Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.5. Französische Zeit und Übergangszeit
1.5.1. Linksrheinische Gebiete
1.5.1.2. Roerdepartement
Roerdepartement AA 0633
140.11.01-02 Roerdepartement, Präfektur
Permalink des Findbuchs


Signatur : 140.11.01-02

Name : Roerdepartement, Präfektur

Beschreibung :
Einleitung
Vgl. zur Datierung: Grotefend, Taschenbuch der Zeitrechnung, X. Revolutionskalender, Jahresübersicht und XI. Revolutionskalender, Monatstage. Eine ausführliche Umrechnung der Datierungen findet sich in K. Th. F. Bormann und A. v. Daniels (Hgg.), Handbuch der für die Königl. Preuß. Rheinprovinzen verkündigten Gesetze, Verordnungen und Regierungsbeschlüsse aus der Zeit der Fremdherrschaft, Bd.8, Köln 1845, S. 156- 169.
Eine Karte des Roerdepartements befindet sich bei Dorsch, A. J., Statistique du département de la Roer, Köln 1804.
Liste der Präfekten
1800 – 1802 Nikolaus Sebastian Simon (+ 4. März 1802); Interimspräfekten 1802: die Präfekturräte Jacobi und Cogels
1802 – 1804 Alexandre Méchin (Ernennung 9. Juli, Amtsantritt 23. September; Versetzung 15. September)
1804 – 1806 Charles Laumond (Ernennung 15. September, Interimspräfekten Jacobi und Kolb, Gehalt ab 22. November; Versetzung 3. Mai)
1806 – 1809 Alexandre Lameth (Ernennung 3. Mai; Versetzung 19. Februar, Interimspräfekt Jacobi)
1809 – 1814 Jean Charles Francois de Ladoucette (Ernennung 29. März, Installation 20. Mai; Flucht am 17. Januar)
Liste der Generalsekretäre
1800 – 1801 Aime Jourdan (Ernennung 12. August, Amtsantritt 4. September; Abberufung 27. August)
1801 – 1804 Pierre Pomponne Amédee Pocholle (Amtsantritt 27. September, Amtsende 30. Oktober 1804)
1804 – 1814 Johann Wilhelm Koerfgen (ab 15. September bzw. 13. Dezember; blieb während der provisorischen Verwaltung im Amt)
Präfektur
Einen Tag nach der Ratifikation des Friedens von Campo Formio, der Frankreich den Erwerb des linken Rheinufers auch seitens Österreichs in sichere Aussicht stellte, ernannte das Vollziehungs-Direktorium der französischen Republik den Richter am KassationshofFranz JosefRudler zum Regierungskommissar in den eroberten Ländern zwischen Maas und Rhein und Rhein und Mosel (Commissaire du Gouvernement dans les pays conquis entre Meuse et Rhin et Rhin et Moselle) und beauftragte ihn mit der Durchführung einer neuen Verwaltungsorganisation gemäß den ihm erteilten Instruktionen (Recueil des réglemens et arrêtés émanés du commissaire du gouvernement dans les quatre nouveaux départemens de la rive gauche du Rhin, Bd. 1 vom 14 brumaire an VI (= 4. November 1797, Text der Instruktion bei Hansen, Quellen, Bd. IV, S. 362- 366). Diese Instruktionen wiesen Rudler an, das Gebiet nach französischem Vorbild in Departements, Arrondissements und Kantone einzuteilen und in ihnen die entsprechenden Verwaltungsbehörden und Gerichte zu schaffen, an die Stelle der einheimischen Steuern die französischen zu setzen und für das Rheinland geeignete französische Gesetze einzuführen (Käss, Staatsverwaltung, S. 134 f.). Auf Grund dieser Vollmacht hob Rudler mit Beschluß (arrêté) vom 4. pluviôse an VI (23. Januar 1798) alle bestehenden öffentlichen Gewalten auf, traf Vorkehrungen für den Übergang bis zur Neuordnung und setzte den 1. ventôse an VI (19. Februar 1798) als Tag der Installierung der neuen Verwaltungsbehörden und Gerichte fest (Recueil des réglemens ..., Bd. 1, S. 60- 61 und 64- 65).
Durch einen weiteren Beschluß vom 4 pluviôse an VI bestimmte er die Grenzen der aus den eroberten Ländern zwischen Maas und Rhein und Rhein und Mosel gebildeten vier neuen Departements, Roer (Hauptort Aachen) Saar (Hauptort Trier), Rhein und Mosel (Hauptort Koblenz) und Donnersberg (Hauptort Mainz) und teilte diese in Kantone ein. Danach sah die territoriale Gliederung des gesamten Gebietes folgendermaßen aus (Recueil des reglemens ..., Bd. 1, S. 66- 67 und
74- 75):
„Erster Artikel Die eroberten Länder zwischen Maas und Rhein, und Rhein und Mosel sind in vier Departemente abgetheilt nämlich, das von der Ruhr (Hauptort Aachen); das von der Saar (Hauptort Trier), das von Rhein und Mosel (Hauptort Koblenz), das des Donnersbergs (Hauptort Mainz). Das Departement der Ruhr (Roer) hat folgende Grenzen: – gegen Morgen, den Rhein, nach der Linie, welche der Mündung der Sieg gegenüber anfängt, und sich bis oberhalb der preußischen Stadt Emmerich hinzieht, da, wo sich die Waal in diesen Fluß ergießt. – Die Waal,
von ihrer Vereinigung mit dem Rhein, bis an Kekerdom, eine Gemeinde, die mit in dem Bezirk von Kleve begriffen ist; – gegen Mitternacht, die batavische Republik; – gegen Abend, die Departemente der Ourte und untern Maas; die Maas, von der Mündung der Never (Niers) bis Venlo, mit Einschlüsse jedoch der Amtey (Mairie) Kessel, eines kleinen Theiles des Herzogthums Geldern, auf dem linken Maas- Ufer; – gegen Mittag eine Linie, die sich von der Mündung der Sieg gegenüber bis Bodenum (Bodenheim) und Hessenich (Kessenich) hinzieht; der Erft von diesem Punkte an bis Schönau, nach einer Linie, welche von Schönau über Ardorfbis Hamel (Hümmel ?), und von diesem Punkte den graden Weg über Schleiden geht, das an dem linken Ufer der Brayf oder Olf (Olef) liegt; diese Linie zieht sich zwischen Broch (Bruch), Soeternich (Sötenich) und Volemberg (Wollenberg) hin.
Dieses Departement begreift vierzig Kantone, deren Hauptorte folgende sind:
1. Aachen (Hauptort des Departements und Kantons) 2. Borcette (Burtscheid) 3. Eschweiler 4. Jülich (Kaldenkirchen) 5. Geilenkirchen 6. Heinsberg 7. Erkelens 8. Titz 9. Grevenbroich 10. Bergheim 11. Düren 12. Niedegen (Nideggen) 13. Monjoy (Monschau) 14. Gemünd 15. Zülpich 16. Brül (Brühl) 17. Wesling (Wesseling) 18. Pullheim (Pulheim) 19. Kölln (Köln) 20. Zons 21. Neuß 22. Osterath 23. Gladbach 24. Kaltekirchen (Kaldenkirchen) 25. Krevelt (Krefeld) 26. Urdingen (Uerdingen) 27. Moerus (Moers) 28. Ilenkirchen (Aldekerk)
29. Stralen (Straelen) 30. Geldern 31. Rheinberg 32. Xanten 33. Kervendonk 34. Goch 35. Kalkar 36. Kleve 37. Gennep 38. Horst 39. Ravenstein und Megen 40. Gemert und Boxmer.
Das Departement der Saar hat zur Grenze: – gegen Mitternacht, das Departement der Ruhr (Roer), nach der Richtung derjenigen Linie, die sich von Schleiden nach Hamel (Hümmel ?), und zwischen Broch (Bruch), Soeternich (Sötenich) und Volemberg (Wollenberg) durchzieht; – gegen Morgen, die Departemente von Rhein und Mosel und des Donner(s)berges, von dem obengenannten Punkte Hamel (Hümmel ?) an, nach einer Linie, die sich über Ahrdorf, welches am linken Ahr- Ufer liegt, an der Ahr hin, bis an ihren Ursprung, Kerpen gegenüber, hinzieht, und hier einer andern Grenzlinie begegnet, an der UrQuelle der Isbach (Üßbach), gegenüber von Uß (Ueß), welches an dem rechten Ufer dieses Baches liegt. Sodann das rechte Ufer der Üßbach, bis an ihren Ausfluß in die Mosel; ferner, das linke Mosel- Ufer bis Trarbach; von da, eine Linie, welche an die Kirn stößt, und sich längst dem kleinen Bache hinzieht, welcher bei Trarbach vorbeifließt; von diesem Punkte geht eine Linie zwischen Nieder- und Ober- Kleinich, zwischen Waal (Wahlenau) und Gromenau (Krummenau), zwischen Leperweiler Laufer- ) und Kissert (Gösenroth?) durch, bis an die Kirn, von wo sie sich bis zu ihrem Ausgusse in die Nahe erstreckt. Das rechte Ufer der Nahe bis zu ihrer Vereinigung mit dem Glahn; von hier aufwärts am linken Glahn- Ufer bis zu dessen Ursprung, von wo eine Linie auf das linke Ufer der Bließ gezogen wird, deren Richtung von Homburg über Klosterhofgeht, welches an dem rechten Bließ- Ufer liegt; von hier an läuft die Grenze an der Bließ hin, bis zu ihrer Mündung in die Saar; – gegen Mittag, die Bließ. – gegen Abend, die Saar und das Mosel- Departement.
Dieses Departement ist in ein und dreyßig Kantone geteilt; sie sind folgende:
1. Trier, Hauptort des
Departements und Kantons 2. Pfalzel 3. Dreiß (Treis) 4. Bernkastei 5. Büdelich (Büdlich) 6. Grumburg (Grimburg ?) 7. Saarburg 8. Merzig 9. Lehbach (Lebach) 10. Tholey 11. Birkenfeld 12. Baldenau 13. Wittlich 14. Schönecken 15. Prüm 16. Schönberg 17. Stadt Kyll (Stadtkyll) 18. Geroldsstein (Gerolstein) 19. Daun 20. Manderscheid 21. Herstein (Herrstein) 22. Grumbach 23. Baumholder 24. St. Wendel 25. Kussel (Kusel) 26. Hochem (Nohen?) 27. Ottweiler 28. Saarbrücken 29. Bließkastel 30. Reifferscheid 31. Blankenheim
Das Departement von Rhein und Mosel wird begrenzt: – gegen Mitternacht, von einer Linie, welche der Mündung der Sieg gegenüber oberhalb Rheindorf (Grau- Rheindorf) anfängt, und an dem Rhein- Ufer bis Hessenich (Kessenich) und Bodenum (Bodenheim) über den Erft hinläuft, zwischen Bodenum und Aen durch, und mit ihrem äußersten Ende sich bis an den Rhein der Sieg gegenüber, hinerstreckt; – gegen Abend, von dem Erft; nämlich vom Ende der obengedachten Linie (Hessenich = Kessenich) aufwärts zur Quelle dieses Flusses bis Schönau, welches auf dem rechten Ufer des Erfts liegt. Von diesem Punkte wird eine gerade Linie bis Ahrdorfgezogen, welches auf dem linken Ahr- Ufer liegt; diese Linie geht zwischen den Dörfern Martoel (Marthel) und Bruling (Bröhlingen), Lintweiler und Hamel (Hummel) durch. – Weiter der Ahr- Fluß bis zu seiner Quelle, Kerpen gegenüber, von wo aus eine gerade Linie bis an die Quelle der Ißbach, Uß (Üßbach) gegenüber, welches auf der linken Seite dieses Flusses liegt, zwischen Noen (Nohn) und Rodt (Heyroth ?) durchgezogen wird. – Die Ißbach von dem DorfUß auf dem linken Ufer hin, bis an den Ort, wo sie
sich in die Mosel ergießt... Die Mosel bis Trarbach; von hier eine Linie bis an die Kirn längst dem kleinen Bache hin, der bei Trarbach vorbeifließt. Von da geht die Linie zwischen Nieder- und Ober- Kleinich, zwischen Waal (Wahlenau) und Gromenau (Krummenau), zwischen Lepersweiler (Laufers- ) und Kissert (Gösenroth) durch, wo sie wieder an die Kirn kommt. – Dann die Kirn, bis an ihre Mündung in die Nahe; – gegen Mittag, ist die Grenze die Nahe, von Kirn an bis zu ihrem Einflüsse in den Rhein bei Bingen; – gegen Morgen der Rhein, von der Mündung der Nahe bis zur Sieg einschließlich.
Dieses Departement ist in folgende dreyßig Kantone geteilt:
1. Koblenz, Hauptort des Departements und Kantons 2. Budenach (Rübenach) 3. Polich (Polch) 4. Boppard 5. Machenheim (?) 6. Münster- Mayenfeld (Münstermaifeld) 7. Andernach 8. Mayen 9. Sinzig 10. Remagen 11. Bonn 12. Rheinbach 13. Saffenberg 14. Altenau (Adenau) 15. Winnenburg 16. Ulmen 17. Kaiserseck (Kaisersesch) 18. Hontheim 19. Kochheim (Cochem) 20. Beilstein 21. Kastelaun (Kastellaun) 22. St. Goar 23. Bacherach (Bacharach) 24. Simmern 25. Kirchberg 26. Trarbach 27. Gemünden 28. Stromberg 29. Kreutznach (Kreuznach) 30. Monzingen.
Das Departement des Donnerbergs hat zu Grenzen: – gegen Morgen, den Rhein, von Germersheim bis Bingen,
einschließlich beyder Orte; – gegen Mittag grenzt es an das Nieder- Rheinische und Mosel- Departement; – gegen Abend, an das rechte Glan- Ufer, und eine Linie, welche vom Ursprünge dieses Flusses auf die Bließ geht, so daß Homburg in dieselbe fällt, und über Klosterhof, welches auf dem rechten Bließ- Ufer liegt, verlängert wird; – gegen Mitternacht macht der Rhein die Grenze, nebst einem Teil der Nahe, von Bingen längst dem rechten Ufer dieses Flusses hin, bis zur Mündung des Glahns.
Dieses Departement ist in folgende sieben und dreißig Kantone geteilt: 1. Maynz, Hauptort des Departements und Kantons 2. Oberingelheim 3. Niederolm 4. Singen 5. St. Johann 6. Odernheim 7. Oppenheim 8. Arnsheim 9. Westhofen 10.Alzey 11.Neubamberg 12.Grehweiler (das niedere) (= Gangrehweiler) 13.Kirchheim 14. Grünstadt 15. Lambsheim 16. Frankenthal 17. Worms 18. Oggersheim 19. Otterstadt 20. Speyer 21. Deidesheim 22. Gambach 23. Winweiler 24. Wolfstein 25. Kleinodernheim 26. Kaiserslautern 27. Merzalben 28. Neustatt 29. Kirweiler (Kirrweiler) 30. Edesheim 31. Germersheim 32. Anweiler 33. Pirmasens 34. Neuhornbach 35. Zweybrücken
36. Homburg 37. Landstuhl.
Die Einteilung der vier Departements in Kantone wurde sehr bald schon geändert. Sie tritt geschlossen zum ersten Mal in den Übersichten der Kantone, Gemeinden, Pacht- und Meierhöfe mit Angabe der Einwohnerzahlen entgegen, die die einzelnen Departements am 24. Dezember 1798 (Roer, 4 nivôse an VII), 16. März 1799 (Donnersberg, 26 ventôse an VII), 21. Juli 1799 (Saar, 24 messidor an VII) und 9. September 1799 (Rhein- und Mosel, 23 fructidor an VII) dem Regierungskommissar übersandten (Recueil des réglemens, Bd. 11, Heft 22, S. 45 – 131; Daniels, Handbuch, Bd. VI, S. 474 – 517, ohne Donnersberg). Danach gehörten zum Roerdepartement folgende 42 Kantone (Recueil des réglemens, Bd. 11, Heft 22, S. 109- 130; diese Einteilung wurde bereits am 15. Juni 1798 eingeführt; vgl. die Liste bei Daniels, Handbuch, Bd. VI, S. 467 – 472; M. Schultheis- Friebe, Die französische Wirtschaftspolitik im Roerdepartement 1792 – 1814, S. 34): 1. Aachen, 2. Burtscheid, 3. Eschweiler, 4. Linnich, 5. Geilenkirchen, 6. Sittard, 7. Heinsberg, 8. Düren, 9. Froitzheim, 10. Gemünd, 11. Monschau, 12. Köln, 13. Weiden, 14. Dormagen, 1 5. Bergheim, 16. Kerpen, 17. Jülich, 18. Elsen, 19. Zülpich, 20. Brühl, 21. Lechenich, 22. Krefeld, 23. Kempen, 24. Viersen, 25. Bracht, 26. Rheinberg, 27. Uerdingen, 28. Moers, 29. Neuss, 30. Neersen, 31. Odenkirchen, 32. Erkelenz, 33. Kleve, 34. Ravenstein, 35. Gemert, 36. Horst, 37. Kranenburg, 38. Kalkar, 39. Goch, 40. Xanten, 41. Geldern, 42. Wankum. Auf Grund des Vertrags zwischen Frankreich und der Batavischen Republik vom 15 nivôse an VIII (5. Januar 1800) wurden die Kantone Ravenstein und Gemert und die auf dem linken Maasufer gelegenen Gemeinden Boxmeer (Kanton Goch) und Oeffelt (Kanton Kranenburg) an die Batavische Republik abgetreten und am 22 ventôse an VIII (13. März 1800) von dieser in Besitz genommen (Roerdepartement Nr. 3069, lfd. Nr. 565). Das Saardepartement wurde gebildet aus den 34 Kantonen (Recueil des réglemens, Bd. 11, Heft 22, S. 47 – 70; Schuleis, Erläuterungen, S. 33): 1. Bernkastel, 2. Büdlich, 3. Conz, 4. Pfalzel, 5. Saarburg, 6. Schweich, 7. Trier, 8. Wittlich, 9. Arnual, 10. Blieskastei, 11. Lebach, 12. Merzig, 13. Ottweiler, 14. Saarbrücken, 15. St. Wendel, 16. Waldmohr, 17. Blankenheim, 18. Daun, 19. Gerolstein, 20. Kyllburg, 21. Lissendorf, 22. Manderscheid, 23. Prüm, 24. Reifferscheid, 25. Schönberg, 26. Baumholder, 27. Birkenfeld, 28. Kusel, 29. Grumbach, 30. Hermeskeil, 31. Herrstein, 32. Meisenheim, 33. Rhaunen, 34. Wadern. Das Rhein- und Mosel- Departement umfaßte die 31 Kantone (Recueil des réglemens, Bd. 11, Heft 22, S. 71 – 88; M. Schultheis- Friebe, Die französische Wirtschaftspolitik im Roerdepartement 1792 – 1814, S. 34): 1. Andernach, 2. Boppard, 3. Koblenz, 4. Cochem, 5. Kaisersesch, 6. Lutzerath, 7. Mayen, 8. Münstermai
feld, 9. Polch, 10. Rübenach, 11. Treis, 12. Zell, 13. Adenau, 14. Ahrweiler, 15. Bonn- Stadt, 16. Bonn- Land, 17. Remagen, 18. Rheinbach, 19. Ulmen, 20. Virneburg, 21. Wehr, 22.Bacharach, 23. Kastellaun, 24. Kreuznach, 25. Kirchberg, 26. Kirn, 27. St. Goar, 28. Simmern, 29. Sobernheim, 30. Stromberg, 31. Trarbach.
Zum Departement Donnersberg gehörten folgende 36 Kantone (Recueil des réglemens, Bd. 11, Heft 22, S. 89 – 108): 1. Mainz, 2. Alzey, 3. Bechtheim, 4. Bingen, 5. Kirchheimbolanden, 6. Niederolm, 7. Oberingelheim, 8. Oppenheim, 9. Wöllstein, 10. Wörrstadt, 11. Dürkheim, 12. Edenkoben, 13. Frankenthal, 14. Germersheim, 15. Grünstadt, 16. Mutterstadt, 17. Neustadt, 18. Pfeddersheim, 19. Speyer, 20. Gollheim, 21. Kaiserslautern, 22. Lauterecken, 23. Obermoschel, 24. Otterberg, 25. Rockenhausen, 26. Winnweiler, 27. Wolfstein, 28. Annweiler, 29. Contwig, 30. Zweibrücken, 31. Homburg, 32. Landstuhl, 33. Medelsheim, 34. Neuhornbach, 35. Pirmasens, 36. Waldfischbach. Die Grenzen der vier neuen Departements, die am 4 pluviôse an VI vorläufig festgesetzt worden waren, wurden durch Beschluß der Konsuln vom 16 messidor an X (5. Juli 1802) – unter Ausnahme der Abtretungen an die Batavische Republik – als endgültige festgelegt (Bulletin des reglemes ..., Nr. 94
S. 68- 69). Für das Roerdepartement trat 1808 insofern noch eine Änderung ein, als durch Senatsbeschluß vom 21. Januar 1808 die Festung Wesel mit dem zugehörigen Rayon dem Kaiserreich Frankreich einverleibt wurde (Bulletin des Lois, 4. Serie, Heft Nr. 175, lfd. Nr. 2945, S. 6 – 9). Als eigener Kanton (der 41.) wurde Wesel dem Roerdepartement zugewiesen (M. Schultheis- Friebe, Die französische Wirtschaftspolitik im Roerdepartement 1792 – 1814, S. 35). In die 42 Kantone des Roerdepartements gehörten folgende Communen (vgl. Daniels, Handbuch, Bd. VI, S. 467- 472, 474- 488; Communen, die darüberhinaus in den Bevölkerungslisten des Jahres VII als in die betreffenden Kantone gehörig aufgeführt werden, erscheinen im folgenden in eckigen Klammern):
Arrondissement Aachen
1. Kanton Aachen
Stadt Aachen, aufgeteilt in die Sektionen Réunion, Liberté, Egalité
2. Kanton Burtscheid
Bank, Bissen, Brand, Breinig, Burtscheid, Dorff, Drisch, Eilendorf, Elchenrath, Forst, Freund, Friesenrath, Grevenberg, Haal, Haaren,
Hahn, Horbach, Klinkhemde, Kohlscheid, Kornelimünster, Laurensberg, Morsbach, Mulartshütte, Niederforstbach, Nütheim, Ober – forstbach, Oppen, Orsbach, Richterich, Relief, Scherberg, Schmidthof, Schweilbach, Soers, Venwegen, Verlautenheide, Walheim, Weiden Würselen
3. Kanton Düren
Arnoldsweiler, Bauweiler, Bergheim, Berzbuir und Kufferath, Bilstein, Binsfeld, Birgel, Birkesdorf, Bogheim, Bubenheim, Daubenrath, Derichsweiler, Düren, Echtz und Konzendorf, Eggersheim, Ellen, Eschweiler [über Feld], Frauwüllesheim, Geich und Obergeich, Gey, Girbelsrath, Golzheim, Gürzenich, Hau, Hochkirchen, Horm und Langenbroich, Hoven, Huchem und Stammeln, Hürtgen, Irresheim, Isweiler, Jüngersdorf, Krauthausen, Kreuzau, Lendersdorf, Luchem, Lucherberg, Mariaweiler, Merken, Merode, Merzenich, Morschenich, Niederau, Niederzier, Nörvenich, Oberzier, Ollesheim und Kauweiler, Pier, Poll, Rölsdorf, Rommelsheim, Schlich und D'horn, Seihausen, [Stepprath], Stockheim, Strass, Viehöven, Winden, Wissersheim
4. Kanton Eschweiler
Bardenberg, Bergrath, Broich, Büsbach, Dürwiß, Eschweiler, Frenz, Gressenich, Hastenrath, Hehlrath, Heistern, Hoengen, Kinzweiler, Bamersdorf, Langerwehe, Laurenzberg, Lohn, Mausbach, Nothberg, Rohe, Röthgen, Schevenhütte, Stolberg, Stütgerloch, Vicht, Vorweiden, Warden, Weisweiler
5. Kanton Frotzheim
Abenden, Berg vor Nideggen, Bergstein, Blens, Boich, Brandenberg, Bürvenich, Disternich, Drove, Embken, Eppenich, Froitzheim, Füssenich, Geich, Ginnick, Gladbach, Jakobwüllesheim, Juntersdorf, Kelz, [Leversbach], Maubach, Müddersheim, Nideggen, Pissenheim, Sievernich, Soller, Thuir, Thum, Üdingen, Vettweiss und Kettenheim, Wollersheim
6. Kanton Geilenkirchen
Apweiler, Baesweiler, Bauchem, Beggendorf, Birgden, Floverich, Freienberg, Gangelt, Geilenkirchen, Gillrath, Grotenrath, Hastenrath, Hatterath, Himmerich, Hünshoven, Immendorf, Kogenbroich und Hoven, Kraudorf, Kreuzrath, Langbroich Gangelterseits, Leiffarth und Honsdorf, Lindern, Loverich, Mairienberg, Niederbusch, Nierstraß, Nirm, Oidtweiler, Palenberg, Prummern, Puffendorf, Randerath, Rischden, Scherpenseel, Schümmerquartier, Siepenbusch, Stahe, Süggerath, Teveren, Tripsrath, Uetterath, Waurichen Windhamsen, Würm, Zweibrüggen
7. Kanton Gemünd
Berg [vor Floisdorf], Bergheim, Bleibuir, Bouderath, Breitenbenden, Buir, Dalbenden, Dottel, Dreiborn, Eicks, Eiserfey, Floisdorf, [Frohngau], Gemünd, Gilsdorf, Glehn, Harzheim, Hasenfeld, Hausen, Heimbach, Heistert, Hergarten, Hohn, Holzheim, Holzmülheim, Hostel, Kalenberg, Kall und Sötenich, Kallmuth, Keldenich, Kolvenbach, Lorbach, Lückerath, Mechernich, Nöthen, Olef, Pesch, Roderath, Roggendorf, Scheven, Schützendorf, [Ürfey], Vlatten, [Vollem], Voissel, Vussem, Wallenthal, Weyer, Zingsheim
