Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
251.01.01 Oberbergamt Bonn / BR 1059


Signatur : 251.01.01

Name : Oberbergamt Bonn / BR 1059

Beschreibung :
Behördengeschichte
Das Oberbergamt Bonn wurde als Mittelbehörde speziell für die Berg-, Hütten- und Salinenverwaltung unabhängig von den Regierungspräsidien 1816 eingerichtet. Es entstand aus der Oberbergamtskommission, die kurz nach der preußischen Besitznahme der Rheinlands für die rheinischen Provinzen gegründet worden war. Das Oberbergamt war der im Finanzministerium eingerichteten Oberberghauptmannschaft nachgeordnet.
Der Bezirk des Oberbergamts Bonn erstreckte sich vom südlichen Teil des Niederrheins (ca. südlich der Grenze des ehemaligen Regierungsbezirks Kleve) bis zum preußischen Teil des Saargebiets, von Aachen bis ins Siegerland. Der nördliche Teil der Rheinprovinz mit den Kreisen Duisburg, Essen, Rees und der nördlich der Lenne gelegene Teil Westfalens zählten zum Oberbergamtsbezirk Dortmund. Dem Oberbergamt waren drei Bergämter nachgeordnet. Das Bergamt Düren umfaßte das Gebiet des südlichen linksrheinischen Niederrheins mit dem Bergbaugebiet des Aachener Raumes. Es erstreckte sich bis zur Mosel. Das Bergamt Saarbrücken verwaltete den südlich der Mosel gelegenen Teil und somit die Montanregion an der Saar. Der rechtsrheinische Teil gehörte zum Bergamtsbezirk Siegen und war u. a. für die Siegerländer Metallverarbeitung zuständig. Außer den Bergämtern gab es noch spezielle Verwaltungen für die staatlichen Hüttenbetriebe nämlich die Hüttenämter in Aremberg, Geislautern, Lohe, Sayn und Hamm a. d. Sieg. Nach 1827 wurden allerdings die Hüttenwerke bis auf das in Lohe und Sayn verkauft. Das letzte Hüttenamt wurde 1865 abgegeben. Die Vergrößerung des Preußischen Staatsgebiets erweiterte auch die territoriale Zuständigkeit des Bonner Oberbergamts. Die Bergämter waren wiederum in einzelne Bergreviere aufgeteilt. In den Bergrevierbeamte die Geschäfte vor Ort tätigten und zunächst nur ausführende Stelle für das jeweilige Bergamt waren. Bis sie sich immer mehr zu Selbständigkeit entwickelten.
1834 kam der Kreis Lichtenburg an Preußen und auch ab 1852 wurden die Hohenzollerschen Lande von Bonn aus bergrechtlich verwaltet. 1867 gelangten das Herzogtum Nassau, Teile Oberhessens, die Landgrafschaft Hessen-Homburg, das Oberamt Meisenheim und die ehemalige Reichsstadt Frankfurt zu Preußen und in den Sprengel des Oberbergamt Bonn. 1861 wurden die Bergämter aufgelöst. Ihre Befugnisse gingen, bis auf einige Sonderverwaltungen z. B. Bergwerksdirektion Saarbrücken für die Verwaltung der königlichen Eisenhütten an der Saar oder die Salinenverwaltung zu Münster am Stein) an das Oberbergamt über. Bestehen blieben nur die Bergreviere, die nun mit ihren Bergrevierbeamten die einzige Instanz unter dem Oberbergamt waren. Ihre Zahl schwankte zwischen 14 und 29 Revieren Die größte Ausdehnung erreichte das Oberbergamt als es nach dem Deutsch- Französischen Krieg 1870/71 für 4 Jahre die Bergverwaltung Elsaß- Lothringens mit übernommen hatte. Nach 1919/20 wurde das Gebiet des Oberbergamts Bonn, wie überhaupt der Rheinprovinz, nach Abmachungen des Versailler Vertrages um das Gebiet an der Saar, das unter Völkerbundsverwaltung gestellt wurde und um Teile des ehemaligen Bergamts Düren, die an Belgien fielen verkleinert.
Aus der Geschäftsordnung von 1825 läßt sich das umfassende Aufgabengebiet des Oberbergamts erfassen.
