Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.6. V - Z
1.2.6.2. Vilich
Vilich, Urkunden AA 0528
122.06.00 Vilich (DFG - gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 122.06.00

Name : Vilich

Beschreibung :
Vilich
St. Beuel. vor 987 - ca. 1000 Damenstift, 1000 - vor 1208 Benediktinerinnekloster (bis 1065 Reichskloster), - 1804 adeliges Damenstift.

Die Urkunden Nr. 153, 158, 159, 160, 161, 162, 164, 165, 166 und 169 wurden im März 2012 von der Praktikantin Ariane Jäger M. A. erschlossen.


Adeliges Damenstift zu Vilich
Der Edelherr Megingoz hatte seine Besitzungen zu Vilich gegen das Reich verwirkt gehabt und solche von Kaiser Otto I. im Jahre 944 zurückerhalten. Auf demselben gründete er mit seiner Gemahlin ein Fräulein-Stift und legte solches in die Hand Kaisers Otto III., welcher dasselbe im Jahre 987 bestätigte und mit Immunitäten nach dem Vorbilde der Stifte zu Quedlinburg, Gandersheim und Essen ausstattete. Papst Gregor V. bestätigte die Stiftung 996. Über das fernere Los derselben sind uns zwar keine gleichzeitigen Zeugnisse übrig geblieben; allein die Schutzurkunde Königs Conrad III. von 1144, welche die Besitzungen des Stifts aufzählt, zeigt in der Menge derselben die Fortschritte des Instituts.
Das von Otto III. dem Stift verliehene Recht, den Vogt zu wählen, ward gegen den Grafen Albert von Molbach und 1182 gegen dessen Schwiegersohn, den Grafen Wilhelm von Jülich, geltend gemacht, worüber die Urkunde für die Genealogie dieser Grafen sehr lehrreich ist. Die Äbtissin Elisabeth gründete 1185 auf einem Stiftsgute zu Gräfrath das gleichnamige Fräuleinkloster, und erleichterte die Geistlichen, welche zuerst auf dem Stromberge, einem Teile des Siebengebirges, sich niedergelassen, in dem benachbarten Tale Heisterbach eine günstigere Wohnstätte zu finden. Spuren eines unordentlichen Haushalts zeigen sich im folgenden Jahrhundert; doch durch weise Vorkehrungen und die Wohltaten der Äbtissin von Virneburg, einer Schwester des Erzbischofs Heinrich von Köln, wurden die häuslichen Verhältnisse der Anstalt wieder aufgerichtet. In den folgenden Urkunden erscheinen meistens die Äbtissinnen, Stiftsfräulein und deren Angehörige, sämtlich aus dem Dynasten- und Ritterstande, als Wohltäter des Instituts, und jene sind daher auch für Familiengeschichte von Interesse.

Lit.: Kunstdenkm. V 3, 1905, 368ff.; Bär, Zss. Nr. 14346ff.; Hdb. ED Köln25, 1958, 176; insbes. G. H.-Ch. Maassen, Dek. Königswinter (= Gesch. Pfarreien ED Köln 28, 1890); Schnorrenberg, Die letzten Tage des Stiftes Vilich. Rhein. Gesch. Bll. 5, 1901, 97, 145, 171, 232, 273, 289ff.; H. Riefenstahl, Zur Gesch. der drei Damenstifte V., Schwarz-Rheindorf u. Dietkirchen seit dem 16. Jh., Bonner phil. Diss. 1917; E. Wisplinghoff, Zur Frühgeschichte von V. (Rhein. Vjbll. 18, 1953, 78ff.); A. Groetken, St. Adelheid von V.2, 1956; Franzen, Visitation 1569, 1960, 190f.; H. Gümbel, St. Adelheid (Studien z. Heimatgesch. der Stadt Beuel am Rhein 8, 1965).

Im Wolff-Metternichschen Archiv zu Vinsebeck Vertrag mit der Gem. Geislar wegen der Nutzung der Bramerbitz 1528 Juni 16 (Tille 1, 217 Nr. 33).

Im Diözesanarchiv Aachen Hebezettel des Rottzehnten zu Oberdollendorf Ende des 17. Jhs.

Im Speeschen Archiv zu Heltorf O 6, 4) Karte des Zehntlandes bei Winkelhausen 1788; 6,5) Beschreibung der Höfe zu Wittlaer, Himmelgeist u. des Verloher Hofes zu W.;

in der Slg. Cremer zu Neuss Belehnung mit dem Schultheissenamt "des wiltz zo Lom" 23 1473 Juni 8.

Im Speeschen Archiv zu Heltorf P 2, 54f.) Akten 1596ff.

In der Slg. de Claer zu Vilich (1915 auf Haus Birlinghoven) waren Urkunden 1299ff.; Akten aus der Zeit vor 1802 (Tille 1, 166ff.)

Im Stadtarchiv Köln Urk. Nr. 13384 von 1476 Dez. 23 (Mitt. 38, 194); Ausw. 348) Kopien von 4 Urkk. (1144-1488).

Zur Ergänzung s. Bd. 1, 89 (1472-93), u. 126 (1798-1806); Kurköln, Geistl. 499) u.a. b) Visitation 1618; c) Kanoniker geg. Kanonissen 1757-59; d) Einsturz der Kirche 1757-59; e) Geplante Vereinigung mit Schwarzrheindorf und Dietkirchen 1770-1801; g u. o) Äbtissin geg. Kanonissen weg. Pfründensachen 1786-87, 1795; i) Zahlung der Präsenzgelder an die ausgewichenen Kanonissen 1797; m) Adelheidisvikarie 1549; n) Äbtissinnen 1727-85; p) Ältere geg. jüngere Kanonissen, Verfahren geg. Frl. v. Lombeck 1764-69; Grh. Berg 5146) betr. Reparatur der Kirche (1718) 1757-1811.

Die Aufhebungsakten s. Nassau, Behörden 74ff.; Grh. Berg 1085-1091; Reg. Köln 3469; Stadtarchiv Beuel A 85ff.

von Motzfeld'sche Kollektaneen IV
Joh. Helmans (stadtkölnischer Sekretär, Mitte 16. Jh.) Notizen: "Vilich prope Bonnam tempore Evergeri episcopi Coloniensis anno 983 extructus"; es
folgt die Megingoz-Inschrift, abgedruckt in den Kunstdekm. Bonn 375.
Am Schluss der Inschrift bemerkt Helman: "In tumulo sancta Adelheidis abbatissa, in altero eius pater."
Zu Irmindrudis (s. Inschrift) hat Helman am Rand vermerkt: "De Irmindrude vide S. in princ. de alveo Molendini."

Semmler, Die Siegburger Klosterreform, 1959, 168ff.

Kurköln 499a-p.

VilichSt. Beuel. vor 987 - ca. 1000 Damenstift, 1000 - vor 1208 Benediktinerinnekloster (bis 1065 Reichskloster), - 1804 adeliges Damenstift.Die Urkunden Nr. 153, 158, 159, 160, 161, 162, 164, 165, 166 und 169 wurden im März 2012 von der Praktikantin Ariane Jäger M. A. erschlossen.Adeliges Damenstift zu VilichDer Edelherr Megingoz hatte seine Besitzungen zu Vilich gegen das Reich verwirkt gehabt und solche von Kaiser Otto I. im Jahre 944 zurückerhalten. Auf demselben gründete er mit seiner Gemahlin ein Fräulein-Stift und legte solches in die Hand Kaisers Otto III., welcher dasselbe im Jahre 987 bestätigte und mit Immunitäten nach dem Vorbilde der Stifte zu Quedlinburg, Gandersheim und Essen ausstattete. Papst Gregor V. bestätigte die Stiftung 996. Über das fernere Los derselben sind uns zwar keine gleichzeitigen Zeugnisse übrig geblieben; allein die Schutzurkunde Königs Conrad III. von 1144, welche die Besitzungen des Stifts aufzählt, zeigt in der Menge derselben die Fortschritte des Instituts.Das von Otto III. dem Stift verliehene Recht, den Vogt zu wählen, ward gegen den Grafen Albert von Molbach und 1182 gegen dessen Schwiegersohn, den Grafen Wilhelm von Jülich, geltend gemacht, worüber die Urkunde für die Genealogie dieser Grafen sehr lehrreich ist. Die Äbtissin Elisabeth gründete 1185 auf einem Stiftsgute zu Gräfrath das gleichnamige Fräuleinkloster, und erleichterte die Geistlichen, welche zuerst auf dem Stromberge, einem Teile des Siebengebirges, sich niedergelassen, in dem benachbarten Tale Heisterbach eine günstigere Wohnstätte zu finden. Spuren eines unordentlichen Haushalts zeigen sich im folgenden Jahrhundert; doch durch weise Vorkehrungen und die Wohltaten der Äbtissin von Virneburg, einer Schwester des Erzbischofs Heinrich von Köln, wurden die häuslichen Verhältnisse der Anstalt wieder aufgerichtet. In den folgenden Urkunden erscheinen meistens die Äbtissinnen, Stiftsfräulein und deren Angehörige, sämtlich aus dem Dynasten- und Ritterstande, als Wohltäter des Instituts, und jene sind daher auch für Familiengeschichte von Interesse.Lit.: Kunstdenkm. V 3, 1905, 368ff.; Bär, Zss. Nr. 14346ff.; Hdb. ED Köln25, 1958, 176; insbes. G. H.-Ch. Maassen, Dek. Königswinter (= Gesch. Pfarreien ED Köln 28, 1890); Schnorrenberg, Die letzten Tage des Stiftes Vilich. Rhein. Gesch. Bll. 5, 1901, 97, 145, 171, 232, 273, 289ff.; H. Riefenstahl, Zur Gesch. der drei Damenstifte V., Schwarz-Rheindorf u. Dietkirchen seit dem 16. Jh., Bonner phil. Diss. 1917; E. Wisplinghoff, Zur Frühgeschichte von V. (Rhein. Vjbll. 18, 1953, 78ff.); A. Groetken, St. Adelheid von V.2, 1956; Franzen, Visitation 1569, 1960, 190f.; H. Gümbel, St. Adelheid (Studien z. Heimatgesch. der Stadt Beuel am Rhein 8, 1965).Im Wolff-Metternichschen Archiv zu Vinsebeck Vertrag mit der Gem. Geislar wegen der Nutzung der Bramerbitz 1528 Juni 16 (Tille 1, 217 Nr. 33).Im Diözesanarchiv Aachen Hebezettel des Rottzehnten zu Oberdollendorf Ende des 17. Jhs.Im Speeschen Archiv zu Heltorf O 6, 4) Karte des Zehntlandes bei Winkelhausen 1788; 6,5) Beschreibung der Höfe zu Wittlaer, Himmelgeist u. des Verloher Hofes zu W.;in der Slg. Cremer zu Neuss Belehnung mit dem Schultheissenamt "des wiltz zo Lom" 23 1473 Juni 8.Im Speeschen Archiv zu Heltorf P 2, 54f.) Akten 1596ff.In der Slg. de Claer zu Vilich (1915 auf Haus Birlinghoven) waren Urkunden 1299ff.; Akten aus der Zeit vor 1802 (Tille 1, 166ff.)Im Stadtarchiv Köln Urk. Nr. 13384 von 1476 Dez. 23 (Mitt. 38, 194); Ausw. 348) Kopien von 4 Urkk. (1144-1488).Zur Ergänzung s. Bd. 1, 89 (1472-93), u. 126 (1798-1806); Kurköln, Geistl. 499) u.a. b) Visitation 1618; c) Kanoniker geg. Kanonissen 1757-59; d) Einsturz der Kirche 1757-59; e) Geplante Vereinigung mit Schwarzrheindorf und Dietkirchen 1770-1801; g u. o) Äbtissin geg. Kanonissen weg. Pfründensachen 1786-87, 1795; i) Zahlung der Präsenzgelder an die ausgewichenen Kanonissen 1797; m) Adelheidisvikarie 1549; n) Äbtissinnen 1727-85; p) Ältere geg. jüngere Kanonissen, Verfahren geg. Frl. v. Lombeck 1764-69; Grh. Berg 5146) betr. Reparatur der Kirche (1718) 1757-1811.Die Aufhebungsakten s. Nassau, Behörden 74ff.; Grh. Berg 1085-1091; Reg. Köln 3469; Stadtarchiv Beuel A 85ff.von Motzfeld'sche Kollektaneen IVJoh. Helmans (stadtkölnischer Sekretär, Mitte 16. Jh.) Notizen: "Vilich prope Bonnam tempore Evergeri episcopi Coloniensis anno 983 extructus"; esfolgt die Megingoz-Inschrift, abgedruckt in den Kunstdekm. Bonn 375.Am Schluss der Inschrift bemerkt Helman: "In tumulo sancta Adelheidis abbatissa, in altero eius pater."Zu Irmindrudis (s. Inschrift) hat Helman am Rand vermerkt: "De Irmindrude vide S. in princ. de alveo Molendini."Semmler, Die Siegburger Klosterreform, 1959, 168ff.Kurköln 499a-p.

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