8. Kanton Heinsberg
Aphoven, Arsbeck und Rödgen, Birgelen, Bocket und Obspringen, Braunsrath, Breberen, Brüggelchen und Frilinghoven, Dremmen, Haaren und Soperich, Heinsberg, Herkenbosch, Hilfarth, Horst, Hülhoven, Karken, Kempen, Kirchhoven, Langbroich, Brebererseits Meirich, Myhl, Oberbruch, Ophoven, Orsbeck, Porselen, Ratheim, Schafhausen und Schleiden, Steinkirchen und Effeld, Unterbruch, Waldenrath, Waldfeucht, Wassenberg, [Wildenrath]
9. Kanton Linnich
Aldenhoven, Altdorf, Barmen, Bettendorf, Bourheim, Brachelen, Dürboslar, Ederen, Engelsdorf, Erberich, Floßdorf, Freialdenhoven, Fronhoven, Gereonsweiler, Gevenich, Glimbach, Hasenfeld, Inden, Insdorf (nicht identifiziert, nach Roerdepartement Nr. 3105 Bl. 20 von Jülich 3/4 Meilen entfernt), Kirchberg, Körrenzig, Kofferen, Koslar, Langendorf, Langweiler, Linnich, Linzenich, Merzenhausen, Nieder- und Obermerz, Nierstein, Pattern, Pützlohn, Rurich, Schaufenberg, Schleiden, Schophoven, Setterich, Siersdorf
10. Kanton Monschau
Dedenborn, Eicherscheid, Hammer, Hetzingen, Höfen, Huppenbroich, Imgenbroich, Kalterherberg, Kesternich, Konzen, Lammersdorf, Monschau, Mützenich, Paustenbach, Roetgen, Rohren, Rollesbroich, Rott, Rurberg, Schmidt, Simmerath, Simonskall, Steckenborn, Strauch, Vossenack, Woffelsbach, Zweifall
11. Kanton Sittard
Berg, Born, Broeksittard, Buchten, Grevenbicht, Guttecoven, Havert, Hillensberg, Hoengen, Holtum, Limbricht, Millen Munstergeleen, Saeffelen, Sittard, Susteren, Süsterseel, Tüddern, Urmond, Wehr
Arrondissement Kleve
1. Kanton Geldern
Arcen, Eyll, Geldern, lssum, Kapellen, Xevelaer, Nieukerk, Pont Sevelen, Twisteden, Veert, Vernum, Walbeck, Wetten
2. Kanton Gemert
Sint Anthonis, Boekel, Gemert, Uden
3. Kanton Goch
Äfferden, Asperden, [Asperheide], Bergen und Aijen, Boxmeer, Goch, Gocherberg, Hassum, Heijen, Hommersum, Hülm, Kalbeck, Kervenheim, Kessel, Pfalzdorfund Gocherheide, Viller, Weeze, Well, Winnekendonk und Kervendonk, Wissen
4. Kanton Horst
Baarlo, Blerick, Blitterswijck, Bree, Broekhuizen, Broekhuizenvorst, Geysteren, Grubbenvorst, Helden, Horst, Kessel, Lottum, Meerlo, Oirlo, Ooijen, Sevenum, Swolgen, Tienraij, Venray, Wanssum
5. Kanton Kalkar
Altkalkar, Appeldorn, Bylerward, Emmericher Eyland, Grieth, Hanselaer, Hasselt, Hönnepel, Huisberden, Kalkar, Keppeln, Moyland und Till, Niedermörmter, Qualburg, Reeserschanz, Riswick, Schneppenbaum, Uedem, Uedemerbruch, Uedemerfeld und Steinbergen, Wissel, Wisselward
6. Kanton Kleve
Bimmen, Brienen, Donsbrüggen, Düffelward, Griethausen, Hau, Hurendeich, Keeken, Kellen, Kleve, Materborn, Middelward, Rindern, Salmorth, Warbeyen, Wardhausen
7. Kanton Kranenburg
Frasselt, Gennep, Kekerdom, Kranenburg, Leuth, Mehr, Middelaar, Mook, Nergena, Niel, Nütterden, Oeffelt, Ottersum, Wyler, Zyfflich (In der Liste vom 15. Juni 1798 und in Roerdepartement Nr. 3105 Bl. 7 erscheinen überdies noch Huissen, Hulhuizen und Utfeld (nicht identifiziert)).
8. Kanton Ravenstein
Demen und Langel, Dennenburg, Deursen, Hären, Herpen, Huisseling, Macharen, Megen, Ravenstein, Reek, Schaijk, Teeffelen, Velp, Zeeland
9. Kanton Wankum
Grefrath, Herongen, Hinsbeck, Leuth, Lobberich, Straelen, Velden, Wachtendonk, Wankum
10. Kanton Xanten
Balberg, Birten, Bönning, Bönninghard, Büderich sowie Gest und Dornick (nicht identifiziert), Crayenveen, Düsterfeld, Eger, Ginderich, Hamb, Hochbruch und Beek, Labbeck, Lüttingen, Mairienbaum, Menzelen, Mörmter, Obermörmter, Perrich, Poll, Sonsbeck, Ursel, Veen, Vynen, Wardt, Werrich, Willich und Niederbruch, Winnenthal, Xanten
Arrondissement Köln
1. Kanton Bergheim
Angelsdorf, Auenheim, Bedburg, Bergheim, Bergheimerdorf, Blerichen, Broich, Buchholz, Büsdorfund Fliesteden, Elsdorf, Epprath Esch, Frauweiler, Garsdorf, Geddenberg, Glesch, Glessen, Grottenherten, Harff, Hohenholz, Hüchelhoven, Ichendorf, Kaster, Kenten, Kirchherten, Kirchtroisdorf, Kirdorf, Kleintroisdorf, Königshoven, Lipp und Millendorf, Morken, Mü(h)lhaus (=Muchhaus?), Niederaussem, Niederembt, Oberaussem, Oberembt, Omagen, Paffendorf, Pütz, Quadrath, Rath, Rheidt, Wiedenfeld, Zieverich
2. Kanton Brühl
Alstädten, Badorf, Berrenrath, Berzdorf, Bornheim, Brühl, Fischenich, [Fünfhöfe und Klettenberg], Gleuel, Godorf, Hemmerich und Kardorf, Hermülheim, Hersel, Hürth, Immendorf, Keldenich, Kendenich, Merten, Meschenich, Rodenkirchen, Rösberg, Rondorf, Schwadorf, Sechtem, Uedorf, Urfeld, Vochem, Walberberg, Waldorf, Weiß und Sürth, Wesseling, Widdig
3. Kanton Dormagen
Dormagen, Esch, Fühlingen, Gohr, Hackenbroich, Horrem, Langel, Merkenich, Nettesheim, Nievenheim und Straberg, Roggendorf, Rommerskirchen, Sinnersdorf, Stommeln, Stürzelberg, Weiler, Worringen, Zons
4. Kanton Elsen
Allrath, Barrenstein, Bedburdyck, Elfgen und Laach, Elsen, Evinghoven, Frimmersdorf, Garzweiler, Gierath und Gubberath, Gindorf Grevenbroich, Gustorf, Helpenstein, Hemmerden, Hoeningen und Widdeshoven, Hoisten, Hülchrath und Mühlrath (Gielrath), In
genfeld, Jackerath, Kapellen und Gilverath, Kelzenberg (nicht identifiziert, vermutlich identisch mit Kelzenberg im Kanton Odenkirchen, Arr. Krefeld), Kaulen (Kohlerhof), Langwaden, Nanderath, Neuenhausen, Neuhöfchen, Neukirchen, Neurath, Noithausen, Oekoven, Orken, Priesterath, Ramrath, Wevelinghoven
5. Kanton Jülich
Altenburg, Ameln, Bettenhoven, Boslar, Broich, Gevelsdorf, Güsten Hambach, Hasselsweiler, Höllen, Hompesch, Hottorf, Jülich, Kairath, Lich, Mersch, Müntz, Opherten, Pattern, Ralshoven, Rödingen, Selgersdorf, Spiel, Steinstraß, Stetternich, Tetz, Titz, Welldorf
6. Kanton Kerpen
Ahe, Balkhausen, Bergerhausen, Berrendorf, Blatzheim, Bochheim, Boisdorf, Bottenbroich und Grefrath, Breitmaar, Brüggen, Buir, Dorsfeld, Etzweiler, Geilrath, Giesendorf, Giffelsberg, Götzenkirchen, Grouven, Habbelrath, Hemmersbach, Heppendorf, Horrem, Kerpen, Langenich, Lörsfeld, Manheim, Mödrath, Niederbolheim, Oberbolheim, Onnau, Rath, Seelrath, Sehnrath, Sindorf, Thorr, Türnich, Widdendorf
7. Kanton Köln
Stadt Köln, aufgeteilt in die Sektionen Liberté, Egalité, Fraternité, Réunion, Frontière
8. Kanton Lechenich
Ahrem, Blessem, Bliesheim, Borr, Buschfeld, (Großund Klein- ) Büllesheim, Derkum, Dirmerzheim, Dorweiler, Erp, Friesheim, Gymnich, Hausweiler, Heimerzheim, Herrig, Kierdorf, Konradsheim, Lechenich, Liblar und Köttingen, Lommersum, Meiler, Metternich, Müggenhausen, Neukirchen, Niederberg, Ollheim, Pingsheim, Straßfeld, (Groß- und Klein- ) Vernich, Vingerhöfe, Weilerswist
9. Kanton Weiden
Bachern, [Benzelrath], [Bickendorf], Bocklemünd, Brauweiler, Buschbell, Efferen und Stotzheim, Frechen, Freimersdorfund Dansweiler, Geyen, Junkersdorf, (Groß- und Klein- ) Königsdorf, Lind, Lövenich, Longerich, Manstedten und Ingendorf, [Marsdorf], Melaten und Kriel, Mengenich, Me(t)z(h)e(i)m (nicht identifiziert; Metzheim und Merheim müssen identisch sein; vgl. Maas- Rhein Nr. 60, Karte) und Ossendorf, Müngersdorf, Niehl, Nippes und Merrheim (nicht identifiziert), Pulheim, Sinthern, Üsdorf, Volkhoven, Widdersdorf
10. Kanton Zülpich
Antweiler, Bessenich, Billig, Dürscheven, Elsig, Enzen, Eschweiler, Euenheim, Euskirchen, Firmenich, Frauenberg, Gartzem, Gehn, Hoven und Floren, Kalkar, Katzvey, Kessenich und Wüschheim, Kommern, Langendorf, Lessenich und Zievel, Linzenich und Lövenich, Merzenich, Mülheim, Nemmenich, Niederelvenich, Oberelvenich, Oberwichterich, Rißdorf, Rövenich, Satzfey, Schaven, Schwerfen, Sinzenich, Ülpenich, Wachendorf, Weiler am Berg, Weller in der Ebene, Weingarten und Rheder, Wichterich, Wißkirchen, Zülpich
Arrondissement Krefeld
1. Kanton Bracht
Amern St. Anton, Amern St. Georg, Boisheim, Born, Bracht, Breyell, Brüggen, Dilkrath, Dülken, Kaldenkirchen, Lüttelforst, Tegelen, (Burg- und Kirchspiel- ) Waldniel
2. Kanton Erkelenz
Baal, Beeck, Beckrath, Bellinghoven, Borschemich, Breidenbend, Doveren, Erkelenz, [Etgenbusch], Genehen, Genhof, Gerderath, Golkrath, Grambusch, Granterath, Herrath, Hetzerath, Holtum, Holzweiler, Houverath, Hückelhoven, Immerath, Isengraben, Katzem, Kaulhausen, Keyenberg, Kipshoven, Kleingladbach, Kuckum, Kückhoven, Lentholt, Lövenich, Lützerath, Matzerath, Mennekrath, Moorshoven, Oerath, Oestrich, Pesch, Rath, Schwanenberg, Spenrath, Tenholt, Terheeg, Tüschenbroich, Venrath, Vossem, Wegberg, Wockerath
3. Kanton Kempen
Aldekerk, Bockdorf (bei St. Tonis), Hüls, Kempen, Mülhausen, Oedt Schmalbroich, St. Hubert, St. Tonis, Stenden, Tönisberg, Vorst
4. Kanton Krefeld
Stadt Krefeld und Umgebung
5. Kanton Moers
Atrop, Baerl, Emmerich, Homberg und Essenberg, Kapellen, Moers, Neukirchen, Oestrum, Rayen, Repelen, Rheurdt, Rumeln, Schaephuysen, Vluyn, Vluynbusch
6. Kanton Neersen
Anrath, Clörath, Gladbach, Hardt, Kehn, Kleinenbroich, Kleinkempen, Korschenbroich und Myllendonk, Liedberg, Neersen, Ober
geburth, Oberniedergeburth, Schiefbahn, Steinforth, Süchteln, Unterniedergeburth, Willich.
7. Kanton Neuss
Büderich, Dyckhof, Eppinghoven, Erprath, Glehn, Gnadental, Grefrath, Grimlinghausen, Gulzen (nicht identifiziert, einzelner Hof, nach Roerdepartement Nr. 3105, Bl. 24 eine Meile von Neuss entfernt), Heerdt, Holzbüttgen, Holzheim, Kaarst, Langel (nicht identifiziert, vermutlich identisch mit Langel im Kanton Dormagen, in Roerdepartement Nr. 3105, Bl. 24 gestrichen), Lauvenburg, Lecken (nicht identifiziert, einzelner Hof, nach Roerdepartement Nr. 3105, Bl. 24 zwei Meilen von Neuss entfernt), Longenich (nicht identifiziert, in Roerdepartement Nr. 3105, Bl. 24 gestrichen und durch Lövenich ersetzt), Neuenberg, Neuss, Nieder- und Oberkassel (so in Roerdepartement Nr. 3105, Bl. 24 verbessert aus „- hart“), Norf, Rosellen, Schlich, Uedesheim, Vellbrüggen.
8. Kanton Odenkirchen
Dahlen, Dürselen, Giesenkirchen, Güdderath, Hackhausen, Holz, Hoppers, Horst, Jüchen, Kamphausen, Kelzenberg, Mülfort (in den Ortslisten fälschlich unter Kanton Rheinberg aufgeführt), Neukirchen, Odenkirchen, Otzenrath, Rheydt, Schaan, Schelsen, Wanlo, Wey und Waat, Wickrath, Wickrathsberg, Zoppenbroich.
9. Kanton Rheinberg
Alpen, Borth, Budberg, Drüpt und Millingen, Elverich, Eversael, Hoerstgen, Huck und Alpsray, Kamp, Lintfort, Orsoy, Ossenberg, Vierquartieren, Rheinberg, Wallach, Winterswick.
10. Kanton Uerdingen
Bliersheim, Bockum, Budberg, Fischeln, Friemersheim, Gellep, Ilverich, Kaldenhausen, Langst, Lank, [Latum], Linn und Oppum, Nierst, Ossum, Osterath, Rath, Schweinheim, Strümp, Uerdingen, Vennikel, Verberg.
11. Kanton Viersen
Stadt Viersen und Umgebung.
Ein dritter Beschluß vom 4 pluviôse an VI betraf die Neuorganisation der Verwaltung (Recueil des réglemens ..., Bd. 1, S. 76- 77 – 120- 21). Danach sollten
in jedem Departement eine Zentralverwaltung und in jedem Kanton wenigstens eine Munizipalverwaltung ein
gerichtet werden. Jede Departementalverwaltung bestand aus fünfMitgliedern, die jährlich einen aus ihrer Mitte zum Präsidenten ernannten. Jede Gemeinde (commune) mit mehr als 5.000 Einwohnern erhielt eine eigene Munizipalverwaltung, jede Gemeinde mit weniger als 5.000 Einwohnern einen Munizipal- Agenten mit einem Adjunkten. Ihre Vereinigung bildete die jeweilige Kantonsmunizipalität. Jede Munizipalität hatte ebenfalls einen Präsidenten. Das Vollziehungs- Direktorium bzw. an dessen Stelle der Regierungskommissar ernannte bei jeder Departemental- und Munizipalverwaltung einen Kommissar, der jederzeit abberufen werden konnte. Die Kommissare wachten und handelten im Interesse der Departements oder Kantone und hatten den Gang aller Geschäfte zu betreiben. Sie hatten das Recht, allen Sitzungen der Verwaltungen beizuwohnen. Ohne ihre Kenntnis konnten weder Berichte abgestattet noch Beschlüsse mündlich oder schriftlich abgefaßt werden. Sie besaßen jedoch keine beratende Stimme (vgl.auch Annuaire...an VIII, S.105- 111). Die Munizipalverwaltungen waren den Departementalverwaltungen und diese den Ministern bzw. dem Regierungskommissar unterstellt. Jede Verwaltung hatte jährlich Rechenschaft über ihre Geschäftsführung abzulegen. Die Verwaltungen hatten vor allem zu beachten, daß ihnen nur administrative, aber keine gesetzgebenden oder richterlichen Handlungen zustanden. Die Departementalverwaltungen konnten daher keine Dekrete (décrets), Ordonnanzen (ordonnances) oder Verordnungen réglemens) herausgeben; sie konnten ihre Funktionen nur ausüben mit Hilfe bloßer Beratschlagungen (délibérations) über allgemeine Angelegenheiten (matières) oder vermittelst von Beschlüssen (arrêtés) über besondere Gegenstände (affaires particulières) oder durch Korrespondenz mit den Munizipalverwaltungen.
Die Departementalverwaltungen mußten über alle Verhandlungen (opérations actes) Protokolle (procèsverbaux) führen und sie lückenlos chronologisch in ein von dem Präsidenten numeriertes und paraphiertes Register eintragen. Dieses Register sollte alle sechs Monate geschlossen und danach im Archiv deponiert werden. Es war allen Verwalteten zugänglich. Abgesehen von der üblichen Korrespondenz, die die Departementalverwaltungen mit dem ihnen übergeordneten Minister des Innern bzw. Regierungskommissar zu führen hatten, hatten sie ihm monatlich eine Übersicht (tableau) über die Geschäfte (affaires) des Departements und den Stand ihrer Erledigung einzuschicken. Die Departementalverwaltungen waren beauftragt, 1. alle dem Departement angesetzten unmittelbaren
Steuern auf die Kantone zu verteilen, 2. die Anfertigung der Steuerrollen durch die Munizipalitäten zu veranlassen, 3. die Erhebung und Ablieferung dieser Steuern sowie den Dienst und die Angelegenheiten der damit beauftragten Agenten zu ordnen und die Aufsicht darüber zu führen, 4. die Zahlungen der Ausgaben zu regulieren, die auf den Ertrag dieser Steuern angewiesen wurden. Die Tätigkeit der Departementalverwaltungen erstreckte sich weiter auf 1. die Unterstützung der Armen und die Polizei der Bettler und Landstreicher, 2. die Aufsicht und Verbesserung der Verwaltung und inneren Verfassung der Krankenhäuser, Armeninstitute und Arbeitshäuser, Gefängnisse und Arrest- und Zuchthäuser, 3. die Aufsicht über die öffentliche Erziehung und den politischen und moralischen Unterricht, 4. die Handhabung und Verwendung der in jedem Departement zur Aufmunterung des Handels, des Gewerbefleißes und zu jeder ändern wohltätigen öffentlichen Einrichtung bestimmten Gelder, 5. die Erhaltung des öffentlichen Eigentums, 6. die Erhaltung der Wälder, Bäche, Wege und anderer gemeinen Gegenstände, 7. die Leitung und Verfertigung der Arbeiten für den Bau der Wege, Kanäle und anderer öffentlichen Arbeiten, 8. die Erhaltung der Gesundheit und öffentlichen Sicherheit. Die Munizipalagenten der Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern hatten, abgesehen von der Teilnahme an den Verhandlungen der Kantonsmunizipalität, die Polizeigeschäfte in ihren Gemeinden zu versehen. Der Munizipalgewalt oblagen folgende Geschäfte: 1. die Verwaltung der gemeinen Güter und Einkünfte der Gemeinde, 2. die Regulierung und Bezahlung der örtlichen Ausgaben, die von den gemeinen Geldern bestritten werden mußten; 3. die Leitung und Ausführung derjenigen öffentlichen Arbeiten, die der Gemeinheit zur Last fielen, 4. die Verwaltung der den Gemeinden zugehörigen Institute, die von ihren Geldern unterhalten wurden oder die besonders zum Gebrauch ihrer Bürger bestimmt waren, 5. die Sorge dafür, daß die Einwohner die Vorteile einer guten Polizei genossen, insbesondere, daß die Sicherheit, Sauberkeit, Ruhe und der gesunde Zustand der Straßen und öffentlichen Orte und Gebäude erhalten blieb.
Außerdem konnten den Munizipalgewalten folgende allgemeine Verwaltungsaufgaben übertragen werden: 1. die Verteilung der unmittelbaren Steuern auf die einzelnen Bürger, 2. die Ablieferung dieser Steuern an die Departementskasse, 3. die unmittelbare Leitung der öffentlichen Arbeiten im Bereich der Munizipalität, 4. die unmittelbare Verwaltung der öffentlichen zum allgemeinen Nutzen bestimmten Institute, 5. die erforderliche Aufsicht und Agentschaft zur Erhaltung des öffentlichen Eigentums.
Die Installation der Zentralverwaltung des Roerdepartements erfolgte dem Beschluß Rudlers vom 4 pluviôse an VI gemäß am 19. Februar 1798 durch den von ihm ernannten Direktorialkommissar (Commissaire du Directoire exécutifprès de l'administration centrale du departement de la Roer) Anton Joseph Dorsch (vgl. das Protokoll darüber in Roerdepartement Nr. 273, S. 1 – 4 bzw. Druck in Nr. 351). Die Mitglieder der Zentralverwaltung (administrateurs) waren Heinrich Joseph Cog(u)els (zugleich Präsident), Jakob Bouget, Peter Wasserfall, Louis Pierre Caselli und Nikolaus Cromm; als vorläufiger Hauptsekretär füngierte Estienne. In der Sitzung der Zentralverwaltung vom 20. Februar 1798 wurde der vom Justizminister entworfene Geschäftsverteilungsplan eingeführt. Danach wurden fünfAbteilungen (bureaux) – Öffentliche Abgaben, Rechnungswesen, Nationaldomänen, Verwaltungspolizei sowie öffentliche Arbeiten, Unterricht und Unterstützungen – gebildet, denen jeweils ein Mitglied der Zentralverwaltung vorstand (vgl. Roerdepartement Nr. 273, S. 5 f. bzw. Druck in Roerdepartement Nr. 374 bzw. Annuaire an VIII, S. 101 – 104). Des weiteren wurde der interne Geschäftsgang geregelt (Roerdepartement Nr. 273, S. 7 – 9). Die Sitzungen der Zentralverwaltung fanden täglich – ausgenommen jeder zehnte Tag – statt. Die vom Präsidenten geöffnete Post wurde vom (General- ) Sekretariat eingetragen und an die entsprechenden Büros weitergeleitet, die die Schreiben ihrerseits in Geschäftstagebücher eintrugen. Das Büro bearbeitete die Antwort, der Abteilungsleiter zeichnete das Konzept ab. Dieses wurde daraufhin dem Direktorialkommissar vorgelegt, der den Inhalt billigte, ablehnte oder zur Beratung in einer Sitzung der Zentralverwaltung vorschlug. Nach endgültiger Billigung durch die Zentralverwaltung fertigte das zuständige Büro die Reinschrift an. Abgeschlossene Vorgänge sollten in der vom (General- ) Sekretariat geführten zentralen Registratur (archives de l'administration) abgelegt werden. An Stelle des provisorischen Hauptsekretärs Estienne erscheint vom 19 ventôse an VI (9. März 1798) bis
9 thermidor an VI (27. Juli 1798) Laroche als Hauptsekretär (secrétaire en chef), der am 14 thermidor an VI (1. August 1798) von Augustin Francois Joseph Lebas abgelöst wurde.
