Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
4. Nichtstaatliches und nichtschriftliches Archivgut
4.5. Nachlässe, Familien- und Hofesarchive
4.5.1. Familien- und Hofesarchive
4.5.1.4. P - S
4.5.1.4.8. Familienarchiv von Proepper (zu Hülchrath)
Familienarchiv von Pröpper (zu Hülchrath) RW 1145
150.98.00 Familienarchiv von Pröpper (zu Hülchrath)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 150.98.00

Name : Familienarchiv von Pröpper (zu Hülchrath)

Beschreibung :
Familiengeschichte

Die Pröpper - so Fahne - sollen ursprünglich "Gröpper" geheißen haben und als katholische Glaubensflüchtlinge von Schweden nach Deutschland gekommen sein. Plausibler erscheint allerdings eine Herkunft aus dem westfälischen Raum (Münster, Paderborn, Osnabrück, Arnsberg; s. RW 1145 Nr. 1-2).

Am 7. Juli 1715 wurde Heinrich von Pröpper, kurkölnischer Kammerdirektor und Generalkriegskommissar (+ 1719), durch Diplom Kaiser Karls VI. in den Reichsadelstand erhoben. Ein Sohn des Diplomempfängers, Franz Wilhelm, war Begründer der Familienlinie in Belgien und wurde dort zum "Vicomte de Pröpper ernannt.

Im Jahr 1794 wurde Schloss Hülchrath von den Franzosen als ehemaliges Domanialgut beschlagnahmt und 1798 öffentlich zur Versteigerung angeboten. Der ansässige Vogt Heinrich Joseph von Pröpper wollte den Besitz für seinen Herrn, den nach Frankfurt geflüchteten Kölner Erzbischof Maximilian Franz von Österreich, durch Ankauf erhalten. Der Kurfürst gab seine Einwilligung zu dem Erwerb und verfügte, dass das Schloss fortan als Eigentum in der Hand der Familie von Pröpper verbleiben sollte. Der Ankauf erfolgte 1803 für 4.925 Francs (s. RW 1145 Nr. 214).

Der Schlossherr Paul Joseph von Pröpper (1765-1848) war von 1816 bis 1839 der erste preußische Landrat des Kreises Grevenbroich. Seine Tochter Ludovica (1810-1898) galt als eine der angesehensten Kochbuchautorinnen des 19. Jahrhunderts. Mit ihrem kinderlosen Tod starb das Geschlecht bereits zur Wende des 20. Jahrhunderts aus.

Das Wappen

... ist im blauen Schild ein silberner Kranich, der auf einem dreihügeligen Berg auf dem linken Fuß steht und in dem rechten einen Stein hält. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links gold und blau, auf dem Schild stehen zwei gekrönte Helme, der rechte ist mit dem beschriebenen Kranich zwischen zwei Büffelhörnern geziert. Die Büffelhörner sind hinten unten silbern, oben blau und vorne unten golden, oben blau, und stecken in den Mundlöchern zwei halbe silberne, halb rote Siegesfähnlein. Der linke Helm trägt zwischen zwei, vorne unten blauen, oben goldenen, hinten unten silbernen, oben blauen Adlerflügeln, einen gekrönten goldenen Löwen, der in seiner rechten Pranke einen entblößten Degen mit goldenem Griff trägt.

(leicht modernisiert nach Fahne)

Nachkommenliste:

I.

Heinrich (von) Pröpper
* 3. Juni 1653 in Arnsberg (Wedinghausen ?) + 23. Juni 1719 in Bonn; kurkölnischer Kammerdirektor und Generalkriegskommissar; seit 7. Juli 1715 „Edler; oo 1673 mit Katharina Margaretha, geb. Cratz, aus Aldenhoven, + 1708 in Bonn

(Die Schwester Maria Mechthild, * 31. Januar 1655 in Arnsberg (?) + 15. November 1738 in Bonn, ist eine Ahnin des Juristen und Historikers Johann Suibert Seibertz (1788-1871); weitere Geschwister und Vorfahren s. Stammbuch Seibertz und RW 1145 Nr. 1-2, 126, 684)

II.

Kinder von Heinrich (von) Pröpper und Katharina Margaretha, geb. Cratz:

Franziska von Pröpper
*/+ ???; älteste Tochter; oo mit Wolfgang Schorror, Hofkammerrat und Baukommissar des Kölner Kurfürsten Clemens August zu Bonn

Theodor Arnold von Pröpper
* 1680 in Bonn + 24. Januar 1741 in Liedberg; 1704 Vogt und Kellner zu Liedberg; 1722 kurfürstlicher Rat; oo 1. Ehe) mit Anna Schorer, 2. Ehe) 7. Januar 1719 in Brühl mit Maria Theresia, geb. Hoen, * 10. Juni 1689 (1690 ?) in Brühl + 6. März 1785 in Köln, begraben 8. März 1785 zu Köln, St. Aposteln

Franz Wilhelm von Pröpper
* 1684 in Bonn + 11. April 1736 in Namur; kurfürstlicher Geheimer Rat und Hofkammerdirektor zu Bonn; Gründer der belgischen Linie der „Vicomtes de Pröpper; oo 1709 mit Marie [Therese], geb. von Bilquin; hatte 11 Kinder, ein Sohn lebte noch 1775 verheiratet in Namur

Bernhard Heinrich von Pröpper
+ 19. Juli 1724 in Linz; Kanoniker zu Köln, St. Andreas

Maria Margaretha (Theresia Clara ?) von Pröpper
+ 15. Oktober (November ?) 1739; Kanonisse des Klosters Marienberg in Neuss

III.

Kinder von Theodor Arnold von Pröpper und Maria Theresia, geb. Hoen:

Maria Helena Theresia von Pröpper
* 26. (28. ?) Oktober 1719 in Liedberg, getauft zu Glehn + 30. Juli 1791 in Neuss

Anna Catharina Elisabetha Barbara von Pröpper
* 5. (10. ?) Februar 1722, getauft zu Glehn + 6. August 1724

Anna Franziska Augusta von Pröpper
* 29. (30. ?) April 1724 in Liedberg, getauft zu Glehn + 3. Dezember 1774 in Neuss (Kloster Marienberg); 1745 Nonne, 1765 Priorin des Klosters Marienberg in Neuss

Jodocus Moritz Ferdinand von Pröpper
* 16. (20. ?) Oktober 1726 in Liedberg, getauft zu Glehn (?) + 24. (26. ?) Februar 1773 in Köln; zu Köln, St. Aposteln begraben; 1755-1767 Offizier, zuletzt Oberleutnant im Plunkettischen Infanterieregiment

Franz Wilhelm Ferdinand Michael von Pröpper
* 2. (3. ?) Oktober 1728, getauft zu Glehn + 14. (15. ?) Februar 1730

Anna Catharina Josepha von Pröpper
* 8. (10. ?) April 1730 in Liedberg, getauft zu Glehn + 20. März 1803 in Hülchrath; in Neukirchen begraben; 1749 Nonne, 1775 Priorin des Klosters Marienberg in Neuss

Heinrich Joseph von Pröpper
* 9. (10. ?) April 1732 in Liedberg, getauft zu Glehn + 28. Februar 1811 in Hülchrath; 1756-1794 Vogt und Kellner zu Hülchrath und Erprath; 1765 kurfürstlicher Hofrat; kaufte 1803 Schloss Hülchrath; oo 5. Juni 1756 in Adendorf (Köln, St. Paul ?) mit Clara Theresia Franziska, geb. Derkum, * 30. Oktober 1733 in Köln, getauft zu Köln, St. Paul + 31. März 1777 in Hülchrath

Franz Matthias Emanuel von Pröpper
* 20. (22. ?) Mai 1735, getauft zu Glehn + 28. September 1755 in Bonn; Fähnrich im Leibregiment des Kölner Kurfürsten Clemens August zu Bonn

IV.

Kinder von Heinrich Joseph von Pröpper und Clara Theresia Franziska, geb. Derkum:

[Augusta Maria Franziska von Pröpper
* 31. August 1756 in Hülchrath + ??? (klein)]

Clemens August von Pröpper
* (30. August ?) 1757 + ??? (klein)

Maria Theresia [Walburga] von Pröpper
* 28. (29. ?) Oktober 1758 in Hülchrath + 12. April 1829

Ferdinand [Maria Xaver] von Pröpper
* 28. Oktober (7. September ?) 1760 in Hülchrath + 29. Dezember 1834 ebda.

Helene Henriette von Pröpper
* 5. Juli (Juni ?) 1762, getauft zu Köln, St. Aposteln (?) + 2. Dezember 1843; oo 1790 mit Amtsverwalter bzw. Bürgermeister Heinrich Joseph Wilms

Paul Joseph [Nicolaus Maria Anton] von Pröpper
* 9. Januar 1765 in Hülchrath + 4. August 1848 ebda.; 1816-1839 königlich preußischer Landrat des Kreises Grevenbroich; oo 12. Februar 1810 in Heilbronn mit Friederike Bertha [Ludovika], geb. Cludius, * 1. Februar 1788 in Heilbronn + 5. Februar (März ?) 1862 in Hülchrath

Josephine [Maria Elisabeth] von Pröpper
* 1767 (28. Oktober 1766 ?) in Hülchrath + 1. Februar 1773 (?)

Anna Catharina [Gottfrieda] von Pröpper
* (12. Januar ?) 1769 in Hülchrath + ??? (klein)

Franz August [Maria Ignaz] von Pröpper
* (29. Dezember ?) 1770 in Hülchrath + 1772 (?)

Marianne [Maria Anna Carolina Josepha Walburga] von Pröpper
* (25. ?) Juni 1772 in Hülchrath + 8. Dezember 1855 ebda.

Anna Clara [Franziska Maria Norbertina] von Pröpper
* 6. Januar 1774 (15. Januar 1775 ?) in Hülchrath + 16. März 1845

Jacob Joseph [Maria Benjamin] von Pröpper
* 1. April (31. März ?) 1777 + 26. September 1858 in Hülchrath, begraben 29. September 1858; die Zwillingsschwester Katharina starb nach der Nottaufe mit der Mutter im Kindbett

V.

Kinder von Paul Joseph von Pröpper und Friederike Bertha [Ludovika], geb. Cludius:

Ludovica (Lovica) [Anna Christina Theresia Henrika Maria Paulina] von Pröpper
* 5. Dezember 1810 in Heilbronn + 1898; Kochbuchautorin; Mitbesitzerin von Schloss Hülchrath

[Ludwig] Ferdinand [Heinrich Joseph Friedrich Clothar] von Pröpper
* 17. Januar 1815 in Heilbronn + 23. April 1883 in Hülchrath; königlich preußischer Hauptmann a. D., Herr auf Hülchrath; 1863-1883 Bürgermeister von Hülchrath; letzter Pröpper im Mannesstamm

Maria Anna [Henrica Balduina] von Pröpper
* 7. August 1818 in Hülchrath + 1897; Mitbesitzerin von Schloss Hülchrath

Anm.: Die Lebensdaten vorgenannter Personen weichen in der Literatur und in vorliegenden Quellen teilweise voneinander ab. Vermutlich wurden oftmals Zeitpunkt von Geburt und Taufe bzw. Tod und Begräbnis durcheinandergebracht. Varianten sind hier in Klammern angegeben.

Zum Bestand

1874 wurde Schloss Hülchrath mit dem zugehörigen Garten- und Ackerland von den letzten Angehörigen der Familie von Pröpper an den Fürsten Alfred von Salm-Reifferscheid-Dyck veräußert. Nach Ludovica von Pröppers Tod (1898) schien sich keiner der weitläufigen Verwandten für den Büchernachlass und das Familienarchiv zu interessieren und somit verblieben diese Unterlagen wohl zunächst in Dyckschem Besitz.

Ende 1905 wurde dem damaligen Königlich Preußischen Staatsarchiv Düsseldorf ein von Ludovica von Pröpper angelegtes Familienalbum (s. RW 1145 Nr. 602; Akz. 15/1905) übersandt. In dem Begleitschreiben vom 15. November 1905 (s. RW 2093 Nr. 374, Bl. 117V-R) schildert Thonemann, Bibliothekar des Fürsten Salm auf Schloss Dyck, die Bedeutung und den Zustand des Familienarchivs wie folgt:

„ (...) Es ist zu bedauern, dass niemand sich damit befasst hat, die Geschichte Pröpper seit etwa 1750 zu schreiben, was sie wohl verdient hätte. Der alte Landrat von Pröpper im Kreis Grevenbroich war Adjutant des hessischen Prinzen Ludwig gewesen, der in der Zeit Napoleons I. in Heilbronn lebte, verheiratet mit einem Fräulein Schmidt, welche (durch Vermittlung von Königin Luise ?) durch Friedrich Wilhelm III. geadelt worden ist. Pröpper hatte dem Prinzen viel Geld vorgeschossen und büßte es beim Konkurs des Prinzen ein. Dadurch kam er mit seiner Familie selber in Not. Er wurde aus seinem Amt verdrängt durch den Baron Gudenau, den später wahnsinnig gewordenen Großvater des jetzigen Grafen Mirbach in Harff, indessen so lange von Pröpper lebte, hat Gudenau sehr anständig gehandelt, nämlich die Pension Pröppers aus seiner Tasche um so viel erhöht, als früher das Landratsgehalt gewesen war. Schloss Hülchrath kam durch freihändigen Verkauf in zweiter Hand an den Fürsten Alfred von Salm-Dyck; in das Archiv Dyck sind die Papiere Pröpper genommen, weil eigentlich kein verwandter Interessent vorhanden zu sein schien. Eine verschwägerte Familie Cludius war verwandt mit dem Professor Achenbach in Düsseldorf. Die Tochter Cludius ist zeitweise im Elend gewesen und dann Erzieherin im Haus des spanischen Herzogs von Orsuna geworden, der damals um 1860 seine nicht unberühmte Reise nach Russland und zurück machte. Man sollte wohl Achenbach einmal fragen, bevor er stirbt. Die große Korrespondenz der letzten Frau von Pröpper war in Dyck noch beisammen und wichtig für die große Frauenvereinsbewegung, an deren Spitze die Geheimrätin Siemens in Charlottenburg, Lina Morgenstern, Frau Davidis und Frau von Pröpper standen. Die Papiere Pröpper werden in Dyck untergehen, weil sie von Wandfischchen angegriffen waren und sich wohl niemand ihrer annimmt. Möge denn das Album erhalten bleiben (...)

Glücklicherweise schien sich die Befürchtung Thönemanns, das Familienarchiv von Pröpper werde langfristig gesehen für die Nachwelt verlorengehen, nicht zu bewahrheiten, denn letztendlich gelangten die (gesamten ?) Unterlagen an besagtes Staatsarchiv Düsseldorf.

Ein Nachweis über den genauen Zeitpunkt der Abgabe seitens des Fürsten Salm konnte anhand der alten Dienstregistratur bisher nicht erbracht werden. Doch müsste die Erwerbung durch das Staatsarchiv eigentlich bis spätestens Ende der 1930er Jahre erfolgt sein, da für die Zeit um 1940 bereits ein provisorisches, handschriftliches Verzeichnis vorliegt (s. RW 1145 Nr. 427). Diese Archivalienauflistung blieb leider unvollständig und wurde - vielleicht aufgrund der Kriegsereignisse u./o. des Vorzugs anderer Projekte - auch zu keinem befriedigenden Ergebnis gebracht.

Mangels Erschließung - das im Lesesaal eingestellte Findbuch (s. RW 1145 Nr. 683) wies nur das v.g. Familienalbum aus; vgl. auch F.W. Oediger, Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände Bd. 5, Siegburg 1972, S. 121 - war das Familienarchiv lange Zeit kaum benutzbar.

Erst ca. 70 Jahre später - von April 2011 bis Juni 2012 - erfolgte eine grundlegende Neuverzeichnung durch Staatsarchivamtmann Jörg Franzkowiak. Dabei wurden aus den zumeist lose in 50 Kartons vorliegenden Urkunden und Akten - Laufzeit: (1459-) 16. Jahrhundert bis 1900; Schwerpunkt: 18./19. Jahrhundert - insgesamt 684 Archiveinheiten gebildet.
FamiliengeschichteDie Pröpper - so Fahne - sollen ursprünglich "Gröpper" geheißen haben und als katholische Glaubensflüchtlinge von Schweden nach Deutschland gekommen sein. Plausibler erscheint allerdings eine Herkunft aus dem westfälischen Raum (Münster, Paderborn, Osnabrück, Arnsberg; s. RW 1145 Nr. 1-2).Am 7. Juli 1715 wurde Heinrich von Pröpper, kurkölnischer Kammerdirektor und Generalkriegskommissar (+ 1719), durch Diplom Kaiser Karls VI. in den Reichsadelstand erhoben. Ein Sohn des Diplomempfängers, Franz Wilhelm, war Begründer der Familienlinie in Belgien und wurde dort zum "Vicomte de Pröpper ernannt.Im Jahr 1794 wurde Schloss Hülchrath von den Franzosen als ehemaliges Domanialgut beschlagnahmt und 1798 öffentlich zur Versteigerung angeboten. Der ansässige Vogt Heinrich Joseph von Pröpper wollte den Besitz für seinen Herrn, den nach Frankfurt geflüchteten Kölner Erzbischof Maximilian Franz von Österreich, durch Ankauf erhalten. Der Kurfürst gab seine Einwilligung zu dem Erwerb und verfügte, dass das Schloss fortan als Eigentum in der Hand der Familie von Pröpper verbleiben sollte. Der Ankauf erfolgte 1803 für 4.925 Francs (s. RW 1145 Nr. 214).Der Schlossherr Paul Joseph von Pröpper (1765-1848) war von 1816 bis 1839 der erste preußische Landrat des Kreises Grevenbroich. Seine Tochter Ludovica (1810-1898) galt als eine der angesehensten Kochbuchautorinnen des 19. Jahrhunderts. Mit ihrem kinderlosen Tod starb das Geschlecht bereits zur Wende des 20. Jahrhunderts aus.Das Wappen ... ist im blauen Schild ein silberner Kranich, der auf einem dreihügeligen Berg auf dem linken Fuß steht und in dem rechten einen Stein hält. Die Helmdecken sind rechts blau und silbern, links gold und blau, auf dem Schild stehen zwei gekrönte Helme, der rechte ist mit dem beschriebenen Kranich zwischen zwei Büffelhörnern geziert. Die Büffelhörner sind hinten unten silbern, oben blau und vorne unten golden, oben blau, und stecken in den Mundlöchern zwei halbe silberne, halb rote Siegesfähnlein. Der linke Helm trägt zwischen zwei, vorne unten blauen, oben goldenen, hinten unten silbernen, oben blauen Adlerflügeln, einen gekrönten goldenen Löwen, der in seiner rechten Pranke einen entblößten Degen mit goldenem Griff trägt.(leicht modernisiert nach Fahne)Nachkommenliste:I. Heinrich (von) Pröpper* 3. Juni 1653 in Arnsberg (Wedinghausen ?) + 23. Juni 1719 in Bonn; kurkölnischer Kammerdirektor und Generalkriegskommissar; seit 7. Juli 1715 „Edler; oo 1673 mit Katharina Margaretha, geb. Cratz, aus Aldenhoven, + 1708 in Bonn(Die Schwester Maria Mechthild, * 31. Januar 1655 in Arnsberg (?) + 15. November 1738 in Bonn, ist eine Ahnin des Juristen und Historikers Johann Suibert Seibertz (1788-1871); weitere Geschwister und Vorfahren s. Stammbuch Seibertz und RW 1145 Nr. 1-2, 126, 684)II. Kinder von Heinrich (von) Pröpper und Katharina Margaretha, geb. Cratz:Franziska von Pröpper*/+ ???; älteste Tochter; oo mit Wolfgang Schorror, Hofkammerrat und Baukommissar des Kölner Kurfürsten Clemens August zu BonnTheodor Arnold von Pröpper* 1680 in Bonn + 24. Januar 1741 in Liedberg; 1704 Vogt und Kellner zu Liedberg; 1722 kurfürstlicher Rat; oo 1. Ehe) mit Anna Schorer, 2. Ehe) 7. Januar 1719 in Brühl mit Maria Theresia, geb. Hoen, * 10. Juni 1689 (1690 ?) in Brühl + 6. März 1785 in Köln, begraben 8. März 1785 zu Köln, St. ApostelnFranz Wilhelm von Pröpper* 1684 in Bonn + 11. April 1736 in Namur; kurfürstlicher Geheimer Rat und Hofkammerdirektor zu Bonn; Gründer der belgischen Linie der „Vicomtes de Pröpper; oo 1709 mit Marie [Therese], geb. von Bilquin; hatte 11 Kinder, ein Sohn lebte noch 1775 verheiratet in NamurBernhard Heinrich von Pröpper+ 19. Juli 1724 in Linz; Kanoniker zu Köln, St. AndreasMaria Margaretha (Theresia Clara ?) von Pröpper+ 15. Oktober (November ?) 1739; Kanonisse des Klosters Marienberg in NeussIII. Kinder von Theodor Arnold von Pröpper und Maria Theresia, geb. Hoen:Maria Helena Theresia von Pröpper* 26. (28. ?) Oktober 1719 in Liedberg, getauft zu Glehn + 30. Juli 1791 in Neuss Anna Catharina Elisabetha Barbara von Pröpper* 5. (10. ?) Februar 1722, getauft zu Glehn + 6. August 1724Anna Franziska Augusta von Pröpper* 29. (30. ?) April 1724 in Liedberg, getauft zu Glehn + 3. Dezember 1774 in Neuss (Kloster Marienberg); 1745 Nonne, 1765 Priorin des Klosters Marienberg in NeussJodocus Moritz Ferdinand von Pröpper* 16. (20. ?) Oktober 1726 in Liedberg, getauft zu Glehn (?) + 24. (26. ?) Februar 1773 in Köln; zu Köln, St. Aposteln begraben; 1755-1767 Offizier, zuletzt Oberleutnant im Plunkettischen InfanterieregimentFranz Wilhelm Ferdinand Michael von Pröpper* 2. (3. ?) Oktober 1728, getauft zu Glehn + 14. (15. ?) Februar 1730Anna Catharina Josepha von Pröpper* 8. (10. ?) April 1730 in Liedberg, getauft zu Glehn + 20. März 1803 in Hülchrath; in Neukirchen begraben; 1749 Nonne, 1775 Priorin des Klosters Marienberg in NeussHeinrich Joseph von Pröpper * 9. (10. ?) April 1732 in Liedberg, getauft zu Glehn + 28. Februar 1811 in Hülchrath; 1756-1794 Vogt und Kellner zu Hülchrath und Erprath; 1765 kurfürstlicher Hofrat; kaufte 1803 Schloss Hülchrath; oo 5. Juni 1756 in Adendorf (Köln, St. Paul ?) mit Clara Theresia Franziska, geb. Derkum, * 30. Oktober 1733 in Köln, getauft zu Köln, St. Paul + 31. März 1777 in HülchrathFranz Matthias Emanuel von Pröpper* 20. (22. ?) Mai 1735, getauft zu Glehn + 28. September 1755 in Bonn; Fähnrich im Leibregiment des Kölner Kurfürsten Clemens August zu BonnIV.Kinder von Heinrich Joseph von Pröpper und Clara Theresia Franziska, geb. Derkum:[Augusta Maria Franziska von Pröpper* 31. August 1756 in Hülchrath + ??? (klein)]Clemens August von Pröpper* (30. August ?) 1757 + ??? (klein)Maria Theresia [Walburga] von Pröpper* 28. (29. ?) Oktober 1758 in Hülchrath + 12. April 1829Ferdinand [Maria Xaver] von Pröpper * 28. Oktober (7. September ?) 1760 in Hülchrath + 29. Dezember 1834 ebda.Helene Henriette von Pröpper* 5. Juli (Juni ?) 1762, getauft zu Köln, St. Aposteln (?) + 2. Dezember 1843; oo 1790 mit Amtsverwalter bzw. Bürgermeister Heinrich Joseph WilmsPaul Joseph [Nicolaus Maria Anton] von Pröpper* 9. Januar 1765 in Hülchrath + 4. August 1848 ebda.; 1816-1839 königlich preußischer Landrat des Kreises Grevenbroich; oo 12. Februar 1810 in Heilbronn mit Friederike Bertha [Ludovika], geb. Cludius, * 1. Februar 1788 in Heilbronn + 5. Februar (März ?) 1862 in HülchrathJosephine [Maria Elisabeth] von Pröpper* 1767 (28. Oktober 1766 ?) in Hülchrath + 1. Februar 1773 (?)Anna Catharina [Gottfrieda] von Pröpper* (12. Januar ?) 1769 in Hülchrath + ??? (klein)Franz August [Maria Ignaz] von Pröpper* (29. Dezember ?) 1770 in Hülchrath + 1772 (?)Marianne [Maria Anna Carolina Josepha Walburga] von Pröpper* (25. ?) Juni 1772 in Hülchrath + 8. Dezember 1855 ebda.Anna Clara [Franziska Maria Norbertina] von Pröpper* 6. Januar 1774 (15. Januar 1775 ?) in Hülchrath + 16. März 1845Jacob Joseph [Maria Benjamin] von Pröpper* 1. April (31. März ?) 1777 + 26. September 1858 in Hülchrath, begraben 29. September 1858; die Zwillingsschwester Katharina starb nach der Nottaufe mit der Mutter im KindbettV.Kinder von Paul Joseph von Pröpper und Friederike Bertha [Ludovika], geb. Cludius:Ludovica (Lovica) [Anna Christina Theresia Henrika Maria Paulina] von Pröpper* 5. Dezember 1810 in Heilbronn + 1898; Kochbuchautorin; Mitbesitzerin von Schloss Hülchrath[Ludwig] Ferdinand [Heinrich Joseph Friedrich Clothar] von Pröpper * 17. Januar 1815 in Heilbronn + 23. April 1883 in Hülchrath; königlich preußischer Hauptmann a. D., Herr auf Hülchrath; 1863-1883 Bürgermeister von Hülchrath; letzter Pröpper im MannesstammMaria Anna [Henrica Balduina] von Pröpper* 7. August 1818 in Hülchrath + 1897; Mitbesitzerin von Schloss HülchrathAnm.: Die Lebensdaten vorgenannter Personen weichen in der Literatur und in vorliegenden Quellen teilweise voneinander ab. Vermutlich wurden oftmals Zeitpunkt von Geburt und Taufe bzw. Tod und Begräbnis durcheinandergebracht. Varianten sind hier in Klammern angegeben.Zum Bestand1874 wurde Schloss Hülchrath mit dem zugehörigen Garten- und Ackerland von den letzten Angehörigen der Familie von Pröpper an den Fürsten Alfred von Salm-Reifferscheid-Dyck veräußert. Nach Ludovica von Pröppers Tod (1898) schien sich keiner der weitläufigen Verwandten für den Büchernachlass und das Familienarchiv zu interessieren und somit verblieben diese Unterlagen wohl zunächst in Dyckschem Besitz.Ende 1905 wurde dem damaligen Königlich Preußischen Staatsarchiv Düsseldorf ein von Ludovica von Pröpper angelegtes Familienalbum (s. RW 1145 Nr. 602; Akz. 15/1905) übersandt. In dem Begleitschreiben vom 15. November 1905 (s. RW 2093 Nr. 374, Bl. 117V-R) schildert Thonemann, Bibliothekar des Fürsten Salm auf Schloss Dyck, die Bedeutung und den Zustand des Familienarchivs wie folgt:„ (...) Es ist zu bedauern, dass niemand sich damit befasst hat, die Geschichte Pröpper seit etwa 1750 zu schreiben, was sie wohl verdient hätte. Der alte Landrat von Pröpper im Kreis Grevenbroich war Adjutant des hessischen Prinzen Ludwig gewesen, der in der Zeit Napoleons I. in Heilbronn lebte, verheiratet mit einem Fräulein Schmidt, welche (durch Vermittlung von Königin Luise ?) durch Friedrich Wilhelm III. geadelt worden ist. Pröpper hatte dem Prinzen viel Geld vorgeschossen und büßte es beim Konkurs des Prinzen ein. Dadurch kam er mit seiner Familie selber in Not. Er wurde aus seinem Amt verdrängt durch den Baron Gudenau, den später wahnsinnig gewordenen Großvater des jetzigen Grafen Mirbach in Harff, indessen so lange von Pröpper lebte, hat Gudenau sehr anständig gehandelt, nämlich die Pension Pröppers aus seiner Tasche um so viel erhöht, als früher das Landratsgehalt gewesen war. Schloss Hülchrath kam durch freihändigen Verkauf in zweiter Hand an den Fürsten Alfred von Salm-Dyck; in das Archiv Dyck sind die Papiere Pröpper genommen, weil eigentlich kein verwandter Interessent vorhanden zu sein schien. Eine verschwägerte Familie Cludius war verwandt mit dem Professor Achenbach in Düsseldorf. Die Tochter Cludius ist zeitweise im Elend gewesen und dann Erzieherin im Haus des spanischen Herzogs von Orsuna geworden, der damals um 1860 seine nicht unberühmte Reise nach Russland und zurück machte. Man sollte wohl Achenbach einmal fragen, bevor er stirbt. Die große Korrespondenz der letzten Frau von Pröpper war in Dyck noch beisammen und wichtig für die große Frauenvereinsbewegung, an deren Spitze die Geheimrätin Siemens in Charlottenburg, Lina Morgenstern, Frau Davidis und Frau von Pröpper standen. Die Papiere Pröpper werden in Dyck untergehen, weil sie von Wandfischchen angegriffen waren und sich wohl niemand ihrer annimmt. Möge denn das Album erhalten bleiben (...)Glücklicherweise schien sich die Befürchtung Thönemanns, das Familienarchiv von Pröpper werde langfristig gesehen für die Nachwelt verlorengehen, nicht zu bewahrheiten, denn letztendlich gelangten die (gesamten ?) Unterlagen an besagtes Staatsarchiv Düsseldorf.Ein Nachweis über den genauen Zeitpunkt der Abgabe seitens des Fürsten Salm konnte anhand der alten Dienstregistratur bisher nicht erbracht werden. Doch müsste die Erwerbung durch das Staatsarchiv eigentlich bis spätestens Ende der 1930er Jahre erfolgt sein, da für die Zeit um 1940 bereits ein provisorisches, handschriftliches Verzeichnis vorliegt (s. RW 1145 Nr. 427). Diese Archivalienauflistung blieb leider unvollständig und wurde - vielleicht aufgrund der Kriegsereignisse u./o. des Vorzugs anderer Projekte - auch zu keinem befriedigenden Ergebnis gebracht.Mangels Erschließung - das im Lesesaal eingestellte Findbuch (s. RW 1145 Nr. 683) wies nur das v.g. Familienalbum aus; vgl. auch F.W. Oediger, Das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände Bd. 5, Siegburg 1972, S. 121 - war das Familienarchiv lange Zeit kaum benutzbar.Erst ca. 70 Jahre später - von April 2011 bis Juni 2012 - erfolgte eine grundlegende Neuverzeichnung durch Staatsarchivamtmann Jörg Franzkowiak. Dabei wurden aus den zumeist lose in 50 Kartons vorliegenden Urkunden und Akten - Laufzeit: (1459-) 16. Jahrhundert bis 1900; Schwerpunkt: 18./19. Jahrhundert - insgesamt 684 Archiveinheiten gebildet.

