Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.1. Landesarchive
1.1.3. Kleve-Mark
1.1.3.3. Akten
Kleve-Mark, Akten AA 0058
103.04.01-07 Kleve-Mark, Akten (Version für Inventar 1609)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 103.04.01-07

Name : Kleve-Mark, Akten (Version für Inventar 1609)

Beschreibung :
Aufbewahrungsstätte des kleve-märkischen Landesarchivs war seit dem 15. Jahrhundert der Spiegelturm der Schwanenburg in Kleve [vgl. das älteste Verzeichnis "Tabula litterarum turri impositarum" (Hs. A III Nr. 1) 1446, 1471, 1473, 1474: „die brieve in den roeden tairne (Kleve, Lehen, Generalia 2, Bl. 56 b; s. Friedrich Gorissen, Zeitschrift für Rheinische Heimatpflege 10, 1938, S. 398 Anm. 2; Schriften des A. Heymerick, 1939, S. 258 Anm.1]. 1695 bezeichnet man das Urkundenarchiv als "archivum primum".
1621/ 1622 wurde es nach Huissen bzw. Emmerich gebracht und dort in einem Gewölbe der Münsterkirche untergestellt. Zeitweise war es auch in Lobith. Von 1672 bis 1673 befand es sich im Rathaus zu Amsterdam, bis 1678 in der Festung Kalkar, 1678 wurde es nach Schenkenschanz transportiert, 1679 nach Nimwegen und wieder zurück nach Schenkenschanz, 1689 nach Wesel, wo es 1702 noch lag [vgl. ZBergGV 35 , S. 105 ff. und S.117]. Im Siebenjährigen Krieg 1756-1763 wurde es in zwölf Kisten und 20 Salztonnen verpackt und bei dem preußischen Residenten im Haag, d 'Elberfeld, aufbewahrt [vgl. AnnHistVNdrh 127, S. 29 Anm. 17; Acta Borussica, Behördenorganisation 11, S. 91 und 13, S. 26].
Die Register [s.Hss. A III 1 - 51; A IV 1 - 18; Lehen Generalia 1 ff.; Kleve-Mark Akten 1390ff.] befanden sich 1621 in der Registratur, die 1695 als "archivum secundum" bezeichnet wird [vgl. Kleve-Mark Akten 3846 ca. 1698 "registra causarum" so genannt]. 1628 fand der Caporale Valentiono Cafullo aus der Compagnia des Marco Fabio bei Duisburg eine Kiste mit Akten "underscheidliche Packet u.a. eine Copey einer Visitation der Grafschaft von der Marck durch Kortefeldt, Lutzeradt und Ellenkirchen, wie auch sonst alte Registra", um deren Erwerb sich Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (anscheinend vergeblich) bemühte (Jülich- Berg II Nr. 3144). Bei der Flüchtung des Archivs 1756 wurden die Akten von "geringerer Erheblichkeit wie Dispensationen, Conduitenlisten und Reisepermissionen nach Wesel zu Patronenpapier gebracht, entsprechend der mündlichen Anweisung des Königs Friedrich II. "was nicht mehr brauchbar und alte Chartequen seind, sollen sie nur nach Wesel zu Patronen- Papier schicken" [Acta Borussica, Behördenorganisation 11, S. 91 f.; vgl. Äußerung des Königs vom 6. Februar 1757 an de la Motte (AnnHistVNdrh 127, S. 29, Anm. 17)].
1791 bemühte sich die Regierung um eine Beihilfe der Landstände um die "höchst notwendige" Ordnung des Landesarchivs, wurde von diesen aber, obwohl sie sie für sehr erwünscht erklärten, an die Sportelnkasse verwiesen (Kleve, Landstände XIV 12 und 13). Doch war das "archivum secundum", wie die erhaltenen Signaturen und auch ein Schreiben Sethes vom 27. März 1809 erkennen lassen (s.Düsseldorfer Jahrbuch 22, 1909, S.228 ff.), in der Hauptsache geordnet. Leider hat Lacomblet bei der Neuverzeichnung 1826 diese Ordnung nicht berücksichtigt. Da die Aktendeckel im vorigen Jahrhundert (bes. in der Geistlichen Abteilung) weit gehend erneuert worden sind, war [?] sie nur noch teilweise bei der Neuverzeichnung zu benutzen. Es zerfiel nach dem Bericht Sethes in zwei Hauptgruppen: Ecclesiastica und politica und war innerhalb deren nach Städten und Ämtern aufgegliedert. Zu erkennen waren noch die folgenden Titel:
In IV Gülich- Bergische Succession (1723 in 23 Bänden und mehreren Beibänden geheftet (IV 100 Bl.. 1 ff.) (ad (1) : IV 1 ; 1 = IV 1 ; 7 = IV 1 ¿; 8 = IV 4; 9= IV 5; 10 = IV 9; 11 = IV 11; 12 = IV 19; 13 = IV 26 ¿; 14 = IV 33; 15 = IV 36; 16 = IV 56; 17 = IV 60; 19 = IV 84; 20 = IV 86; 22 = IV 94; 23 = IV 100; 24 = IV 101; ad24 = IV 92c; 26 = IV 92°; 27 = IV 92b; 29 = IV 93; 31 = IV 96; 47 = IV [??]. Kiste M Erbvergleich 1666 IV 01 ?) In V Natalitiae principum; Luptiae principum, De obitu et sepultura principum; Huldigungen. In VI Landesdefension, Militaria. In IX Ritterzettel. In X Generalia politica, Zensur und Zeitungsangelegenheiten, Münzhandlung gen; Abschoss. In Xla Ambtmänner; Lathensachen. In Xlv Jagden, Reichswald. In XII Rhein; Deichsachen; Zollsachen; Landzölle. In XVI Ecclesiastica generalia; Frantzösische refugiés; Religionsexesse; Jurisdictio ecclesiastica; Primae preces, gülich- bergische Beneficien; Dispensationes; Aerarium ecclesiasticum; gülisch- bergische Kirchensachen; Cleve contra Münster In XXII Kaiserswerth. In XVII Landtagshandlungen; Abschoss. In XXVII Crayssachen In XXVII Judicialia.
Für die Urkunden wurde um 1700 durch den Registrator Jhew ein Sachindex angelegt (Rep. und Hss, 1).
Verwahrer waren 1471 der secretarius Conradus Berchius (Vgl. Heymerick Schriften 258 Anm. 1). Im 18. Jahrhundert einer der Geheimsekretäre (Acta Borussica Beh. 6 I 463). Beim Einmarsch der Franzosen 1793 wurde die Regierung nach Emmerich verlegt. Die Archive kamen 1803 nach der Auflösung der klevischen Behörden in das Franziskanerkloster Hamm, doch blieben in Emmerich "op hopen gestapelde vermurwde papieren", aus denen der Freiherr v. Spaen eine Nachlese hielt (vgl. Sloet in handelingen van der haatschappij der Lederl. Letterkunde, 1868, 3 F.). Die großherzoglich Bergische Regierung verlangte 1807 im wesentlichen nur die Abgabe von Domänenakten der Kammerregistratur und einiger Prozessakten der Regierung Münster (Großherzogtum Berg 367 = Finanzministerium I 25). 1809 begann man mit einer Aufteilung (Vgl. den oben erwähnten Brief Sethes und Großherzogtum Berg 261 = Staatsrat I 13). Damals sind die Register durch den Präfekten des Ruhrdepartements von Romberg auf Schloß Brünninghausen gebracht worden, wo sie 1906 (von Erich Kuske) gefunden und durch einen bis zum Reichsgericht durchgeführten Prozess für das Staatsarchiv Düsseldorf sichergestellt wurden (vgl. Kuske in Düsseldorfer Jahrbuch 22, 221 ff.; Th. Ilgen in Mitt. der Preußischen Archivverwaltung 14, 1909; Ernst Müller, Das Recht des Staates an seinen Archivalien (Archivalische Zs. 36 (= III 3) 1926, 168 ff.). Bei der Auflösung des Regierungsarchivs 1826, in das das Archiv in der preußischen Zeit gebracht worden war, gelangte das Urkundenarchiv nach Düsseldorf, die Akten wurden zwischen die Staatsarchiven Düsseldorf, Münster (Berlin, Köln, Koblenz) aufgeteilt (vgl. Rep. und Hss. 5). Eine Reihe Stücke gelangte in die Registraturen der Regierung Arnsberg und des Oberlandesgerichtes Hamm. Teile daraus sind noch 1861, 1868/9 und 1875 an das Staatsarchiv Düsseldorf abgegeben worden (vgl. Vollmer in Rheinische Heimatpflege, 3, 1931/32, 370). Weitere Teile, die dem Archiv entfremdet worden waren, gelangten 1874 aus dem Nachlass Sethe (bzw. Bürgermeister Bleck in Lippstadt) ins Stadtarchiv (siehe das Verzeichnis in der rep. Dienstregistratur E 1 IV 123), andere aus der Sammlung Spaen im Archief des Hooghen Raades van Adel im Haag (vgl. die Findbücher J I 4 und 5) 1940 bzw. 1950 (Korrespondenzen des 15. Jahrhunderts heute: Kleve- Mark III A 1 c, Teil des Steuerkatasters (XVII 1 II), die Akten über die Reform des Stiftes Bedburg (heute Bedbur R H 1). Eine Regelung der willkürlichen Aufteilung zwischen Düsseldorf und Münster ist vorgesehen, so dass in Düsseldorf die Generalia und die Spezialia Kleve, in Münster die Spezialia Mark bleiben.
