Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.1. A - D
1.2.1.27. Düsseldorf
1.2.1.27.4. Kreuzbrüder
Düsseldorf, Kreuzbrüder, Urkunden AA 0208
120.58.00 Düsseldorf, Kreuzbrüder (DFG - gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 120.58.00

Name : Düsseldorf, Kreuzbrüder

Beschreibung :
Repertorium des Urkunden- und Akten-Archivs des Kreuzbrüder-Konvents zu Düsseldorf

s. R. Haass, Die Kreuzherren in den Rheinlanden (Rheinisches Archiv 23), 116 ff.
U. Klein: Die Säkularisation in Düsseldorf, Annalen 109 (1926), S. 31 ff. (Kreuzbrüder)

Ein Archivinventar in Stichworten befindet sich in Hs. N I 6 Nr 5 I c 2
Die Kanzel heute in St. Joh. in Leichlingen (Uns. berg. Heimat, Solingen 5, 1956, Nr. 11)

Im Stadtarchiv Köln, Slg. Fahne Urk. 83 1470 17/9 (Mitt. 49, 109)
Im Klooster St. Agatha zu Cuijk:
Visitationslisten 1623 und 1631
Briefwechsel 1697

Vgl. H. Börsting, Errichtung einer Rosenkranzbruderschaft … 1408 (Maria im Kult. hg. v. d. Arbeitsgemeinschaft für Mariologie, 1965, 226 ff.).


Übersicht
Unmittelbar vor der Stadtpforte, die auf die Straße nach Ratingen führt, lag zu Düsseldorf im 14. und 15. Jahrhundert eine Kapelle mit einem Gasthaus oder Hospital verbunden, welches letztere der Pflege erkrankter Bürger und Pilger diente. Die Kapelle war der heiligen Jungfrau geweiht, nach der auch das anstoßende Tor „Unserer lieben Frauen Pforte hieß (Nr. 5). Vor der ersteren befand sich ein Bild der hl. Jungfrau, welches durch die Wunderwirkungen, die demselben zugeschrieben wurden, in besonderem Grad die Andacht der Kirchspielsgenossen und Pilger auf sich zog und einer aushangenden Opferbüchse daher reichliche Haben zuwandte (S. Archiv für die Geschichte des Niederrheins IV, S. 255). Während das Datum der Stiftung sowohl des Hospitals als der Kapelle nicht überliefert ist, berichten die vorliegenden Urkunden seit dem letzten Dezennium des 14. Jahrhunderts von Vererbpachtungen früherer Besitzungen oder neuen Erwerbungen beider zu Mühlhoven im Kirchspiel Bilk, Derendorf, bei Gerresheim, Flingern, Oberbilk, Benrath, Rath, am Flingerbusche (Nr. 5, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 18, 25). In der Kapelle bestanden mehrere Altäre, von denen einer der heiligen Jungfrau, sowie den Heiligen Antonius, Hubertus, Cornelius, Quirin und Bernhard geweiht war (Nr. 15), ein weiterer dagegen zu Ehren der Heiligen Katharina, Elisabeth und Barbara durch Lina van Winheim, Kammerjungfer der Herzogin Anna von Berg, geborene Herzogin von Bayern gestiftet und mit einer Rente aus dem Neuenhof bei Rath dotiert wurde. Herzogin Anna genehmigte im Jahr 1412 mit Zustimmung ihres Sohnes Herzog Adolf diese Stiftung (Nr. 12).
Am 14. August 1443 überwies Herzog Gerhard von Jülich-Berg, unter Verlegung des Gasthauses in die Nähe der damaligen Flingerpforte, dessen Stätte und Gebäude der Kapelle nebst ihren Altären und dem Opferstock dem Kreuzbrüder-Orden zur Einrichtung eines Konvents. Es waltete bei diesem Schritt die Absicht ob, dem Bedürfnis an Geistlichen entgegenzukommen, welche durch Seelsorge und Predigt mehr geneigt seien, auf das Volk zu wirken, als der Stiftsklerus. Der Herzog stattete den neuen Konvent, der zuvorderst auf die Zahl von 4 Priesterbrüdern beschränkt bleiben sollte, mit einer Jahresrente von zusammen 100 Gulden aus, nämlich die 50 Gulden, welche die Stadt Düsseldorf jährlich zu Weihnachten als Opfergeld oder Rekognitionsabgabe für die ihr gewährte Zollfreiheit entrichtete, und 50 Gulden aus der dem Herzog jeden November aus der Stadt Düren erfallenden Hälfte der gleichen Abgabe, wovon die andere Hälfte Gerhard van Loin, Herrn zu Heinsberg, als Mitbesitzer von Jülich zustand.
Zur Entschädigung des Pfarrdechanten, der aus den vor dem Marienbild einkommenden Opfern jährlich 6 Mark brabantisch bezogen, wurde demselben eine zweite Stiftspräbende dauernd zugelegt (Nr. 26, vgl. Archiv für die Geschichte des Niederrheins a. a. O., S. 256). Gleichzeitig aber modifizierte der Herzog in einer zusätzlichen Urkunde (Nr. 27), wahrscheinlich auf Einspruch des Kapitels, seine Verfügung hinsichtlich des Düsseldorfer Opfergeldes dahin, dass letzteres wie bisher der Stiftskirche zur Beschaffung goldener Gefäße und Ornamente auf so lange Zeit, als sein Oheim Herzog Adolf bestimmt, verbleiben und inzwischen der Kreuzbrüder-Konvent dafür mit einer Rente von 50 Gulden aus dem Zoll zu Düsseldorf entschädigt werden solle. Im Jahr 1449 war der Termin abgelaufen, weshalb Herzog Gerhard unter dem 28. Juni dieses Jahres dem Konvent die erstere Rente definitiv übertrug. Allein wir hören, dass schon Gerhards Sohn, Herzog Wilhelm, an Stelle dieser letzteren im Jahr 1489 wieder die gleiche Erbrente aus dem Düsseldorfer Zoll treten ließ (Nr. 74), in deren Besitz der Konvent dauernd verblieben ist. Anstelle der aus den St. Andreas-Monatsgulden der Stadt Düren von Herzog Gerhard überwiesenen 50 Gulden setzte Herzog Wilhelm III. am 12. März 1579 ebenfalls eine jährliche Rente (von 20 Talern) aus dem Zoll zu Düsseldorf (Nr. 128).
Zu den ursprünglichen Stiftungsgütern erwarb die Kanonie in den nächsten Dezennien darauf den Hof Rolfrade (Rülfrath) im Kirchspiel Gerresheim mit ausdrücklicher Genehmigung des Herzogs (Nr. 39, 40), den Hof Holthausen (= Kirchholtes) im Amt Angermund und Gericht Kreuzberg, gleichfalls mit herzoglicher Bewilligung und unter Zustimmung des Propstes zu Kaiserswerth als Lehnsherren (Nr. 43, 44) das Haicksgut im Amt Angermund (Nr. 51), den Zehnten zu Bockum (Nr. 54), einen Busch bei Lohausen (Nr. 58), den Hof auf dem Aap (Aaperhof), ein Geschenk des Edelfräuleins Aleidis von Dhaun, Kanonissin zu Gerresheim (Nr. 65), Hof und Land „im Roiche, der Kaik beim Aap (Nr. 68, 69, 70), den Crachts- oder Kraftshof im Lierenfeld bei Düsseldorf (Nr. 73).
Im Jahr 1467 befreite Herzog Gerhard den Hof Rulfrath (Rolffsrode) von allem Schazu, Bede und Diensten gegen Ausbedingung einer Erbmemorie (Nr. 46), nachdem schon 1466 Sophia, Witwe Ritter Godarts von Brachhusen, indem sie den „Donrebussen-Weiher in der Hundschaft Morp bei Gerresheim der Kanonie übertrug, gleichfalls eine Erbmemorie für den Herzog, dessen Gemahlin Sophia und beider Söhne Wilhelm und Adolf gestiftet hatte (45, 49).
Im Jahr 1504 verschrieb Herzog Wilhelm II. von Jülich-Berg dem Konvent den zehnten zu Garzweiler im Amt Kaster (Nr. 86), nach dessen Wiederlöse Herzog Wilhelm III. 1552 gegen ein Darlehen von 2000 Goldgulden den entstandenen Ausfall an Fruchtgefällen mittels einer Rente von 100 Malter Roggen aus der Kellnerei zu Kaster ergänzte (Nr. 115). Durch solche Verschreibungen aus den Einkünften des Amts Kaster, den Zöllen zu Düsseldorf und Kaiserswerth (Nr. 124, 221, 222), dem Giesenkirchener Zehnten im Gericht Jüchen (Nr. 76), dem Hof upme Scheve, oder Scheen, in der Hundschaft Rath (77), dem Lix- oder Wonkartshof bei Gerresheim (Nr. 82), seit 1498 durch herzogliches Privileg schatz- und abgabenfrei (Nr. 84), Weinländereien zu Königswinter und Honnef (95, 96, 114, 117, 120, 129, 237, 241), dem Göreshof zu Mündelheim (Nr. 246), dem Reinartz- oder Doctorshof zu Ober-Lörick (133, 134, 140, 244), das Summersgut zu Niederlörick (243), Gemarkenanteile an den Büschen zu Bilk (Nr. 183, 185) und anderen Höfen, Grundstücken, Renten und Häusern zu Düsseldorf rundete sich allmählich der Besitzstand des Kloster zu dem Umfang ab, den Ausgangs des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts aufgestellte Rentenregister (Nr. 253) und fortlaufende Nachrichten über die einzelnen Güter erkennen lassen.
Als Hauptgüter der Kanonie galten und werden in den Aufhebungsverhandlungen vom Jahr 1802 ausdrücklich aufgeführt (Nr. 257) die fünf Höfe, der Aaper-Hof, der Eller-Hof, der Holtes- (Holthauser-)Hof im Amt Angermund, der Mündelheimer Hof im Amt Angermund nebst Zehnten, der Rolfrather Hof im Amt Mettmann; ferner zwei Weingüter zu Honnef und Königswinter, 4 Häuser zu Düsseldorf (3 auf der Ritterstraße, 1 auf der Ratingerstraße); 4 ¿ Holzgewalt auf dem Bilker Busch, 3 Gewalten auf dem Aaper Busch, 3 Gewalten auf dem Lintorfer und Hükumer Gemark, 1 Gewalt im Derendorfer Busch, der Zehnte zu Bockum im Amt Angermund und zu Uerdingen, der Sommershof und der Doctorshof im Amt Linn.
Durch die Stiftung an die Liebfrauenkapelle geknüpft, war der Kreuzbrüder-Konvent, sobald es sich um pfarramtliche oder seelsorgerliche Funktionen handelte, der Mutterkirche des Stifts untergeordnet. Die Sakramente konnten von den Konventualen an andere als die Insassen ihres Klosters nur mit Genehmigung des Dechanten gespendet werden; an den hohen Festtagen und den Patronfesten des Stifts mussten die Kirchspielsgenossen an die Mutterkirche verwiesen werden und an vier Festen, am Kreuzerfindungstag, am Tag vor Pfingsten, auf Fronleichnamstag und zu Jacobi, waren die Konventualen verpflichtet, an den Prozessionen des Stifts inner- und außerhalb der Stadt teilzunehmen. Das durch die Stiftungsurkunde verbriefte Recht, Kirchspielsgenossen oder anderen Personen auf deren Wunsch ein Begräbnis in der Klosterkirche zu verstatten (Urk. B. IV 249) gelangte öfter zur Ausübung. Auch der bekannte bergische Archivar und Sammler Freiherr Johann Gottfried von Redinghoven († 1727) hat dort seine Ruhestätte gefunden (Nr. 219). Die unglückliche Gemahlin des geisteskranken Herzogs Johann Wilhelm, Jacobe von Baden, wurde ihrer Todesart wegen in der Kreuzbrüderkirche beigesetzt, bis am 24. März 1820 die Überbringung ihrer Überreste in die Sankt Lambertuspfarrkirche erfolgte.
Von den Altären der Klosterkirche werden 1470 zwei, der zum hl. Kreuz und zu den 4 Marschällen, ausdrücklich erwähnt (Nr. 48). Sonst ist über die Kirche und deren Inneres wenig überliefert. Ein Profilaufriss der ersteren aus dem vorigen Jahrhundert zeigt den Einfluss der Rokokozeit auf das ursprünglich im spätgotischen Stil aufgeführte Gebäude, im Allgemeinen übereinstimmend mit der heutigen Erscheinung, obwohl sich im Einzelnen durch Einbrechung von Fenstern und Einfügung von Stockwerken manches geändert hat, seitdem die Gebäulichkeiten der Kanonie als Militär-Bekleidungs-Depot für die Garnison dienen.
Was das geistliche Leben der Korporation betrifft, so scheint in derselben, ähnlich wie wir es bei anderen Konventen des Kreuzbrüderordens, z. B. bei Marienfrede, finden, längere Zeit wenigstens eine gewisse mystische asketische Richtung vorgewaltet zu haben, von der die Vorliebe zeugt, mit welcher Schriften erbaulichen und beschaulichen Inhalts, wie sie vorzugsweise aus den Niederlanden ihren Weg herüber fanden (Schriften von Ruysbroeck, Gerhard te Groot u. a.).
Verschiedene Handschriften aus der Kanonie, welche nach der Klosteraufhebung in die Landesbibliothek aufgenommen worden sind, deuten darauf hin. Das Siegel des Konvents zeigte den inmitten der schlafenden Jünger ringenden Heiland auf Gethsemane. Von einer Anzahl Memorien und Messen, die stiftungsgemäß im Kloster gefeiert wurden, geben die nachstehenden Auszüge nähere Kunde. Dass das Interesse der landesfürstlichen Familienmitglieder an der Stiftung auch in später Zeit keineswegs ganz aufgehört hatte, zeigt eine nur in den Aufhebungsakten (Nr. 257) kurz erwähnte Messenstiftung der Kurfürstin Anna Maria Louise geb. Prinzessin von Toskana und Gemahlin des Kurfürsten Johann Wilhelm (mit einem Kapital von 3000 Reichstalern).
Was von Urkunden und Akten der Korporation 1802 und 1803 vorhanden war, ist mit den Gütern und Renten selbst auf den damals neugestifteten Bergischen Schulfonds übergegangen, während die Klostergebäude zu Schulen eingerichtet wurden.
Die auf die Erbpächte bezüglichen Urkunden, ca. 65 an der Zahl, sind bei diesem Anlass in einem Heft abschriftlich vereinigt worden, welches jetzt sozusagen das einzige Kopiar der Klosterurkunden darstellt, nachdem die früheren und zumal ein anscheinend umfangreiches, im 16. Jahrhundert angelegtes Kopierbuch, als „novum copiarum unterschieden (Nr. 256), leider spurlos untergegangen ist.

Repertorium des Urkunden- und Akten-Archivs des Kreuzbrüder-Konvents zu Düsseldorfs. R. Haass, Die Kreuzherren in den Rheinlanden (Rheinisches Archiv 23), 116 ff.U. Klein: Die Säkularisation in Düsseldorf, Annalen 109 (1926), S. 31 ff. (Kreuzbrüder)Ein Archivinventar in Stichworten befindet sich in Hs. N I 6 Nr 5 I c 2Die Kanzel heute in St. Joh. in Leichlingen (Uns. berg. Heimat, Solingen 5, 1956, Nr. 11)Im Stadtarchiv Köln, Slg. Fahne Urk. 83 1470 17/9 (Mitt. 49, 109)Im Klooster St. Agatha zu Cuijk:Visitationslisten 1623 und 1631Briefwechsel 1697Vgl. H. Börsting, Errichtung einer Rosenkranzbruderschaft … 1408 (Maria im Kult. hg. v. d. Arbeitsgemeinschaft für Mariologie, 1965, 226 ff.).ÜbersichtUnmittelbar vor der Stadtpforte, die auf die Straße nach Ratingen führt, lag zu Düsseldorf im 14. und 15. Jahrhundert eine Kapelle mit einem Gasthaus oder Hospital verbunden, welches letztere der Pflege erkrankter Bürger und Pilger diente. Die Kapelle war der heiligen Jungfrau geweiht, nach der auch das anstoßende Tor „Unserer lieben Frauen Pforte hieß (Nr. 5). Vor der ersteren befand sich ein Bild der hl. Jungfrau, welches durch die Wunderwirkungen, die demselben zugeschrieben wurden, in besonderem Grad die Andacht der Kirchspielsgenossen und Pilger auf sich zog und einer aushangenden Opferbüchse daher reichliche Haben zuwandte (S. Archiv für die Geschichte des Niederrheins IV, S. 255). Während das Datum der Stiftung sowohl des Hospitals als der Kapelle nicht überliefert ist, berichten die vorliegenden