Das Mitglied der Zentralverwaltung L.P. Caselli schied sehr bald aus. In der Sitzung vom 24. April 1798 (Roer-Departement Nr. 273, S. 147) teilte er seinen Kollegen mit, daß er zu anderen Aufgaben nach Mainz berufen sei. An seine Stelle trat Philipp Eduard Joseph Derode, zuvor Richter am Tribunal des Departements Donnersberg (ebd. S. 158; er wurde von Rudler am 30 germinal an VI (19. April 1798) ernannt). Derode übte das Amt bis zum 4 germinal an VII (24. März 1799) aus (Roerdepartement Nr. 277). Sein Nachfolger wurde Marc Antoine Bessejon (vgl. auch Roerdepartement Nr. 18), der am 6. germinal an VII der Zentralverwaltung seine vom 12. und 18. ventôse datierende Ernennung vorlegte (Roerdepartement Nr. 277). Das Mitglied der Zentralverwaltung Wasserfall wurde durch Beschluß des Vollziehungs- Direktoriums vom 23. messidor an VII (11. Juli 1799) zum Mitglied der Zentralverwaltung des Rhein- Mosel- Departements ernannt. Sein Nachfolger wurde der Hypothekenbewahrer (conservateur des hypotheques) des Arrondissements Aachen Caselli (Roerdepartement Nr. 277, Protokoll vom 1. thermidor an VII). Die übrigen Mitglieder Cogels, Beuget und Cromm gehörten der Zentralverwaltung bis zu ihrer Auflösung an. Die Neuordnung des französischen Verwaltungssystems, die nach dem Sturz des Vollziehungs- Direktoriums durch Napoleon (am 9. November 1799) und der Einsetzung der Konsularregierung erfolgte (Gesetz vom 28. pluviôse an VIII, Bulletin des Lois, 3. Serie, Nr. 17, lfd. Nr. 115), wurde auch in den linksrheinischen Gebieten eingeführt. Am 14. Mai 1800 (24. floreal an VIII) erließ der zweite Konsul in Abwesenheit Napoleons folgenden Beschluß: 1. Die Departements Saar, Roer, Rhein- Mosel und Donnersberg sollen in Gemeindebezirke (arrondissements communaux) eingeteilt werden. Diese Bezirke sollen den Zuständigkeitsbereichen der Zuchtpolizei- Tribunale (tribunaux de police correctionnelle) entsprechen. 2. Die Hauptorte der Departements bleiben bestehen. Die Orte, an denen die Zuchtpolizei- Tribunale ihren Sitz haben, sollen die Hauptorte der Gemeindebezirke sein. 3. Die vier oben genannten Departements werden, dem Gesetz vom 28. pluviôse entsprechend, von einem Generalregierungskommissar (Commissaire general du Gouvernement) verwaltet, der dem Justizminister untersteht. Dem Justizminister wird der Vollzug des vorliegenden Beschlusses übertragen (Bulletin des reglemens et arrêtés publies pendant l'an VIII par le commissaire du Gouvernement dans les quatre Departe
mens de la rive gauche du Rhin Nr. 21, S. 8- 11). Am 26. Mai 1800 (6 prairial an VIII) führte der Regierungskommissar Shee, nach Marquis und Lakanal der dritte Nachfolger Rudlers, unter Einrückung des obigen Beschlusses die Verwaltungsordnung vom 28. pluviôse an VIII in den linksrheinischen Gebieten mit den für sie geltenden Änderungen ein (Text ebd. S. 12- 13 – 26- 27). In jedem Departement sollten ein Präfekt (prefect), ein Präfekturrat (conseil de prefecture) und ein allgemeiner Departementsrat (conseil général de departement) bestehen, denen die Verrichtungen zukommen sollten, die bisher von den Departementsverwaltungen und – kommissaren ausgeübt wurden. Der Präfekt sollte allein die Verwaltung zu führen haben. Der Präfekturrat (vgl. Findbuch 140.12., Einleitung) hatte verwaltungsgerichtliche Funktionen. Der Departementsrat (vgl. Findbuch 140.12, Einleitung) sich vor allen Dingen mit Steuerangelegenheiten und hatte dem Innenminister bzw. Generalregierungskommissar seiner Ansichten über den Zustand und die Bedürfnisse des Departements mitzuteilen. In jedem Gemeindebezirk (arrondissement communal) sollten ein Unterpräfekt und ein aus elfMitgliedern gebildeter Bezirksrat (conseil d'arrondissement) bestehen. Der Unterpräfekt sollte die Funktionen ausüben, die bis dahin von den Munizipalverwaltungen und Kantonskommissaren ausgeübt wurden mit Ausnahme derjenigen, die dem Bezirksrat und den Munizipalitäten übertragen wurden. Der Bezirksrat sollte sich zu einem von der Regierung zu bestimmenden Termin jährlich einmal für nicht mehr als 14 Tage versammeln. Für seinen Bezirk übte er eben die Funktionen aus, die der Departementsrat für das ganze Departement ausübte, d.h. er befaßte sich mit der Verteilung der direkten Steuern auf die Ortschaften seines Bezirks, nahm die Rechnungslegung des Unterpräfekten über die Verwendung der für den Bezirk bestimmten Zusatz- Centimen entgegen und äußerte dem Präfekten gegenüber seine Meinung über den Zustand und die Bedürfnisse des Bezirks. Die Munizipalitäten wurden eingeteilt in solche unter 2.500 Einwohnern, von 2.500- 5.000 Einwohnern, von 5.000- 10.000 Einwohnern und mit mehr als 10.000 Einwohnern. Entsprechend ihrer Größe traten neben den Maire ein oder mehrere Adjunkten und Polizeikommissare. Die Maires und Adjunkten sollten die Funktionen ausüben, die bisher die Munizipalagenten und – adjunkten versehen hatten. Hinsichtlich der Polizei und des Zivilstandes sollten sie die Funktionen ausüben, die bisher von den Kantonsmunizipalverwaltungen und den Munizipalagenten und – adjunkten versehen worden waren. Außer dem Maire und den Adjunkten sollte in jedem Ort ein Munizipalrat (conseil municipal) bestehen, der sich jährlich am 15. pluviöse
(4. Februar) für nicht länger als 14 Tage versammelte. Die Zahl seiner Mitglieder betrug zehn für Orte bis zu 2.500 Einwohnern, zwanzig für Orte bis zu 5.000 Einwohnern und dreißig für Orte mit über 5.000 Einwohnern. Er hatte die Rechnung über die Munizipaleinnahmen und – ausgaben, die der Maire dem Unterpräfekten gegenüber abzulegen hatte, anzuhören und zu debattieren. Er sollte die Verteilung des gemeinschaftlichen Brennholzes, der Weide, Ernte und Früchte vornehmen. Er sollte weiter die Verteilung der Arbeiten anordnen, die die Einwohner zur Unterhaltung und Ausbesserung des Eigentums zu leisten hatten. Er sollte schließlich über die besonderen Bedürfnisse der Munizipalität und die Aufbringung der Gelder zu ihrer Bestreitung sowie über die Führung von Prozessen zur Ausübung oder Erhaltung gemeinsamer Rechte beratschlagen. Die Ernennung der Präfekten, Präfekturräte, der Mitglieder der allgemeinen Departementsräte, der Generalpräfektursekretäre, der Unterpräfekten, der Mitglieder der Bezirksräte, der Maires und Adjunkten der Städte von mehr als 5.000 Einwohnern, der Hauptpolizeikommissare und der Polizeipräfekten erfolgte durch den ersten Konsul (bzw. später Kaiser). Die Ernennung der Mitglieder der Munizipalräte und der Maires und Adjunkten in Städten mit weniger als 5.000 Einwohnern erfolgte durch den Präfekten. Durch Beschluß der Konsuln vom 9. September 1800 (22 fructidor an VIII) mit Wirkung ab 23. September 1800 (1. vendémiaire IX) wurden die vier rheinischen Departements den übrigen französischen gleichgestellt; und die dort geltenden Gesetze und Verordnungen hinsichtlich der Rechtspflege, des Inneren, der Polizei, des Finanzwesens, des Krieges und der Marine sollten nach und nach eingeführt werden. Zugleich hörte die dem Justizministerium ausschließlich übertragene Verwaltung der vier Departements auf. Die Präfekten sollten unmittelbar mit dem Generalkommissar, und dieser mit den verschiedenen Ministern, mit jedem in seinem Geschäftskreis korrespondieren (Recueil des réglemens, Bulletin Nr. 301 S. 2- 5). Die Zentralverwaltung des Roerdepartements beendete am 21 thermidor an VIII (9. August 1800) ihre Tätigkeit (Roerdepartement Nr. 287, S. 187). Der zum Präfekten des Roerdepartements ernannte ehemalige Legislator und Kommissar der Regierung bei der Zentralverwaltung und den Gerichten des Oberrheins N.S. Simon legte in der Sitzung dieses Tages den Beschluß der Konsuln vom 3. messidor an VIII (22. Juli 1800) über die Ernennung des Präfekten, der Präfekturräte und der Unterpräfekten des Roerdepartements vor, leistete zusammen mit den anderen Ernannten den Eid und übernahm die Geschäfte.
Aachen wurde Sitz der Präfektur. Zum Generalsekretär wurde Corbigny, vormals Kommissar der Regierung in Griechenland, ernannt (am 12.8.jedoch A. Jourdan). Entsprechend dem Pluviôsegesetz (Art. XI, Bulletin des Lois ..., S. 12- 13) gab es für das Arrondissement
Aachen, in dem der Hauptort des Departements lag, keinen Unterpräfekten (erst 1811 wurde in Gerhard Lommessem ein eigener Unterpräfekt ernannt, vgl. Recueil des actes, 1811, S. 48 f.).Unterpräfekt des Arrondissements Köln wurde Sybertz, zuvor Sektionspräsident des Ziviltribunals des Roerdepartements. Unterpräfekt von Kleve wurde der bisherige Regierungskommissar bei der Zentralverwaltung des Roerdepartements Anton Joseph Dorsch. Unterpräfekt von Krefeld wurde das Mitglied der Zentralverwaltung des Roerdepartements und derzeitige Präsident Jakob (Jacques) Bouget. Zu Mitgliedern des Präfekturrats wurden ernannt: Jacobi, bis dahin Präsident der Munizipalverwaltung der Stadt Aachen, Cogels und Caselli, bis dahin Mitglieder der Zentralverwaltung des Roerdepartements, Rhetel, zuvor Regierungskommissar bei der Munizipalverwaltung der Stadt Köln und Simeon, zuvor Regierungskommissar bei der Munizipalverwaltung von Monschau. Die Neuordnung des französischen Verwaltungssystems nach dem Sturz des Vollziehungsdirektoriums durch Napoleon am 18 brumaire an VIII (vgl. oben) brachte auch eine Änderung in der Verwaltungsgliederung der Gemeinden. Die Kantone verloren ihre Stellung als Zentralverwaltung der in ihnen liegenden Communen. Es wurden vielmehr Mairien gebildet, die sich aus mehreren Communen zusammensetzten und den Unterpräfekten direkt unterstellt waren. Die Einrichtung dieser Mairien erfolgte im Zusammenhang mit der Ernennung der Maires und Adjunkten durch den Präfekten nach und nach im Lauf des vendémiaire an IX (Oktober 1800) (vgl. die Sitzungsprotokolle des Präfekten in Roerdepartement Nr. 288). Nach Berücksichtigung verschiedener Änderungswünsche der Communen lag gegen Jahresende 1800 die Anzahl der Mairien – insgesamt 336 (seit 1808 mit Wesel insgesamt 337) – und ihr territorialer Umfang fest. Bis zum Ende der französischen Herrschaft blieb diese Gliederung im wesentlichen unverändert bestehen. Die im folgenden gebotene Liste stützt sich auf die Liste von Anton Joseph Dorsch aus dem Jahr 1804 in seiner Statistique du Departement de la Roer und die Angaben in den Bevölkerungslisten. Aufgenommen sind die communes, nicht aber die hameaux, écarts, fermes isolées, moulins etc., um die Liste übersichtlich zu halten. Die Bezeichnung eines Ortes als commune oder hameau schwankt gelegentlich. Ausschlaggebend für die Aufnahme in die vorliegende Liste war in solchen Fällen die Nennung in den Listen von 1798.
Arrondissement Aachen
1. Kanton Aachen
Mairie Aachen, eingeteilt in die Sektionen A und B
2. Kanton Burtscheid
Mairie Brand: Brand, Freund, Niederforstbach, Rollef Mairie Burtscheid Mairie Forst: Eilendorf, Forst Mairie Haaren: Haaren, Verlautenheide Mairie Kornelimünster: Breinig, Kornelimünster Venwegen Mairie Laurensberg: Laurensberg, Orsbach, Soers Vaalserquartier, Vetschau Mairie Pannesesheide: Klinkheide, Kohlscheid, Oberkohlscheid, Pannesheide Mairie Walheim: Friesenrath, Hahn, Nütheim, Oberforstbach, Schleckheim, Schmidthof, Walheim Mairie Weiden: Weiden, Wersch Mairie Würselen: Bissen, Drisch, Elchenrath, Grevenberg, Haal, Morsbach, Oppen, Scherberg, Schweilbach, Würselen
3. Kanton Düren
Mairie Arnoldsweiler: Arnoldsweiler, Ellen, Morschenich Mairie Binsfeld: Binsfeld, Bubenheim, Eggersheim, Frauwüllesheim, Irresheim, Isweiler, Rommeisheim Mairie Birgel: Berzbuir, Birgel, Gürzenich, Krauthausen, Kufferath, Lendersdorf, Rölsdorf Mairie Birkesdorf: Birkesdorf, Daubenrath, Huchem und Stammeln, Krauthausen, Seihausen, Viehöven Mairie Düren Mairie Echtz: Echtz und Konzendorf, Merode, Geich und Obergeich, Schlich und D'horn Mairie Merken: Derichsweiler, Hoven, Mariaweiler, Merken Bauweiler, Girbelsrath, Golzheim, Merzenich Mairie Niederzier: Niederzier, Oberzier Mairie Nörvenich: Nörvenich, Poll, Wissersheim Mairie Ollesheim: Eschweiler, Hochkirchen, Ollesheim und Kauweiler Mairie Pier: Jüngersdorf, Luchem, Lucherberg, Pier Mairie Stockheim: Bergheim, Bilstein, Bogheim, Kreuzau, Niederau Stockheim, Winden Mairie Straß: Gey, Hau, Horm, Hürtgen, Langenbroich, Straß
4. Kanton Eschweiler
Mairie Bardenberg Mairie Broich: Broich, Vorweiden Büsbach, Dorff, Krauthausen Mairie Dürwiß: Dürwiß, Lohn; ab 6. Januar 1810 dazu: Erberich, Fronhoven, Langendorf, Langweiler, Pützlohn (bis dahin Mairie Fronhoven, Kanton Linnich) Mairie Eschweiler: Bergrath, Hehlrath, Eschweiler, Kinzweiler, Rohe, Röthgen, Sankt Joris Mairie Gressenich: Gressenich, Mausbach, Vicht; ab 24. Januar bzw. 19. März 1812 dazu: Schevenhütte (vorher Teil der Mairie Heistern) Mairie Heistern: Heistern, Schevenhütte; am 24. Januar bzw. 19. März 1812 aufgelöst und den Mairien Gressenich und Nothberg zugewiesen Mairie Hoengen: Hoengen, Laurenzberg, Warden Mairie Lamersdorf: Frenz, Lamersdorf Mairie Langerwehe: Langerwehe, Stütgerloch Mairie Nothberg: Hastenrath, Nothberg; ab 24. Januar bzw. 19. März 1812 dazu: Heistern (vorher Teil der Mairie Heistern) Mairie Stolberg Mairie Weisweiler
5. Kanton Froitzheim
Mairie Bergstein, Brandenberg, Untermaubach Mairie Bürvenich: Bürvenich, Embken, Eppenich Mairie Drove: Boich, Drove, Jakobwüllesheim, Leversbach, Rath, Soller, Thum, Üdingen Mairie Froitzheim: Froitzheim, Ginnick, Kettenheim, Vettweiß Mairie Füssenich: Füssenich, Geich, Juntersdorf Mairie Kelz: Gladbach, Kelz Mairie Nideggen: Abenden, Blens, Nideggen Mairie Sievernich: Disternich, Müddersheim, Sievernich, Wollersheim
6. Kanton Geilenkirchen
Mairie Baesweiler: Baesweiler, Beggendorf, Oidtweiler Mairie Birgden: Birgden, Kreuzrath Mairie Frelenberg: Frelenberg, Palenberg, Zweibrüggen Mairie Gangelt: Gangelt, Langbroich, Gangelterseits, Niederbusch, Stahe Mairie Geilenkirchen: Bauchem, Geilenkirchen, Gillrath, Hatterath, Hünshoven, Nierstraß, Rischden, Tripsrath Mairie Immendorf: Apweiler, Immendorf, Prummern, Waurichen Mairie Puffendorf: Floverich, Loverich, Puffendorf Mairie Randerath: Himmerich, Kogenbroich und Hoven, Kraudorf Lindern, Nirm, Randerath, Uetterath Mairie Scherpenseel: Mairienberg, Scherpenseel, Siepenbusch Windhausen
Mairie Teveren: Grotenrath, Teveren Mairie Würm: Beeck, Honsdorf, Leiffarth, Müllendorf, Süggerath, Wurm
7. Kanton Gemünd
Mairie Bleibuir: Bergbuir, Bleibuir, Hergarten, Lückerath, Schützendorf, Vlatten, Voissel Mairie Dreiborn: Dreiborn, Olef Mairie Eicks: Berg vor Floisdorf, Eicks, Floisdorf, Glehn, Hostel Mairie Gemünd Mairie Heimbach: Hasenfeld, Hausen, Heimbach Mairie Holzmülheim: Bouderath, Buir, Engelgau, Frohngau, Holzmülheim, Roderath Mairie Keldenich: Dalbenden, Kall, Keldenich, Sötenich Mairie Nöthen: Gilsdorf, Hohn, Kolvenbach, Nöthen, Pesch Mairie Vussem: Bergheim (b. Blankenheim), Breitenbenden, Harzheim, Holzheim, Lorbach, Mechernich, Roggendorf, Strempt, Vussem Mairie Wallenthal: Dottel, Heistert, Kalenberg, Scheven, Wallenthal Mairie Weyer: Eiserfey, Kallmuth, Urfey, Vollem, Weyer, Zingsheim
8. Kanton Heinsberg
Mairie Aphoven: Aphoven, Schafhausen, Schleiden Mairie Birgelen: Birgelen, Effeld, Ophoven, Steinkirchen Mairie Braunsrath: Braunsrath, Obspringcn Mairie Breberen Mairie Dremmen: Dremmen, Horst Mairie Haaren: Haaren, Brüggelchen, Frilinghoven, Soperich Mairie Heinsberg: Heinsberg, Unterbruch Mairie Herkenbosch: Herkenbosch, Melick Mairie Hilfarth: Hilfarth, Porselen Mairie Karken: Karken, Kempen Mairie Kirchhoven Mairie Myhl: Arsbeck, Myhl, Rödgen, Wildenrath Mairie Oberbruch: Hülhoven, Oberbruch Mairie Ratheim Mairie Waldenrath Mairie Waldfeucht: Bocket, Langbroich, Brebererseits, Schierwaldenrath, Waldfeucht Mairie Wassenberg: Orsbeck, Wassenberg
9. Kanton Linnich
Mairie Aldenhoven: Aldenhoven, Engelsdorf, Frauenrath, Niedermerz, Obermerz, Pattern Mairie Barmen: Barmen, Floßdorf, Merzenhausen Mairie Brachelen
Mairie Ederen: Ederen, Gereonsweiler Mairie Freialdenhoven: Dürboslar, Freialdenhoven Mairie Fronhoven (bis 6. Januar 1810, dann zu Dürwiß, Kanton Eschweiler): Erberich, Fronhoven, Langendorf, Langweiler, Pützlohn Mairie Gevenich: Gevenich, Glimbach Mairie Inden: Inden, Schophoven Mairie Kirchberg: Altdorf, Kirchberg Mairie Körrenzig: Körrenzig, Kofferen, Rurich Mairie Koslar: Bourheim, Hasenfeld, Koslar, Linzenich, Nierstein Mairie Linnich Mairie Setterich: Bettendorf, Schaufenberg, Setterich (b. Aldenhoven), Siersdorf
10. Kanton Monschau
Mairie Dedenborn: Dedenborn, Woffelsbach Mairie Eicherscheid: Hammer, Eicherscheid Mairie Höfen: Höfen, Rohren Mairie Imgenbroich: Imgenbroich, Konzen, Mützenich Kesternich, Steckenborn, Strauch Mairie Lammersdorf: Lammiersdorf, Mulartshütte, Zweifall Mairie Monschau Mairie Roetgen: Roetgen, Rott Mairie Rurberg: Pleushütte, Rurberg Mairie Schmidt: Hetzingen, Schmidt, Simonskall, Vossenack Mairie Simmerath: Huppenbroich, Paustenbach, Rollesbroich, Simmerath
11. Kanton Sittard
Mairie Born: Born, Buchten, Holtum Mairie Grevenbicht Mairie Havert Mairie Limbricht: Guttecoven, Limbricht Mairie Millen Mairie Munstergeleen: Hillensberg, Munstergeleen Mairie Saeffelen: Hoengen, Saeffelen Mairie Sittard Mairie Susteren Mairie Tüddern Mairie Urmond: Berg, Urmond Mairie Wehr: Broeksittard, Süsterseel, Wehr
Arrondissement Kleve
1. Kanton Geldern
Mairie Geldern Mairie Issum
Mairie Kevelaer: Kevelaer, Twisteden, Wetten Mairie Nieukerk: Eyll, Nieukerk Mairie Pont: Pont, Veert Mairie Sevelen: Sevelen, Vernum
2. Kanton Goch
Mairie Asperden: Asperden, Asperheide, Hassum, Hommersum, Hülm, Viller Mairie Bergen: Afferden, Aijen, Bergen, Heijen, Well Mairie Goch Mairie Kervenheim: Kervendonk, Kervenheim, Winnekendonk Mairie Ottersum (bis 1803, ab 1804 unter Kanton Kranenburg belegt): Kessel, Nergena, Ottersum Mairie Pfalzdorf: Gocherberg, Gocherheide, Pfalzdorf Mairie Weeze: Kalbeck, Weeze, Wissen
3. Kanton Horst
Mairie Bree: Baarlo, Blerick, Bree Mairie Broekhuizen: Broekhuizen, Broekhuizenvorst, Ooijen Mairie Grubbenvorst: Grubbenvorst, Lottum Mairie Helden Mairie Horst: Horst, Sevenum Mairie Kessel Mairie Meerlo: Blitterswijck, Meerlo, Swolgen, Tienraij Mairie Venray: Oirlo, Venray Mairie Wanssum: Geysteren, Wanssum
4. Kanton Kalkar
Mairie Appeldorn: Appeldorn, Hanselaer, Hönnepel, Niedermörmter, Reeserschanz Mairie Grieth: Bylerward, Emmericher Eyland, Grieth, Huisberden, Wissel, Wisselward Mairie Kalkar: Altkalkar, Kalkar
Mairie Keppeln: Keppeln, Uedemerbruch Mairie Till: Hasselt, Moyland, Qualburg, Riswick, Schneppenbaum, Till Mairie Uedem: Uedem, Uedemerfeld und Steinbergen
5. Kanton Kleve
Mairie Griethausen: Brienen, Griethausen, Rurendeich, Kellen, Salmorth und Middelward, Warbeyen, Wardhausen Mairie Keeken: Bimmen, Düffelward, Keeken, Rindern Mairie Kleve Mairie Materborn: Donsbrüggen, Hau, Materborn
6. Kanton Kranenburg
Mairie Gennep: Gennep, Oeffelt Mairie Kranenburg: Frasselt, Kranenburg, Nütterden Middelaar, Mook Mairie Niel: Kekerdom, Leuth, Mehr, Niel, Wyler, Zyfflich (ab 1804 hier, vorher unter Kanton Goch belegt), Kessel, Nergena, Ottersum
7. Kanton Wankum
Mairie Grefrath Mairie Hinsbeck Mairie Leuth Mairie Straelen Mairie Velden: Arcen, Lomm, Velden Mairie Wachtendonk Mairie Wankum: Herongen, Wankum
8. Kanton Wesel
Mairie Wesel
9. Kanton Xanten
Mairie Büderich: Büderich, Eger, Gest, Ginderich, Perrich, Poll, Werrich Mairie Kapellen Mairie Labbeck: Balberg, Hammerbruch, Labbeck Mairie Marienbaum: Mairienbaum, Obermörmter, Vynen Mairie Sonsbeck: Bönninghardt, Hamb, Sonsbeck Mairie Veen: Birten, Bönning, Crayenveen, Menzelen, Veen, Winnenthal Mairie Wardt: Beek und Hochbruch, Lüttingen, Mörmter, Willich und Niederbruch mit Kirche Düsterfeld, Ursel, Wardt Mairie Xanten
Arrondissement Köln
1. Kanton Bergheim
Mairie Bedburg: Auenheim, Bedburg, Blerichen, Broich, Buchholz Frauweiler, Garsdorf, Geddenberg, Kirdorf, Rath Mairie Bergheim: Bergheim, Bergheimerdorf, Ichendorf, Kenten Quadrath, Wiedenfeld, Zieverich Mairie Esch: Angelsdorf, Elsdorf, Esch, Niederembt, Oberembt, Mairie Hüchelhoven: Büsdorf, Fliesteden, Glossen, Hüchelhoven, Rheidt Mairie Kaster: Epprath, Hohenholz, Kaster, Lipp, Millendorf, Omagen Mairie Königshoven: Harff, Königshoven, Morken
Mairie Paffendorf: Glesch, Niederaußem, Oberaußem, Paffendorf Mairie Pütz: Grottenherten, Kirchherten, Kirchtroisdorf troisdorf, Pütz
2. Kanton Brühl
Mairie Brühl: Badorf, Berzdorf, Brühl, Schwadorf, Vochem Mairie Hersel: Hersel, Keldenich, Uedorf, Urfeld, Wesseling, Widdig Mairie Hürth: Alstädten, Berrenrath, Fischenich, Gleuel, Hermül heim, Hürth, Kendenich Mairie Rondorf: Fünfhöfe (Cinc fermes), Godorf, Immendorf Meschenich, Rodenkirchen, Rondorf, Sürth, Weiß Mairie Sechtem: Merten, Rösberg, Sechtem, Walberberg Mairie Waldorf: Bornheim, Hemmerich und Kardorf, Waldorf
