Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
2. Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln
2.14. Bundes-/Reichsbehörden
2.14.2. Eisenbahnverwaltung
2.14.2.2. Bahndirektion Köln
Bahndirektion Köln BR 1207
252.02.04 Schlußvermessungskarten zu Eisenbahnstrecken
Permalink des Findbuchs


Signatur : 252.02.04

Name : Schlußvermessungskarten zu Eisenbahnstrecken

Beschreibung :
Im Kartenbestand BR 1207 ist ein Stück Frühgeschichte der mittlerweile aufgelösten Bahndirektion Köln aufgehoben. Diese Geschichte ist gekennzeichnet von Verstaatlichung und Vereinheitlichung der Verwaltungsstrukturen. Der preußische Eisenbahnbau war zunächst privaten Gesellschaften überlassen. Hier sind besonders zu erwähnen die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft (BME), die Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft (KME) und die Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (Rhe). Nur im Einzelfall waren seit den späten Vierzigern Kommissionen und Direktionenen für die Bauaufsicht und die Überwachung des Betriebs bestellt. So ging die Verwaltung der BME 1850 auf den Staat über. Zwischen 1879 und 1882 wurde der Übergang vom Privat- zum Staatsbahnsystem weiter forciert. In diesen Jahren wurden die BME, die KME und die Rhe verstaatlicht,- späterhin die Gesellschaften völlig aufgelöst. Für Köln existierten seit 1879/1880 mit der Königlichen Direktion der KME und der Königlichen Direktion der Rhe zwei Behörden, die seit 1881 die Bezeichnung Königliche Eisenbahndirektion Köln (rechtsrheinisch) und Königliche Eisenbahndirektion Köln (linksrheinisch) führten. Sie unterstanden dem Ministerium für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten.
Die Neuorganisation der staatlichen Eisenbahnverwaltung 1895 vereinigte die beiden Kölner Direktionen und verkleinerte das Zuständigkeitsgebiet durch Einrichtung der KED Essen und Elberfeld. Jetzt griff auch die KED Frankfurt/M. auf einige rechtsrheinische Strecken der Rheinprovinz hinüber. Bis zum Übergang der preußischen Staatseisenbahnen an das Reich zum 1.4.1920 blieb diese Organisationsstruktur samt den räumlichen Zuordnungen bestehen.
Die Karten des Bestandes BR 1207 gelangten in einer Ablieferung an das Hauptstaatsarchiv (Acc.-Nr. 39/99). Es handelt sich um 1026 Schlußvermessungskarten. Sie dokumentieren die Besitzverhältnisse bei Fertigstellung der Strecken. Spätere Veränderungen dieser Verhältnisse wurden durch Korrekturen festgehalten. Der Informationswert der Schlußvermessungskarten entspricht dem der Handrisse in den Liegenschaftskatastern. Der Kartenbestand wäre demnach eine Doppelüberlieferung. Angesichts der schwierigen Überlieferungssituation im Katasterbereich schien eine Übernahme des Materials jedoch geboten. Die Karten des Bestands umfassen den Zeitraum zwischen 1860 und 1910. In diesen Jahrzehnten verdichtete sich das Streckennetz beträchtlich (vgl. W. Stein, Art. Eisenbahn, in A. Faust (Red.), NRW. Landesgeschichte im Lexikon, Düsseldorf 1993, S. 98-102, hier S. 101.). Im wesentlichen sind Strecken des nieder- und oberbergischen Landes erfaßt. Unter den Provenienzen finden sich bei den privaten Gesellschaften überwiegend die BME, die KME und die Rhe, unter den KEDen Elberfeld und Köln, aber auch Frankfurt/M. Herkunftszuschreibungen lassen sich weiterhin für die KED Köln-Krefeld (linksrhein.), Saarbrücken und Trier vornehmen.
Für die erheblichen Lücken in der Überlieferung machte die Deutsche Bahn AG Kriegsschäden namhaft.
Die Klassifizierung erfolgte nach dem aktuellen vierziffrigen Streckennummernsystem der Bahn. Diese Streckennumerierung entspricht nicht in jedem Fall der historischen Strecke. So bezieht sich:
5 - die Strecke 2610 (Köln-Kronenberg) auf die historische Strecke Krefeld-Kleve,
- die Strecke 2423 (Düsseldorf-Gerresheim - Dortmund-Westfalenhalle auf die alte Strecke Düsseldorf - Hörde,
- die Strecke 2411 (Düsseldorf-Reizholz - Düsseldorf- Derendorf) auf die alte Strecke der KME. BR 1207-623 gibt zudem die stillgelegten Abschnitte der KME in Düsseldorf-Oberbilk wieder.
Außer der Strecke wurden die Kilometrierung, Bahnhöfe, Gemarkungen, der Maßstab, die Vorprovenienz sowie die Planzeichen aufgenommen. Die Daten der Korrektureinträge ergänzen das Entstehungsdatum.
In Klammern gesetze Blattangaben hinter den Planzeichen beziehen sich auf großformatige Karten, die nachträglich in Einzelblätter zerlegt wurden (z.B. BR 1207-366 und BR 1207-795). Unvollständige Blätter erhielten unter "Bemerkung" den Zusatz Teilblatt.
Für Übersichten im Streckensystem des Kölner Raums vgl. BR 1202 (Findbuch 252.02.5).
Die Verzeichnung des Bestandes BR 1207 wurde 1999 von Slawomir Buczek begonnen und im gleichen Jahr von Peter Henkel fertiggestellt.
Literatur
Bär, Max: Die Behördenverfassung der Rheinprovinz seit 1815, Bonn 1919, hier S.496-498.
Seitz, W.: Art. Eisenbahn, in: A. Faust: Nordrhein-West- falen, Landesgeschichte im Lexikon. Düsseldorf 1993, S. 98-102.
Vährmann, Thomas (bearb.): Quellen zur Geschichte der Eisenbahn im nördlichen Rheinland, in Westfalen und Lippe von den Anfängen bis 1880, Bd. II, Siegburg 1998, hier S. 1155-1158.
Abkürzungen
Abzw..........Abzweigung
BD..............Bahndirektion
Bhf..............Bahnhof
Bl................Blatt
BME...........Bergisch-Märkische Eisenbahn- Gesellschaft
ED..............Eisenbahn-Direktion
G-Bahn.....Güterstrecke
Gem............Gemeinde/Gemarkung
Hbf..............Hauptbahnhof
.................korrigiert
KEBI...........Königliche Eisenbahn- Betriebs-Inspektion
KED............Königliche Eisenbahn Direktion
KME...........Köln-Mindener Eisenbahn -Gesellschaft
linksrh.........linksrheinisch
M................Maßstab
M................Meile
o.A.............ohne Angabe
o.J..............ohne Jahr
RBD............Reichsbahndirektion
rechtsrh........rechtsrheinisch
Rhe..............Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft
Westf...........Westfalen

Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken