Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
5. Oberste Landesorgane NRW
5.2. Oberste Landesbehörden
5.2.42. Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr
5.2.42.1. Zentralaufgaben
MWMV Alliierte Wirtschaftskontrolle 3 NW 0099
350.13.00 Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Abt. III, Demontage (DFG - gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 350.13.00

Name : Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr Abt. III, Demontage

Beschreibung :
Die Akten über die Industriedemontage nach dem Zweiten Weltkrieg im Land Nordrhein-Westfalen, um die es hier geht, wurden in den Jahren 1965, 1973 und 1975 vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr an das Nordrhein-Westfälische Hauptstaatsarchiv abgegeben.
Dem, der die Akten einsieht, mag es in erster Linie darum gehen, die Absichten der Alliierten des Zweiten Weltkriegs, die dem Abbau von Industrieanlagen in Deutschland zugrunde lagen, zu erkennen und ihre Durchführung zu verfolgen. In zweiter Linie geben die Akten den Blick jedoch frei auf ein Stück Nachkriegswirklichkeit unseres Landes, auf das Verhalten der Besatzungsmacht gegenüber den Vertretern deutscher Interessen, auf die Situation, in der sich damals der von den Abbaumaßnahmen erfasste Teil der deutschen Industrie befand, auf die Mentalität der von diesen Ereignissen betroffenen Bevölkerung. Diese zusätzliche Aussagekraft der hier beschriebenen Akten sollte im Auge behalten werden.
Der Aussagewert der Akten wird bestimmt durch die in ihnen behandelte Sache, nämlich den Kampf der deutschen Verwaltung um die Verhinderung, Abschwächung oder Verlagerung der britischen Demontagemaßnahmen. Sie vermitteln ein Bild von den Vorgängen aus deutscher Sicht. Doch sind Kontrollen möglich mit Hilfe der im Bestand NW 99 vorhandenen britischen Überlieferung.
Über die Frage der Behandlung der deutschen Industrie nach einem siegreichen Kriegsende war man im Frühjahr des Jahres 1945 (11.2.1945) einig geworden. Die Alliierten hatten beschlossen, neben der Vernichtung des deutschen Kriegspotentials auch in größtmöglichem Umfang von Deutschland Schadensersatz zu verlangen, und zwar in Sachwerten file://fn@01. Die Grundprinzipien für die Nachkriegsbehandlung Deutschlands waren jedoch schon vorher auf der Konferenz von Quebec (16.9.1944) festgelegt worden. Sie sahen vor, Deutschland durch Ausschaltung der Rüstungsindustrie an der Ruhr und an der Saar „in ein Land zu verwandeln, das in seinen wesentlichen Zügen als Ackerbau- und Weideland anzusehen sei file://fn@02. Zugrunde lag ihnen ein im September 1944 vom amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau ausgearbeiteter Entwurf, mit dem er die Frage zu beantworten suchte, wie Deutschland daran gehindert werden könnte, einen dritten Weltkrieg zu entfesseln. Morgenthau skizzierte damals nach Vorarbeiten seines Mitarbeiters Harry Dexter White file://fn@03 , wie er sich die Erreichung dieses Zieles dachte. Zunächst sollte Deutschland vollkommen entwaffnet und seine Rüstungsindustrie zerstört werden. Nach umfangreichen Gebietsabtretungen file://fn@04 sollten dann zwei autonome deutsche Staaten gebildet werden, ein süd- und ein norddeutscher Staat. Im Ruhrgebiet sollten innerhalb eines halben Jahres alle Industrieanlagen demontiert und die Kohlegruben geschlossen werden. Die so gewonnenen Industrieausrüstungen wären dann zu Wiedergutmachungszwecken zu verwenden. Ziel des Plans war es, Deutschland mehr oder weniger zu einem Agrarland zu machen file://fn@05.
Vergleicht man mit diesen Anfängen die Bestimmungen im Potsdamer Abkommen file://fn@06 und im Plan für Reparationen und den Nachkriegsstand der deutschen Wirtschaft entsprechend den Beschlüssen der Berliner Konferenz vom 27. März 1946 file://fn@07 , so wird deutlich, dass obwohl abgeschwächt und in milderer Form, die Grundgedanken des Morgenthau-Planes in ihnen nachwirkten. „Bei der Organisierung der deutschen Wirtschaft soll das Hauptgewicht auf die Entwicklung der Landwirtschaft und der friedlichen Industrien für den Inlandsbedarf gelegt werden" file://fn@08, heißt es im Potsdamer Protokoll. Bei der Aufstellung der leitenden wirtschaftlichen Grundsätze beschränkte man sich nicht auf eine Vernichtung des deutschen Kriegspotentials, sondern unterwarf die deutsche Wirtschaft auch alliierten Kontrollmaßnahmen, um Programme der industriellen Abrüstung der Entmilitarisierung, der Reparationen und der genehmigten Ex- und Importe durchzuführen file://fn@09. Befriedigung der Bedürfnisse der Besatzungstruppen und der Verschleppten und die Aufrechterhaltung eines durchschnittlichen europäischen Lebensstandards für die deutsche Bevölkerung begrenzten diese Programme file://fn@10.
Der aufgrund der Potsdamer Beschlüsse ausgearbeitete oben erwähnte „Level of Industry-Plan vom März 1946 setzte der deutschen Wirtschaft einen engen Rahmen. Ihre Industrie wurde eingeteilt in verbotene, beschränkte und unbeschränkte Industriezweige. Verboten wurde die Herstellung von 16 Produkten file://fn@11. Starken Beschränkungen war vor allem die Stahlindustrie unterworfen (Rohstahlproduktion von 5,8 Mill. t/Jahr, 39% von 1936), aber auch die Nichteisen-Metallindustrie file://fn@12, der schwere und leichte Maschinenbau (31 bzw. 50 %) und vor allem die Werkzeugmaschinen-Industrie (11,4% von 1938) wurden erheblich beschnitten. Unbeschränkt blieb u. a. die Bauindustrie.
Es ist der bald einsetzenden Verschlechterung der Beziehungen der Westalliierten zur Sowjetunion, die dadurch verursacht wurde, dass man russischerseits ohne Rücksicht auf ein ausgeglichenes deutsches Import-Export-Verhältnis Reparationen aus der laufenden Produktion entnahm, zu verdanken gewesen, dass die amerikanische Besatzungsmacht bereits im Mai 1946 file://fn@13 von dem ersten Industrieplan abzurücken begann. Am 3. mai kündigten der amerikanische Militärgouverneur, General Clay, die Reparationslieferungen seiner Zone an die Sowjetunion file://fn@14.
Im Hintergrund dieser Änderung der Deutschland-Politik stand die katastrophale Ernährungslage in der britischen und amerikanischen Zone, die es in steigendem Maße erforderlich machte, Lebensmittel einzuführen, für die keine entsprechenden Exporte geleistet werden konnten. „… Trotz der Kohlelieferungen ging der Wert des Gesamtexportes nicht über 500 Millionen RM hinaus, wohingegen der Industrieplan für das Jahr 1949 und für alle Zonen 3,6, Milliarden RM vorgesehen hatte file://fn@15 . Infolgedessen mussten etwa 70% der Importe für die britische Zone vom britischen Steuerzahler getragen werden, und für die amerikanische Zone sah es nicht viel anders aus file://fn@16. Schon früh kam man auf der britischen Seite deswegen zu der Einsicht, dass eine Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft im Interesse der britischen Zahlungsbilanz notwendig sei.
Diese Tendenzwende, die erst dann deutlich hervortritt, wenn man sich vor Augen führt, dass der Oberkommandierende der amerikanischen Besatzungstruppen Anweisung hatte, keinerlei „Maßnahmen (zu) ergreifen, die a) dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands dienen oder b) das Ziel haben, die deutsche Wirtschaft zu erhalten und zu stärken file://fn@17, führte auf britischer und amerikanischer Seite zu unterschiedlichen Aktivitäten. Während sich die britischer Seite darauf konzentrierte, durch ein Bündel flankierender Maßnahmen auf dem Ernährungs- und Rohstoffsektor eine Steigerung der Kohleförderung zu erzielen, um damit die Grundlage für eine Erhöhung der deutschen Industrieproduktion zu legen, sah die amerikanischer Seite den Grund für die Wirtschaftsmisere in ihrer Zone, deren Industrie von Kohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet abhing, in der wirtschaftlichen Abkapselung von den anderen Zonen.
Schon im Dezember 1945 hatte die amerikanische Delegation beim Alliierten Kontrollrat in Berlin der britischen und der sowjetischen Delegation vorgeschlagen, unter Ausklammerung der französischen Zone in Verhandlungen über die Bildung deutscher Zentralorgane einzutreten file://fn@18. In einem Memorandum vom 26. Mai 1946 setzte sich General Clay erneut für eine gemeinsame Wirtschaftspolitik in allen vier Zonen ein. „Wenn es nicht möglich ist, die französische und russische Einwilligung zu diesen Grundsätzen zu erlangen, würden wir sehr empfehlen, an die Briten heranzutreten, um ihre Bereitwilligkeit, ihre Besatzungszone mit der unsrigen zu vereinen, festzustellen file://fn@19 . Der hier zum ersten Mal geäußerte Gedanke einer wirtschaftlichen Verschmelzung der angloamerikanischen Zonen schien angesichts des wirtschaftlichen Chaos in den einzelnen Besatzungszonen immer noch das kleinere Übel. Tatsächliche ging der weitere Weg in diese Richtung. Als in der Schlussphase der Pariser Außenministerkonferenz der amerikanische Außenminister Byrnes erklärte, dass sich die USA weigerten, weiterhin die Verantwortung für die in Deutschland durch die Zonenaufteilung verursachten wirtschaftlichen Verhältnisse zu tragen, und die anderen Besatzungsmächte aufforderte, ihre Zonen mit der amerikanischen zusammenzuschließen, um wenigstens so eine Verwaltung Deutschlands als Wirtschaftseinheit zu erreichen, fand er hierfür nur bei Großbritannien Gegenliebe file://fn@20 . Am 1. Januar 1947 entstand daraufhin das vereinigte Wirtschaftsgebiet der Bizone.
Abseits stand nach wie vor Frankreich, das sich an den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz, an der es nicht Teil genommen hatte, nicht gebunden fühlte. Die dort beschlossene Schaffung deutscher Zentralverwaltungen betrachtete es mit äußerstem Misstrauen und verlangte am 24. März1946 vorweg u. a. eine Festlegung der deutschen Westgrenze, die auch eine Internationalisierung der Ruhr einschloss; eine Forderung, die jedoch von sowjetischer Seite abgelehnt wurde. Den französischen Sicherheitsinteressen, die ihr zugrunde lagen, zu entsprechen, wurde für die angloamerikanische Deutschland-Politik, die bezweckte, Frankreich zur Mitarbeit an der Vereinigung der Westzonen zu gewinnen, zum Hauptproblem. Erst nach dem Misslingen der Londoner Außenministerkonferenz im Dezember 1947 gelang eine schrittweise wirtschaftliche Angleichung der französischen Zone an die Bizone file://fn@21. Mit der Rede von Außenminister Byrnes in Paris war die erste Phase angloamerikanischer Besatzungspolitik, die noch von Reagrarisierungstendenzen geprägt war, beendet file://fn@22. Jetzt gab man der Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft, allerdings in einem „vernünftigen Ausmaß, den Vorzug. Der erste Industrieplan wurde einer Revision unterzogen. In dem am 29. August 1947 von den Regierungen der USA und Großbritannien verkündeten zweiten Industriebeschränkungsprogramm wurde der Bizone allein nunmehr eine Stahlkapazität von 10,7 Mill. t/Jahr zugestanden. Rechnet man das Stahlkontingent von 0,5 Mill. T, das der französischen Zone von Frankreich zugestanden worden war, hinzu, so kommt man auf eine erlaubte Stahlkapazität der Westzonen von 11,2 Mill. t/Jahr. Dies entsprach in etwa 56% der damals noch nicht demontierten Stahlkapazität in diesem Gebiet. Der im ersten Industrieplan so stark beschnittene Werkzeugmaschinenbau wurde zwar auf 83% der Produktion von 1936 angehoben, ergab aber immer noch nur 65% der im August 1947 in den Westzonen noch vorhandenen Kapazitäten file://fn@23 . Auf der Grundlage dieses zweiten Industrieplanes erstellten die westlichen Besatzungsmächte dann die Demontagelisten für ihre Zonen. Die britische und die amerikanische Liste wurden am 16. Oktober 1947 veröffentlicht. Sie enthielten insgesamt 683 Werke oder Teile von ihnen, von denen 494 auf die britische Zone entfielen file://fn@24 .
Eingeteilt waren die Listen in „Rüstungsfabriken und sonstige Industriewerke, die ganz oder teilweise zur Demontage bestimmt wurden. Ihre Behandlung war unterschiedlich. Während die Demontage der Rüstungswerke hart und kompromisslos durchgeführt wurden, wurde die der übrigen Werke („über die bizonale Industriehöhe hinausgehende Fabriken… file://fn@25 , die nicht auf Rüstungsproduktion festgelegt waren, noch mehrfach durch gemischt englisch-deutsche und alliierte Kommissionen überprüft und verschiedentlich abgeändert file://fn@26 .
Die Zahl der im Land Nordrhein-Westfalen bei einer Gesamtzahl von 294 Demontagen vollständig zu demontierenden Werke verringerte sich dadurch von 202 auf 136, der nur teilweise zu demontierenden von 92 auf 78 file://fn@27 . Durch spätere Ergänzungen erhöhte sich die Zahl der Volldemontagen wieder auf 137, der Teildemontagen auf 81 file://fn@28 .
Unter diesen, ganz oder teilweise vom Abbau bedrohten Fabriken befanden sich neben zahlreichen kleinen und mittleren Betrieben auch große, modern eingerichtete Werke von europäischer Bedeutung. Auch einige Fehler hatten sich eingeschlichen. Mehrfach lässt sich nachweisen, dass Firmen lediglich deswegen auf die Liste gesetzt worden waren, weil eine falsche Produktionsbeschreibung vorlag file://fn@29 .
Bei der Beurteilung der durch die Demontage in der deutschen Industrie angerichteten Schäden ergibt sich ein zwiespältiges Bild. Während die Masse der Demontagen (rund 5% der vorhandenen Industrieausrüstung) gerade in den Industriezweigen vorgenommen wurde, die während des Kriegs am schnellsten expandierten, und Störungen der laufenden Produktion, wie man heute weiß, gesamtwirtschaftlich unbedeutend blieben, so zeigte sich doch, dass im Einzelfall z. T. erhebliche Eingriffe in die Struktur von Unternehmungen erfolgten, vor allem in der Stahlindustrie, durch die deren Ertragsfähigkeit getroffen wurde. „Mit einer geradezu systematisch anmutenden Konsequenz und einer ausgezeichneten Kenntnis der Zusammenhänge ist eine Reihe der zu demontierenden Werke und Betriebsabteilungen ausgewählt worden… Durch Ausschaltung modernster Werke, Zerreißung des Materialflusses, Zerstörung der ausgeglichenen Energiewirtschaft, zusätzliche Belastung der Transportmittel wird eine Verteuerung der Erzeugnisse eintreten… file://fn@30 .
Dies soll an einem Beispiel erläutert werden. Die August Thyssen-Hütte, das leistungsfähigste und am wirtschaftlichsten arbeitende deutsche Hüttenwerk, war bei der Demontage in ihrem Hochofenteil verhältnismäßig ungeschoren geblieben. Erhalten waren sieben von acht Hochöfen (jedoch alle reif für eine komplette Neuzustellung). Allerdings waren die drei Mischer hinter dem Hochofenwerk vernichtet worden. Dagegen klafften in den Stahl- und Walzwerken, die zur Weiterverarbeitung des Roheisens dienten, große Lücken. Zu Schrott verwandelt waren die sieben Konverter des Thomasstahlwerks, vernichtet das gesamte Elektrostahlwerk mit sieben Öfen, gleichfalls das Siemens-Martin-Werk I. Nur vier von sechs Öfen des Siemens-Martin-Werkes II waren noch vorhanden. Schlimm sah es auch bei den Walzstraßen aus. Von drei Blockwalzwerken, vier schweren Fertigstraßen, vier Mittel- und Feinstraßen und einem Feinblechwalzwerk standen lediglich noch eine schwere Fertigstraße und eine Mittelstraße zur Verfügung.
Das Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 stoppte schließlich die Demontagen (soweit sie noch nicht begonnen worden waren). Jetzt aber wurde das Produktionsprogramm der ATH beschnitten. Die dem Werk zugestandene Höchstproduktion umfasste jährlich 600 000 t Roheisen und 117 000 t Siemens-Martin-Stahl, während Thomasstahl und Walzprodukte überhaupt nicht erzeugt werden durften. Dazu der Bericht von Wilhelm Treue file://fn@31 : „Die Werksleitung glaubte, nicht recht gehört zu haben. Stimmten die Zahlen wirklich? … Wohin mit dem Roheisen, wenn es nicht zu Rohstahl, wohin mit dem Rohstahl, wenn er nicht zu den Walzstahl verarbeitet werden durfte? … Unter dieser Auflage, die einen rentablen Betrieb von vorneherein unmöglich erscheinen ließ, wurde die ATH aus der Demontage entlassen ….
Um das Bild zu vervollständigen, sei nut erwähnt, dass die ATH auf einem Teilgebiet, der Herstellung von Transformatorenblech, das für den Wiederaufbau der Elektrizitätserzeugung dringend benötigt wurde, vor dem Krieg mit gut 80% beteiligt war. Man kann sich vorstellen, wie sehr sich der Ausfall eines solchen Werkes lähmend auf die übrige Wirtschaft auswirkte.
Erst Mitte der fünfziger Jahre war es der ATH gelungen, die auf der Walzwerkstufe vorhandene Lücke im Produktionsprogramm zu schließen.
Es milderte die Situation für die zur Demontage vorgesehenen Werke etwas, dass die britische Militärregierung von Anfang an noch mit sich reden ließ. Es wurde eine, freilich zunächst sehr kurze Frist gesetzt, innerhalb der von deutscher Seite noch zur Demontageliste Stellung genommen werden konnte. Dennoch ließ man es an Deutlichkeit hinsichtlich der Absicht, die Demontage strikt durchzuführen, nicht fehlen file://fn@32 .
In der ersten Phase bemühte sich die Landesregierung und in ihr die im Wirtschaftsministerium neugebildete Sondergruppe Demontage file://fn@33 fieberhaft, Vorschläge zu erarbeiten, nach denen bestimmte, für nicht ersetzbar gehaltene Industriefirmen gegen andere, nicht so dringend benötigte, ausgetauscht werden sollten. Schließlich wurden bis zum 29. November insgesamt fünfzig Austauschvorschläge eingereicht und zum britischen Militärgouverneur nach Berlin weitergeleitet. Von ihnen wurden 18 Vorschläge angenommen, davon 12 aus der Eisen- und Stahlindustrie. Doch brachten sie auch für andere Produktionszweige Verbesserungen file://fn@34 .
Die englisch-deutschen Auseinandersetzungen fanden in folgenden, mit Vertretern der Militärregierung, der deutschen Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften besetzten Ausschüssen statt:
1. im Demontage-Hauptausschuss, dem die Planung für die Durchführung der Demontagen sowie hauptsächliche Verfahrensfragen, die in Zweifelsfällen durch den Militärgouverneur in Berlin geprüft und genehmigt werden mussten, oblag. Er bildete die oberste englisch-deutsche Beratungsinstanz file://fn@35 .
2. in zwei Unterausschüssen, und zwar dem sogenannten Industrie(unter)ausschuss und dem sogenannten Industrieablieferungs(unter)ausschuss.
Der Industrieausschuss regelte die zeitliche Reihenfolge der Demontagen, die Verlagerung der Produktion der demontierten Betriebe auf andere und die Umverteilung der freigewordenen Arbeitskräfte; die Zurückziehung, Abänderung und Ausgabe von Produktionsgenehmigungen u. ä. sowie das Demontageverfahren file://fn@36 . Er trug die Hauptlast der englisch-deutschen Demontageverhandlungen und bildete das wichtigste Glied in der Kette der englisch-deutschen Konsultationsgremien.
Dagegen war der Industrieablieferungsausschuss weniger interessant. Er widmete sich den Fragen der technischen Abwicklung der Demontage, trug dafür Sorge, dass der RDR-Abteilung des Landes - der britischen Dienststelle, die für die Durchführung der Reparationsentnahmen verantwortlich war - die Arbeit erleichtert wurde und hierfür genügend Arbeitskräfte und technische Hilfsmittel zu Verfügung standen file://fn@37
3. Wichtige Vorbereitunsgarbeit leisteten sogenannte Arbeitsgruppen, die für die Industriezweige Maschinenbau, Chemie, Eisen und Stahl sowie NE-Metalle gebildet wurden file://fn@38 . Sie hatten Vorschläge für die Einstufung der Werke in vier Kategorien auszuarbeiten. Hiervon hing die Bestimmung des Zeitpunktes ab, bis zu welchem die Werke für die Demontage bereitstehen sollten („Verfügbarkeitstermin) file://fn@39.
Außerdem wurden aufgrund der Landtagsentschließung vom 29. Oktober 1947 file://fn@40 in die Beratung der deutschen Seite in aller Eile die betroffenen Firmen (vg. „Fragebögen) und Verbände, das Amt für Stahl und Eisen (VSE), ein sogenannter Demontagebeirat als technisches Sachverständigen-Gremium und der Hauptausschuss des Landtags als parlamentarischer Demontageausschuss hinzugezogen file://fn@41 .
In den englischen Ausschüssen wurde, beginnend in den Arbeitsgruppen mit der Zuweisung der Demontagewerken zu den vier Kategorien, eine fortschreitende Diskussion mit der britischen Seite über die Bedeutung bestimmter Werke für die deutsche Wirtschaft geführt, wobei die kritischen Punkte erkannt und Möglichkeiten zur Vermeidung der schädlichsten Eingriffe gesucht wurden. Das Ergebnis der Beratungen, eingeschlossen die noch stritten Punkte, legte man dann dem Demontage-Hauptausschuss vor. Erzielte man hier keine Einigung, rief der britische Land-Commissioner die Entscheidung des britischen Militärgouverneurs in Berlin an. Damit endete die Möglichkeit, deutscherseits die Durchführung der Demontagemaßnahmen zu beeinflussen.
Die Hauptauseinandersetzungen fanden auf der mittleren Stufe im Industrieausschuss statt, wo führende Vertreter der deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften mit den Leitern der mit der Demontage befassten Abteilung des Regional Ecconomic Office (REO) zusammentrafen und sich genaue Kenntnis der Probleme paarte mit leidenschaftlicher Anteilnahme an dem Schicksal der von diesen Maßnahmen Betroffenen.
Das Ziel diese Verhandlungen bestand darin, durch Austausch entsprechender Objekte Eingriffe, welche die Verbundwirtschaft eines Werkes- etwa durch Abbau einer einzelnen Abteilung - stören würde, zu vermeiden. Dies war z. B. beider Henrichshütte in Hattingen und der Niederrheinischen Hütte in Duisburg beabsichtigt, wo die Herausnahme der Stahlwerke den Produktionsablauf im jeweiligen Betrieb empfindlich gehemmt haben würde. Tatsächlich nahm die Militärregierung die eingereichten Vorschläge an, verlangte aber als Gegenleistung die Aufnahme weiterer vier Betriebe (als Teildemontage der Eisenindustrie und eine Volldemontage der chemischen Industrie) in die Demontageliste.
Eine weitere Einflussmöglichkeit eröffnete sich der deutschen Seite bei der Festlegung des Verfügbarkeitstermins, die den vorliegenden Auftragsbestand, vor allem für den Export berücksichtigen sollte. Die deutsche Seite versuchte dabei, den Abbautermin möglichst weit hinauszuschieben, um Zeit zu gewinnen, um mit Hilfe ihrer politischen Beziehungen zu Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vor allem in den USA auf eine Revision der Demontageliste hinwirken zu können file://fn@42 .
Man war sich des Zwiespalts bewusst, der seit der berühmten Rede des US-Außenministers George C. Marshall vom 5. Juni 1947 vor Studenten der Havard-University, die als eigentlicher Beginn des „Marshall-Plans gilt, in der amerikanischen Deutschlandpolitik, die auch die britische maßgeblich beeinflusste file://fn@43 , klaffte. Die Demontagen in der Bizone begannen ja zu einem Zeitpunkt, da bereits feststand, dass auch Deutschland Marshall-Plan-Hilfe empfangen sollte. Es entbrannte deshalb eine Diskussion über die frage, ob es nicht nützlicher sei, die zur Demontage bestimmten Anlagen in Deutschland weiterarbeiten zu lassen, als sie zu demontieren, in andere europäische Länder zu verfrachten und dort wiederaufbauen zu lassen. Ganz abgesehen von den dabei entstehenden Ab- und Wiederaufbaukosten, bedeutete ein solcher Standortwechsel zum mindesten einen erheblichen Zeitverlust bei der Wiederaufnahme der Produktion.
Es darf nicht wundernehmen, dass es den verantwortlichen für die offizielle Demontagepolitik in den westalliierten Ländern schwerfiel, in ihren Anschauungen eine völlige Kehrtwendung zu vollziehen. Aber die öffentliche Meinung in den USA war bereits alarmiert. Je mehr man einsah, dass die einzige Möglichkeit, die Verantwortung für die Lebenserhaltung der deutschen Bevölkerung von sich abzuwälzen, darin bestand, die deutsche Wirtschaft wieder zu vollem Leben zu erwecken, umso klarer erkannte man, „wie töricht es sein würde, mit der einen Hand Deutschland auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler zu helfe, … mit dem Ziel, es in absehbarer Zeit in die Lage zu versetzen, sich selbst zu erhalten, und mit der anderen Hand gerade die Industrieanlagen zu zerstören, die für dieses Ziel besonders wichtig waren file://fn@44 .
Es kann hier nicht die Aufgabe sein zu schildern, wie zunächst einzelne Persönlichkeiten des amerikanischen, aber auch den englischen und französischen öffentlichen Lebens sich zu Fürsprechern einer konstruktiven Deutschlandpolitik machten file://fn@45 . Das erste sichtbare Zeichen dieser Kampagne gegen die Demontage war die Einsetzung eines besonderen Ausschusses des amerikanischen Kongresses, der im Auftrag des Marshall-Plan-Administrators, P.G. Hoffman, und unter Führung des Kongress-Abgeordneten G. M. Humphrey („Humphrey-Commitee) im Sommer 1948 die westlichen Besatzungszonen Deutschlands bereiste und über die Vereinbarkeit der Demontagen mit den Zielen des ERP-Programms (Marshall-Plan) einen Bericht abstattete. Dieser bildete die Grundlage für die Beschlüsse des Washingtoner Abkommens vom 13. April 1949 über die verbotenen und beschränkten Industrien in den drei westlichen Besatzungszonen, wodurch ein Teil der für den Abbau bestimmten Anlagen von den jeweiligen Demontagelisten abgesetzt wurde file://fn@46 .
Als jedoch bekannt wurde, dass an entscheidenden Punkten den Empfehlungen des Humphrey-Commitee nicht stattgegeben worden war - bei den großen Betrieben der Schwerindustrie wurden gerade die modernsten Werke der deutschen Stahlproduktion weiterhin der Demontage vorbehalten - , schalteten sich die amerikanischen Gewerkschaften in die Diskussion ein und verlangten einen sofortigen allgemeinen Demontagestopp. Man sprach von einem „bedauerlichen Rückfall in den Geist von Potsdam und des berüchtigten Morgenthau-Plans file://fn@47 . Besonders der amerikanische Automobilarbeiterverband unter Führung von Walter Reuther, der sich schon seit Jahren für eine Erweiterung der amerikanischen Stahlkapazität eingesetzt hatte, jetzt aber sein Ziel durch die Vernichtung von 4 Mill. T Stahlkapazität in Deutschland (die ja letztlich durch amerikanische Lieferungen ausgeglichen werden mussten) gefährdet sah, unternahm gegen diese Entscheidung in Deutschlandeinen scharfen Vorstoß bei Präsident Truman file://fn@48 .
Die Folgezeit wurde geprägt durch einen Wettlauf zwischen wachsender Vernunft auf der einen und dem anachronistischen Eifer der Demontagefanatiker und -interessenten auf der anderen Seite, in dessen Gefolge beschleunigt und ohne Rücksicht auf Verwertbarkeit der abgebauten Objekte demontiert wurde. Allmählich jedoch siegte die Vernunft. Wenige Monate nach Gründung der Bundesrepublik gelang es Bundeskanzler Dr. Adenauer, im Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 mit der Alliierten Hohen Kommission einen Demontagestopp für die wichtigsten verbliebenen Anlagen (12 Synthetische Treibstoff- und Gummiwerke, 7 Stahlwerke) zu erreichen. Nicht gerettet werden konnten dagegen die Stahlwerke Salzgitter, deren Demontage erst im April 1951 eingestellt wurde file://fn@49 .
Es gehört zu den schwierigen Aufgaben einer Untersuchung über die Demontagen, gesicherte Aussagen über ihre wirtschaftlichen Folgen zu machen. Zu berücksichtigen ist, dass diese Entnahmen Eingriffe in eine vorher ausgewogene Wirtschaftsstruktur darstellten. Wenn auch die deutsche Wirtschaft, vielfach geschädigt zwar, das Kriegsende überlebt hatte, so war ihre freie Entfaltung jedoch gehemmt durch mancherlei Beschränkungen, die in erster Linie Folgen der Kriegszerstörungen, der nach dem Kriege zunächst bestehenden Knappheit an Rohstoff- und dem Ernährungssektor waren. Eingriffe der Besatzungsmächte in Form von Produktionsverboten und Entnahme von Industrieausrüstungen führten einen zusätzlichen Schock herbei. Die Höhe der in den ersten Nachkriegsjahren erzielten deutschen Industrieproduktion war ein Ergebnis all dieser Faktoren.
Man hat sich angewöhnt, als Maßstab für die Höhe der Industrieproduktion entsprechend dem Industrieplan die Höhe der Rohstahlproduktion anzulegen. Die im Revidierten Industrieplan vom 26. August 1947 file://fn@50 der Bizone zugestandene Rohstahlerzeugung von 10,7 Mill. t/Jahr wurde überhaupt erst im Jahr 1951 erreicht.1936 lag sie in diesem gebiet bei 14,244 Mill. t/Jahr file://fn@51 . Trotz der beginnenden Demontagen in der Stahlindustrie stieg die Rohstahlproduktion der Bizone von 2,952 Mill. t/Jahr im Jahr 1947 auf 5,371 Mill. t/Jahr im Jahr 1948 und 8,823 Mill. t/Jahr im Jahr 1949 file://fn@52 . Wohl mag man vermuten, dass ohne die Beeinträchtigung der deutschen Stahlindustrie durch alliierte Eingriffe, vor allem durch Demontagen, die Aufwärtsentwicklung der Produktionsziffern schneller erfolgt wäre.
Ohne Zweifel war in den hauptsächlich betroffenen Industriezweigen, der Eisen- und Stahlindustrie und in der Maschinenbauindustrie, noch ein erhebliches Anlagenpolster als Folge der schnellen Entwicklung der Rüstungsindustrie in den Jahren 1936 bis 1944, die natürlich auch auf andere Industriezweige ausgestrahlt hatte, vorhanden file://fn@53 . So konnten in vielen Fällen Betriebe, die der Demontage verfielen, ohne „reine Rüstungsbetriebe gewesen zu sein, durch Maschinenausrüstung, die im Rahmen des gesetzlich verankerten Maschinenausgleichs von anderen Firmen beschafft worden waren, am Leben erhalten werden file://fn@54 .
Dennoch haben die Demontagen das in Deutschland vorhandene Industriepotential geschädigt und vermindert, wenn auch die Folgen dieser Maßnahmen nicht gleich sichtbar wurden. Am Beispiel der August Thyssen-Hütte war bereits geschildert worden, wie empfindlich die Abbaumaßnahmen in die Unternehmensstruktur eingegriffen hatten. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft waren nicht nur darin zu erblicken, dass einige Produktionszweige in einem Unternehmen zu bestehen aufhörten, sondern dass dadurch auch der Produktionsablauf in bisher rationell arbeitenden Betrieben unterbrochen wurde. Zu unwirtschaftlichen Provisorien gezwungen, bedurfte es erst des Neuaufbaus der weggenommenen Betriebsteile, ehe der Anschluss an die frühere Rentabilität zurück gewonnen werden konnte.
Man kann also sagen, dass durch die Demontagen zum mindesten ein - psychologisch wirkender oder sich aus den realen Verhältnissen ergebender - Verzögerungseffekt im Wiederaufbau der deutschen Industrie nach dem zweiten Weltkrieg erreicht wurde, der zwar in seiner Höhe schwierig zu errechnen ist, tatsächlich aber erhebliche wirtschaftliche Einbußen mit sich gebracht haben dürfte. Dass die beim Wiederaufbau durchgeführte Modernisierung des Maschinenparks die eingetretenen Verluste zu einem bestimmten Prozentsatz später wieder ausgeglichen hat, steht auf einem anderen Blatt.

Technische Vorbemerkungen
Demontage-Angelegenheiten werden in den Akten Hauptstaatsarchivs vor allem in den Beständen NW 99 und NW 203 vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (heute Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr) behandelt, die aus der Arbeit der ehemaligen Sondergruppe Demontage, die im Sommer 1948 auf Drängen der Militärregierung in „Gruppe Reparationen umbenannt wurde (Anmerkung***) file://fn@55 , organisch erwachsen sind. Darüber hinaus liegen einschlägige Unterlagen u. a. vor in den beständen NW 53, NW 156 und NW 179 der Staatskanzlei, in den Beständen NW 6 und NW 45 des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie im Bestand NW 89 des Finanzministeriums. Diese letztgenannten Aktengruppen werden am Schluss im Einzelnen behandelt.
Die für alle Demontagefragen federführende „Sondergruppe Demontage des Wirtschaftsministeriums war dem Wirtschaftsminister direkt unterstellt und bildete damit ein Instrument, mit dessen Hilfe es ihm gelang, jederzeit und unmittelbar in die schwebenden Demontageverhandlungen mit der Militärregierung einzugreifen. In ihre Aktenüberlieferung sind Unterlagen britischer Provenienz eingeflossen. Es handelt sich um Akten der sogenannten Reparation, Deliveries and Restitution Branch (abgekürzt RDR-Branch) im Büro des Regional Commissioner für das Land Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Direkter Verhandlungspartner des Wirtschaftsministers war der Regional Economic Officer (abgekürzt REO).
Es empfahl sich, den sachlichen Schwerpunkten auf die Demontagefirmen angelegte Einzelfallakten zu legen. Hier sind deshalb alle Informationen aus beiden Beständen, die sich auf die jeweilige Firma beziehen, gesammelt. Hinweise auf Unterlagen über diese Unternehmen, die im allgemeinen Teil stehen, wurden nur verkürzt, d.h. lediglich mit Angabe der B.S. (British Sector)-Nummer bzw. Cind(Commission for Industry?)-Nummer, gegeben.
Der Aufbau dieser Abschnitte über die Einzelfirmen ist folgender:
1. Die Nummerierung oben links gibt die ursprüngliche Cind-Nummer und die spätere B.S.-Nummer wieder. Die Cind-Nummer ermöglicht die genaue Identifizierung des Demontageobjekts.
2. Der Name des betroffenen Unternehmens wurde den normalen Firmenbögen entnommen. Ein hoher Grad an Zuverlässigkeit in der Angabe des Firmen-Namens wurde damit erreicht.
