Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.1. Landesarchive
1.1.2. Jülich-Berg
1.1.2.2. Lehen
Jülich, Lehen, Spezialia A 0024
102.07.01-06 Jülich, Lehen (DFG-gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 102.07.01-06

Name : Jülich, Lehen

Beschreibung :
Jülich-Berg: Geheimer Rat, Jülichsche Lehen

Das Findbuch ist nicht streng alphabetisch aufgebaut. Eine alphabetische Abfolge der Lehen findet sich in: Friedrich Wilhelm Oediger, Das Staatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände, Bd. 1, Siegburg 1957, S. 62-66.

Die Lehnsurkunden (von 1400 ab) liegen jetzt unter den mit Blaustift im analogen Findbuch vermerkten Nummern in Abfolge der Lehen. Bis 1400 sind die Lehnsurkunden nach ihrem Datum in der Abteilung "Urkunden" des jülichschen Landesarchivs zu suchen.

Vgl. Lünig, Cod. jur. feud. 2, 1323: Nachricht von denen Lehn-Sachen des Herz. Jülich.

Die Lehen standen teils unmittelbar unter der fürstlichen Kanzlei, später dem Geheimen Rat, teils unter einer Mannkammer. Die letzteren bestanden in den mit Jülich vereinigten ehemals sebständigen Herrschaften. 1555 wurde eine Mannkammerordnung erlassen. Im gleichen Jahre wurde bestimmt, daß künftig kein Mannkammerlehen ohne landesherrliche Zustimmung veräußert werden dürfe. Später zog der Geheime Rat alle Lehnssachen an sich. Die Archive der Mannkammern sind nicht erhalten.

Besitzer von Ritterlehen mußten mit Pferd und Harnisch, Besitzer von Bauernlehen (Klüppel-, Kusen-, Kausenlehen) mit Klüppel dienen.

Die jülichschen Lehnsprotokolle beginnen 1402.

Man vergleiche das Aktenrepertorium, auf das im analogen Findbuch bei den einzelnen Lehen verwiesen wird.

Gülichsches Lehn=REPERTORIUM,
Wie solches unter Hoher LandesRegierung
des
Durchleuchtigsten Fürsten und Herrn
Herrn CAROLI THEODORI
Pfaltz=Graffen bey Rhein, des Heiligen
Römischen Reichs Ertz=Schatzmeistern
und Churfürsten, in Bayern, zu Gü=
lich, Cleve und Berg Hertzogen, Fürsten
Zu Moerß, Marquisen zu Bergen Op=Zoom,
Grafen zu Veldentz, Sponheim, der Marck
und Ravensperg, Herrn zu Ravenstein etc. etc.
Auß denen Hertzogthumb=Gülischen Uralten Archiv=
Urkunden, Cantzeley=Lehn Prothocoll Bücheren
und acten Zusammen getragen und iuxta ordinem
alphabeticum eingerichtet worden:
von
Höchstgedachter Ihrer Churfürstlichen Durch=
leucht Gülich= und Bergischen Geheimen Rathen,
Lehn=Directore und Archivario Joanne
Paulo Josepho von Reiner
Anno MDCCXLVIIII.

Durchleuchtigster Churfürst
Gnädigster Herr!

Wan das schicksahl hiesig= Gülich= undt Bergischem Archiv an der
Vollkommenheit seiner innerlicher Einrichtung Von denen spätisten
Jahren her hinderlich erscheinen wollen,
So müßen selbigem Jene höchstbeglückte Zeiten beVorgestanden haben,
worinnnen die wißenschafften, undt die hierunter nicht den gringsten Theil
nehmende wahr= undt ohnVerfälschte Entdeckung alt= undt jüngerer ge=
schichten, Hoher Herrlichkeit, undt gerechtigkeiten, Verträg, undt Ver=
bundtnüßen, mithin der werth des hieraus dem Herren, undt dem landt
ohntrieglich Zufließenden Nutzens hinwiederumb zu dem in abgang
gerathenem ansehn gebragt werden sollen.
diese längst sehnlichst erwünschte Zeiten wollen sich dermahlen in Ew: Churfürstl. [Durchlaucht]
Höchster Persohn gantz hellscheinend Veroffenbahren; dan, wan schon denen
Vorherig= Hohen landtsFürsten, undt Regenten beym Herzogthumb Gülich, undt
Berg ohnzählige Hohe lob, undt ruhm würdigkeiten nicht Versaget werden können,