Einen schweren, noch nicht absehbaren Verlust erlitt das Archiv im März 1945 durch das Absinken des Lastkahns Main 68 auf dem Mittellandkanal. Als vorläufig verloren sind anzusehen: Bd. XXIII der Märkischen Register (Hs. A IV 13); aus der Abt. I
Familiensachen Nr. 1 - 5, 7- 19, 27a- 28, 44- 88; Abt. III Zeitereignisse A 1 - 26, C 1 - 15, D 1 - 14; XXI Beziehungen zu Geldern 1 - 277; XXI a Beziehungen zu Moers (vollständig); XXII Beziehungen zu Kurköln 36, 38- 61; XXIII Beziehungen zu Münster, Westfalen (vollständig).
Bei der Neuordnung wurden (unter Aussonderung der Kammerakten) die Lacombletschen Signaturen belassen, auch das Grundschema der Ordnung. Innerhalb der Abteilungen wurden, soweit es möglich war, die Akten nach den alten Sachgruppen zusammengefasst (doch wurde bei den Spezialakten in der Regel die alphabetische Ordnung der älteren nach Ämtern vorgezogen). Belassen im Bestand wurden die Nachlässe der Amtskammerpräsidenten von der Recke (X 73- 75) und des Grafen Borcke (XVI A 194- 205), beide aus dem Huethschen Archiv sowie die Akten der Amtmänner (siehe XI d).
Die erste Neuordnung des kleve- märkischen Landesarchivs erfolgte durch Lacomblet und wurde im Jahr 1843 abgeschlossen. Die zweite Ordnung wurde in den Jahren 1950-1952 durchgeführt.

Aufbewahrungsstätte des kleve-märkischen Landesarchivs war seit dem 15. Jahrhundert der Spiegelturm der Schwanenburg in Kleve [vgl. das älteste Verzeichnis "Tabula litterarum turri impositarum" (Hs. A III Nr. 1) 1446, 1471, 1473, 1474: „die brieve in den roeden tairne (Kleve, Lehen, Generalia 2, Bl. 56 b; s. Friedrich Gorissen, Zeitschrift für Rheinische Heimatpflege 10, 1938, S. 398 Anm. 2; Schriften des A. Heymerick, 1939, S. 258 Anm.1]. 1695 bezeichnet man das Urkundenarchiv als "archivum primum".1621/ 1622 wurde es nach Huissen bzw. Emmerich gebracht und dort in einem Gewölbe der Münsterkirche untergestellt. Zeitweise war es auch in Lobith. Von 1672 bis 1673 befand es sich im Rathaus zu Amsterdam, bis 1678 in der Festung Kalkar, 1678 wurde es nach Schenkenschanz transportiert, 1679 nach Nimwegen und wieder zurück nach Schenkenschanz, 1689 nach Wesel, wo es 1702 noch lag [vgl. ZBergGV 35 , S. 105 ff. und S.117]. Im Siebenjährigen Krieg 1756-1763 wurde es in zwölf Kisten und 20 Salztonnen verpackt und bei dem preußischen Residenten im Haag, d 'Elberfeld, aufbewahrt [vgl. AnnHistVNdrh 127, S. 29 Anm. 17; Acta Borussica, Behördenorganisation 11, S. 91 und 13, S. 26].Die Register [s.Hss. A III 1 - 51; A IV 1 - 18; Lehen Generalia 1 ff.; Kleve-Mark Akten 1390ff.] befanden sich 1621 in der Registratur, die 1695 als "archivum secundum" bezeichnet wird [vgl. Kleve-Mark Akten 3846 ca. 1698 "registra causarum" so genannt]. 1628 fand der Caporale Valentiono Cafullo aus der Compagnia des Marco Fabio bei Duisburg eine Kiste mit Akten "underscheidliche Packet u.a. eine Copey einer Visitation der Grafschaft von der Marck durch Kortefeldt, Lutzeradt und Ellenkirchen, wie auch sonst alte Registra", um deren Erwerb sich Pfalzgraf Wolfgang Wilhelm (anscheinend vergeblich) bemühte (Jülich- Berg II Nr. 3144). Bei der Flüchtung des Archivs 1756 wurden die Akten von "geringerer Erheblichkeit wie Dispensationen, Conduitenlisten und Reisepermissionen nach Wesel zu Patronenpapier gebracht, entsprechend der mündlichen Anweisung des Königs Friedrich II. "was nicht mehr brauchbar und alte Chartequen seind, sollen sie nur nach Wesel zu Patronen- Papier schicken" [Acta Borussica, Behördenorganisation 11, S. 91 f.; vgl. Äußerung des Königs vom 6. Februar 1757 an de la Motte (AnnHistVNdrh 127, S. 29, Anm. 17)].1791 bemühte sich die Regierung um eine Beihilfe der Landstände um die "höchst notwendige" Ordnung des Landesarchivs, wurde von diesen aber, obwohl sie sie für sehr erwünscht erklärten, an die Sportelnkasse verwiesen (Kleve, Landstände XIV 12 und 13). Doch war das "archivum secundum", wie die erhaltenen Signaturen und auch ein Schreiben Sethes vom 27. März 1809 erkennen lassen (s.Düsseldorfer Jahrbuch 22, 1909, S.228 ff.), in der Hauptsache geordnet. Leider hat Lacomblet bei der Neuverzeichnung 1826 diese Ordnung nicht berücksichtigt. Da die Aktendeckel im vorigen Jahrhundert (bes. in der Geistlichen Abteilung) weit gehend erneuert worden sind, war [?] sie nur noch teilweise bei der Neuverzeichnung zu benutzen. Es zerfiel nach dem Bericht Sethes in zwei Hauptgruppen: Ecclesiastica und politica und war innerhalb deren nach Städten und Ämtern aufgegliedert. Zu erkennen waren noch die folgenden Titel:In IV Gülich- Bergische Succession (1723 in 23 Bänden und mehreren Beibänden geheftet (IV 100 Bl.. 1 ff.) (ad (1) : IV 1 ; 1 = IV 1 ; 7 = IV 1 ¿; 8 = IV 4; 9= IV 5; 10 = IV 9; 11 = IV 11; 12 = IV 19; 13 = IV 26 ¿; 14 = IV 33; 15 = IV 36; 16 = IV 56; 17 = IV 60; 19 = IV 84; 20 = IV 86; 22 = IV 94; 23 = IV 100; 24 = IV 101; ad24 = IV 92c; 26 = IV 92°; 27 = IV 92b; 29 = IV 93; 31 = IV 96; 47 = IV [??]. Kiste M Erbvergleich 1666 IV 01 ?) In V Natalitiae principum; Luptiae principum, De obitu et sepultura principum; Huldigungen. In VI Landesdefension, Militaria. In IX Ritterzettel. In X Generalia politica, Zensur und Zeitungsangelegenheiten, Münzhandlung gen; Abschoss. In Xla Ambtmänner; Lathensachen. In Xlv Jagden, Reichswald. In XII Rhein; Deichsachen; Zollsachen; Landzölle. In XVI Ecclesiastica generalia; Frantzösische refugiés; Religionsexesse; Jurisdictio ecclesiastica; Primae preces, gülich- bergische Beneficien; Dispensationes; Aerarium ecclesiasticum; gülisch- bergische Kirchensachen; Cleve contra Münster In XXII Kaiserswerth. In XVII Landtagshandlungen; Abschoss. In XXVII Crayssachen In XXVII Judicialia.Für die Urkunden wurde um 1700 durch den Registrator Jhew ein Sachindex angelegt (Rep. und Hss, 1).Verwahrer waren 1471 der secretarius Conradus Berchius (Vgl. Heymerick Schriften 258 Anm. 1). Im 18. Jahrhundert einer der Geheimsekretäre (Acta Borussica Beh. 6 I 463). Beim Einmarsch der Franzosen 1793 wurde die Regierung nach Emmerich verlegt. Die Archive kamen 1803 nach der Auflösung der klevischen Behörden in das Franziskanerkloster Hamm, doch blieben in Emmerich "op hopen gestapelde vermurwde papieren", aus denen der Freiherr v. Spaen eine Nachlese hielt (vgl. Sloet in handelingen van der haatschappij der Lederl. Letterkunde, 1868, 3 F.). Die großherzoglich Bergische Regierung verlangte 1807 im wesentlichen nur die Abgabe von Domänenakten der Kammerregistratur und einiger Prozessakten der Regierung Münster (Großherzogtum Berg 367 = Finanzministerium I 25). 