Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
5. Oberste Landesorgane NRW
5.2. Oberste Landesbehörden
5.2.36. Ministerium für Wiederaufbau
5.2.36.2. Bauplanung, Bauleitung
MfW Aufschließungsmaßnahmen, Versorgungs- und Sicherheitseinrichtungen NW 0245
380.05.00 Ministerium für (Landesplanung,) Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten
Permalink des Findbuchs


Signatur : 380.05.00

Name : Ministerium für (Landesplanung,) Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten

Beschreibung :

Vorbemerkung
Der Finanzminister des Landes NW lieferte am 26. Januar i 973 142 Stehordner des ehemaligen Ministeriums für (Landesplanung,) Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten, Gruppe Staatshochbau, betr. die Kernforschungsanlage Jülich an das Ministerialarchiv ab. Diese Abgabe wurde unter der Nummer III 21/78 akzessioniert und bildet den Bestand NW 245. Die Akten umfassen in ihrer Laufzeit die Jahre 1956/7 bis 1970.
Bereits im Jahr 1955 hatte Staatssekretär Professor Dr. Leo Brandt vorgeschlagen, für alle Universitäten und die Technische Hochschule des Landes an geeigneter Stelle eine Gemeinsame Atomforschungsanlage zu schaffen. Nachdem am Februar 1956 die Regierungserklärung über die Schaffung dieser Anlage erfolgt war, beschloß der Landtag am 11. Dezember 1956 die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für ihren Bau. Dies war die Geburtsstunde der Kernforschungsanlage Jülich. Als Standort wurde der Stetternicher Forst, ein Staatsforst südöstlich von Jülich, ausgewählt. Die Durchführung der Maßnahmen oblag dem Ministerium für Wiederaufbau, ab 1961 Ministerium für Landesplanung, Wohnungsbau und öffentliche Arbeiten, ab 1967 Ministerium für Wohnungsbau und Öffentliche Arbeiten. Nach seiner Auflösung 1970 ging die Kompetenz für das staatliche Bauwesen an den Finanzminister Abt. VI, über. Für die Baumaßnahmen der Reaktorkomplexe war bis Dezember 1958 der Minister für Wirtschaft und Verkehr, anschließend der Kultusminister zuständig. Im Februar 1961 ging die Kompetenz "Forschung" als "Landesamt für Forschung" an den Ministerpräsidenten (Staatskanzlei) über.
Der Minister für Wiederaufbau trug mit dem Regierungspräsidenten in Aachen die Hauptlast der Großbaustelle. Am 1. April 1958 wurde ein "Staatsneubauamt Atomforschungsanlagen NRW" gegründet, das später in "Staatshochbauamt für die Kernforschungsanlage Jülich" umbenannt wurde. Anfang 1960 wurde die verwaltungsmäßige Durchführung der Baumaßnahmen durch Erlaß auf den Regierungspräsidenten in Aachen delegiert, nachdem die Planung der Gesamtplanung im wesentlichen abgeschlossen war. Beim Wiederaufbauministerium war bis Juni 1961 innerhalb der Gruppe "Staatshochbau" das Referat I B 5 bzw. 7 (=Universitäten) unter Oberregierungsrat Götze für den Bau der Jülicher Anlage zuständig. Mit der Umbenennung des Ministeriums 1961 änderte sich auch die Organisation; nun führte das Referat V B 2, ab Juni 1965 V B 2a, ab Juli 1965 V A 2, ab Oktober 1967 V B und ab März 1968 V B 1 die genannten Aufgaben fort. Zuständiger Referent blieb während der gesamten Zeit Herr Götze, seit 1961 Regierungsdirektor, 1965 Ministerialrat und 1970 Leitender Minsterialrat. Gruppenleiter der Gruppe "Staatshochbau" war bis 1959 Ministerialdirigent Dr. Fütterer, bis 1967 Regierungsbaudirektor (seit 1961 Ministerialrat, seit 1965 Ltd. Ministerialrat Truschkowski, 1967 bis März 1968 Ministerialdirigent Hallauer und anschließend Ministerialrat (seit 1970 Ltd. Ministerialrat) Götze.
Der Inhalt des Bestandes NW 245 ergibt sich aus der Zuständigkeit der o.g. Referate beim Wiederaufbauministerium bzw. Ministerium für (Landesplanung,) Wohnungsbau und Öffentliche Arbeiten. Es werden Planung und Bauausführung der Gesamtanlage mit Ausnahme der Reaktorkomplexe dokumentiert, d.h. Aufschließung des Geländes, Versorgungs- und Sicherheitseinrichtungen, zentrale Einrichtungen und die Institutsgebäude. Besonders umfangreich ist das überlieferte Bauplanmaterial, zumal vom zuständigen Staatshochbauamt vorerst keine Ablieferung zu erwarten ist. Als Ergänzung sind folgende Bestände hinzuzuziehen:
1) NW 50 = Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales NW (dazu auch RWN 245 = Nachlaß H. Hemsath),
2) NW 144, 178 und 181 = Kultusminister NW,
3) NW 156 = Ministerpräsident (Staatskanzlei) und
4) NW 176 = Gruppe "Reaktorbau" beim Ministerpräsidenten, Landesamt für Forschung.
Im Bestand RWB befinden sich ca. 90 Fotos betr. Einweihung der Kernforschungsanlage sowie Außen- und Innenaufnahmen.
Dem Bestand wurden 4 Vorgänge als "Irrläufer" entnommen und zu NW 246 gelegt; Druckschriften wurden an das Dezernat 43 weitergeleitet, Kassationen nur in geringem Umfang (vor allem bei Doppelstücken) vorgeschlagen. Der Bestand NW 245 wurde im April 1973 von Staatsarchivinspektorin V. Foerster verzeichnet. Das Findbuch schrieb Frau E. Dratschmidt.

Literatur:
Zehn Jahre Kernforschungsanlage Jülich des Landes Nordrhein-Westfalen e.V. Hrsg. v. d. KFA im Zusammenwirken mit der Landespresse- und Informationsstelle der Landesregierung NRW. (1966).
Mit "DIDO" und "MERLIN" fing es an. Die Kernforschungsanlage Jülich, von Peter Josef Bock. Westdeutscher Rundfunk, Hauptabt. Politik -Landesredaktion-, Sendung v. 11. Dez. 1976 - (Forum West, 3- Programm).
Referate der Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses des Landtages NW am 9. Nov. 1960 in der Gemeinsamen Atomforschungsanlage des Landes, Stetternicher Forst/ b. Jülich. Landtags-Vorlage Nr. 1421.
Geschäftsverteilungs- und Organisationspläne (NW G).



Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken