mit allen Äckern, die die Bauern und Villici bisher bebaut haben, und dem zum Hof gehörenden Holzgericht mit dem Recht zu pflügen, zu ernten und in der Mühle zu mahlen in Erbpacht (iure emphiteotico) zu Nutzen des Hospitals verpachtet. Dafür hat die Stadt jährlich am Feste von Christi Geburt 30 Schillinge Geldes, wie es in Brilon üblich ist, zu entrichten, wie es in der darüber verfaßten Urkunde vollständiger enthalten ist. Die Aussteller versprechen als gute Pächter, den Hof in seinem Recht zu erhalten; der Bürgermeister verspricht in ihrem Namen bzw. dem des Hospitals, auf Aufforderung pünktliche Zahlung zu leisten. Ankündigung des großen Siegels der Stadt.
Gegeben 1346 Nov. 18 (in octava beati Martini episcopi) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Großes Siegel der Stadt Brilon anhängend.
Druck: Seibertz UB Nr. 702




1347 Januar 11
Permalink der Verzeichnungseinheit

Erzbischof Walram von Köln bekundet: Sein Vorgänger, Erzbischof Heinrich [II.] hatte vor einiger Zeit das Frauenstift Meschede in ein Männerstift für 15 Kanoniker umgewandelt und verfügt, daß der Propstei Jahreseinkünfte von 50 Mark samt einer Kanonikerpfründe zuzuweisen und Propstei- und Kapitelsvermögen für alle Zeiten so zu trennen seien. Einzelheiten darüber können in der entsprechenden Urkunde Heinrichs nachgelesen werden [Reg. der Eb. von Köln IV 510; dort aber Fehlanzeige]. Da nun Erzbischof Heinrich gestorben ist, bevor er der Propstei jene Güter zugewiesen hatte, aus denen die erwähnten Jahreseinnahmen fließen sollen, haben Propst Ludwig, Dekan Hermann, Scholaster Engelbert, Thesaurar Rainer und das ganze Kapitel von Meschede beschlossen, das ins Auge gefaßte Werk auch durchzuführen und abzuschließen. Nach reiflicher Beratung ist deshalb im Einverständnis mit Erzbischof Walram auf einer Kapitelssitzung am 2. Nov. 1346 (sexto Nonas Novembris) eine genaue Güterteilung vorgenommen worden. Und zwar wurde der Propstei zur Erhebung von 50 Mark jährlich folgende Güter und Einkünfte angewiesen: der Hof in Meschede samt seinen Feldern in der Mescheder Mark, so wie sie von den Meiern dieses Hofes bebaut werden; die dortige Mühle an der Ruhr (supra Ruram); der Zehnten des Dorfs Meschede (ville in M.), wie er seit alters gezahlt wird, mit dem Vorbehalt freilich, daß die Stiftskanoniker von ihren eigenen Feldern keinen Zehnt bezahlen, ebenso nicht von den Feldern, die sie von anderen gepachtet haben, solange sie diese in Besitz halten: die "snerinch" genannten Zinse wie überhaupt alle Zinspfennige; die Gerichtsbarkeit im Dorf und in der Mark Meschede mit der Waldgerechtsame (cum iure nemoris), wie die Vorgänger des Propstes sie bisher besessen haben; 13 1/2 Schillinge Mescheder Währung in der Stadt Eversberg (Euersbergh); schließlich die Zehnten von den Feldern der Dörfer Berghausen (Berchusen), Hellern (Heynnelar), Immenhausen (Ymenchusen), Enkhausen (Theynchusen) sowie Mielinghausen (Fmylinchusen), Diejenigen Güter und Einkünfte, an denen der Probst nach Lehen- oder Leiherecht die Oberherrschaft hat und die auf irgendeine Weise - sei es durch Kauf, Tausch, Schenkung unter Lebenden bzw. von Todes wegen oder sonst wie - an das Kapitel gekommen sind, soll der Probst insgesamt einem Kanoniker übertragen, den das Kapitel einstimmig oder mit Mehrheit dazu bestimmt. Die bei der Übertragung üblichen Abgaben sind nicht zu entrichten; darüber hinaus hat er mit diesen Gütern und Einnahmen nichts mehr zu schaffen. Die sonstigen lehns- oder leiherechtlichen Rechte und Einkünfte stehen dem Propst weiterhin in dem Maße zu, wie sie seine Vorgänger besessen und ausgeübt haben. Propst Ludwig hat sich mit dieser Regelung einverstanden erklärt und für sich und seine Nachfolger auf alle Einredemöglichkeiten Verzicht geleistet. Erzbischof Walram hat seinerseits diese Kapitelsvereinbarungen bestätigt und die vorliegende Urkunde anfertigen und mit seinem Siegel bekräftigen lassen. Konsensvermerk und Siegelankündigung des Propstes, desgleichen des Kapitels (sigillum maius).
Datum 1347 Jan. 11 (feria quinta post festum Epiphanie que fuit undecima dies Januarii) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Erzbischof (restauriert), des Propstes (gut erhalten) und des Kapitels (restauriert) anhängend.
Abschrift (17. Jh.) HASt Köln, Farr. Gelenii III B, 2 77 a-280 a.
Druck: Seibertz UB II Nr. 704; Reg. der Eb. von Köln V Nr. 1383




1347 Mai 10
Permalink der Verzeichnungseinheit

Theodericus von Schnellenberg (Snellenberg), Abt. in Grafschaft (Grascap), gesteht mit Zustimmung und auf Bitten seines Vasallen Heinrich von Kerl dessen Bruder, dem Dominikaner (ordinis predicatorum) Conrad gen. Kerl und dessen Schwester Rixen, Nonne in Rumbeck (Rumbeke), die Leibzucht (viteductum) an den Gütern in Remblinghausen (Hemelinchusen) zu, die von der Abtei als Lehen abhängig sind. Ankündigung des Abteisiegels.
Datum 1347 Mai 10 (in ascensione Domini) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel: nur Rest anhängend




1348 April 30
Permalink der Verzeichnungseinheit

Godfried Graf von Arnsberg und seine Frau, die Gräfin Anna, vermachen der Kirche in Meschede als Legat für ihr Seelenheil den Haupthof in Immenhausen (Ymminchuosen), gelegen bei "Wonnenberg". Dafür ist die Memorie der Stifter zu feiern. Siegelankündigung der Aussteller. Zeugen: Conrad gen. Keteler und Anthonius von Reydern, beides Ritter, Johannes gen. Slepere, Gerlacus de Matenbeke, Johannes Schuoreman, Heidenreich Prins, Notar des Grafen, und der Schultheiß von Röhre Ruorne.
Datum 1348 April 30 (in vigilia beate Walburgis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Grafen in geringem Rest, das der Gräfin (beschädigt) anhängend.
Rückvermerk: Imminghusen prope Wünnenberg (17. Jh.)




1349 Juli 06
Permalink der Verzeichnungseinheit

Frederic von Horhusen und die Brüder Frederich und Floryn von Sassendorpe, Knappen, verkaufen für 20 Mark Pfennige, wie sie in Soest (Sost) gängig sind, an Kerstyan Cubych, Bürger zu Soest, eine Rente von zwei Malter Korn, halb Roggen halb Gerste, aus ihrem Hof zu Sassendorf (Sassendorpe), wobei aus diesem Hof schon Gertrud von Sassendorp zu ihrer Leibzucht zehn Malter Korn und der gen. Kerstian vier Malter Korn beziehen. Diese zwei Malter sind jährlich auf Michaelis auf Kosten der Verkäufer in das Haus des Erwerbers in Soest zu liefern. Die Verkäufer behalten ein Wiederkaufrecht in den 14 Tagen nach Michaelis für 20 Mark. Die Verkäufer versprechen, bei Nichtbezahlung auf Aufforderung sich nach Soest ins Einlager zu begeben. Florin bekundet, diesen Verkauf durch den als Vormund erwählten Frederich von Horhusen vor dem Richter zu Soest, Hinrich Degen, getätigt zu haben. Siegelankündigung der Verkäufer und Siegelbitte an den Richter. Zeugen: Lambracht bouen dem Herde und Johann von der Lake, beides Bürger zu Soest.
Gegeben und geschehen 1349 Juli 6 (feria secunda post festum beati Odelrici confessoris) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., deutsch.
Siegel des Frederic von Horhusen (beschädigt) anhängend, das 2. ab, an 3. Stelle das des Florin von Sassendorp und 4. das des Richters Heinrich anhängend




1349 Oktober 16
Permalink der Verzeichnungseinheit

Goscalcus von Hennelare verkauft mit Zustimmung seiner rechtmäßigen Mutter Conegundis und des Johannes gen. Mutgenstorm, seines Stiefvaters und Vormunds in dieser Sache, an Dekan und Kapitel der Mescheder Kirche sein Recht bzw. Amt, das Bieramt, auf Deutsch gen. "kotammet", mit allem Zubehör, das er von dieser Kirche besessen hatte, für 16 Mark von Pfennigen, wie sie in der Grafschaft Arnsberg gängig sind. Der Verkäufer verzichtet auf alle aus diesem Amt herrührenden Ansprüche an die Mescheder Kirche, an die hinter dem Wald gelegenen Haupthöfe und auf den Haupthof in Lederke (Lederike). Der Verkäufer behält sich die ihm möglicherweise zustehenden Geldrenten aus den Haupthöfen in Horn (Horne), Remblinghausen (Remelinchusen), Drasenbeck (Drasenbeke), Horbach (Horbeke), Wehrstapel (Wedestapele), Landenbeck (Langenbeke), Reiste (Reyste), Holthausen (Dorrenholthusen), Stockhausen (Stochusen) und Endorf (Endorpe) vor. Siegelbitte des Ausstellers, der kein eigenes Siegel hat, an den Grafen Godfried von Arnsberg, den Ritter Crafto von Meschede und den Knappen Brunsten von Muldensbern. Zeugen: Gerlach von Matenbeke, Gerfrid von Hustene, Her(mann) von Remelinchusen, Rotger, dessen Sohn, Brunsten von Muldensberne und Franco von Heygen.
Geschehen 1349 Okt. 16 (feria sexta post Gereonis et Victoris) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel des Grafen von Arnsberg (Reitersiegel) nur als Rest, das des von Meschede anhängend, das 3. ab.
Druck: Seibertz UB Nr. 717 unter Okt. 15




1350 September 15
Permalink der Verzeichnungseinheit

Frederich von Horhusen und die Brüder Frederich und Florin von Sassendorpe, Knappen, verkaufen mit Zustimmung der Alhedis, der Frau des Fredericus, für 20 Mark in Soest (Susati) üblichen Geldes dem Cristian Kubic, Bürger zu Soest, aus ihrem Haupthof zu Sassendorf (Sassendorpe) und dessen Zubehör nach bisher schon verkauften Renten in Höhe von sechs Maltern eine weitere Kornrente von zwei Maltern, halb Roggen halb Gerste. Diese Rente ist zu Michaelis in das Haus des Käufers nach Soest zu liefern. Die Rente kann nach ihrer Bezahlung innerhalb von 14 Tagen nach Michaelis jährlich von den Verkäufern für 20 Mark zurückgekauft werden. Die Verkäufer versprechen, bei Nichtbezahlung auf Aufforderung sich nach Soest ins Einlager zu begeben. Siegelankündigung der Verkäufer.
Geschehen 1350 Sept. 15 (in crastino exaltacionis sancte crucis) (Regest)


Allgemeine Formalbeschreibung : Vermerke: Ausf., Perg., lat.
Siegel ab



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