3. Kanton Dormagen
Mairie Dormagen: Dormagen, Hackenbroich, Horrem Mairie Nettesheim: Gohr, Nettesheim Mairie Nievenheim: Nievenheim, Straberg Mairie Rommerskirchen Mairie Stommeln: Esch, Sinnersdorf, Stommeln Mairie Worringen: Fühlingen, Langel, Merkenich, Roggendorf Weiler, Worringen Mairie Zons: Stürzelberg, Zons
4. Kanton Elsen
Mairie Bedburdyck: Bedburdyck, Gierath und Gubberath Mairie Elsen: Elfgen, Elsen, Fürth, Laach, Noithausen, Orken Mairie Evinghoven: Evinghoven, Hoeningen, Oekoven, Ramrath, Widdeshoven Mairi Frimmersdorf: Frimmersdorfmit Neuhöfchen, Ingenfeld, Nanderath, Gürath, Kaulen; Neurath Mairie Garzweiler: Garzweiler, Jackerath, Pristerath Mairie Grevenbroich: Allrath, Barrenstein, Grevenbroich, Neuenhausen Mairie Gustorf: Gindorf, Gustorf Mairie Hemmerden: Gilverath, Hemmerden, Kapellen Mairie Hülchrath: Hoisten mit Helpenstein, Hülchrath, Neukirchen Mairie Wevelinghoven: Langwaden, Wevelinghoven
5. Kanton Jülich
Mairie Hambach: Altenburg, Broich, Hambach, Selgersdorf, Stetternich Mairie Hasselsweiler (bis 1801 als eigene Mairie belegt, ab 1802 mit ihren Communen als Commune der Mairie Hottorfbelegt): Gevelsdorf, Hasselsweiler, Müntz, Ralshoven
Mairie Hottorf (bis 1801 Commune der Mairie Tetz): Boslar, Gevelsdorf, Hasselsweiler, Hompesch, Hottorf, Müntz, Ralshoven, Tetz Mairie Jülich: bis 1801 nur Jülich; ab 1802 belegt dazu die ehemalige Mairie Mersch mit Güsten, Mersch, Pattern, Welldorf Mairie Mersch (bis 1801 als eigene Mairie belegt, ab 1802 mit ihren Communen als Commune der Mairie Jülich belegt): Güsten, Mersch, Pattern, Welldorf Mairie Rödingen: Bettenhoven, Höllen, Kalrath, Rödingen Mairie Steinstraß: Lich, Steinstraß Mairie Tetz (bis 1801 als eigene Mairie belegt, ab 1802 als Commune der ursprünglich ihr angehörigen Mairie Hottorf belegt): Boslar, Hompesch, Hottorf, Tetz Mairie Titz: Ameln, Opherten, Spiel, Titz
6. Kanton Kerpen
Mairie Blatzheim: Bergerhausen mit Dorsfeld, Geilrath, Giffelsberg und Onnau; Blatzheim, Niederbolheim mit Seelrath Mairie Buir: Buir, Manheim mit Bochheim, Oberbolheim, Rath Mairie Heppendorf: Ahe, Berrendorf, Etzweiler, Giesendorf, Grouven, Heppendorf, Thorr, Widdendorf Mairie Kerpen: Kerpen mit Lörsfeld, Langenich, Mödrath Mairie Sindorf: Boisdorfund Götzenkirchen, Hemmersbach, Horrem, Sindorfmit Sehnrath und Breitmaar Mairie Türnich: Balkhausen, Bottenbroich, Brüggen, Grefrath, Habbelrath, Türnich
7. Kanton Köln
Mairie Köln, eingeteilt in vier Sektionen
8. Kanton Lechenich
Mairie Erp: Dorweiler, Erp, Pingsheim Mairie Friesheim: Borr, Friesheim, Niederberg Mairie Gymnich: Dirmerzheim, Gymnich mit Vinger Hof Mairie Lechenich: Ahrem, Blessem, Herrig und Meller, Konradsheim, Lechenich Mairie Liblar: Bliesheim, Buschfeld, Kierdorf, Köttingen, Liblar Roggendorf Mairie Lommersum: Bodenheim, Derkum, Hausweiler, Lommersum Mairie Weilerswist: Groß und Klein Vernich, Metternich, Weilerswist Mairie Efferen: Efferen, Lind, Stotzheim Mairie Frechen: Bachem, Benzelrath, Buschbell, Frechen, Marsdorf Mairie Freimersdorf: Brauweiler, Dansweiler, Freimersdorf, Manstedten (bis 1809 hier belegt, l8l2 als Commune der Mairie Pulheim belegt), Sinthern (bis 1809 als Commune der Mairie
Pulheim belegt, l8l2 hier belegt), Widdersdorf Mairie Lövenich: Großkönigsdorf, Kleinkönigsdorf, Junkersdorf Lövenich, Üsdorf Mairie Longerich: Merheim, Longerich, Niehl, Nippes, Riehl, Volkhoven Mairie Müngersdorf: Bickendorf, Bocklemünd, Melaten, Mengenich Müngersdorf, Ossendorf Mairie Pulheim: Geyen, Ingendorf, Manstedten (bis 1809 als Commune der Mairie Freimersdorfbelegt, 1812 hier belegt) Pulheim, Sinthern (bis 1809 hier belegt, 1812 als Commune der Mairie Freimersdorfbelegt)
10. Kanton Zülpich
Mairie Enzen: Enzen, Linzenich und Lövenich, Schwerfen, Ülpenich Mairie Euskirchen: Billig, Euskirchen, Kessenich, Wüschheim Mairie Frauenberg: Dürscheven, Elsig, Euenheim, Frauenberg, Oberwichterich Mairie Kommern: Gehn, Katzvey, Kommern, Schaven Mairie Nemmenich: Lüssem, Nemmenich, Oberelvenich, Rövenich, Weiler in der Ebene Mairie Satzfey: Firmenich, Obergartzem, Satzvey, Wißkirchen Mairie Sinzenich: Hoven und Floren, Langendorf, Merzenich, Sinzenich Mairie Wachendorf: Antweiler, Eschweiler, Kalkar, Lessenich, Rißdorf, Wachendorf, Weingarten und Rheder, Weiler am Berg, Zievel Mairie Wichterich: Mülheim, Niederelvenich, Wichterich Mairie Zülpich: Bessenich, Zülpich
Arrondissement Krefeld
1. Kanton Bracht
Mairie Amern, St. Anton Mairie Amern, St. Georg: St. Georg, Dilkrath Mairie Boisheim Mairie Bracht Mairie Breyell Mairie Brügggen: Born, Brüggen Mairie Burg- Waldniel: Burg- Waldniel, Lüttelforst Mairie Dülken Mairie Kaldenkirchen Mairie Tegelen
2. Kanton Erkelenz
Mairie Beeck: Beeck, Holtum, Isengraben, Kipshoven, Moorshoven, Rath Mairie Doveren: bis 1801 Baal, Breitenbend, Doveren, Grante
rath, Hetzerath; ab 1802 belegt dazu die ehemalige Mairie Hückelhoven mit den Communen Doverack, Hückelhoven Mairie Erkelenz: bis 1801 Erkelenz, Etgenbusch, Mennekrath, Oerath, Oestrich; ab 1802 dazu belegt die ehemalige Mairie Kückhoven mit den Communen Bellinghoven, Genehen, Kückhoven, Tenholt, Terheeg, Wockerath Mairie Gerderath: Fronderath, Gerderath, Gerderhahn, Vossem Mairie Holzweiler (bis 1801, ab 1802 Immerath namengebende Commune): Holzweiler, Immerath, Lützerath, Pesch, Spenrath Mairie Hückelhoven (bis 1801, ab 1802 als Commune der Mairie Doveren belegt): Doverack, Hückelhoven Mairie Immerath (ab 1802, bis 1801 namengebende Commune Holzweiler) Holzweiler, Immerath, Lützerath, Pesch, Spenrath Mairie Kleingladbach: Brück, Golkrath, Hoven, Houverath, Kleingladbach, Matzerath Mairie Kuckum: Berverath, Borschemich, Kaulhausen, Keyenberg, Kuckum, Venrath, Westrich Mairie Kückhoven (bis 1801, ab 1802 mit ihren Communen als Commune der Mairie Erkelenz belegt): Bellinghoven, Genehen, Kückhoven, Tenholt, Terheeg, Wockerath Mairie Lövenich: Katzem, Lövenich Mairie Schwanenberg: Genhof, Grambusch, Lentholt, Schwanenberg Mairie Wegberg: Tüschenbroich, Wegberg
3.Kanton Kempen
Mairie Aldekerk: Aldekerk, Stenden Mairie Hüls Mairie Kempen: Kempen, Schmalbroich Mairie Oedt: Hagen, Mülhausen, Oedt Mairie St. Hubert: Broich, Orbroich Mairie St. Tonis: Kleinhonschaft, St. Tonis Mairie Tönisberg Mairie Vorst
4. Kanton Krefeld
Mairie Krefeld
5. Kanton Moers
Mairie Baerl: Baerl, Binsheim, Hochhaien, Meerbeck, Lohheide Lohmannsheide, Niederhalen, Uettelsheim Mairie Emmerich: Asterlagen, Atrop, Bergheim, Emmerich, Oestrum Rheinhausen, Werthausen, Winkelhausen Mairie Homberg: Essenberg, Homberg Mairie Kapellen Mairie Moers: Asberg, Fünderich, Hochstraß, Hülsdonk, Moers Schwafheim, Vinn Mairie Neukirchen Mairie Repelen
Mairie Rheurdt: Rayen, Rheurdt, Vluynbusch Mairie Schaephuysen Mairie Vluyn
6. Kanton Neersen
Mairie Gladbach: Gladbach, Hardt Mairie Kleinenbroich Mairie Kleinkempen Mairie Korschenbroich : Korschenbroich, Myllendonk Mairie Liedberg: Liedberg, Steinforth Mairie Neersen: Anrath, Clörath, Kehn, Neersen Mairie Obergeburth Mairie Oberniedergeburth Mairie Schiefbahn Mairie Süchteln: Dornbusch, Hagenbroioh, Sittard, Süchteln, Vorst Mairie Willich Mairie Unterniedergeburth
7. Kanton Neuss
Mairie Büderich: Brühl, Rüderich, Niederlörick, Weissenberg Mairie Büttgen: Ahn (=Büttgerdriesch), Büttgen, Holzbüttgen Mairie Glehn: Glehn, Lanzerath, Lüttenglehn, Scherfhausen, Schlich Mairie Grefrath: Erprath, Grefrath, Reuschenberg, Röckrath Mairie Grimlinghausen: Grimlinghausen, Uedesheim Mairie Heerdt: Heerdt, Niederkassel, Oberkassel, Oberlörick Mairie Holzheim: Gruissem (= Grenzheim?), Holzheim, Löveling Mairie Kaarst: Broicherseite, Hinterfeld, Kaarst, Lauvenburg, Neusserfurth Mairie Neuss Mairie Norf: Bettikum, Derikum, Elvekum, Gier, Kuckhof, Norf Rosellen, Rosellerheide, Schlicherum
8. Kanton Odenkirchen
Mairie Dahlen Mairie Jüchen: Hackhausen, Jüchen Mairie Kelzenberg: Dürselen, Hoppers, Kamphausen, Kelzenberg, Schahn, Wey und Waat Mairie Neukirchen: Holz, Neukirchen, Otzenrath Güdderath, Mülfort, Odenkirchen, Zoppenbroich Mairie Schelsen: Giesenkirchen, Horst, Schelsen Mairie Wanlo Mairie Wickrath: Beckrath, Herrath, Wickrath, Wickrathberg
9. Kanton Rheinberg
Mairie Alpen: Alpen, Alpsray, Drüpt, Huck, Millingen Mairie Budberg: Budberg, Eversael Mairie Kamp Mairie Orsoy Mairie Ossenberg: Borth, Ossenberg, Wallach Mairie Vierquartieren: Lintfort, Kamper Bruch, Rossenray, Saalhoff Mairie Rheinberg: Rheinberg, Winterswick
10. Kanton Uerdingen
Mairie Bockum: Bockum, Oppum, Rath, Verberg, Vennikel Mairie Fischeln Mairie Friemersheim: Bliersheim, Budberg, Friemersheim, Kaldenhausen, Rumeln Mairie Langst: Gellep, Langst, Nierst Mairie Lank: Ilverich, Lank, Latum Mairie Linn Mairie Osterath: Osterath, Schweinheim Mairie Strümp: Ossum, Strümp Mairie Uerdingen
11. Kanton Viersen
Mairie Viersen
Die oben skizzierte Verwaltungsorganisation blieb im wesentlichen bis zum Ende der französischen Verwaltung im Rheinland bestehen. Eine letzte wichtige Änderung brachte der Frieden von Lunéville 1801, der Frankreich endgültig die linksrheinischen Gebiete zusprach. Nachdem ein Gesetz vom 9. März 1801 (18 ventôse an IX) die vier Departements Roer, Saar, Rhein- und Mosel und Donnersberg zu integrierenden Bestandteilen des französischen Territoriums erklärt hatte (Recueil des réglemens, Bulletin 48, S. 12- 15), wurde die französische Verfassung als Ganzes durch Gesetz vom 30. Juni 1802 (11 messidor an X) mit Wirkung ab 23. September 1802 (1 vendémiaire an XI) in ihnen eingeführt (ebd. Bulletin 94, S. 62- 65). Die Funktionen des Generalregierungskommissars erloschen (ebd.), die Präfekten unterstanden nunmehr wie ihre Amtskollegen in den französischen Departements direkt den Pariser Ministerien. Mehreren Änderungen unterlag lediglich der Geschäftsverteilungsplan innerhalb der Präfektur. Der am 20. Februar 1798 eingeführte Geschäftsverteilungsplan (vgl. S. oben) blieb bis zum Jahr 1804 in Kraft. Am 31. Januar 1804 wurde ein neuer eingeführt, der einschließlich des Generalsekretariats vier Abteilungen (Divisions) mit insgesamt acht Büros vorsah (Recueil des actes an XII, S. 259 – 265; Almanach... an XIII, S.