Wie dan von der Zeit her, daß nach erloschenem Gülichschen Manstammen
die Paltzgrafen bey Rhein zur Succession in Hiesig=beyden Hertzogthumben
sich beruffen gesehen, in einem Wolffgang Wilhelmen ausnehmende Klugheitt,
undt Vorsichtigkeit, auch ohnermüdete Bearbeithung, umb rettung der landen
von denen kentlich vorgewesenen Verderblichen Kriegsläufften, fort Ver=
schiedene Milde stiftungen; In einem Philip Wilhelmen überaus
sorgfältige Schlichtung deren obgeschwebten beschwärlichen Successions angelegen=
heiten, auch errichtung des mit Ständen getroffen= ewig= undt immerweh=
rendem Haubt= undt declarationsrecessus; In einem Joan Wilhelmen
ohnsterbliche Hohe geschicklichkeiten, undt Verthätigung deren Mechanischen
Künsten; undt Endlich in einem Carl Philippen Heldenmüthige
treffer= undt Großmütigkeit, fort ohnbeschränckte Mildeste gnaden Ver=
leyungen unter anderen ins besonder angemerckt undt belobet werden;

So bewehren es dannoch die lebhaffte Zeugnußen ganzt ohntrieglich, daß Ew: Churfürstl.
[Durchlaucht]
der vortrefflichkeit aller hierunter Vorwaltender Hoher Eigenschafften, und Fürstlicher Begab=
nüßen sich nicht allein in übermaaß betheiliget, sonderen auch zu allen gelehrten sachen
solch= ausnehmend= undt rahrer antrieb bezeiget haben, vorab der dem Vatterland bereits
Zugedrungene Nutzen für ohnschätzbahr, mithin die ruhmwürdigkeit bey der Nachweldt für ohn=
auslöschlich gehalten werden muß.

Sothann Ew: Churfürstl. [Durchlaucht] alleinig Eigen bleibende landsfürstVätterlich=geheiligte absichten undt die damit gantz Eng Verknüpfte Höchsterlauchte Erkentnuß gedeylicher Verrichtungen habe mich ohne rücksicht auf die Vorgekommenen beschwärnüßen Zu Verfaß= und Zusammentragung desjenigen monumenti perpetui angefasset, womit Höchstderoselben mich undt die Meinige in tief=schuldiger Erniedrigung unterthänigt Zu füßen legen soll.

