Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.1. A - D
1.2.1.5. Altenbiesen
Altenbiesen, Urkunden AA 0125
120.23.00 Altenbiesen, Deutschordensballei
Permalink des Findbuchs


Signatur : 120.23.00

Name : Altenbiesen, Deutschordensballei

Beschreibung :
I. Einleitung

Repertorium des Archivs der von der Deutschordensballei Altenbiesen (bei Maastricht im Königreich der Niederlande) abhängigen, ehemals in den Königlich Preußischen Regierungen gelegenen membra oder Kommenden

Siersdorf (1219-1802),
St. Ägidius zu Aachen (1321-1802),
Ramersdorf (vor 1254-1807) und
Jungenbiesen zu Köln (1573-1802),

verfasst von Lacomblet (1839) und Harless (1885) mit Ergänzungen von Knipping und Lau. Die Retrokonversion dieses Findbuchs 120.23.1 unter gleichzeitiger Zusammenführung mit dem Inventar zur Deutschordenskommende Ramersdorf (bisher Findbuch 120.23.2) und Ergänzung der zusätzlichen Angaben aus Oediger, Bd. 4, S. 39-43, erfolgte im Zeitraum April bis Juni 2004 durch Archivinspektor Jörg Franzkowiak.


II. Geschichtliche Übersicht

a) Institutionsgeschichte
Die Deutschordensballei Altenbiesen (veterum Juncorum) bei Maastricht bestand aus 12 Kommenden, nämlich zu Maastricht, Gemert, Siersdorf, Bernissem (Bernshem), Bekkevoort (Beckenforth), Jungenbiesen (Neuenbiesen) zu Köln, Gruitrode (Gruytrode), Sint-Pieters-Voeren (Peterfuren), St. Ägidius (St. Gilles) zu Aachen, Ramersdorf, Odingen und Holt; sie hatte 13 Pfarreien unter sich. Nur die Kommende Siersdorf, St. Ägidius, Ramersdorf und Jungenbiesen zu Köln liegen in Nordrhein-Westfalen (ehemals Königlich Preußische Rheinprovinz), die übrigen in den Niederlanden.
Die Kommende zu Siersdorf dankt ihr Entstehen dem Grafen Wilhelm von Jülich, welcher dem Deutschordenshause St. Maria in Jerusalem seine Güter zu Berenstein nebst dem Patronat der Kirchen zu Nideggen (dem alten und festen Wohnsitz des Grafen) und zu Siersdorf im Jahre 1219 übertrug (Nr. 1). Erzbischof Engelbert von Köln und der Sohn des Grafen, auch Willhelm genannt, genehmigten und vermehrten die Stiftung (Nr. 2-4), welcher sich in der Folge mehrere Andere, vornehmlich aus dem Ritterstande des Herzogtums Jülich, als Wohltäter anschlossen (Nr. 5-32). Bedeutende Erwerbungen machte sie in den Jahren 1379 und 1407 (Nr. 57-87).
Die Kommende St. Ägidius zu Aachen nahm ihren Ursprung in der dortselbst in der Pontstraße gelegenen Kapelle St. Ägidius oder St. Gilles, welche Conrad de Pont, nebst dem dazu gehörigen Hofe dem Ritter Reinhard de Pomeris (von Bongard) verkauft hatte und Goswin
de Kevernsberg gt. de Genthe, als nächster Verwandter des C. de Pont, in Gemäßheit des Näher-Rechtes beschüddet und dem Deutschordenshause Altenbiesen im Jahre 1321 überwiesen hatte (Nr. 33). Die neue Stiftung ward von der Ballei selbst mit Gütern zu Aldenhoven, Welz und Vaals (Vaels) berentet, im Jahre 1328 aus dem Pfarrverbande ausgehoben (Nr. 41) und in der Folge von mehreren Ritterfamilien beschenkt (Nr. 59, 64-66). Im Jahre 1591 ward derselben das Kloster der Web-Begarden (Westbogarden) zu Aachen inkorporiert und dessen Gebäude dem dortigen Jesuitenkollegium übertragen (Nr. 166).
Über den Ursprung der Kommende Ramersdorf im Bergischen Amte Löwenberg fehlt die Urkunde. Zu den Besitzungen derselben gehörte die Herrlichkeit und das DorfHersel bei Bonn, welches Erzbischof Dietrich von Köln dem Landkomtur von Cortenbach zur Belohnung seiner Dienste gegen die Hussiten geschenkt (Nr. 90) und das später mit anderen Besitzungen unter dem Titel Rheinisches Bauamt für die Landkommende verwaltet wurde.
Die Kommende Jungenbiesen zu Köln in der Jacobsstraße wurde von dem Landkomtur von Reuschenberg um das Jahr 1592 gestiftet, wie sich aus desfallsigen Dotationen ergibt (Nr. 153-161).
(Anm.: Die Quellangaben in den Klammern beziehen sich auf die nicht mehr gültige Altsignaturen)

b) Bestandsgeschichte
Das Archiv der Deutschordensballei Altenbiesen, das 1822 aus Mergentheim abgegeben, 1832 ins Staatsarchiv gekommen war (Rep. Dienstreg. A 4 c V Bl. 1; Cuvelier, Bulletin de la Comm. Royale d¿histoire 71, 1902, 275 ff), wurde 1926 an das Rijksarchief Maastricht (Bd. 1, 21 f) und von diesem 1953 an das Staatsarchiv Hasselt abgegeben (Verslagen, 1953, 134). Die Archive der 4 deutschen Kommenden blieben 1926 im Staatsarchiv als Leihgabe des Rijksarchiefs Maastricht. Die Register der Kommenden sind 1750 in das Archiv der Ballei in Maastricht eingeordnet worden (Akten 1/2 betr. Aachen). Die aufgeführten Akten sind zu einem guten Teil Akten der Ballei.
Das Archiv der ehemaligen Deutschordenskommende Ramersdorf bei Bonn ist schlecht überliefert. Im Staatsarchiv Düsseldorf befinden sich als Teil des Archivs der ehemaligen Bailei Altenbiesen nur 18 Ramersdorfer Originale, die zudem erst im Jahre 1901 vom Geheimen Staatsarchiv Berlin abgegeben wurden, das sie 1878 im Austausch vom Deutschordenszentralarchiv in Wien erworben hatte. Das Zentralarchiv in Wien bewahrt aber wesentlich mehr Originale, die allerdings auffallenderweise, mit einer Ausnahme, nicht über die Zeit nach 1400 hinausgehen. Einen Ersatz bieten 2 Kopiare im Besitz des Staatsarchivs Düsseldorf; das eine liegt im Bestand Altenbiesen (Rep. u. Hs. 2), das zweite stammt aus dem Archiv der Ballei Mergentheim (Stuttgarter Abgabe, Kopiar Nr. 24). Für den Teilbestand Ramersdorf liegt in analoger Form ein besonderes, hier integriertes Findbuch (120.23.2, s.o.) vor. Hier wurde der Versuch gemacht, die gesamte Überlieferung für Ramersdorf zusammenzustellen, wie sie sich in den Beständen Altenbiesen und Mergentheim des Staatsarchivs Düsseldorf und auch im Deutschordenszentralarchiv Wien vorfinden lässt.
I. EinleitungRepertorium des Archivs der von der Deutschordensballei Altenbiesen (bei Maastricht im Königreich der Niederlande) abhängigen, ehemals in den Königlich Preußischen Regierungen gelegenen membra oder KommendenSiersdorf (1219-1802),St. Ägidius zu Aachen (1321-1802),Ramersdorf (vor 1254-1807) undJungenbiesen zu Köln (1573-1802),verfasst von Lacomblet (1839) und Harless (1885) mit Ergänzungen von Knipping und Lau. Die Retrokonversion dieses Findbuchs 120.23.1 unter gleichzeitiger Zusammenführung mit dem Inventar zur Deutschordenskommende Ramersdorf (bisher Findbuch 120.23.2) und Ergänzung der zusätzlichen Angaben aus Oediger, Bd. 4, S. 39-43, erfolgte im Zeitraum April bis Juni 2004 durch Archivinspektor Jörg Franzkowiak.II. Geschichtliche Übersichta) InstitutionsgeschichteDie Deutschordensballei Altenbiesen (veterum Juncorum) bei Maastricht bestand aus 12 Kommenden, nämlich zu Maastricht, Gemert, Siersdorf, Bernissem (Bernshem), Bekkevoort (Beckenforth), Jungenbiesen (Neuenbiesen) zu Köln, Gruitrode (Gruytrode), Sint-Pieters-Voeren (Peterfuren), St. Ägidius (St. Gilles) zu Aachen, Ramersdorf, Odingen und Holt; sie hatte 13 Pfarreien unter sich. Nur die Kommende Siersdorf, St. Ägidius, Ramersdorf und Jungenbiesen zu Köln liegen in Nordrhein-Westfalen (ehemals Königlich Preußische Rheinprovinz), die übrigen in den Niederlanden.Die Kommende zu Siersdorf dankt ihr Entstehen dem Grafen Wilhelm von Jülich, welcher dem Deutschordenshause St. Maria in Jerusalem seine Güter zu Berenstein nebst dem Patronat der Kirchen zu Nideggen (dem alten und festen Wohnsitz des Grafen) und zu Siersdorf im Jahre 1219 übertrug (Nr. 1). Erzbischof Engelbert von Köln und der Sohn des Grafen, auch Willhelm genannt, genehmigten und vermehrten die Stiftung (Nr. 2-4), welcher sich in der Folge mehrere Andere, vornehmlich aus dem Ritterstande des Herzogtums Jülich, als Wohltäter anschlossen (Nr. 5-32). Bedeutende Erwerbungen machte sie in den Jahren 1379 und 1407 (Nr. 57-87).Die Kommende St. Ägidius zu Aachen nahm ihren Ursprung in der dortselbst in der Pontstraße gelegenen Kapelle St. Ägidius oder St. Gilles, welche Conrad de Pont, nebst dem dazu gehörigen Hofe dem Ritter Reinhard de Pomeris (von Bongard) verkauft hatte und Goswinde Kevernsberg gt. de Genthe, als nächster Verwandter des C. de Pont, in Gemäßheit des Näher-Rechtes beschüddet und dem Deutschordenshause Altenbiesen im Jahre 1321 überwiesen hatte (Nr. 33). Die neue Stiftung ward von der Ballei selbst mit Gütern zu Aldenhoven, Welz und Vaals (Vaels) berentet, im Jahre 1328 aus dem Pfarrverbande ausgehoben (Nr. 41) und in der Folge von mehreren Ritterfamilien beschenkt (Nr. 59, 64-66). Im Jahre 1591 ward derselben das Kloster der Web-Begarden (Westbogarden) zu Aachen inkorporiert und dessen Gebäude dem dortigen Jesuitenkollegium übertragen (Nr. 166).Über den Ursprung der Kommende Ramersdorf im Bergischen Amte Löwenberg fehlt die Urkunde. Zu den Besitzungen derselben gehörte die Herrlichkeit und das DorfHersel bei Bonn, welches Erzbischof Dietrich von Köln dem Landkomtur von Cortenbach zur Belohnung seiner Dienste gegen die Hussiten geschenkt (Nr. 90) und das später mit anderen Besitzungen unter dem Titel Rheinisches Bauamt für die Landkommende verwaltet wurde.Die Kommende Jungenbiesen zu Köln in der Jacobsstraße wurde von dem Landkomtur von Reuschenberg um das Jahr 1592 gestiftet, wie sich aus desfallsigen Dotationen ergibt (Nr. 153-161).(Anm.: Die Quellangaben in den Klammern beziehen sich auf die nicht mehr gültige Altsignaturen)b) BestandsgeschichteDas Archiv der Deutschordensballei Altenbiesen, das 1822 aus Mergentheim abgegeben, 1832 ins Staatsarchiv gekommen war (Rep. Dienstreg. A 4 c V Bl. 1; Cuvelier, Bulletin de la Comm. Royale d¿histoire 71, 1902, 275 ff), wurde 1926 an das Rijksarchief Maastricht (Bd. 1, 21 f) und von diesem 1953 an das Staatsarchiv Hasselt abgegeben (Verslagen, 1953, 134). Die Archive der 4 deutschen Kommenden blieben 1926 im Staatsarchiv als Leihgabe des Rijksarchiefs Maastricht. Die Register der Kommenden sind 1750 in das Archiv der Ballei in Maastricht eingeordnet worden (Akten 1/2 betr. Aachen). Die aufgeführten Akten sind zu einem guten Teil Akten der Ballei.Das Archiv der ehemaligen Deutschordenskommende Ramersdorf bei Bonn ist schlecht überliefert. Im Staatsarchiv Düsseldorf befinden sich als Teil des Archivs der ehemaligen Bailei Altenbiesen nur 18 Ramersdorfer Originale, die zudem erst im Jahre 1901 vom Geheimen Staatsarchiv Berlin abgegeben wurden, das sie 1878 im Austausch vom Deutschordenszentralarchiv in Wien erworben hatte. Das Zentralarchiv in Wien bewahrt aber wesentlich mehr Originale, die allerdings auffallenderweise, mit einer Ausnahme, nicht über die Zeit nach 1400 hinausgehen. Einen Ersatz bieten 2 Kopiare im Besitz des Staatsarchivs Düsseldorf; das eine liegt im Bestand Altenbiesen (Rep. u. Hs. 2), das zweite stammt aus dem Archiv der Ballei Mergentheim (Stuttgarter Abgabe, Kopiar Nr. 24). Für den Teilbestand Ramersdorf liegt in analoger Form ein besonderes, hier integriertes Findbuch (120.23.2, s.o.) vor. Hier wurde der Versuch gemacht, die gesamte Überlieferung für Ramersdorf zusammenzustellen, wie sie sich in den Beständen Altenbiesen und Mergentheim des Staatsarchivs Düsseldorf und auch im Deutschordenszentralarchiv Wien vorfinden lässt.

Literatur :
III. Literaturverzeichnisa) AltenbiesenL. de Crassier, Ordre teutonique. Histoire du baillage des Vieux-Joncs et des 12 commanderies, qui en dépendaient (Publ. de la Soc. hist. et archéol. dans le Limbourg 41, 1905); weiteres bei R. ten Haaf, Kurze Bibliographie zur Geschichte des Deutschen Ordens 1198-1561, 1949, 22;J. H. Hennes, Urkundenbuch zur Geschichte des Deutschen Ordens, 2, insbes. der Balleien Coblenz, Altenbiesen, Westphalen und Lothringen, 1861P. Bochet et H. Willems, Armorial Belge 1, Brüssel 1961, 36 ff. (Blasons des Commandeurs du bailliage des Vieux Joncs de l¿Ordre Teutonique)Über den Bestand im StA Hasselt s. J. Grauwels, Regestenlijst der oorkonden von de Landkommanderij Oudenbiezen en onderhorige kommanderijen I u. II, Brüssel 1966/67Über den Teil des Balleiarchivs im Deutschordenszentralarchiv Wien, s. Pettenegg XXXII.b) AachenKunstdenkmäler X 2, 1922, 296 ff.; insbes. J. J. Hennes, in: Picks Monatsschrift 3, 1877, 94 ff.; P. Kaiser, Der kirchliche Besitz im Arrondissement Aachen gegen Ende des 18. Jahrhunderts, 1906, 47 f.; A. Huyskens, Das Aachener Deutschordenshaus um 1700 auf einem Kupferstich (Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 58, 1937, 121 ff.); eine Liste der Grabsteine (Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 54, 1932, 139); Brecher, Reform, 395 f. E. Quadflieg, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins 78, 1966/67, 161 f.c) Jungenbiesen in KölnKunstdenkmäler VII 3, Ergänzungsband, 1937, 113 ff. H. Neu, Heimatkalender Kr. Euskirchen, 1963, 56 ff. Heinrich Neu, Zur Geschichte der Insel Pfaffenmütze (Plan von 1654 im Deutschordenszentralarchiv Wien, Altenbiesen Kasten 243/5 und 269/2), Bonner Geschichtsblätter 21, 1967, 122 ff.d) RamersdorfKunstdenkmäler V 3, Bonn 1905, 327 ff.;Heinrich Neu, Geschichte der Deutschordenskommende Ramersdorf, Bonner Geschichtsblätter I, 1937, 123 ff.;Irm. Achter, Die Wandmalereien der Kapelle ... (Herrschaft, Hochgericht u. Ksp. Küdinghoven = Chronik der Ennertorte 1, 1958, 46 ff.);H. Neu, Die Deutschordenskommende R., 1961, dort 8 Anm. 4 über das Archive) SiersdorfKunstdenkmäler VIII 1, Kreis Jülich, 1902, 219 ff.; A. Meyer, Alte Burgen des Dürener und Jülicher Landes, 1934, 250 ff.; P. Kaiser, Der kirchliche Besitz ..., 1906, 46;A. Heusch, Die Deutschordenskommende S., 1932; H. Neu, desgl., 1963;J. Rahier, Die Aufhebung (Jül. Heimatbll. 15, 1963, 11 ff.) Siersdorf im Wandel der Zeiten, 1965; Helm. Holz, Die Geschichte des Geschlechtes Reuschenberg (Heimatkalender Kreis Jülich 1967, 133 ff.)

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