Den Beamten des Oberbergamt oblag die Überwachung des staatlichen und privaten Bergbaus und der Aufbereitungs- und Verarbeitungsanlagen (Hütten etc.) in bergpolizeilicher Hinsicht. Vor allem war das Oberbergamt die Zweite Instanz für Konzessionen von Dampfkessel, Grubenbahnen, Seilfahrten u. ä., für die Sicherheit im Bergbau und das Grubenrettungswesen und die Unfalluntersuchung ebenso, wie für Tariffrage und allgemeine Arbeitsangelegenheiten der Bergleute und das Knappschaftswesen, Aus- und Fortbildung d. h. Aufsicht über die Bergschulen ebenso wie die Ausbildung und Prüfung der Bergreferendare und Markscheider. Aber auch rechtliche Angelegenheiten wurden vom Oberbergamt bearbeitet. So das Verleihungs- und Berechtsamswesen, Grundabtretungen, Gewerbepolizeiangelegenheiten, Steuer- und Stempelsachen und das Etat- Kassen- und Rechnungswesen. Die bergrechtliche Grundlage wurde erst 1865 mit dem Allgemeinen Berggesetz für die Preußischen Staaten" vereinheitlicht. Vorher galten noch die alten Berggesetze und Verordnungen der ehemaligen rechtsrheinischen Territorien des alten Reichs oder linksrheinisch das französische Berggesetz von 1810 weiter.
Die hier verzeichneten Akten waren noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs teilweise vom Oberbergamt direkt, teilweise über den Umweg Staatsarchiv Koblenz an das Staatsarchiv in Düsseldorf abgegeben worden. Die im Oberbergamt Bonn verbliebenen Akten sind zum großen Teil Kriegsverlust. So ist es zu erklären, das die Verhältnisse des 19. Jahrhundert noch in vielfältiger Art in diesem Bestand widergespiegelt werden, während die Überlieferung des 20. Jahrhundert stark vermindert ist. Hier können nur die in großer Zahl überlieferten Prüfungs- und Personalakten der Bergingenieure und Markscheider Auskunft gegeben. Diese Prüfungsakten von ca. 1820 bis 1940 geben einen Einblick in Bergtechnik und Verwaltung nicht nur des Bonner Sprengels, sondern sie enthalten auch Arbeiten zum Bergbau in anderen Region Deutschlands und teilweise auch des Auslands. Daher war ein Index für diesen Bestandteil besonders notwendig. Die Klassifikation wurde in Anlehnung an die in Nr. 563 dieses Bestandes enthaltene Aktenordnung des Oberbergamts von 1856 gefertigt.
"I. Die Generalia vom Rheinischen Oberbergamtsdistrikt 2. Die sämtlichen, den Bergamtsbezirk Siegen betreffenden Akten 3. Die zum Bergamtsbezirk Düren gehörigen Aktenhefte 4. Die auf den Bergamtsbezirk Saarbrücken bezüglichen Akten, die 5. enthält die der Königlichen Stahl- und Eisenhütten die 6. begreift das Salinenwesen in sich, die 7. die Personalia, und endlich die 8. Die Standesherrlichen Bergwerks-Angelegenheiten."
Es wurde versucht diese Registratur zu rekonstruieren, wobei aber der Punkt 5 nicht wiederhergestellt werden konnte. Die anderen Punkte finden sich in der Klassifikation dieses Bestandes allerdings in etwas veränderter Reihenfolge wieder. Da eine Unterklassifizierung in diesem alten Registraturplan nicht vorgesehen war, wurde hier als Vorbild aber mit leichten Veränderungen der Aktenplan der Bergverwaltung des Landes Nordrhein- Westfalen von 1966 herangezogen. Dies war um so eher möglich, da die Bergverwaltung in ihrem Wesensgehalt keinen großen Veränderungen ihres Aufgabengebiets unterworfen war. In die Neuverzeichnung wurde ebenfalls die bei der Auslagerung während des Zweiten Weltkriegs stark beschädigten Akten eingearbeitet, die mit der Signatur BR 1059 und der lfd. Nr. zu bestellen sind. #UMleerz Die Neuverzeichnung und Indexierung wurde von Staatsarchivrat Dr. Christian Renger 1988 bis 1991 vorgenommen. Die Endredaktion, das Vorwort und die Klassifizierung wurden von Frau Staatsarchivoberinspektorin Anette Gebauer- Berlinghof durchgeführt. Die EDV-Technische Betreuung und Endbearbeitung lag in den Händen von Staatsarchivrat Dr. Thomas Becker.


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