Literatur :
Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser (= LAV R Bibl. XX 191), 3. Jahrgang, Brünn 1878, S. 597-598; desgl., 8. Jahrgang, Brünn 1883, S. 403-404; desgl., 11. Jahrgang, Brünn 1886, S. 406-407Christian Samuel Theodor Bernd (Hrsg.) "Wappenbuch der preussischen Rheinprovinz, Bonn 1835 (= LAV R Bibl. I B 10), S. 197, Tafel XCIX (Abbildung), S. 91-92 (Beschreibung)Anton Fahne "Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, 1. Teil, Köln / Bonn 1848 (= LAV R Bibl. H 3 F 1), S. 339Heinrich Hubert Giersberg "Geschichte der Pfarreien des Dekanates Grevenbroich" (= Geschichte der Pfarreien der Erzdiözese Köln Bd. XXII), Köln 1883 (= LAV R Bibl. H 26 J), S. 66, 105, 220, 224, 232, 303, 311Ernst Heinrich Kneschke (Hrsg.) "Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon Bd. 7, Leipzig 1867 (= LAV R Bibl. H 3 E 2), S. 259-260Leopold Freiherr von Ledebur "Adelslexicon der preussischen Monarchie Bd. 2, Berlin 1855 (= LAV R Bibl. H 3 E 2), S. 231Herbert M. Schleicher (Bearb.) "Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln Bd. 12 (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e.V., Sitz Köln, Nr. 84), Köln 1997 (= LAV R Bibl. 2002/1012), S. 240-244 (Mappe 953: Pröpper)Johann Suibert Seibertz "Stammbuch der Familie Seibertz zu Wildenberg und Brunscappell, [Arnsberg] 1847 (= LAV W Bibl. 3 S 70), S. 42-44 und Stammtafel 4J. Stübben "Zur Geschichte und Gegenwart eines rheinischen Marktfleckens in: Die Heimat - Mitteilungen der Vereine für Heimatkunde in Krefeld-Uerdingen am Rhein (= LAV R Bibl. Z 61), Jahrgang 10, Heft 3-4, Krefeld 1931, S. 168

Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken