Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
2. Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln
2.2. Bezirksregierungen/staatliche Aufsichtsbehörden
2.2.4. Regierung Köln
Regierung Köln BR 0009
214.01.01 Regierung Köln, Verfassung und Verwaltung
Permalink des Findbuchs


Signatur : 214.01.01

Name : Regierung Köln, Verfassung und Verwaltung

Beschreibung :
Vorwort
Der Regierungsbezirk Köln umfaßte 1816 den Stadtkreis Köln und die Landkreise Bergheim, Bonn, Gimborn, Homburg, Köln, Lechenich (seit 1827: Euskirchen), Mülheim a.Rh., Rheinbach, Siegburg, Uckerath, Waldbröl und Wipperfürth. 1825 wurden die Kreise Siegburg und Uckerath zum Siegkreis (Sitz: Siegburg) und die Kreise Gimborn und Homburg zum Kreis Gummersbach vereinigt. Während der Gesamt – umfang bis 1945 unverändert blieb, wurde die innere Gliederung mehrfach geändert. Wesentlich waren die Bildung der kreisfreien Städte Bonn 1887 und Mülheim am Rhein 1901 (1914 nach Köln eingemeindet) sowie die Reorganisationen 1932, als der Kreis Rheinbach auf die Landkreise Bonn und Euskirchen aufgeteilt wurde, die Kreise Gummersbach und Waldbröl zum Oberbergischen Kreis (Sitz: Gummersbach) und der Restkreis Mülheim mit dem Kreis Wipperfürth zum Rheinisch-Bergischen Kreis (Sitz: Bergisch Gladbach) vereinigt wurden und Wesseling vom Landkreis Bonn zum Landkreis Köln wechselte. Weitere Veränderungen im Laufe der Zeit betrafen vor allem die Eingemeindungen nach Köln und Bonn. Die Regierung zu Köln eröffnete am 22.4.1816 ihre Tätigkeit im Gebäude des Montanergymnasiums in Köln, Unter Sachsenhausen 6/8; 1832 bezog sie ihr neues Dienstgebäude in der Zeughausstraße. Als Mittelbehörde unterstand sie, je nach Aufgabenbereich, entweder dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz oder direkt den verschiedenen preußischen Ministerien in Berlin. Ihr unterstellt waren die Landratsämter sowie einige weitere Staatliche Unterbehörden und Amtsträger: Forstinspektoren (bis 1829/1850) und Oberförster, Polizeipräsidien und -direkteren, Gefängnisse und Strafanstalten. Kreisbauinspektoren (1910: Staatshochbauämter), Oberwegebauinspektor (bis 1852), Domänenrenteien (bis 1854), Wasserbauinspektoren (1911: Wasserbauamt Köln) und andere.
Die Regierung gliederte sich zunächst in zwei Abteilungen: I. Abteilung (Abteilung des Innern) und 11. Abteilung (Abteilung der Steuern, Domänen und Forsten). 1824 wurde die Zuständigkeit für die indirekten Steuern von der 11. Abteilung auf die neu errichtete Provinzialsteuerdirektion (s. Findbuch 241.01) übertragen. Mehrfach geändert wurde die Zuständigkeit für die Kirchenund Schulangelegenheiten, die zunächst das Konsistorium der Provinz Jülich-Kleve-Berg versah (Konsistorium Köln, s. Findbuch 230.01) und seit 1817/18 eine Kirchen- und Schulkommission als Teil der I. Abteilung der Regierung. 1826 wurde dieser Bereich erstmals als eigene Abteilung ausgegliedert und als II. Abteilung (für die Kirchenverwaltung und das Schulwesen) bezeichnet, Leiter war Oberregierungsrat Goßler, früher Oberpräsidialrat in Köln; die bisherige II. führte man als III. Abteilung weiter. Doch schon 1836 wurden die Kirchen- und Schulangelegenheiten wieder in die I. Abteilung eingegliedert und die III. zur II. Abteilung umbenannt.
Eine wichtige Umorgarnisation trat 1888 in Kraft, seit dem bestand die Regierung aus den Teilen