3. Die Beschreibung des zur Demontage gelangenden Produktionszweiges entnahm ich in den meisten Fällen, sofern sich nicht Fehler eingeschlichen hatten, der Demontageliste vom 16.10.1047.
4. Des öfteren folgen darauf Hinweise auf besondere Merkmale des Produktionsablaufs und die jeweilige Bedeutung der Produktion für die Gesamtwirtschaft. Diese Bemerkungen gründen sich auf zwei Veröffentlichungen von Wilhelm Hasenack, Betriebsdemontagen als Reparationsform: Bd. I: Beweggründe und Zeitpunkt der Demontageaktion, und Bd. II (zusammen mit Theodor Macht): Wirtschaftsgefahren an der Ruhr durch Demontagen (Essen, Köln und Opladen 1948). Sie berücksichtigen nur den vergangenen Sachstand ohne Blick auf die künftigen Entwicklungen (Anmerkung ****).
5. Soweit es erforderlich war, wurde dann auf spätere Demontage-Befreiung verwiesen.
6. Es folgen die Angaben zu den Akten des Wirtschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen (Wirtschaftsminister von 1946 bis 1950 war Professor Erik Nölting). Sie entstammen wie gesagt der Registratur der Sondergruppe Demontage bzw. Gruppe Reparationen. In der Firmenakte ist vor allem auf den sogenannten Fragebogen zur Ausarbeitung eines Einspruches gegen die Demontage hinzuweisen, der Angaben zu den Eigentumsverhältnissen, der Leitung, der Produktion, der Zusammensetzung der Belegschaft und in der Regel Listen der vorhandenen Betriebsausrüstung und deren Heranziehung zur Reparationsleistungen enthält. Daneben liegt meistens auch ein besonderer Einspruch der betroffenen Firma gegen die Demontage vor, der beim Wirtschaftsminister eingereicht wurde und diesem als materielle Grundlage für einen Einspruch gegen die Demontage bei der Militärregierung dienen sollte. Die hierin enthaltenen Argumentationen geben vielfach Aufschluss über das wirtschaftliche Zusammenspiel der betroffenen Firma mit anderen Unternehmen. Die gleiche Funktion können Schriftstücke erfüllen, die ich zu einer Gruppe Wichtigkeitsbestätigungen zusammengefasst habe. Es handelt sich hierbei um Schreiben von direkt durch die Demontage des jeweiligen Unternehmens betroffenen, von dessen Produktion abhängigen Empfängerfirmen, wozu ich entsprechende betroffener Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Gemeinden etc. hinzugefügt habe. Aus ihnen ist der Verflechtungsgrad des betreffenden Unternehmens mit der Gesamtwirtschaft zu ersehen.
Angaben zur Bewertung der demontierten Ausrüstungsstücke finden sich in den sogenannten Bewertungsunterlagen (Gutachten von Sachverständigen, Bewertungsfragebögen etc.) sowie in Zusammenstellungen der sogenannten Abwicklungsstelle für Demontagenachweise in Frankfurt (Anmerkung **).
7. Wir kommen dann zu den Angaben über Akten britischer Besatzungsstellen (vor allem der RDR-Branch des Büros des Regional Commissioner [Land Commissioner] des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf: Anmerkung *). Sie geben Hinweise auf die Verteilung der demontierten Objekte an die Empfängerländer, wie sie durch die Interalliierte Reparationsbehörde in Brüssel (Inter-Allied Reparation Agency : abgekürzt IARA) verfügt worden war. Angaben über die Bestimmung von Restitutionen, die Bewertung von Demontageobjekten, Schadensberichte schließen sich an. Den Fragebögen auf deutscher Seite entspricht die „Description of Plants and Equipment made available for Reparations, die in aller Kürze neben den formalen Angaben und dem Umfang der Demontagen den Grund für die Zuweisung zu den Demontagefirmen nennt. Nach den Akten über die Ernennung und Ablösung der Treuhänder findet sich häufig am Ende noch ein „Concise Report on Reparations Plant, der außer einer allgemeinen Beschreibung der Firma detaillierte Angaben über die Demontage-Objekte und ihre Einstufung nach Wertgruppen sowie Fotografien der wichtigsten Ausrüstungsstücke enthält. Diese Überlieferung aus britischen Quellen entspricht teilweise Unterlagen, die noch in der Altaktei des Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft in Eschborn (Taunus) vorhanden ist file://fn@56 .
Genauere Inventare mit Angaben zu den demontierten Objekten und ihre britische Bewertung liegen in den sogenannten Reparations Inventories vor.
Der Inhalt der Akten ist in der Reihenfolge beschrieben, in der die einzelnen Merkmale dem unbefangenen Leser sichtbar werden. Da jedoch die Akten in der Regel von hinten nach vorne durchlaufen, ist die inhaltliche Analyse zeitlich gegenläufig (die Akte beginnt mit dem jüngsten und endet mit dem ältesten Datum, entsprechend ist die Analyse angelegt).

Die Akten über die Industriedemontage nach dem Zweiten Weltkrieg im Land Nordrhein-Westfalen, um die es hier geht, wurden in den Jahren 1965, 1973 und 1975 vom Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr an das Nordrhein-Westfälische Hauptstaatsarchiv abgegeben.Dem, der die Akten einsieht, mag es in erster Linie darum gehen, die Absichten der Alliierten des Zweiten Weltkriegs, die dem Abbau von Industrieanlagen in Deutschland zugrunde lagen, zu erkennen und ihre Durchführung zu verfolgen. In zweiter Linie geben die Akten den Blick jedoch frei auf ein Stück Nachkriegswirklichkeit unseres Landes, auf das Verhalten der Besatzungsmacht gegenüber den Vertretern deutscher Interessen, auf die Situation, in der sich damals der von den Abbaumaßnahmen erfasste Teil der deutschen Industrie befand, auf die Mentalität der von diesen Ereignissen betroffenen Bevölkerung. Diese zusätzliche Aussagekraft der hier beschriebenen Akten sollte im Auge behalten werden.Der Aussagewert der Akten wird bestimmt durch die in ihnen behandelte Sache, nämlich den Kampf der deutschen Verwaltung um die Verhinderung, Abschwächung oder Verlagerung der britischen Demontagemaßnahmen. Sie vermitteln ein Bild von den Vorgängen aus deutscher Sicht. Doch sind Kontrollen möglich mit Hilfe der im Bestand NW 99 vorhandenen britischen Überlieferung.Über die Frage der Behandlung der deutschen Industrie nach einem siegreichen Kriegsende war man im Frühjahr des Jahres 1945 (11.2.1945) einig geworden. Die Alliierten hatten beschlossen, neben der Vernichtung des deutschen Kriegspotentials auch in größtmöglichem Umfang von Deutschland Schadensersatz zu verlangen, und zwar in SachwertenDie Grundprinzipien für die Nachkriegsbehandlung Deutschlands waren jedoch schon vorher auf der Konferenz von Quebec (16.9.1944) festgelegt worden. Sie sahen vor, Deutschland durch Ausschaltung der Rüstungsindustrie an der Ruhr und an der Saar „in ein Land zu verwandeln, das in seinen wesentlichen Zügen als Ackerbau- und Weideland anzusehen seiZugrunde lag ihnen ein im September 1944 vom amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau ausgearbeiteter Entwurf, mit dem er die Frage zu beantworten suchte, wie Deutschland daran gehindert werden könnte, einen dritten Weltkrieg zu entfesseln. Morgenthau skizzierte damals nach Vorarbeiten seines Mitarbeiters Harry Dexter White, wie er sich die Erreichung dieses Zieles dachte. Zunächst sollte Deutschland vollkommen entwaffnet und seine Rüstungsindustrie zerstört werden. Nach umfangreichen Gebietsabtretungensollten dann zwei autonome deutsche Staaten gebildet werden, ein süd- und ein norddeutscher Staat. Im Ruhrgebiet sollten innerhalb eines halben Jahres alle Industrieanlagen demontiert und die Kohlegruben geschlossen werden. Die so gewonnenen Industrieausrüstungen wären dann zu Wiedergutmachungszwecken zu verwenden. Ziel des Plans war es, Deutschland mehr oder weniger zu einem Agrarland zu machenVergleicht man mit diesen Anfängen die Bestimmungen im Potsdamer Abkommenund im Plan für Reparationen und den Nachkriegsstand der deutschen Wirtschaft entsprechend den Beschlüssen der Berliner Konferenz vom 27. März 1946, so wird deutlich, dass obwohl abgeschwächt und in milderer Form, die Grundgedanken des Morgenthau-Planes in ihnen nachwirkten. „Bei der Organisierung der deutschen Wirtschaft soll das Hauptgewicht auf die Entwicklung der Landwirtschaft und der friedlichen Industrien für den Inlandsbedarf gelegt werden"heißt es im Potsdamer Protokoll. Bei der Aufstellung der leitenden wirtschaftlichen Grundsätze beschränkte man sich nicht auf eine Vernichtung des deutschen Kriegspotentials, sondern unterwarf die deutsche Wirtschaft auch alliierten Kontrollmaßnahmen, um Programme der industriellen Abrüstung der Entmilitarisierung, der Reparationen und der genehmigten Ex- und Importe durchzuführenBefriedigung der Bedürfnisse der Besatzungstruppen und der Verschleppten und die Aufrechterhaltung eines durchschnittlichen europäischen Lebensstandards für die deutsche Bevölkerung begrenzten diese ProgrammeDer aufgrund der Potsdamer Beschlüsse ausgearbeitete oben erwähnte „Level of Industry-Plan vom März 1946 setzte der deutschen Wirtschaft einen engen Rahmen. Ihre Industrie wurde eingeteilt in verbotene, beschränkte und unbeschränkte Industriezweige. Verboten wurde die Herstellung von 16 ProduktenStarken Beschränkungen war vor allem die Stahlindustrie unterworfen (Rohstahlproduktion von 5,8 Mill. t/Jahr, 39% von 1936), aber auch die Nichteisen-Metallindustrieder schwere und leichte Maschinenbau (31 bzw. 50 %) und vor allem die Werkzeugmaschinen-Industrie (11,4% von 1938) wurden erheblich beschnitten. Unbeschränkt blieb u. a. die Bauindustrie.Es ist der bald einsetzenden Verschlechterung der Beziehungen der Westalliierten zur Sowjetunion, die dadurch verursacht wurde, dass man russischerseits ohne Rücksicht auf ein ausgeglichenes deutsches Import-Export-Verhältnis Reparationen aus der laufenden Produktion entnahm, zu verdanken gewesen, dass die amerikanische Besatzungsmacht bereits im Mai 1946von dem ersten Industrieplan abzurücken begann. Am 3. mai kündigten der amerikanische Militärgouverneur, General Clay, die Reparationslieferungen seiner Zone an die SowjetunionIm Hintergrund dieser Änderung der Deutschland-Politik stand die katastrophale Ernährungslage in der britischen und amerikanischen Zone, die es in steigendem Maße erforderlich machte, Lebensmittel einzuführen, für die keine entsprechenden Exporte geleistet werden konnten. „… Trotz der Kohlelieferungen ging der Wert des Gesamtexportes nicht über 500 Millionen RM hinaus, wohingegen der Industrieplan für das Jahr 1949 und für alle Zonen 3,6, Milliarden RM vorgesehen hatte. Infolgedessen mussten etwa 70% der Importe für die britische Zone vom britischen Steuerzahler getragen werden, und für die amerikanische Zone sah es nicht viel anders ausSchon früh kam man auf der britischen Seite deswegen zu der Einsicht, dass eine Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft im Interesse der britischen Zahlungsbilanz notwendig sei. Diese Tendenzwende, die erst dann deutlich hervortritt, wenn man sich vor Augen führt, dass der Oberkommandierende der amerikanischen Besatzungstruppen Anweisung hatte, keinerlei „Maßnahmen (zu) ergreifen, die a) dem wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands dienen oder b) das Ziel haben, die deutsche Wirtschaft zu erhalten und zu stärkenführte auf britischer und amerikanischer Seite zu unterschiedlichen Aktivitäten. Während sich die britischer Seite darauf konzentrierte, durch ein Bündel flankierender Maßnahmen auf dem Ernährungs- und Rohstoffsektor eine Steigerung der Kohleförderung zu erzielen, um damit die Grundlage für eine Erhöhung der deutschen Industrieproduktion zu legen, sah die amerikanischer Seite den Grund für die Wirtschaftsmisere in ihrer Zone, deren Industrie von Kohlelieferungen aus dem Ruhrgebiet abhing, in der wirtschaftlichen Abkapselung von den anderen Zonen.Schon im Dezember 1945 hatte die amerikanische Delegation beim Alliierten Kontrollrat in Berlin der britischen und der sowjetischen Delegation vorgeschlagen, unter Ausklammerung der französischen Zone in Verhandlungen über die Bildung deutscher Zentralorgane einzutretenIn einem Memorandum vom 26. Mai 1946 setzte sich General Clay erneut für eine gemeinsame Wirtschaftspolitik in allen vier Zonen ein. „Wenn es nicht möglich ist, die französische und russische Einwilligung zu diesen Grundsätzen zu erlangen, würden wir sehr empfehlen, an die Briten heranzutreten, um ihre Bereitwilligkeit, ihre Besatzungszone mit der unsrigen zu vereinen, festzustellen. Der hier zum ersten Mal geäußerte Gedanke einer wirtschaftlichen Verschmelzung der angloamerikanischen Zonen schien angesichts des wirtschaftlichen Chaos in den einzelnen Besatzungszonen immer noch das kleinere Übel. Tatsächliche ging der weitere Weg in diese Richtung. Als in der Schlussphase der Pariser Außenministerkonferenz der amerikanische Außenminister Byrnes erklärte, dass sich die USA weigerten, weiterhin die Verantwortung für die in Deutschland durch die Zonenaufteilung verursachten wirtschaftlichen Verhältnisse zu tragen, und die anderen Besatzungsmächte aufforderte, ihre Zonen mit der amerikanischen zusammenzuschließen, um wenigstens so eine Verwaltung Deutschlands als Wirtschaftseinheit zu erreichen, fand er hierfür nur bei Großbritannien Gegenliebe. Am 1. Januar 1947 entstand daraufhin das vereinigte Wirtschaftsgebiet der Bizone.Abseits stand nach wie vor Frankreich, das sich an den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz, an der es nicht Teil genommen hatte, nicht gebunden fühlte. Die dort beschlossene Schaffung deutscher Zentralverwaltungen betrachtete es mit äußerstem Misstrauen und verlangte am 24. März1946 vorweg u. a. eine Festlegung der deutschen Westgrenze, die auch eine Internationalisierung der Ruhr einschloss; eine Forderung, die jedoch von sowjetischer Seite abgelehnt wurde. Den französischen Sicherheitsinteressen, die ihr zugrunde lagen, zu entsprechen, wurde für die angloamerikanische Deutschland-Politik, die bezweckte, Frankreich zur Mitarbeit an der Vereinigung der Westzonen zu gewinnen, zum Hauptproblem. Erst nach dem Misslingen der Londoner Außenministerkonferenz im Dezember 1947 gelang eine schrittweise wirtschaftliche Angleichung der französischen Zone an die BizoneMit der Rede von Außenminister Byrnes in Paris war die erste Phase angloamerikanischer Besatzungspolitik, die noch von Reagrarisierungstendenzen geprägt war, beendetJetzt gab man der Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft, allerdings in einem „vernünftigen Ausmaß, den Vorzug. Der erste Industrieplan wurde einer Revision unterzogen. In dem am 29. August 1947 von den Regierungen der USA und Großbritannien verkündeten zweiten Industriebeschränkungsprogramm wurde der Bizone allein nunmehr eine Stahlkapazität von 10,7 Mill. t/Jahr zugestanden. Rechnet man das Stahlkontingent von 0,5 Mill. T, das der französischen Zone von Frankreich zugestanden worden war, hinzu, so kommt man auf eine erlaubte Stahlkapazität der Westzonen von 11,2 Mill. t/Jahr. Dies entsprach in etwa 56% der damals noch nicht demontierten Stahlkapazität in diesem Gebiet. Der im ersten Industrieplan so stark beschnittene Werkzeugmaschinenbau wurde zwar auf 83% der Produktion von 1936 angehoben, ergab aber immer noch nur 65% der im August 1947 in den Westzonen noch vorhandenen Kapazitäten. Auf der Grundlage dieses zweiten Industrieplanes erstellten die westlichen Besatzungsmächte dann die Demontagelisten für ihre Zonen. Die britische und die amerikanische Liste wurden am 16. Oktober 1947 veröffentlicht. Sie enthielten insgesamt 683 Werke oder Teile von ihnen, von denen 494 auf die britische Zone entfielen.Eingeteilt waren die Listen in „Rüstungsfabriken und sonstige Industriewerke, die ganz oder teilweise zur Demontage bestimmt wurden. Ihre Behandlung war unterschiedlich. Während die Demontage der Rüstungswerke hart und kompromisslos durchgeführt wurden, wurde die der übrigen Werke („über die bizonale Industriehöhe hinausgehende Fabriken…, die nicht auf Rüstungsproduktion festgelegt waren, noch mehrfach durch gemischt englisch-deutsche und alliierte Kommissionen überprüft und verschiedentlich abgeändert.Die Zahl der im Land Nordrhein-Westfalen bei einer Gesamtzahl von 294 Demontagen vollständig zu demontierenden Werke verringerte sich dadurch von 202 auf 136, der nur teilweise zu demontierenden von 92 auf 78. Durch spätere Ergänzungen erhöhte sich die Zahl der Volldemontagen wieder auf 137, der Teildemontagen auf 81.Unter diesen, ganz oder teilweise vom Abbau bedrohten Fabriken befanden sich neben zahlreichen kleinen und mittleren Betrieben auch große, modern eingerichtete Werke von europäischer Bedeutung. Auch einige Fehler hatten sich eingeschlichen. Mehrfach lässt sich nachweisen, dass Firmen lediglich deswegen auf die Liste gesetzt worden waren, weil eine falsche Produktionsbeschreibung vorlag.Bei der Beurteilung der durch die Demontage in der deutschen Industrie angerichteten Schäden ergibt sich ein zwiespältiges Bild. Während die Masse der Demontagen (rund 5% der vorhandenen Industrieausrüstung) gerade in den Industriezweigen vorgenommen wurde, die während des Kriegs am schnellsten expandierten, und Störungen der laufenden Produktion, wie man heute weiß, gesamtwirtschaftlich unbedeutend blieben, so zeigte sich doch, dass im Einzelfall z. T. erhebliche Eingriffe in die Struktur von Unternehmungen erfolgten, vor allem in der Stahlindustrie, durch die deren Ertragsfähigkeit getroffen wurde. „Mit einer geradezu systematisch anmutenden Konsequenz und einer ausgezeichneten Kenntnis der Zusammenhänge ist eine Reihe der zu demontierenden Werke und Betriebsabteilungen ausgewählt worden… Durch Ausschaltung modernster Werke, Zerreißung des Materialflusses, Zerstörung der ausgeglichenen Energiewirtschaft, zusätzliche Belastung der Transportmittel wird eine Verteuerung der Erzeugnisse eintreten….Dies soll an einem Beispiel erläutert werden. Die August Thyssen-Hütte, das leistungsfähigste und am wirtschaftlichsten arbeitende deutsche Hüttenwerk, war bei der Demontage in ihrem Hochofenteil verhältnismäßig ungeschoren geblieben. Erhalten waren sieben von acht Hochöfen (jedoch alle reif für eine komplette Neuzustellung). Allerdings waren die drei Mischer hinter dem Hochofenwerk vernichtet worden. Dagegen klafften in den Stahl- und Walzwerken, die zur Weiterverarbeitung des Roheisens dienten, große Lücken. Zu Schrott verwandelt waren die sieben Konverter des Thomasstahlwerks, vernichtet das gesamte Elektrostahlwerk mit sieben Öfen, gleichfalls das Siemens-Martin-Werk I. Nur vier von sechs Öfen des Siemens-Martin-Werkes II waren noch vorhanden. Schlimm sah es auch bei den Walzstraßen aus. Von drei Blockwalzwerken, vier schweren Fertigstraßen, vier Mittel- und Feinstraßen und einem Feinblechwalzwerk standen lediglich noch eine schwere Fertigstraße und eine Mittelstraße zur Verfügung. Das Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 stoppte schließlich die Demontagen (soweit sie noch nicht begonnen worden waren). Jetzt aber wurde das Produktionsprogramm der ATH beschnitten. Die dem Werk zugestandene Höchstproduktion umfasste jährlich 600 000 t Roheisen und 117 000 t Siemens-Martin-Stahl, während Thomasstahl und Walzprodukte überhaupt nicht erzeugt werden durften. Dazu der Bericht von Wilhelm Treue: „Die Werksleitung glaubte, nicht recht gehört zu haben. Stimmten die Zahlen wirklich? … Wohin mit dem Roheisen, wenn es nicht zu Rohstahl, wohin mit dem Rohstahl, wenn er nicht zu den Walzstahl verarbeitet werden durfte? … Unter dieser Auflage, die einen rentablen Betrieb von vorneherein unmöglich erscheinen ließ, wurde die ATH aus der Demontage entlassen ….Um das Bild zu vervollständigen, sei nut erwähnt, dass die ATH auf einem Teilgebiet, der Herstellung von Transformatorenblech, das für den Wiederaufbau der Elektrizitätserzeugung dringend benötigt wurde, vor dem Krieg mit gut 80% beteiligt war. Man kann sich vorstellen, wie sehr sich der Ausfall eines solchen Werkes lähmend auf die übrige Wirtschaft auswirkte.Erst Mitte der fünfziger Jahre war es der ATH gelungen, die auf der Walzwerkstufe vorhandene Lücke im Produktionsprogramm zu schließen.Es milderte die Situation für die zur Demontage vorgesehenen Werke etwas, dass die britische Militärregierung von Anfang an noch mit sich reden ließ. Es wurde eine, freilich zunächst sehr kurze Frist gesetzt, innerhalb der von deutscher Seite noch zur Demontageliste Stellung genommen werden konnte. Dennoch ließ man es an Deutlichkeit hinsichtlich der Absicht, die Demontage strikt durchzuführen, nicht fehlen.In der ersten Phase bemühte sich die Landesregierung und in ihr die im Wirtschaftsministerium neugebildete Sondergruppe Demontagefieberhaft, Vorschläge zu erarbeiten, nach denen bestimmte, für nicht ersetzbar gehaltene Industriefirmen gegen andere, nicht so dringend benötigte, ausgetauscht werden sollten. Schließlich wurden bis zum 29. November insgesamt fünfzig Austauschvorschläge eingereicht und zum britischen Militärgouverneur nach Berlin weitergeleitet. Von ihnen wurden 18 Vorschläge angenommen, davon 12 aus der Eisen- und Stahlindustrie. Doch brachten sie auch für andere Produktionszweige Verbesserungen.Die englisch-deutschen Auseinandersetzungen fanden in folgenden, mit Vertretern der Militärregierung, der deutschen Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften besetzten Ausschüssen statt:1. im Demontage-Hauptausschuss, dem die Planung für die Durchführung der Demontagen sowie hauptsächliche Verfahrensfragen, die in Zweifelsfällen durch den Militärgouverneur in Berlin geprüft und genehmigt werden mussten, oblag. Er bildete die oberste englisch-deutsche Beratungsinstanz.2. in zwei Unterausschüssen, und zwar dem sogenannten Industrie(unter)ausschuss und dem sogenannten Industrieablieferungs(unter)ausschuss.Der Industrieausschuss regelte die zeitliche Reihenfolge der Demontagen, die Verlagerung der Produktion der demontierten Betriebe auf andere und die Umverteilung der freigewordenen Arbeitskräfte; die Zurückziehung, Abänderung und Ausgabe von Produktionsgenehmigungen u. ä. sowie das Demontageverfahren. Er trug die Hauptlast der englisch-deutschen Demontageverhandlungen und bildete das wichtigste Glied in der Kette der englisch-deutschen Konsultationsgremien.Dagegen war der Industrieablieferungsausschuss weniger interessant. Er widmete sich den Fragen der technischen Abwicklung der Demontage, trug dafür Sorge, dass der RDR-Abteilung des Landes - der britischen Dienststelle, die für die Durchführung der Reparationsentnahmen verantwortlich war - die Arbeit erleichtert wurde und hierfür genügend Arbeitskräfte und technische Hilfsmittel zu Verfügung standen3. Wichtige Vorbereitunsgarbeit leisteten sogenannte Arbeitsgruppen, die für die Industriezweige Maschinenbau, Chemie, Eisen und Stahl sowie NE-Metalle gebildet wurden. Sie hatten Vorschläge für die Einstufung der Werke in vier Kategorien auszuarbeiten. Hiervon hing die Bestimmung des Zeitpunktes ab, bis zu welchem die Werke für die Demontage bereitstehen sollten („Verfügbarkeitstermin)wurden aufgrund der Landtagsentschließung vom 29. Oktober 1947in die Beratung der deutschen Seite in aller Eile die betroffenen Firmen (vg. „Fragebögen) und Verbände, das Amt für Stahl und Eisen (VSE), ein sogenannter Demontagebeirat als technisches Sachverständigen-Gremium und der Hauptausschuss des Landtags als parlamentarischer Demontageausschuss hinzugezogen.In den englischen Ausschüssen wurde, beginnend in den Arbeitsgruppen mit der Zuweisung der Demontagewerken zu den vier Kategorien, eine fortschreitende Diskussion mit der britischen Seite über die Bedeutung bestimmter Werke für die deutsche Wirtschaft geführt, wobei die kritischen Punkte erkannt und Möglichkeiten zur Vermeidung der schädlichsten Eingriffe gesucht wurden. Das Ergebnis der Beratungen, eingeschlossen die noch stritten Punkte, legte man dann dem Demontage-Hauptausschuss vor. Erzielte man hier keine Einigung, rief der britische Land-Commissioner die Entscheidung des britischen Militärgouverneurs in Berlin an. Damit endete die Möglichkeit, deutscherseits die Durchführung der Demontagemaßnahmen zu beeinflussen.Die Hauptauseinandersetzungen fanden auf der mittleren Stufe im Industrieausschuss statt, wo führende Vertreter der deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften mit den Leitern der mit der Demontage befassten Abteilung des Regional Ecconomic Office (REO) zusammentrafen und sich genaue Kenntnis der Probleme paarte mit leidenschaftlicher Anteilnahme an dem Schicksal der von diesen Maßnahmen Betroffenen.Das Ziel diese Verhandlungen bestand darin, durch Austausch entsprechender Objekte Eingriffe, welche die Verbundwirtschaft eines Werkes- etwa durch Abbau einer einzelnen Abteilung - stören würde, zu vermeiden. Dies war z. B. beider Henrichshütte in Hattingen und der Niederrheinischen Hütte in Duisburg beabsichtigt, wo die Herausnahme der Stahlwerke den Produktionsablauf im jeweiligen Betrieb empfindlich gehemmt haben würde. Tatsächlich nahm die Militärregierung die eingereichten Vorschläge an, verlangte aber als Gegenleistung die Aufnahme weiterer vier Betriebe (als Teildemontage der Eisenindustrie und eine Volldemontage der chemischen Industrie) in die Demontageliste.Eine weitere Einflussmöglichkeit eröffnete sich der deutschen Seite bei der Festlegung des Verfügbarkeitstermins, die den vorliegenden Auftragsbestand, vor allem für den Export berücksichtigen sollte. Die deutsche Seite versuchte dabei, den Abbautermin möglichst weit hinauszuschieben, um Zeit zu gewinnen, um mit Hilfe ihrer politischen Beziehungen zu Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens vor allem in den USA auf eine Revision der Demontageliste hinwirken zu können.Man war sich des Zwiespalts bewusst, der seit der berühmten Rede des US-Außenministers George C. Marshall vom 5. Juni 1947 vor Studenten der Havard-University, die als eigentlicher Beginn des „Marshall-Plans gilt, in der amerikanischen Deutschlandpolitik, die auch die britische maßgeblich beeinflusste, klaffte. Die Demontagen in der Bizone begannen ja zu einem Zeitpunkt, da bereits feststand, dass auch Deutschland Marshall-Plan-Hilfe empfangen sollte. Es entbrannte deshalb eine Diskussion über die frage, ob es nicht nützlicher sei, die zur Demontage bestimmten Anlagen in Deutschland weiterarbeiten zu lassen, als sie zu demontieren, in andere europäische Länder zu verfrachten und dort wiederaufbauen zu lassen. Ganz abgesehen von den dabei entstehenden Ab- und Wiederaufbaukosten, bedeutete ein solcher Standortwechsel zum mindesten einen erheblichen Zeitverlust bei der Wiederaufnahme der Produktion.Es darf nicht wundernehmen, dass es den verantwortlichen für die offizielle Demontagepolitik in den westalliierten Ländern schwerfiel, in ihren Anschauungen eine völlige Kehrtwendung zu vollziehen. Aber die öffentliche Meinung in den USA war bereits alarmiert. Je mehr man einsah, dass die einzige Möglichkeit, die Verantwortung für die Lebenserhaltung der deutschen Bevölkerung von sich abzuwälzen, darin bestand, die deutsche Wirtschaft wieder zu vollem Leben zu erwecken, umso klarer erkannte man, „wie töricht es sein würde, mit der einen Hand Deutschland auf Kosten der amerikanischen Steuerzahler zu helfe, … mit dem Ziel, es in absehbarer Zeit in die Lage zu versetzen, sich selbst zu erhalten, und mit der anderen Hand gerade die Industrieanlagen zu zerstören, die für dieses Ziel besonders wichtig waren.Es kann hier nicht die Aufgabe sein zu schildern, wie zunächst einzelne Persönlichkeiten des amerikanischen, aber auch den englischen und französischen öffentlichen Lebens sich zu Fürsprechern einer konstruktiven Deutschlandpolitik machten. Das erste sichtbare Zeichen dieser Kampagne gegen die Demontage war die Einsetzung eines besonderen Ausschusses des amerikanischen Kongresses, der im Auftrag des Marshall-Plan-Administrators, P.G. Hoffman, und unter Führung des Kongress-Abgeordneten G. M. Humphrey („Humphrey-Commitee) im Sommer 1948 die westlichen Besatzungszonen Deutschlands bereiste und über die Vereinbarkeit der Demontagen mit den Zielen des ERP-Programms (Marshall-Plan) einen Bericht abstattete. Dieser bildete die Grundlage für die Beschlüsse des Washingtoner Abkommens vom 13. April 1949 über die verbotenen und beschränkten Industrien in den drei westlichen Besatzungszonen, wodurch ein Teil der für den Abbau bestimmten Anlagen von den jeweiligen Demontagelisten abgesetzt wurde.Als jedoch bekannt wurde, dass an entscheidenden Punkten den Empfehlungen des Humphrey-Commitee nicht stattgegeben worden war - bei den großen Betrieben der Schwerindustrie wurden gerade die modernsten Werke der deutschen Stahlproduktion weiterhin der Demontage vorbehalten - , schalteten sich die amerikanischen Gewerkschaften in die Diskussion ein und verlangten einen sofortigen allgemeinen Demontagestopp. Man sprach von einem „bedauerlichen Rückfall in den Geist von Potsdam und des berüchtigten Morgenthau-Plans. Besonders der amerikanische Automobilarbeiterverband unter Führung von Walter Reuther, der sich schon seit Jahren für eine Erweiterung der amerikanischen Stahlkapazität eingesetzt hatte, jetzt aber sein Ziel durch die Vernichtung von 4 Mill. T Stahlkapazität in Deutschland (die ja letztlich durch amerikanische Lieferungen ausgeglichen werden mussten) gefährdet sah, unternahm gegen diese Entscheidung in Deutschlandeinen scharfen Vorstoß bei Präsident Truman. Die Folgezeit wurde geprägt durch einen Wettlauf zwischen wachsender Vernunft auf der einen und dem anachronistischen Eifer der Demontagefanatiker und -interessenten auf der anderen Seite, in dessen Gefolge beschleunigt und ohne Rücksicht auf Verwertbarkeit der abgebauten Objekte demontiert wurde. Allmählich jedoch siegte die Vernunft. Wenige Monate nach Gründung der Bundesrepublik gelang es Bundeskanzler Dr. Adenauer, im Petersberger Abkommen vom 22. November 1949 mit der Alliierten Hohen Kommission einen Demontagestopp für die wichtigsten verbliebenen Anlagen (12 Synthetische Treibstoff- und Gummiwerke, 7 Stahlwerke) zu erreichen. Nicht gerettet werden konnten dagegen die Stahlwerke Salzgitter, deren Demontage erst im April 1951 eingestellt wurde.Es gehört zu den schwierigen Aufgaben einer Untersuchung über die Demontagen, gesicherte Aussagen über ihre wirtschaftlichen Folgen zu machen. Zu berücksichtigen ist, dass diese Entnahmen Eingriffe in eine vorher ausgewogene Wirtschaftsstruktur darstellten. Wenn auch die deutsche Wirtschaft, vielfach geschädigt zwar, das Kriegsende überlebt hatte, so war ihre freie Entfaltung jedoch gehemmt durch mancherlei Beschränkungen, die in erster Linie Folgen der Kriegszerstörungen, der nach dem Kriege zunächst bestehenden Knappheit an Rohstoff- und dem Ernährungssektor waren. Eingriffe der Besatzungsmächte in Form von Produktionsverboten und Entnahme von Industrieausrüstungen führten einen zusätzlichen Schock herbei. Die Höhe der in den ersten Nachkriegsjahren erzielten deutschen Industrieproduktion war ein Ergebnis all dieser Faktoren.Man hat sich angewöhnt, als Maßstab für die Höhe der Industrieproduktion entsprechend dem Industrieplan die Höhe der Rohstahlproduktion anzulegen. Die im Revidierten Industrieplan vom 26. August 1947der Bizone zugestandene Rohstahlerzeugung von 10,7 Mill. t/Jahr wurde überhaupt erst im Jahr 1951 erreicht.1936 lag sie in diesem gebiet bei 14,244 Mill. t/Jahr. Trotz der beginnenden Demontagen in der Stahlindustrie stieg die Rohstahlproduktion der Bizone von 2,952 Mill. t/Jahr im Jahr 1947 auf 5,371 Mill. t/Jahr im Jahr 1948 und 8,823 Mill. t/Jahr im Jahr 1949. Wohl mag man vermuten, dass ohne die Beeinträchtigung der deutschen Stahlindustrie durch alliierte Eingriffe, vor allem durch Demontagen, die Aufwärtsentwicklung der Produktionsziffern schneller erfolgt wäre. Ohne Zweifel war in den hauptsächlich betroffenen Industriezweigen, der Eisen- und Stahlindustrie und in der Maschinenbauindustrie, noch ein erhebliches Anlagenpolster als Folge der schnellen Entwicklung der Rüstungsindustrie in den Jahren 1936 bis 1944, die natürlich auch auf andere Industriezweige ausgestrahlt hatte, vorhanden. So konnten in vielen Fällen Betriebe, die der Demontage verfielen, ohne „reine Rüstungsbetriebe gewesen zu sein, durch Maschinenausrüstung, die im Rahmen des gesetzlich verankerten Maschinenausgleichs von anderen Firmen beschafft worden waren, am Leben erhalten werden.Dennoch haben die Demontagen das in Deutschland vorhandene Industriepotential geschädigt und vermindert, wenn auch die Folgen dieser Maßnahmen nicht gleich sichtbar wurden. Am Beispiel der August Thyssen-Hütte war bereits geschildert worden, wie empfindlich die Abbaumaßnahmen in die Unternehmensstruktur eingegriffen hatten. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft waren nicht nur darin zu erblicken, dass einige Produktionszweige in einem Unternehmen zu bestehen aufhörten, sondern dass dadurch auch der Produktionsablauf in bisher rationell arbeitenden Betrieben unterbrochen wurde. Zu unwirtschaftlichen Provisorien gezwungen, bedurfte es erst des Neuaufbaus der weggenommenen Betriebsteile, ehe der Anschluss an die frühere Rentabilität zurück gewonnen werden konnte. Man kann also sagen, dass durch die Demontagen zum mindesten ein - psychologisch wirkender oder sich aus den realen Verhältnissen ergebender - Verzögerungseffekt im Wiederaufbau der deutschen Industrie nach dem zweiten Weltkrieg erreicht wurde, der zwar in seiner Höhe schwierig zu errechnen ist, tatsächlich aber erhebliche wirtschaftliche Einbußen mit sich gebracht haben dürfte. Dass die beim Wiederaufbau durchgeführte Modernisierung des Maschinenparks die eingetretenen Verluste zu einem bestimmten Prozentsatz später wieder ausgeglichen hat, steht auf einem anderen Blatt. Technische VorbemerkungenDemontage-Angelegenheiten werden in den Akten Hauptstaatsarchivs vor allem in den Beständen NW 99 und NW 203 vom Wirtschaftsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen (heute Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr) behandelt, die aus der Arbeit der ehemaligen Sondergruppe Demontage, die im Sommer 1948 auf Drängen der Militärregierung in „Gruppe Reparationen umbenannt wurde (Anmerkung***), organisch erwachsen sind. Darüber hinaus liegen einschlägige Unterlagen u. a. vor in den beständen NW 53, NW 156 und NW 179 der Staatskanzlei, in den Beständen NW 6 und NW 45 des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales sowie im Bestand NW 89 des Finanzministeriums. Diese letztgenannten Aktengruppen werden am Schluss im Einzelnen behandelt.Die für alle Demontagefragen federführende „Sondergruppe Demontage des Wirtschaftsministeriums war dem Wirtschaftsminister direkt unterstellt und bildete damit ein Instrument, mit dessen Hilfe es ihm gelang, jederzeit und unmittelbar in die schwebenden Demontageverhandlungen mit der Militärregierung einzugreifen. In ihre Aktenüberlieferung sind Unterlagen britischer Provenienz eingeflossen. Es handelt sich um Akten der sogenannten Reparation, Deliveries and Restitution Branch (abgekürzt RDR-Branch) im Büro des Regional Commissioner für das Land Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Direkter Verhandlungspartner des Wirtschaftsministers war der Regional Economic Officer (abgekürzt REO).Es empfahl sich, den sachlichen Schwerpunkten auf die Demontagefirmen angelegte Einzelfallakten zu legen. Hier sind deshalb alle Informationen aus beiden Beständen, die sich auf die jeweilige Firma beziehen, gesammelt. Hinweise auf Unterlagen über diese Unternehmen, die im allgemeinen Teil stehen, wurden nur verkürzt, d.h. lediglich mit Angabe der B.S. (British Sector)-Nummer bzw. Cind(Commission for Industry?)-Nummer, gegeben.Der Aufbau dieser Abschnitte über die Einzelfirmen ist folgender:1. Die Nummerierung oben links gibt die ursprüngliche Cind-Nummer und die spätere B.S.-Nummer wieder. Die Cind-Nummer ermöglicht die genaue Identifizierung des Demontageobjekts.2. Der Name des betroffenen Unternehmens wurde den normalen Firmenbögen entnommen. Ein hoher Grad an Zuverlässigkeit in der Angabe des Firmen-Namens wurde damit erreicht.3. Die Beschreibung des zur Demontage gelangenden Produktionszweiges entnahm ich in den meisten Fällen, sofern sich nicht Fehler eingeschlichen hatten, der Demontageliste vom 16.10.1047.4. Des öfteren folgen darauf Hinweise auf besondere Merkmale des Produktionsablaufs und die jeweilige Bedeutung der Produktion für die Gesamtwirtschaft. Diese Bemerkungen gründen sich auf zwei Veröffentlichungen von Wilhelm Hasenack, Betriebsdemontagen als Reparationsform: Bd. I: Beweggründe und Zeitpunkt der Demontageaktion, und Bd. II (zusammen mit Theodor Macht): Wirtschaftsgefahren an der Ruhr durch Demontagen (Essen, Köln und Opladen 1948). Sie berücksichtigen nur den vergangenen Sachstand ohne Blick auf die künftigen Entwicklungen (Anmerkung ****).5. Soweit es erforderlich war, wurde dann auf spätere Demontage-Befreiung verwiesen.6. Es folgen die Angaben zu den Akten des Wirtschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen (Wirtschaftsminister von 1946 bis 1950 war Professor Erik Nölting). Sie entstammen wie gesagt der Registratur der Sondergruppe Demontage bzw. Gruppe Reparationen. In der Firmenakte ist vor allem auf den sogenannten Fragebogen zur Ausarbeitung eines Einspruches gegen die Demontage hinzuweisen, der Angaben zu den Eigentumsverhältnissen, der Leitung, der Produktion, der Zusammensetzung der Belegschaft und in der Regel Listen der vorhandenen Betriebsausrüstung und deren Heranziehung zur Reparationsleistungen enthält. Daneben liegt meistens auch ein besonderer Einspruch der betroffenen Firma gegen die Demontage vor, der beim Wirtschaftsminister eingereicht wurde und diesem als materielle Grundlage für einen Einspruch gegen die Demontage bei der Militärregierung dienen sollte. Die hierin enthaltenen Argumentationen geben vielfach Aufschluss über das wirtschaftliche Zusammenspiel der betroffenen Firma mit anderen Unternehmen. Die gleiche Funktion können Schriftstücke erfüllen, die ich zu einer Gruppe Wichtigkeitsbestätigungen zusammengefasst habe. Es handelt sich hierbei um Schreiben von direkt durch die Demontage des jeweiligen Unternehmens betroffenen, von dessen Produktion abhängigen Empfängerfirmen, wozu ich entsprechende betroffener Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften, Gemeinden etc. hinzugefügt habe. Aus ihnen ist der Verflechtungsgrad des betreffenden Unternehmens mit der Gesamtwirtschaft zu ersehen.Angaben zur Bewertung der demontierten Ausrüstungsstücke finden sich in den sogenannten Bewertungsunterlagen (Gutachten von Sachverständigen, Bewertungsfragebögen etc.) sowie in Zusammenstellungen der sogenannten Abwicklungsstelle für Demontagenachweise in Frankfurt (Anmerkung **).7. Wir kommen dann zu den Angaben über Akten britischer Besatzungsstellen (vor allem der RDR-Branch des Büros des Regional Commissioner [Land Commissioner] des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf: Anmerkung *). Sie geben Hinweise auf die Verteilung der demontierten Objekte an die Empfängerländer, wie sie durch die Interalliierte Reparationsbehörde in Brüssel (Inter-Allied Reparation Agency : abgekürzt IARA) verfügt worden war. Angaben über die Bestimmung von Restitutionen, die Bewertung von Demontageobjekten, Schadensberichte schließen sich an. Den Fragebögen auf deutscher Seite entspricht die „Description of Plants and Equipment made available for Reparations, die in aller Kürze neben den formalen Angaben und dem Umfang der Demontagen den Grund für die Zuweisung zu den Demontagefirmen nennt. Nach den Akten über die Ernennung und Ablösung der Treuhänder findet sich häufig am Ende noch ein „Concise Report on Reparations Plant, der außer einer allgemeinen Beschreibung der Firma detaillierte Angaben über die Demontage-Objekte und ihre Einstufung nach Wertgruppen sowie Fotografien der wichtigsten Ausrüstungsstücke enthält. Diese Überlieferung aus britischen Quellen entspricht teilweise Unterlagen, die noch in der Altaktei des Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft in Eschborn (Taunus) vorhanden ist.Genauere Inventare mit Angaben zu den demontierten Objekten und ihre britische Bewertung liegen in den sogenannten Reparations Inventories vor.Der Inhalt der Akten ist in der Reihenfolge beschrieben, in der die einzelnen Merkmale dem unbefangenen Leser sichtbar werden. Da jedoch die Akten in der Regel von hinten nach vorne durchlaufen, ist die inhaltliche Analyse zeitlich gegenläufig (die Akte beginnt mit dem jüngsten und endet mit dem ältesten Datum, entsprechend ist die Analyse angelegt).
Fussnoten :
HARMSSEN, Gustav W., Am Abend der Demontage. Sechs Jahre Reparationspolitik. Bremen 1951, S. 168.
HARMSSEN, Gustav W., Am Abend der Demontage. Sechs Jahre Reparationspolitik. Bremen 1951, S. 162.
Vgl. Treue, Wilhelm, Die Demontagepolitik der Westmächte nach dem Zweiten Weltkrieg. S. 15f.
Ostpreußen, Südteil Schlesiens, Saargebiet, Ruhrgebiet, vgl. den Text des Plans bei HARMSSEN, Gustav W., Am Abend der Demontage. Sechs Jahre Reparationspolitik. Bremen 1951, S. 161f.
Der einzige greifbare, mit den Entwürfen von H.D. White nahezu übereinstimmende Text liegt (vgl. Treue, Wilhelm, Die Demontagepolitik der Westmächte nach dem Zweiten Weltkrieg. S. 16) in Morgenthaus Buch „Germany is our Problem, New York/London 1945 vor.
Text abgedruckt u.a. bei Ruge, Helmut (Hrsg.), Das Recht in Deutschland. Überstaatliches Recht A6.
Text abgedruckt bei Ruge, Helmut (Hrsg.), Das Recht in Deutschland. Reichsgebiet I E 1, S. 1ff.

15. Grundsatz, Buchstabe a und b. Texte bei RUGE, Helmut (Hrsg.), Das Recht in Deutschland. Sammlung des Reichs- und Zonen-Rechts, Überstaatliches Recht. A 6, S. 8f.
15. Grundsatz, Buchstabe b. Texte bei RUGE, Helmut (Hrsg.), Das Recht in Deutschland. Sammlung des Reichs- und Zonen-Rechts, Überstaatliches Recht. Berlin 1947, A 6, S. 8f.
Synthetisches Benzin und synthetische Oele, Synthetischer Gummi; Synthetisches Ammoniak; Kugel-, Rollen- und Kegellager; schwere Werkzeugmaschinen bestimmter Typen; schwere Traktoren; Rohaluminium; Magnesium; Beryllium; Vanadium aus der Thomasschlacke; radioaktive Stoffe; Wasserstoffsuperoxyd über 50%; spezifische Kriegschemikalien und Gase; Funkausrüstung. Siehe Ruge, Helmut (Hrsg.), Das Recht in Deutschland, Reichsgebiet I E 1, S. 2.

BALFOUR, Michael, Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland 1945-1946, S. 202 ff.
BALFOUR, Michael, Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland 1945-1946, S. 207.
BALFOUR, Michael, Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland 1945-1946, S. 205.
BALFOUR, Michael, Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland 1945-1946, S. 205.

Pünder, Tilman, Das Bizonale Interregnum. Die Geschichte des Vereinigten Wirtschaftsgebiets 1946-1949. S. 55.
Pünder, Tilman, Das Bizonale Interregnum. Die Geschichte des Vereinigten Wirtschaftsgebiets 1946-1949. S. 56.
Pünder, Tilman, Das Bizonale Interregnum. Die Geschichte des Vereinigten Wirtschaftsgebiets 1946-1949. S. 59f.
Pünder, Tilman, Das Bizonale Interregnum. Die Geschichte des Vereinigten Wirtschaftsgebiets 1946-1949. S. 263ff., insbesondere S. 266ff.
„It openly abandoned the policy of Phase One, and substituted a policy of making German economic recovery, up to a level of reasonable peaceful prosperity, the first priority, and the payment of reparations second. Zitat aus: Friedmann, W. The Allied Military Government of Germany, S. 188.
Baade, Fritz, Demontage. S. 568.
Text u. a. in REICHELT, W. O., Die Demontageliste. Hamburg (1947). Zuverlässige, wenngleich nicht fehlerlose Liste. S. 19-38.
Siehe Demontageliste in der Akte NW 99 Nr. 95.
Vgl. Einträge in Demontageliste in der Akte NW 99 Nr. 95.
Vgl. Einträge in Demontageliste in der Akte NW 99 Nr. 95.
Vgl. die Nummern 497, 498, 500 und 501 in der Demontageliste in der Akte NW 99 Nr. 95.
Vgl. die Demontagefirmen B.S. 236, 254, 260, 263, 264 und besonders B.S. 267 und 268. Die Liste ließe sich ergänzen.
Voltz, Paul, 10,7 Millionen Tonnen Stahl - aber wie? In: Stahl und Eisen, 68. Jg., 1948, H. 23/24, S. 428.
Vorstehende und nachstehende Angaben über die August Thyssen-Hütte wurden entnommen aus: TREUE, Wilhelm u. UEBBING, Helmut, Die Feuer verlöschen nie. August Thyssen-Hütte 1926-1966. Düsseldorf und Wien 1969. S. 131ff., insbesondere S. 154ff.
Als im Herbst 1947 die Belegschaft einiger im Ruhrgebiet auf der Demontageliste stehenden Betriebe Kundgebungen gegen die Zerstörung ihrer Arbeitsstätten veranstalteten, wurden die höchsten Beamten der Bizonen-Verwaltung am 28.10.1947 zusammengerufen. Der amerikanische General Clarence L. Adcock und der englische General Gordon McReady erklärten: 1. dass der Level of Industry-Plan und die Demontageliste eine Einheit darstellten und dass „ein Wiederaufbau der deutschen Industrieproduktion bis zum Niveau von 1936 die Ziele des Marshall-Plans gefährden würde, 2. dass die Lebensmittellieferung an Deutschland aufhören würde, wenn der Widerstand gegen die Demontage nicht eingestellt würde. Vgl. Baade, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. S. 568f.
Denkschrift von Dr. Mathesius, S. 1, in: NW 99, Nr. 9.
Vgl. HOEBINK, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S. 48ff.
Er trat insgesamt viermal, und zwar am 21.11.1947, 23.1.1948, 2.4.1948 und 14.6.1948, zusammen. Seine Leitung hatte der Regional Economic Officer (REO), Brigadier Noel, inne, der begleitet wurde von den Abteilungsleitern des Regional Economic Office, deren Abteilungen (branches) mit Demontageangelegenheiten befasst waren. Auf deutscher Seite gehörte ihm der Wirtschaftsminister, der Arbeitsminister, führende Vertreter der Wirtschaft und der Gewerkschaften (Böckler) an. Insgesamt umfasste er - einschließlich von zwei Dolmetschern - 16 Personen. Vgl. NW 203 Nr. 73. Vgl. Hoebink, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S. 50.
Er wurde geführt vom Leiter der Industrie-Abteilung des REO, Mr. Radford, der auch dem Hauptausschuss angehörte. Auf britischer Seite gehörten ihm sonst die Leiter der Abteilungen des REO an, die Demontagesachen bearbeiteten. Auf deutscher Seite waren Mitglied des Ausschusses je ein Abteilungsleiter des Wirtschafts- und Arbeitsministeriums, der Leit er der Sondergruppe Demontage im Wirtschaftsministerium sowie Vertreter der Wirtschaft und der Gewerkschaften: insgesamt wiederum - einschließlich von zwei Dolmetschern - 16 Personen. Er trat neunmal zusammen und zwar am 4. und 9.12.1947; sowie am 7.1., 21.1., 11.2., 10.3., 8.4., 14.5. und 8.6.1948. Vgl. NW 203 Nr. 73. Vgl. Hoebink, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S. 50.
Er bestand au s dem Direktor der RDR-Abteilung des REO, Mr. Woodcock, als Leiter, nebst zwei Mitarbeitern seiner Abteilung sowie je einem Vertreter der Manpower- und Disarmament-Abteilung. Auf deutscher Seite gehörte ihm an der Präsident des Landesarbeitsamtes und je zwei Vertreter der Industrie und der Gewerkschaften sowie der Leiter der Sondergruppe Demontage. Er umfasste also - einschließlich von zwei Dolmetschern - 13 Personen und trat dreimal zusammen: am 19.12.1947 sowie am 28.1., 11.31948. Vgl. NW 203 Nr. 73. Vgl. Hoebink, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S. 50f.
Sie bestanden jeweils aus vier deutschen und ein bis drei britischen Vertretern. Vgl. NW 203 Nr. 73.

Stenografischer Bericht der 17. Sitzung des Landtags von Nordrhein-Westfalen vom 29. Oktober 1947, S. 54. Vgl. Hoebink, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S. 49 Anm. 22.
Vgl. Hoebink, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S. 49.
Denkschrift von Dr. Mathesius, S. 3: NW 99 Nr. 9.
Balfour, Michael, Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland 1945-1946. S. 197 Anm. 1.
Baade, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. Stuttgart/Tübingen/Göttingen 1959. S. 569.
Baade, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. Stuttgart/Tübingen/Göttingen 1959. S. 569f. Vgl. auch Link, Werner, Die Mitwirkung amerikanischer Gewerkschaften und Geschäftsleute an der Stabilisierungspoltik in Westdeutschland 1945-1949. In: Politische und Ökonomische Stabilisierung Westdeutschlands 1945-1949, hrsg. Von Claus Scharf und Hans-Jürgen Schröder. (VeröffInstEurG, Beih. 4), Wiesbaden 1977. S. 45-60.
Texte des Abkommens bei HARMSSEN, Gustav W., Am Abend der Demontage. Sechs Jahre Reparationspolitik. Bremen 1951, S. 168ff.
Vgl. BAADE, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. Stuttgart/Tübingen/Göttingen 1959. S. 570.
BAADE, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. Stuttgart/Tübingen/Göttingen 1959. S. 570. Texte in NW 203 Nr. 129.
Wortlaut des Petersberg-Abkommen bei HARMSSEN, Gustav W., Am Abend der Demontage. Sechs Jahre Reparationspolitik. Bremen 1951, S. 175f. Dazu BAADE, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. Stuttgart/Tübingen/Göttingen 1959. S. 570.
Text bei HARMSSEN, Gustav W., Reparationen, Sozialprodukt, Lebensstandard. Versuch einer Wirtschaftsbilanz. Bremen 1948. Heft1, S. 95ff.
ABELSHAUSER, Werner, Wirtschaft in Westdeutschland 1945-1948. Rekonstruktion und Wachstumsbedingungen in der amerikanischen und britischen Zone. Stuttgart 1975 (SchrrReiheVjhefteZG 30), S. 148.
ABELSHAUSER, Werner, Wirtschaft in Westdeutschland 1945-1948. Rekonstruktion und Wachstumsbedingungen in der amerikanischen und britischen Zone. Stuttgart 1975 (SchrrReiheVjhefteZG 30), S. 148.
ABELSHAUSER, Werner, Wirtschaft in Westdeutschland 1945-1948. Rekonstruktion und Wachstumsbedingungen in der amerikanischen und britischen Zone. Stuttgart 1975 (SchrrReiheVjhefteZG 30), S. 122.
Gesetz zum Ausgleich volkswirtschaftlicher Demontagefolgen (Demontageausgleichsgesetz) vom 19.5.1948. Veröffentlicht im Gesetz- und Verordnungsblatt des Wirtschaftsrates des Vereinigten Wirtschaftsgebietes am 25.5.1948, S. 43-48.
Die Anmerkungen *), **), ***) und ****) im textteil 3 (Einzelfirmen) dienen lediglich dem Rückvermerk auf die "Technischen Vorbemerkungen).
Diesen Hinweis verdanke ich Dr. Wilhelm Lenz (Bundesarchiv).

Literatur :
Abelshauser, Werner, Wirtschaft in Westdeutschland 1945-1948. Rekonstruktion und Wachstumsbedingungen in der amerikanischen und britischen Zone. Stuttgart 1975 (SchrrReiheVjhefteZG 30).Baade, Fritz, Demontage. In: Handwörterbuch der Sozialwissenschaften. Bd. II. Stuttgart/Tübingen/Göttingen 1959. S. 566-572. Dort die hier nicht aufgeführte Literatur zur Demontage.Balfour, Michael, Vier-Mächte-Kontrolle in Deutschland 1945-1946. Düsseldorf 1959. Donnison, F.S.V., Civil Affairs and Military Government North-West-Europe 1944-1946. London 1961.Friedmann, W. The Allied Military Government of Germany. London 1947. (The Library of World Affairs 8.)Gier, Karl, Der bisherige Wiederaufbau der demontagegeschädigten Industrie im Land Nordrhein-Westfalen. In: Staat und Wirtschaft, hrsg. Vom Ministerium für Wirtschaft und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, H. 78, (Düsseldorf) 1952, S. 86-124.Gimbel, John, Amerikanische Besatzungspolitik in Deutschland 1945-1949. Frankfurt 1971.Harmssen, Gustav W., Reparationen, Sozialprodukt, Lebensstandard. Versuch einer Wirtschaftsbilanz. H.1 1-4. Bremen 1947, 1948.Harmssen, Gustav W., Am Abend der Demontage. Sechs Jahre Reparationspolitik. Bremen 1951.Hasenack, Wilhelm, Betriebsdemontagen als Reparationsform. Bd. I: Bewegungsgründe und Zeitpunkt der Demontageaktion. - Bd. II: (Zusammen mit Theodor Macht): Wirtschaftsgefahren an der Ruhr durch Demontagen. Essen, Köln und Opladen 1948.Hoebink, Hein, Demontagen in Nordrhein-Westfalen. In: Westfälische Forschungen, Bd. 30, 1980, S 47-59.Link, Werner, Die Mitwirkung amerikanischer Gewerkschaften und Geschäftsleute an der Stabilisierungspoltik in Westdeutschland 1945-1949. In: VeröffInstEurG, Beih. 4, Wiesbaden 1977. S. 45-60.Morgenthau, H. jr., Germany Is Our Problem. New York, London 1945. 2. Aufl.Pünder, Tilman, Das Bizonale Interregnum. Die Geschichte des Vereinigten Wirtschaftsgebiets 1946-1949. (Rastatt) 1966. Ratchford, B.U. - Ross, Wm. D., Berlin Reparations Assignment. Round one of the German Peace Settlement. Chapel Hill 1947.Reichelt, W. O. , Die Demontageliste. Hamburg (1947).Ruge, Helmut (Hrsg.), Das Recht in Deutschland. Sammlung des Reichs- und Zonen-Rechts, Überstaatliches Recht. Berlin 1947.Schmidt, Eberhard, Die verhinderte Neuordnung 1945-1952. Zur Auseinandersetzung um die Demokratisierung der Wirtschaft in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland. 6. Aufl. Frankfurt am Main/Köln 1975.Treue, Wilhelm, Die Demontagepolitik der Westmächte nach dem Zweiten Weltkrieg. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer Wirkung auf die Wirtschaft in Niedersachsen. Göttingen 1967.Treue, Wilhelm u. Uebbing, Helmut, Die Feuer verlöschen nie. August Thyssen-Hütte 1926-1966. Düsseldorf und Wien 1969.Voltz, Paul, 10,7 Millionen Tonnen Stahl - aber wie? In: Stahl und Eisen, 68. Jg., 1948, H. 23/24, S. 427-431.,

Abkürzungen :
B.S. British Sector-Nummer BICO Bipartite Control OfficeBIOS British Intelligenz Objectives SubcommiteeCind. Commission for Industry (?) (genaue Bedeutung nicht bekannt)Concise Report Concise Report on Reparations PlantDescription Description of Plants and Equipment made available for ReparationsIARA Inter-Allied Reparation AgencyNE- Metalle Nichteisen-MetalleRDR-Branch Reparation, Deliveries and Restitution Branch REME Royal Engineers Mechanical EquipmentREO Regional Economic Officer T-Force Target-ForceVfW Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebietes

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