Stadtarchiv Bergisch Gladbach
Nachlässe von Privatpersonen
Dr. Hugo Koerth (1916-1990), Stadtverordneter von Bensberg 1969-1974, SPD
N 3 Dr. Hugo Koerth
Permalink des Findbuchs


Signatur : N 3

Name : Dr. Hugo Koerth

Beschreibung :


Dr. Hugo Koerth, Träger des Bundesverdienstkreuzes, geboren am 4.9.1916 in Berlin.
Nach vierjährigem Grundschulbesuch 1926 im Rahmen des Begabtenaufstiegs Besuch der Oberrealschule. Ostern 1936 Reifeprüfung mit dem Prädikat „gut“.
Wunsch und Absicht war stets das Studium der Rechts – und Staatswissenschaft. Vor Beginn des Studiums von April bis Oktober 1936 Arbeitsdienstpflicht, danach Ableistung der zweijährigen Wehrpflicht von November 1936 bis Ende September 1938. Im Wintersemester 1938/39 Immatrikulation als ordentlicher Studierender der Rechts –und Staatswissenschaft.
Nach Vollendung des zweiten Semesters erfolgte am 24.8.1939 die Einberufung zum Kriegsdienst. Fronteinsätze in Afrika, Russland und Polen. Rückkehr am 20.5.1945 nach Bitterfeld (Sachsen-Anhalt), weil Koerths Heimat Guben unter polnische Verwaltung gestellt war. Bemühungen, das Studium wieder aufzunehmen, scheiterten wegen des Militärdienstgrades „Oberleutnant der Flakartillerie“ an der sowjetischen Militäradministration. Vom 1.10.1945 bis 31.10.1946 Besuch einer Fremdsprachenschule in Leipzig mit Dolmetscherprüfung für Englisch und Russisch. Winter- und Sommersemester 1946/47 Aufnahme des Studiums in der westlichen Besatzungszone an der Universität zu Köln.
Während des Studiums von 1947 – 1949 Nebenbeschäftigung als Dolmetscher und Übersetzer in einem Schreibbüro in Köln und Beschäftigung als Nachtwächter.
3.12.1949 erste jur. Prüfung. 20.4.1950 Ernennung zum Gerichtsreferendar. Am 15.5.1950 begann der Vorbereitungsdienst. 10.12.1953 erfolgreicher Abschluss der Großen Staatsprüfung. Während des Studiums Durchführung des Promotionsverfahren. Promotionsverfahren mit der Dissertation: „ Freie Berufe und Gewerbesteuer“. Doktorprüfung am 30. Juli 1952 „cum laude“ bestanden.
Nach beiden Staatsexamen und der Promotion zum Doktor der Rechte 1954 Eintritt in den Staatsdienst bei der Staatsanwaltschaft Bonn. Danach Anstellung als Oberstaatsanwalt und Abteilungsleiter bei der Staatsanwaltschaft Aachen. Besondere Würdigungen wurden Dr. Koerth bei Korruptionsverfahren zuteil.
Seit Dezember 1963 war Dr. Hugo Koerth Bürger der Stadt Bensberg. Er nahm seit dieser Zeit regen Anteil am öffentlichen Geschehen; dazu gehörte z.B. seine Mitgliedschaft im Förderverein des Otto-Hahn-Gymnasiums. 1969 strebte der Sozialdemokrat ein Ratsmandat im Stadtparlament Bensberg an und wurde Stadtverordneter. Allgemeine kommunalpolitische Interessen waren: Einsatz für ein besseres Schulwesen, fortschrittliche Erwachsenenbildung, Förderung von Kunst und Kultur, Anliegen der „kleinen Leute“.
Im Dezember 1974 endete die Legislaturperiode. Es folgte 1975 die kommunale Neugliederung ohne Kandidatur von Hugo Koerth. Vom 4.5.1975 bis 30.9.1984 hatte Hugo Koerth das Mandat eines Kreistagsabgeordneten inne. Am 16.10.1990 verstarb Dr. Hugo Koerth.
Im Nachruf der Stadt Bergisch Gladbach hieß es: „Dr. Koerth war von 1969 bis 1974 Mitglied des Rates der Stadt Bensberg Und in meheren Fachausschüssen zum Wohlergehen der Bensberger Bürger tätig. Gleichzeitig hatte er das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters inne.“
Nach Auskunft des Hauptamtsleiters Schekerka vom 15.6.1994 gelangte der Nachlass von Dr. Hugo Koerth nach dessen Tod an den Stadtverordneten Günter Jahn, der das Haus Koerths für seine Tochter gekauft hatte. Jahn übergab die Papiere an das Stadtarchiv.



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