I. Präsidialabteilung (Abteilung des Innern); II. Kirchen- und Schulabteilung;
III. Abteilung der direkten Steuern, Domänen und Forsten;
Bezirksausschuß (1888 neu eingerichtet zur Erledigung der Verwaltungsstreit- und Beschlußsachen)
1912 wurde das neuerrichtete Oberversicherungsamt für den Regierungsbezirk Köln der Regierung angeschlossen.
Die Regierungspräsidenten waren
1816-17 (Oberpräsident) Friedrich Graf zu Solms-Laubach
1817-25 (Chefpräsident) Ludwig Freiherr vom Hagen
1825-34 Daniel Heinrich Delius
1834-39 Dr. Karl Ruppenthal
1939-44 Karl von Gerlach
1844 Robert Freiherr von Patow
1844-45 Gustav von Bonin
1845-48 Otto von Raumer
1848 Heinrich Freiherr von Wittgenstein
1849-67 Eduard von Möller
1867-84 Otto von Bernuth
1884-94 Clodwig von Sydow
1894-1901 Hugo Freiherr von Richthofen
1901-05 Max von Balan
1905-17 Dr. Otto Steinmeister
1917-19 Karl von Stark
1919-21 Philipp Brugger
1922-26 Dr. Sigmund Graf Adelmann von Adelmannsfelden
1926-33 Hans Elfgen
1933-34 Dr. Rudolf zur Bonsen
1934-36 Rudolf Diels 1936-45 Eggert Reeder
Der Archivbestand der Akten der Regierung Köln war schon vor dem Zweiten Weltkrieg nur unvollständig überliefert und sehr ungleich zusammengesetzt. Akten der Präsidialregistratur (Präsidialbüro) waren nur ganz vereinzelt, (Nr. 11 bis 29) solche des Bezirksausschusses gar nicht in das Archiv gelangt. Ziemlich vollständig waren nur die Akten der Domänen- und der Forstverwaltung gewesen. Beispielsweise zeigte ein Vergleich der ca. 1843-1890 geführten Akten der Hoheitsregistratur mit dem 1939 im Staatsarchiv befindliehen Bestand, das nur 16 % der ursprünglich vorhandenen Akten archiviert worden waren.
Ein großer Teil des Archivbestandes Regierung Köln ist 1945 auf dem Kahn "Main 68" gewesen und zum Teil verloren gegangen, zum Teil stark beschädigt worden. Die Lücken verteilen sich über den ganzen Beistand. Weitgehend verloren sind jene Akten, die noch bis 1945 in den Dienstgebäuden der Regierung verblieben waren. Nur in einzelnen Bereichen (Staatsangehörigkeit, Strafvollzug, Kommunalwesen) konnten nach 1945 noch nennenswerte Aktenbestände ins Archiv übernommen werden.
Die Findbücher zu den Akten der Regierung Köln 1816 bis 1945 wurden ab 1990 nach dem Vorbild der Findbuchgruppen 211 und 212 neu organisiert; sie sind durch die Ziffer 1 als letzter der sechs Ziffern der Findbuchnummern gekennzeichnet und weisen sämtliche vorhandenen Altakten der Regierung Köln aus der Zeit bis Kriegsende 1945 nach. In der Regel wurde der Text der alten Findbücher (jetzt: BR 2013) übernommen, nur in besonderen Zweifelsfällen wurde neu verzeichnet. Die Gliederung lehnt sich an die vorgefundene Klassifikation an; eine nachträgliche Berücksichtigung der alten Registraturzeichen, die in den alten Findbüchern nur zu einem geringen Teil nachgewiesen waren, war nicht möglich. Die im Kriege verlorengegangenen Akten wurden in die neuen Findbücher nicht mehr aufgenommen; nachträglich aufgefundene Akten werden im Einzelfall von Hand nachgetragen. Nach Abschluß aller Findbücher dieser Reihe wird ein gemeinsamer Index erstellt (Findbuch 214.00.1). – Die Schlußredaktion dieses Bandes führte OSTAR Dr. Stahlschmidt durch.
Das Findbuch schrieb Frau Wehling.
Die Akten sind zu bestellen und zu zitieren:
BR"-Signaturen und lfd. Nr. .

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