Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
2. Verwaltungsbehörden Regierungsbezirke Düsseldorf und Köln
2.3. Landratsämter/Kreisbehörden
2.3.10. Landratsamt Essen
Landratsamt Essen BR 0021
215.10.00 Landratsamt Essen
Permalink des Findbuchs


Signatur : 215.10.00

Name : Landratsamt Essen

Beschreibung :
Behördengeschichte:

Der Kreis Essen wurde 1816 gebildet aus den 7 Bürgermeistereien Altenessen, Borbeck, Essen, Kettwig, Mülheim/Ruhr, Steele und Werden. Gleichwohl war bereits zuvor unter preußischer Übergangsverwaltung das ehemalige Arrondissement Essen des Rheindepartements, das seit 1811 auch die Kantone Dorsten und Recklinghausen umfasste und 1813 der Landesdirektion Dortmund zugeschlagen wurde, als „Essenscher Kreis und der leitende Beamte als (kommissarischer oder stellvertretender) „Landrat bezeichnet worden (vgl. dazu ausführlich Dickhoff, S. 33-35; vgl. auch BR 0021, Nr. 154-164). Im Jahre 1823 wurde der Kreis Essen aufgelöst und sein Gebiet mit dem des Kreises Dinslaken zum neuen Kreis Duisburg vereinigt.

Auf Grund der Kabinettsorder vom 10.08.1857 erhielt der ehemalige Kreis Essen unter Ausschluss der Bürgermeistereien Mülheim/Ruhr-Stadt und -Land 1859 wieder seine Selbstständigkeit. Der Kreis bestand nunmehr aus den Stadtbürgermeistereien Essen, Werden, Steele und Kettwig und aus den Landbürgermeistereien Werden, Steele, Kettwig, Borbeck und Altenessen. Im Jahre 1862 wurden die Ortschaften Lippern und Lirich an den Kreis Duisburg überwiesen. Die Stadt Essen schied 1873 als selbstständiger Stadtkreis aus dem Kreisverband aus. Bei der Auflösung des Landkreises Mülheim/Ruhr im Jahre 1910 wurden die Gemeinden Menden, Raadt und Haarzopf vom Kreis Essen übernommen. Verschiedene Gebietsverkleinerungen des Kreises traten durch Abtretung an die Stadtkreise Essen, Oberhausen, Mülheim/Ruhr und die Stadt Gelsenkirchen ein.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung 1929 wurde der Kreis Essen aufgelöst. Steele, Werden, Karnarp, Stoppenberg, Kray, Kupferdreh, Überruhr, Heisingen und Werden-Land gelangten zum Stadtkreis Essen, Kettwig und Kettwig-Land zum Kreis Düsseldorf-Mettmann.

Die Landräte des Kreises Essen:

Johann Georg Stemmer 1816-1823
Leopold Devens 1859-1867
Robert Freiherr von der Heydt 1868-1870
August Freiherr von Hövel 1870-1899
Max Rötger 1899-1901
Karl Snethlage 1901-1909
Hans von Eynern 1910-1914
Dr. Paul Brandt 1914-1918
Dr. Friedrich Schöne 1918-1924
Paul Mertens 1924-1929


Literatur:

Paul Mertens / Erwin Stein, Der Landkreis Essen (Monographien deutscher Landkreise, 4), Berlin 1926.
Erwin Dickhoff, Johann Georg Stemmer. Landrat des Landkreises Essen von 1813 bis 1823, in: Beiträge zur Geschichte von Stadt und Stift Essen 91 (1976), S. 19-50.
Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815-1945, Reihe A: Preußen, hg. v. Walther Hubatsch, Bd. 7: Rheinland, bearb. v. Rüdiger Schütz, Marburg 1978, S. 244-248.
Horst Romeyk, Die leitenden staatlichen und kommunalen Verwaltungsbeamten der Rheinprovinz 1816-1945 (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, 69), Düsseldorf 1994.


Bestandsgeschichte:

Der Bestand setzt sich aus vier Ablieferungen von Behörden zusammen:

Die Akzession 25/1881, bestehend aus 2 Akten, wurde am 19.10.1881 vom Landrat zu Essen übernommen (vgl. Dienstregistratur des Hauptstaatsarchivs, BR 2093 Nr. 59 und 538). Als Nachlieferung zu dieser Akzession wurde am 19.01.1882 eine weitere (acc. 2/1882), bestehend aus 2 Akten, allerdings von der Regierung Düsseldorf, übernommen und dem Bestand Landratsamt Essen zugeordnet (vgl. Dienstregistratur BR 2093 Nr. 59 und 538). Die Akzession 12/1901, bestehend aus 24 Aktenheften, folgte am 12.09.1901 (abgebende Behörde: Landratsamt Essen; vgl. Dienstregistratur BR 2093 Nr. 60 und 538). Ebenfalls vom Landrat des Landkreises Essen wurde am 12.12.1912 die Akzession 13/1912, bestehend aus 57 Aktenheften, übernommen (vgl. Dienstregistratur BR 2093 Nr. 74 und 539). 1913 wurde eine Anbietung unbekannten Umfangs (Akten der Bürgermeistereien Altenessen und Stoppenberg) des Landrates des Landkreises Essen vom Staatsarchiv Düsseldorf zur Vernichtung freigegeben. Die Akzession 10/1934 wurde am 23.05.1934 - nach Auflösung des Landkreises Essen - vom Oberbürgermeister der Stadt Essen übernommen (vgl. Dienstregistratur BR 2093 Nr. 62, 64 und 67 - dort jeweils die Aussonderungsliste - und Nr. 539) und im Jahre 1957 in den Bestand eingegliedert.

Nach 1957 wurden alle genannten Ablieferungen als Bestand Landratsamt Essen im maschinengeschriebenen Findbuch 215.10.00 verzeichnet. Erst danach kamen - offenbar aus dem Staatsarchiv Münster - elf Akten aus dem „Essenschen Kreis (ehemaliges Arrondissement Essen des Rheindepartements) zum Bestand, die handschriftlich im Findbuch nachgetragen wurden. Der Inhalt dieser Akten bezieht sich vor allem auf Orte in den ehemaligen Kantonen Dorsten und Recklinghausen des Arrondissements Essen.

Der Bestand erhielt im Jahre 2005 im Zuge einer Neusignierung mehrerer Bestände des Hauptstaatsarchivs die Signatur BR 0021, es wurde jedoch keine Neuordnung vorgenommen.

Von Oktober bis November 2007 wurden die Archivalien als erster Übungsbestand im Rahmen der Ausbildung zum gehobenen Archivdienst (Praktikum I) vom Anwärterkurs 2007-2010 mit der Verzeichnungssoftware V.E.R.A. neu verzeichnet. Beteiligt waren die Staatsarchivinspektoranwärterinnen und -anwärter Lisa Arnold, Maxi Jennifer Braun, Lars Hilbert, Anne Potthoff, Britt Sattler und Tonia Schulte. Bei der Neuverzeichnung wurden neue Signaturschilder angebracht und die Archivkartons neu beschriftet; die Zählung der laufenden Nummern erfuhr jedoch keine Änderung. Da im analogen Findbuch einige Verzeichnungseinheiten mehreren Klassifikationspunkten zugeordnet waren, erwies sich außerdem eine Neuklassifikation als notwendig. Diese Neuklassifikation orientierte sich an dem von Eckart G. Franz entwickelten Rahmenklassifikationsplan für die preußischen Landratsämter.

Folgende Akten fehlen, wie z. T. bereits im alten Findbuch vermerkt ist: BR 0021, Nr. 8, 9, 10, 29. Einige Akten (Nr. 26, 28, 57) weisen die Vorprovenienz Landratsamt Duisburg auf (vgl. oben zur Behördengeschichte).

Da die Überlieferung aus der Zeit vor der sog. Büroreform stammt, ist das Schriftgut nicht nach einem Aktenplan strukturiert, sondern nach offenbar unterschiedlichen Registraturplänen, die allenfalls begrenzte Aussagen über die Entstehungszusammenhänge erlauben. Bei der Neuverzeichnung wurden die Registratursignaturen (sofern vorhanden) in das Feld "Aktenzeichen eingetragen. Die meisten Akten weisen eine preußische Fadenheftung auf.

Hinweis auf ergänzende Bestände:

Staatsarchiv Münster, Großherzogtum Berg, Präfekturen, Unterpräfekturen: 141 Aktenbände der Unterpräfektur Essen, 1809-1816.

Benutzung:

Da sämtliche Sperrfristen abgelaufen sind, stehen die Akten für eine freie Benutzung zur Verfügung. Nr. 104 ist allerdings aus konservatorischen Gründen für die Reproduktion gesperrt.

Die Akten sind zu bestellen und zu zitieren: BR 0021, Nr. ...


Bemerkung :

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