Ich muß mich zwar Von der Vermuthung Entfernt halten, Ew: Churfürstl. [Durchlaucht] gnädigster Vergenehmung mich hierunter würdig gemacht zu haben; aber nicht solle der unterthänigst=tröstlicher ZuVersicht leben, daß wenigstens Meine unterthänigste Dienstbegierdt in solcher Vollkommenheit gnädigst aufgenohmen werden wolle, als ohnermüdet mich gehorsambst Verpflichtet wißen solle in tief=schuldigster Submission zu ersterben.
Jülich-Berg: Geheimer Rat, Jülichsche LehenDas Findbuch ist nicht streng alphabetisch aufgebaut. Eine alphabetische Abfolge der Lehen findet sich in: Friedrich Wilhelm Oediger, Das Staatsarchiv Düsseldorf und seine Bestände, Bd. 1, Siegburg 1957, S. 62-66.Die Lehnsurkunden (von 1400 ab) liegen jetzt unter den mit Blaustift im analogen Findbuch vermerkten Nummern in Abfolge der Lehen. Bis 1400 sind die Lehnsurkunden nach ihrem Datum in der Abteilung "Urkunden" des jülichschen Landesarchivs zu suchen.Vgl. Lünig, Cod. jur. feud. 2, 1323: Nachricht von denen Lehn-Sachen des Herz. Jülich.Die Lehen standen teils unmittelbar unter der fürstlichen Kanzlei, später dem Geheimen Rat, teils unter einer Mannkammer. Die letzteren bestanden in den mit Jülich vereinigten ehemals sebständigen Herrschaften. 1555 wurde eine Mannkammerordnung erlassen. Im gleichen Jahre wurde bestimmt, daß künftig kein Mannkammerlehen ohne landesherrliche Zustimmung veräußert werden dürfe. Später zog der Geheime Rat alle Lehnssachen an sich. Die Archive der Mannkammern sind nicht erhalten.Besitzer von Ritterlehen mußten mit Pferd und Harnisch, Besitzer von Bauernlehen (Klüppel-, Kusen-, Kausenlehen) mit Klüppel dienen.Die jülichschen Lehnsprotokolle beginnen 1402.Man vergleiche das Aktenrepertorium, auf das im analogen Findbuch bei den einzelnen Lehen verwiesen wird.Gülichsches Lehn=REPERTORIUM,Wie solches unter Hoher LandesRegierungdes Durchleuchtigsten Fürsten und HerrnHerrn CAROLI THEODORIPfaltz=Graffen bey Rhein, des HeiligenRömischen Reichs Ertz=Schatzmeisternund Churfürsten, in Bayern, zu Gü=lich, Cleve und Berg Hertzogen, FürstenZu Moerß, Marquisen zu Bergen Op=Zoom,Grafen zu Veldentz, Sponheim, der Marckund Ravensperg, Herrn zu Ravenstein etc. etc.Auß denen Hertzogthumb=Gülischen Uralten Archiv=Urkunden, Cantzeley=Lehn Prothocoll Bücherenund acten Zusammen getragen und iuxta ordinemalphabeticum eingerichtet worden:von Höchstgedachter Ihrer Churfürstlichen Durch=leucht Gülich= und Bergischen Geheimen Rathen,Lehn=Directore und Archivario JoannePaulo Josepho von ReinerAnno MDCCXLVIIII.Durchleuchtigster ChurfürstGnädigster Herr!Wan das schicksahl hiesig= Gülich= undt Bergischem Archiv an derVollkommenheit seiner innerlicher Einrichtung Von denen spätistenJahren her hinderlich erscheinen wollen,So müßen selbigem Jene höchstbeglückte Zeiten beVorgestanden haben,worinnnen die wißenschafften, undt die hierunter nicht den gringsten Theilnehmende wahr= undt ohnVerfälschte Entdeckung alt= undt jüngerer ge=schichten, Hoher Herrlichkeit, undt gerechtigkeiten, Verträg, undt Ver=bundtnüßen, mithin der werth des hieraus dem Herren, undt dem landt ohntrieglich Zufließenden Nutzens hinwiederumb zu dem in abganggerathenem ansehn gebragt werden sollen.diese längst sehnlichst erwünschte Zeiten wollen sich dermahlen in Ew: Churfürstl. [Durchlaucht]Höchster Persohn gantz hellscheinend Veroffenbahren; dan, wan schon denen Vorherig= Hohen landtsFürsten, undt Regenten beym Herzogthumb Gülich, undt Berg ohnzählige Hohe lob, undt ruhm würdigkeiten nicht Versaget werden können,Wie dan von der Zeit her, daß nach erloschenem Gülichschen Manstammendie Paltzgrafen bey Rhein zur Succession in Hiesig=beyden Hertzogthumbensich beruffen gesehen, in einem Wolffgang Wilhelmen ausnehmende Klugheitt,undt Vorsichtigkeit, auch ohnermüdete Bearbeithung, umb rettung der landen von denen kentlich vorgewesenen Verderblichen Kriegsläufften, fort Ver=schiedene Milde stiftungen; In einem Philip Wilhelmen überaus sorgfältige Schlichtung deren obgeschwebten beschwärlichen Successions angelegen=heiten, auch errichtung des mit Ständen getroffen= ewig= undt immerweh=rendem Haubt= undt declarationsrecessus; In einem Joan Wilhelmen ohnsterbliche Hohe geschicklichkeiten, undt Verthätigung deren MechanischenKünsten; undt Endlich in einem Carl Philippen Heldenmüthigetreffer= undt Großmütigkeit, fort ohnbeschränckte Mildeste gnaden Ver=leyungen unter anderen ins besonder angemerckt undt belobet werden;So bewehren es dannoch die lebhaffte Zeugnußen ganzt ohntrieglich, daß Ew: Churfürstl. [Durchlaucht]der vortrefflichkeit aller hierunter Vorwaltender Hoher Eigenschafften, und Fürstlicher Begab=nüßen sich nicht allein in übermaaß betheiliget, sonderen auch zu allen gelehrten sachen solch= ausnehmend= undt rahrer antrieb bezeiget haben, vorab der dem Vatterland bereitsZugedrungene Nutzen für ohnschätzbahr, mithin die ruhmwürdigkeit bey der Nachweldt für ohn=auslöschlich gehalten werden muß.Sothann Ew: Churfürstl. [Durchlaucht] alleinig Eigen bleibende landsfürstVätterlich=geheiligte absichten undt die damit gantz Eng Verknüpfte Höchsterlauchte Erkentnuß gedeylicher Verrichtungen habe mich ohne rücksicht auf die Vorgekommenen beschwärnüßen Zu Verfaß= und Zusammentragung desjenigen monumenti perpetui angefasset, womit Höchstderoselben mich undt die Meinige in tief=schuldiger Erniedrigung unterthänigt Zu füßen legen soll.Ich muß mich zwar Von der Vermuthung Entfernt halten, Ew: Churfürstl. [Durchlaucht] gnädigster Vergenehmung mich hierunter würdig gemacht zu haben; aber nicht solle der unterthänigst=tröstlicher ZuVersicht leben, daß wenigstens Meine unterthänigste Dienstbegierdt in solcher Vollkommenheit gnädigst aufgenohmen werden wolle, als ohnermüdet mich gehorsambst Verpflichtet wißen solle in tief=schuldigster Submission zu ersterben.

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