Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.1. Landesarchive
1.1.1. Kurköln
1.1.1.11. Geheimes Geistliches Archiv
Kurköln VIII AA 0013
101.08.01-02 Geistliche Sachen
Permalink des Findbuchs


Signatur : 101.08.01-02

Name : Geistliche Sachen

Beschreibung :
Einleitung
Das Consilium ecclesiasticum, 1601 zur Durchführung der tridentinischen Reform im Erzbistum eingerichtet, hat nach ursprünglich wirkungsvoller Tätigkeit, seit 1615 unter verschiedenen Bezeichnungen (Senatus, Consistorium, Conferentia) ein nicht recht greifbares Dasein geführt.(1) Am 30. September 1733 bestellte EB Clemens August einen "Chur- und fürstl. Geistl. Extra Conferential Rath" mit einem Direktor und acht Räten (von denen aber später meist nur vier bis sechs tätig waren). Dieser Rat hatte alle an den EB gerichteten Schreiben in geistlichen Angelegenheiten – auch aus den anderen Bistümern des Erzbischofs – in einem Geistlichen Conferential Protokoll dem EB vorzulegen, dessen Entscheidungen in das Protokoll eingetragen und anschliessend durch die Geheime Kanzlei ausgearbeitet und ausgefertigt wurden (Kurköln VIII nr. 142).(2) Nach dem Tode des EB 1761 ist die Konferenz nicht mehr erneuert worden, wenn die Geistlichen Räte, die schon vorher z.T. Titularräte waren, auch in den Hofkalendern weitergeführt wurden. Die Vorarbeit oblag seit 1784 dem Geheimen Geistlichen Referendar der Geheimen Staatskanzlei, der die Protokolle erst der Geh. Staatskonferenz, seit deren Auflösung 1786 unmittelbar dem EB vorlegte.(3)
Über die Vernichtung der Geheimen Registratur 1689 siehe Seite [fehlt] Die Akten (meist Specialia betr. die einzelnen Pfarreien), die vor 1816 aus Arnsberg (vgl. S.[fehlt]) an die französische Regierung abgegeben worden sind, liegen im Bestand Kurköln II bzw. für die Pfarreien im Bereich der Regierungsbezirke Koblenz und Trier im Staatsarchiv Koblenz (siehe Seite [fehlt]). Die Akten betr. die Pfarreien im westfälischen Teil des Erzbistums sind im Staatsarchiv Münster. Die Hauptabgabe von 1869 (Kurköln VIII) liegt mit einigen Abweichungen in der Reihenfolge des Arnsberger Verzeichnisses von ca. 1800 (nr. 612). Der in diesem Verzeichnis genannte Bestand ist bis auf wenige verlorene Stücke in den drei genannten Archiven erhalten.(5) Bei der Aufstellung 1872 hat man eine Anzahl älterer, aus dem alten Archiv ausgesonderter Literalien meist des 16. Jhs. (vgl. S.[fehlt]) dem Bestand beigefügt (siehe besonderer Abschnitt XVI). Man kann, auch wenn sie in der folgenden Übersicht nicht besonders gekennzeichnet sind, fast alle Stücke, die vor 1689 abgeschlossen sind, dazu rechnen. In dem 1965/1967 neu bearbeiteten Verzeichnis sind die Hinweise auf die Teile in Kurköln II, in den Staatsarchiven Koblenz und Münster mit eingearbeitet.
Das analoge Findbuch wurde im Herbst 2005 von Herrn Andreas Becker, M.A. retrokonvertiert. Des weiteren wurde eine umfangreiche Bestandsbereinigung vorgenommen, d.h. es wurden die in den Bestand Kurköln II eingeordneten Archivalien - die allerdings bislang nicht im Findbuch Kurköln II verzeichnet waren, sondern im Findbuch Kurköln VIII (!) - entnommen und in den vorliegenden Bestand Kurköln VIII einsortiert. Entsprechend wurden neue fortlaufende Signaturen vergeben und die früheren Signaturen als Altsignaturen vermerkt. Dr. Richter, 10.11. 2005.
1) Vgl. S. [fehlt] ; besonders Herkenrath; R. Haaß, J.A. de Reux, 1936, 2, 21 ff.
2) Doch korrespondierte der Generalvikar 1730-1734 meist mit dem Beichtvater des EB, dem P. Nebel S.J., der der Geh. Konferenz auch angehörte (Kleine Borgann in Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 153/154, 1953, 150 ff.).
3) Vgl. Max Braubach (Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 144/145, 1946/47, 204 ff.).
4) Vgl. den Bericht von 1816 (Westfälische Zeitschrift 51 11, 1893, 107).
5) Doch hat Harless 1893 im Findbuch vermerkt, daß ein von dem Arnsberger Archivar Hüser angelegtes, im Geheimen Staatsarchiv Berlin befindliches Verzeichnis ersichtlich mache, "wie viel untergegangen und wie wenig in Düsseldorf vorhanden".


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