Urkunden seit dem letzten Dezennium des 14. Jahrhunderts von Vererbpachtungen früherer Besitzungen oder neuen Erwerbungen beider zu Mühlhoven im Kirchspiel Bilk, Derendorf, bei Gerresheim, Flingern, Oberbilk, Benrath, Rath, am Flingerbusche (Nr. 5, 8, 9, 10, 11, 12, 14, 15, 18, 25). In der Kapelle bestanden mehrere Altäre, von denen einer der heiligen Jungfrau, sowie den Heiligen Antonius, Hubertus, Cornelius, Quirin und Bernhard geweiht war (Nr. 15), ein weiterer dagegen zu Ehren der Heiligen Katharina, Elisabeth und Barbara durch Lina van Winheim, Kammerjungfer der Herzogin Anna von Berg, geborene Herzogin von Bayern gestiftet und mit einer Rente aus dem Neuenhof bei Rath dotiert wurde. Herzogin Anna genehmigte im Jahr 1412 mit Zustimmung ihres Sohnes Herzog Adolf diese Stiftung (Nr. 12).Am 14. August 1443 überwies Herzog Gerhard von Jülich-Berg, unter Verlegung des Gasthauses in die Nähe der damaligen Flingerpforte, dessen Stätte und Gebäude der Kapelle nebst ihren Altären und dem Opferstock dem Kreuzbrüder-Orden zur Einrichtung eines Konvents. Es waltete bei diesem Schritt die Absicht ob, dem Bedürfnis an Geistlichen entgegenzukommen, welche durch Seelsorge und Predigt mehr geneigt seien, auf das Volk zu wirken, als der Stiftsklerus. Der Herzog stattete den neuen Konvent, der zuvorderst auf die Zahl von 4 Priesterbrüdern beschränkt bleiben sollte, mit einer Jahresrente von zusammen 100 Gulden aus, nämlich die 50 Gulden, welche die Stadt Düsseldorf jährlich zu Weihnachten als Opfergeld oder Rekognitionsabgabe für die ihr gewährte Zollfreiheit entrichtete, und 50 Gulden aus der dem Herzog jeden November aus der Stadt Düren erfallenden Hälfte der gleichen Abgabe, wovon die andere Hälfte Gerhard van Loin, Herrn zu Heinsberg, als Mitbesitzer von Jülich zustand.Zur Entschädigung des Pfarrdechanten, der aus den vor dem Marienbild einkommenden Opfern jährlich 6 Mark brabantisch bezogen, wurde demselben eine zweite Stiftspräbende dauernd zugelegt (Nr. 26, vgl. Archiv für die Geschichte des Niederrheins a. a. O., S. 256). Gleichzeitig aber modifizierte der Herzog in einer zusätzlichen Urkunde (Nr. 27), wahrscheinlich auf Einspruch des Kapitels, seine Verfügung hinsichtlich des Düsseldorfer Opfergeldes dahin, dass letzteres wie bisher der Stiftskirche zur Beschaffung goldener Gefäße und Ornamente auf so lange Zeit, als sein Oheim Herzog Adolf bestimmt, verbleiben und inzwischen der Kreuzbrüder-Konvent dafür mit einer Rente von 50 Gulden aus dem Zoll zu Düsseldorf entschädigt werden solle. Im Jahr 1449 war der Termin abgelaufen, weshalb Herzog Gerhard unter dem 28. Juni dieses Jahres dem Konvent die erstere Rente definitiv übertrug. Allein wir hören, dass schon Gerhards Sohn, Herzog Wilhelm, an Stelle dieser letzteren im Jahr 1489 wieder die gleiche Erbrente aus dem Düsseldorfer Zoll treten ließ (Nr. 74), in deren Besitz der Konvent dauernd verblieben ist. Anstelle der aus den St. Andreas-Monatsgulden der Stadt Düren von Herzog Gerhard überwiesenen 50 Gulden setzte Herzog Wilhelm III. am 12. März 1579 ebenfalls eine jährliche Rente (von 20 Talern) aus dem Zoll zu Düsseldorf (Nr. 128).Zu den ursprünglichen Stiftungsgütern erwarb die Kanonie in den nächsten Dezennien darauf den Hof Rolfrade (Rülfrath) im Kirchspiel Gerresheim mit ausdrücklicher Genehmigung des Herzogs (Nr. 39, 40), den Hof Holthausen (= Kirchholtes) im Amt Angermund und Gericht Kreuzberg, gleichfalls mit herzoglicher Bewilligung und unter Zustimmung des Propstes zu Kaiserswerth als Lehnsherren (Nr. 43, 44) das Haicksgut im Amt Angermund (Nr. 51), den Zehnten zu Bockum (Nr. 54), einen Busch bei Lohausen (Nr. 58), den Hof auf dem Aap (Aaperhof), ein Geschenk des Edelfräuleins Aleidis von Dhaun, Kanonissin zu Gerresheim (Nr. 65), Hof und Land „im Roiche, der Kaik beim Aap (Nr. 68, 69, 70), den Crachts- oder Kraftshof im Lierenfeld bei Düsseldorf (Nr. 73).Im Jahr 1467 befreite Herzog Gerhard den Hof Rulfrath (Rolffsrode) von allem Schazu, Bede und Diensten gegen Ausbedingung einer Erbmemorie (Nr. 46), nachdem schon 1466 Sophia, Witwe Ritter Godarts von Brachhusen, indem sie den „Donrebussen-Weiher in der Hundschaft Morp bei Gerresheim der Kanonie übertrug, gleichfalls eine Erbmemorie für den Herzog, dessen Gemahlin Sophia und beider Söhne Wilhelm und Adolf gestiftet hatte (45, 49).Im Jahr 1504 verschrieb Herzog Wilhelm II. von Jülich-Berg dem Konvent den zehnten zu Garzweiler im Amt Kaster (Nr. 86), nach dessen Wiederlöse Herzog Wilhelm III. 1552 gegen ein Darlehen von 2000 Goldgulden den entstandenen Ausfall an Fruchtgefällen mittels einer Rente von 100 Malter Roggen aus der Kellnerei zu Kaster ergänzte (Nr. 115). Durch solche Verschreibungen aus den Einkünften des Amts Kaster, den Zöllen zu Düsseldorf und Kaiserswerth (Nr. 124, 221, 222), dem Giesenkirchener Zehnten im Gericht Jüchen (Nr. 76), dem Hof upme Scheve, oder Scheen, in der Hundschaft Rath (77), dem Lix- oder Wonkartshof bei Gerresheim (Nr. 82), seit 1498 durch herzogliches Privileg schatz- und abgabenfrei (Nr. 84), Weinländereien zu Königswinter und Honnef (95, 96, 114, 117, 120, 129, 237, 241), dem Göreshof zu Mündelheim (Nr. 246), dem Reinartz- oder Doctorshof zu Ober-Lörick (133, 134, 140, 244), das Summersgut zu Niederlörick (243), Gemarkenanteile an den Büschen zu Bilk (Nr. 183, 185) und anderen Höfen, Grundstücken, Renten und Häusern zu Düsseldorf rundete sich allmählich der Besitzstand des Kloster zu dem Umfang ab, den Ausgangs des 17. und zu Anfang des 18. Jahrhunderts aufgestellte Rentenregister (Nr. 253) und fortlaufende Nachrichten über die einzelnen Güter erkennen lassen.Als Hauptgüter der Kanonie galten und werden in den Aufhebungsverhandlungen vom Jahr 1802 ausdrücklich aufgeführt (Nr. 257) die fünf Höfe, der Aaper-Hof, der Eller-Hof, der Holtes- (Holthauser-)Hof im Amt Angermund, der Mündelheimer Hof im Amt Angermund nebst Zehnten, der Rolfrather Hof im Amt Mettmann; ferner zwei Weingüter zu Honnef und Königswinter, 4 Häuser zu Düsseldorf (3 auf der Ritterstraße, 1 auf der Ratingerstraße); 4 ¿ Holzgewalt auf dem Bilker Busch, 3 Gewalten auf dem Aaper Busch, 3 Gewalten auf dem Lintorfer und Hükumer Gemark, 1 Gewalt im Derendorfer Busch, der Zehnte zu Bockum im Amt Angermund und zu Uerdingen, der Sommershof und der Doctorshof im Amt Linn.Durch die Stiftung an die Liebfrauenkapelle geknüpft, war der Kreuzbrüder-Konvent, sobald es sich um pfarramtliche oder seelsorgerliche Funktionen handelte, der Mutterkirche des Stifts untergeordnet. Die Sakramente konnten von den Konventualen an andere als die Insassen ihres Klosters nur mit Genehmigung des Dechanten gespendet werden; an den hohen Festtagen und den Patronfesten des Stifts mussten die Kirchspielsgenossen an die Mutterkirche verwiesen werden und an vier Festen, am Kreuzerfindungstag, am Tag vor Pfingsten, auf Fronleichnamstag und zu Jacobi, waren die Konventualen verpflichtet, an den Prozessionen des Stifts inner- und außerhalb der Stadt teilzunehmen. Das durch die Stiftungsurkunde verbriefte Recht, Kirchspielsgenossen oder anderen Personen auf deren Wunsch ein Begräbnis in der Klosterkirche zu verstatten (Urk. B. IV 249) gelangte öfter zur Ausübung. Auch der bekannte bergische Archivar und Sammler Freiherr Johann Gottfried von Redinghoven († 1727) hat dort seine Ruhestätte gefunden (Nr. 219). Die unglückliche Gemahlin des geisteskranken Herzogs Johann Wilhelm, Jacobe von Baden, wurde ihrer Todesart wegen in der Kreuzbrüderkirche beigesetzt, bis am 24. März 1820 die Überbringung ihrer Überreste in die Sankt Lambertuspfarrkirche erfolgte.Von den Altären der Klosterkirche werden 1470 zwei, der zum hl. Kreuz und zu den 4 Marschällen, ausdrücklich erwähnt (Nr. 48). Sonst ist über die Kirche und deren Inneres wenig überliefert. Ein Profilaufriss der ersteren aus dem vorigen Jahrhundert zeigt den Einfluss der Rokokozeit auf das ursprünglich im spätgotischen Stil aufgeführte Gebäude, im Allgemeinen übereinstimmend mit der heutigen Erscheinung, obwohl sich im Einzelnen durch Einbrechung von Fenstern und Einfügung von Stockwerken manches geändert hat, seitdem die Gebäulichkeiten der Kanonie als Militär-Bekleidungs-Depot für die Garnison dienen.Was das geistliche Leben der Korporation betrifft, so scheint in derselben, ähnlich wie wir es bei anderen Konventen des Kreuzbrüderordens, z. B. bei Marienfrede, finden, längere Zeit wenigstens eine gewisse mystische asketische Richtung vorgewaltet zu haben, von der die Vorliebe zeugt, mit welcher Schriften erbaulichen und beschaulichen Inhalts, wie sie vorzugsweise aus den Niederlanden ihren Weg herüber fanden (Schriften von Ruysbroeck, Gerhard te Groot u. a.).Verschiedene Handschriften aus der Kanonie, welche nach der Klosteraufhebung in die Landesbibliothek aufgenommen worden sind, deuten darauf hin. Das Siegel des Konvents zeigte den inmitten der schlafenden Jünger ringenden Heiland auf Gethsemane. Von einer Anzahl Memorien und Messen, die stiftungsgemäß im Kloster gefeiert wurden, geben die nachstehenden Auszüge nähere Kunde. Dass das Interesse der landesfürstlichen Familienmitglieder an der Stiftung auch in später Zeit keineswegs ganz aufgehört hatte, zeigt eine nur in den Aufhebungsakten (Nr. 257) kurz erwähnte Messenstiftung der Kurfürstin Anna Maria Louise geb. Prinzessin von Toskana und Gemahlin des Kurfürsten Johann Wilhelm (mit einem Kapital von 3000 Reichstalern).Was von Urkunden und Akten der Korporation 1802 und 1803 vorhanden war, ist mit den Gütern und Renten selbst auf den damals neugestifteten Bergischen Schulfonds übergegangen, während die Klostergebäude zu Schulen eingerichtet wurden.Die auf die Erbpächte bezüglichen Urkunden, ca. 65 an der Zahl, sind bei diesem Anlass in einem Heft abschriftlich vereinigt worden, welches jetzt sozusagen das einzige Kopiar der Klosterurkunden darstellt, nachdem die früheren und zumal ein anscheinend umfangreiches, im 16. Jahrhundert angelegtes Kopierbuch, als „novum copiarum unterschieden (Nr. 256), leider spurlos untergegangen ist.

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