1809 begann man mit einer Aufteilung (Vgl. den oben erwähnten Brief Sethes und Großherzogtum Berg 261 = Staatsrat I 13). Damals sind die Register durch den Präfekten des Ruhrdepartements von Romberg auf Schloß Brünninghausen gebracht worden, wo sie 1906 (von Erich Kuske) gefunden und durch einen bis zum Reichsgericht durchgeführten Prozess für das Staatsarchiv Düsseldorf sichergestellt wurden (vgl. Kuske in Düsseldorfer Jahrbuch 22, 221 ff.; Th. Ilgen in Mitt. der Preußischen Archivverwaltung 14, 1909; Ernst Müller, Das Recht des Staates an seinen Archivalien (Archivalische Zs. 36 (= III 3) 1926, 168 ff.). Bei der Auflösung des Regierungsarchivs 1826, in das das Archiv in der preußischen Zeit gebracht worden war, gelangte das Urkundenarchiv nach Düsseldorf, die Akten wurden zwischen die Staatsarchiven Düsseldorf, Münster (Berlin, Köln, Koblenz) aufgeteilt (vgl. Rep. und Hss. 5). Eine Reihe Stücke gelangte in die Registraturen der Regierung Arnsberg und des Oberlandesgerichtes Hamm. Teile daraus sind noch 1861, 1868/9 und 1875 an das Staatsarchiv Düsseldorf abgegeben worden (vgl. Vollmer in Rheinische Heimatpflege, 3, 1931/32, 370). Weitere Teile, die dem Archiv entfremdet worden waren, gelangten 1874 aus dem Nachlass Sethe (bzw. Bürgermeister Bleck in Lippstadt) ins Stadtarchiv (siehe das Verzeichnis in der rep. Dienstregistratur E 1 IV 123), andere aus der Sammlung Spaen im Archief des Hooghen Raades van Adel im Haag (vgl. die Findbücher J I 4 und 5) 1940 bzw. 1950 (Korrespondenzen des 15. Jahrhunderts heute: Kleve- Mark III A 1 c, Teil des Steuerkatasters (XVII 1 II), die Akten über die Reform des Stiftes Bedburg (heute Bedbur R H 1). Eine Regelung der willkürlichen Aufteilung zwischen Düsseldorf und Münster ist vorgesehen, so dass in Düsseldorf die Generalia und die Spezialia Kleve, in Münster die Spezialia Mark bleiben.Einen schweren, noch nicht absehbaren Verlust erlitt das Archiv im März 1945 durch das Absinken des Lastkahns Main 68 auf dem Mittellandkanal. Als vorläufig verloren sind anzusehen: Bd. XXIII der Märkischen Register (Hs. A IV 13); aus der Abt. IFamiliensachen Nr. 1 - 5, 7- 19, 27a- 28, 44- 88; Abt. III Zeitereignisse A 1 - 26, C 1 - 15, D 1 - 14; XXI Beziehungen zu Geldern 1 - 277; XXI a Beziehungen zu Moers (vollständig); XXII Beziehungen zu Kurköln 36, 38- 61; XXIII Beziehungen zu Münster, Westfalen (vollständig).Bei der Neuordnung wurden (unter Aussonderung der Kammerakten) die Lacombletschen Signaturen belassen, auch das Grundschema der Ordnung. Innerhalb der Abteilungen wurden, soweit es möglich war, die Akten nach den alten Sachgruppen zusammengefasst (doch wurde bei den Spezialakten in der Regel die alphabetische Ordnung der älteren nach Ämtern vorgezogen). Belassen im Bestand wurden die Nachlässe der Amtskammerpräsidenten von der Recke (X 73- 75) und des Grafen Borcke (XVI A 194- 205), beide aus dem Huethschen Archiv sowie die Akten der Amtmänner (siehe XI d).Die erste Neuordnung des kleve- märkischen Landesarchivs erfolgte durch Lacomblet und wurde im Jahr 1843 abgeschlossen. Die zweite Ordnung wurde in den Jahren 1950-1952 durchgeführt.

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