116 – 126). Dieser erfuhr bereits zwei Jahre später eine Erweiterung. Seit 1. August 1806 gab es außer dem Generalsekretariat fünfAbteilungen, von denen die erste in zwei Sektionen unterteilt wurde, während für die übrigen keine weiteren Unterteilungen erfolgten (Recueil des actes, 1806, S. 566 – 568). Die letzte Änderung wurde am 18. Oktober 1809 vorgenommen (Recueil des actes, 1809, S. 525 – 532, Annuaire 1810, S. 189 – 198). Außer dem Generalsekretariat gab es nun vier Divisionen, die ihrerseits in mehrere Büros unterteilt waren. Die erste Division bearbeitete das Finanzwesen: das erste Büro kümmerte sich um die Nationaldomänen, das zweite um Steuern und Katasterwesen, das dritte um das Hauptrechnungswesen. Die zweite Division war zuständig für die Verwaltung und das Rechnungswesen der Gemeinden und öffentlichen Anstalten: das erste Büro widmete sich der Verwaltung der Gemeinden, das zweite dem laufenden kommunalen Rechnungswesen, das dritte dem kommunalen Schuldenwesen. Die dritte Division bearbeitete das Militärwesen, die öffentlichen Arbeiten, die Landwirtschaft und Handel: das erste Büro war zuständig für das Militärwesen, das zweite für öffentliche Arbeiten, Landwirtschaft und Handel. Die vierte Division bestand aus einem Bureau particulier, das Teile der ursprünglichen Aufgaben des Generalsekretariats wahrnahm. Schließlich gab es noch ein Bureau de Statistique, das mit der Erstellung einer allgemeinen Statistik des Roerdepartements betraut war. Dieser hier skizzierte Geschäftsverteilungsplan von 1809 liegt der Ordnung des Bestandes Präfektur des Roerdepartements zugrunde. Der erste Präfekt des Roerdepartements, Nikolaus Sebastian Simon, starb am 4. März 1802 (Roerdepartement Nr. 374). Zu seinem Nachfolger wurde – vor dem 19. März 1802 – Rulhieres ernannt (Roerdepartement Nr. 1331). Bevor er jedoch sein Amt antreten konnte – die Geschäfte versahen interimistisch die Präfekturräte Jacobi und Cogels (Bär, Behördenverfassung, S. 57) – starb er. Am 9. Juli 1802 wurde Alexandre Mechin zum Präfekten ernannt (Bulletin des réglemens 96, S. 4- 5). Er übernahm die Geschäfte am 23. September 1802 (Recueil des actes ..., an XI, S. 9) und führte sie bis zu seiner
Ernennung zum Präfekten des Departements Aisne am 15. September 1804. Sein Nachfolger war Charles Laumond, der am 15. September 1804 ernannt wurde (Recueil des actes..., an
XIII, S. 69). Mechin erhielt sein Gehalt als Präfekt des Roerdepartements noch für den Monat brumaire (Oktober/ November) Ab 1. frimaire (22. November) bezog es Laumond (Roerdepartement Nr. 1518, Bl. 1b). Bis zu seinem Amtsantritt füngierten Jacobi und während dessen Abwesenheit in Paris zur Kaiserkrönung Napoleons der Präfekturrat Kolb als Interimpräfekten (Recueil des actes ..., an XIII, S. 96/ 99). Am 3. Mai 1806 wurde
Laumond zum Präfekten des Departements Seine et Oise ernannt. Sein letzter Erlaß als Präfekt des Roerdepartements datiert am 19. Juni 1806. Am 3. Mai 1806 wurde Alexandre Lameth zu
seinem Nachfolger ernannt. Am 25. Juni 1806 hatte er seine Tätigkeit aufgenommen (Recueil des actes..., 1806, S. 520/ 541).
Am 19. Februar 1809 wurde Lameth zum Präfekten des Pôdepartements ernannt. Am 16. März 1809 setzte Lameth, im Begriff, zu seinem neuen Posten aufzubrechen, Jacobi zu seinem Stellvertreter ein, bis der von Napoleon zu seinem Nachfolger bestimmte Merlet, Präfekt des Departements Maine et Loire, eingetroffen wäre (Recueil des actes ..., 1809, S. 90;
vgl. auch Roerdepartement Nr. 1539). Dieser trat sein Amt jedoch nicht an. Nach seiner Ernennung am 29. März 1809 (vgl. Ladoucette, Voyage, S. 254) wurde Jean Charles Francois de Ladoucette am 20. Mai 1809 als Präfekt des Roerdepartements installiert (Roerdepartement Nr. 1539 und 1543), nachdem Jacobi wiederum die Vertretung geführt hatte. Ladoucette war der letzte Präfekt des Roerdepartements. Er floh am 17. Januar 1814 vor den verbündeten Mächten. Der zum Generalsekretär ernannte Corbigny trat sein Amt nicht an (Landeshauptarchiv Koblenz Bestand 241 ff., Nr. 912, S. 247 = HStAD, Bestand Fotokopien, Nr. 94/7). Es wurde zunächst von dem Hauptsekretär der aufgelösten Zentralverwaltung Lebas weiter versehen; am 23 thermidor an VIII (11. August 1800) wurde der ehemalige Administrator Bessejon zum provisorischen Generalsekretär der Präfektur ernannt (ebd.). Bereits einen Tag später erfolgte die Ernennung von Aimé Jourdan. Er nahm seine Tätigkeit am 4. September 1800 auf. Am 27. August 1801 wurde er jedoch wieder abberufen. Sein Nachfolger war Pierre Pomponne Amédee Pocholle (27. September 1801 – 30. Oktober 1804) Dieser wurde abgelöst von Johann Wilhelm Koerfgen (ab 15. September bzw. 13. Dezember 1804), der dieses Amt über den Zusammenbruch der französischen Herrschaft hinaus bekleidete. Zu einer Flüchtung der Registraturen – wie Ladoucette sie am 18. Januar von Lüttich aus für das sog. Präfekturarchiv, d. h. die Archive der aufgehobenen Stifter und Klöster und der ehemaligen Landesherren, soweit sie in Aachen bereits zusammengezogen waren, befohlen hatte (vgl. Generalgouvernement Nieder- und Mittelrhein Nr. 944) – blieb keine Zeit mehr. So ließ er zwar die Papiere seines Privatbüros (Bureau particulier), das sich in seinem Haus befand (vgl. Regierung Aachen Nr. 2049) und in dem auch statistische Unterlagen aufbewahrt wurden (Generalgouvernement Nieder- und Mittelrhein Nr. 974, 1882) nach Paris schicken oder vernichten (Generalgouvernement Nieder- und Mittelrhein Nr. 138, 935, 1323), die übrigen "Amtspapiere" aber „dergestalt durcheinanderwerfen, daß der jetzige Gouvernements-Commissar Herr Bölling einen besonderen Registrator ansetzen mußte, um diese Akten und Papiere, welche nach französischer Sitte nicht geheftet, sondern nur zusammengebunden sind, wieder zu ordnen und aufzustellen“ (Generalgouvernement Nieder- und Mittelrhein Nr. 952). Mit dieser Aufgabe wurde der Kanzlist Heymann betraut, der im Gemeinderechnungswesen gearbeitet hatte und in den Jahren 1816 und 1817 Verzeichnisse der Akten der einzelnen Büros erstellte, die heute noch erhalten sind (vgl. Roerdepartement Nr. 3104 und Regierung Aachen Nr. 2049). Sie sind allerdings nach der neuen preußischen
Aachen Verwaltungsgliederung angelegt, so daß der Kanton Rheinberg z. B. immer unter dem Kreis Kleve erscheint, obwohl er in französischer Zeit zum Arrondissement Krefeld gehörte. Daß Heymann das einmal angerichtete Chaos nicht beseitigen konnte, zeigen die Akten des vorliegenden Bestandes: Mancher Einzelvorgang wurde – zweifellosbedingt durch den Zeitdruck, unter dem Heymann Ordnung für praktische Verwaltungszwecke schaffen mußte – falsch eingeordnet, so daß die Akten in vielen Fällen analysiert werden mußten, und es nicht ausbleibt, daß der Benutzer einen Betreff an mehreren Stellen suchen muß. Akten der der Zentralverwaltung bzw. dem Präfekten des Roerdepartements übergeordneten zunächst in Bonn, seit 11. Januar 1798 in Mainz residierenden (General- ) Regierungskommissare J.F. Rudler (4. November 1797 – 7. März 1799), J. J. Marquis (7. März 1799 – August 1799), J. Lakanal (August – (29. November 1799), L. Th. Dubois- Dubais (29. November 1799), H. Shee (29. November bzw. 2. Dezember 1799, August – 22. September 1800), J. B. Jollivert (22. September 1800 – Febr. 1802) und Jeanbon Saint- André (20. Dezember 1801 bzw. Febr. bis 22. September 1802) befinden sich im Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 241 ff.; vgl. HStAD, Findbuch 524.35), ihre Korrespondenz mit den Pariser Behörden in den Archives Nationales in Paris. Die im Hessischen Staatsarchiv Darmstadt vorhanden gewesenen Akten sind vernichtet.
Quellen und Literatur : Roerdepartement Nr. 273, 287, 288, 351, 374, 1331, 1507, 1508, 1518, 1539, 1543, 3104; Generalgouvernement von Nieder- und Mittelrhein Nr. 13, 21, 130, I- II, 138, 632, 935, 944, 945, 952, 974, 1048, 1170, 1323, 1882; Regierung Aachen Nr. 2047, 2049; Regierung Düsseldorf Nr. 2550; Oberpräsidium Köln Nr. 240; Regierung Köln Nr. 28a, 2652. – Recueil des réglemens, Bulletin Nr. 21, S. 2 – 31; Nr. 25, S. 4 – 11; Nr. 30, S. 2 – 5; Nr. 48, S. 12 – 15; Nr. 94, S. 62 – 65, 68 f.; Nr. 96, S. 4 f. – Recueil des actes an XI, S. 9; an XII, S. 259 – 265; an XIII, S. 69, 96, 99; 1806, S. 520, 541, 566 ff.; 1809, S. 90, 525 – 532. – Daniels, Handbuch, Bd. 4, S. 124 – 129; Bd. 6, S. 454 – 457, 466 – 532, 557 ff., 834 ff. – Kalender für das VII. Jahr S. 18 – 22, 27 – 141. – Annuaire an VIII, S. 1 – 98, 100 – 111. – Almanach an XIII, S. 113 – 126. – Annuaire 1809, S. 132, 134 – 140, im Anhang alphabetische Ortsliste; 1810, S. 28 – 52, 53 – 136 (verbesserte Ortsliste), 189 – 198, 201 – 210, 275 f.; 1811, S. 113 – 130, 132 – 143, 238 f.; 1812, S. 69 – 72, 78 – 92, 172 – 182; 1813, S. 129 – 133, 136, 139 – 154, 265 – 275. – Handbuch Rhein- und Moseldepartement 1808, S. 19 – 24, 27, 274, 276. Jourdain, Code de la compétence, Bd. 1, S. 282 – 328. Ladoucette, Voyage, S. 254. – M. Schultheis- Friebe, Die französische
Wirtschaftspolitik im Roerdepartement 1792 – 1814, S. 28 f., S. 34 – 37. – Pauls, Archiv des Roerdepartements (Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins (19, 2) 1897, S. 72 – 92. – Bär, Behördenverfassung, S. 42 – 49, 57. – Käss, Staatsverwaltung, S. 134 – 181. – Hansen, Quellen, Bd. 4, S. 3*- 9*; Nr. 55, S. 299 – 302; Nr. 65, S. 362 – 366; Nr. 72f., S. 402 – 411; Nr. 75 – 78, S. 413 – 429; Nr. 82, S. 438 ff.; Nr. 85, S. 457 – 461; Nr. 88, S. 464 – 467; Nr. 95, S. 500 ff.; Nr. 96, S. 505 – Nr. 97, S. 503 – 513; Nr. 100, S. 519 f.; Nr. 106, S. 545 – 559; Nr. 109, S. 562 – 568; Nr. 111, S. 585 – 589; Nr. 124, S. 656 f., Anm. 2; Nr. 149, S. 914 – 918; Nr. 170, S. 1014 f.; Nr. 175, S. 1050 – 1054; Nr. 186, S. 1123 – 1127; Nr. 190, S. 1150 – 1157; Nr. 209 ff., S. 1229 – 1243; Nr. 219 f., S. 1268 – 1284; Nr. 223f., S. 1293 – 1302. – Pauls, Aachener Bevölkerung, in: Zeitschrift des Aachenener Geschichtsvereins 63 (1950) S. 85 – 102. – Pauls, Roerdepartement, in: Zeitschrift des Aachenener Geschichtsvereins 66/67 (1954/55) S. 185 – 192. – Keßler, Behörden- Organisation, in: Dürener Geschichtsblätter (1956) S. 120, 128 – 131, 136 – 139, 153 – 156. – Godechot, Institutions, S. 469 – 476, 586 – 592. – Nuyens, Limburg, S. 23 – 41. – Ortlepp, Verwaltungsorganisation, insbes. S. 134 – 141. – Gustav Mücke, Die geschichtliche Stellung des Arrondissements und seines Verwalters zur Zeit der napoleonischen Herrschaft, dargestellt an dem Leben und Wirken Karl Ludwig von Keverbergs als Unterpräfekt in Cleve, phil. Diss. Bonn 1935 Fotokopien der Beamtenlisten im Stadtarchiv Mainz siehe unter Handschriften R II Mainz (Film A 54).


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