Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.1. A - D
1.2.1.28. Düsseltal
Düsseltal, Urkunden AA 0215
120.61.00 Düsseltal (DFG-gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 120.61.00

Name : Düsseltal

Beschreibung :
Düsseltal

Stadt Düsseldorf. Trappisten (Reformierte Zisterzienser), 1701 Priorat von Orval in Mönchenwerth (Lörickerwerth), 1707-1803 Abtei in Flingern bei Düsseldorf.

Lit.: Kunstdenkm. III 1, 1894, Bär, Zss. Nr. 13739 ff.; Fr. Lau, Gesch. der Stadt Düsseldorf, 1, 1, 1921, 255; P. Kauhausen, Die alte Abtei D. (Jan Wellem 1, 1926, 73 ff.); Th. Hellmich, Gesch. Büderichs bei Düsseldorf2, 1953, 109 f.; H. Mosler, Altenberg, 1959, 157 ff.


In den Städt. Sammlungen Düsseldorf 10) Einzelstücke u. a. 3) betr. Bontenhof 1729; 10) Beitr. zur Lebens- u. Familiengeschichte des Gründers, des Kölner Domherrren Daemen. hrsg. vom Verein Alt Köln III Heft 13/14.

In der Univ. Bibl. Brno (Brünn) befinden sich im Bestand NØ (Stift Neureich) aus dem Nachlass des letzten Abtes J. Portsch die Hss. NØ 11) Usus s. Ord. Cist., prout in Monasterio BMV de Dussellana Valle seu Insula Luricensi 1701-1722 servati sunt; 13) Desgl. 1701-26; 36) Regula ss. p. Benedicti fideliter elucidata (a Henrico Lamberti), 1739; 45) Definitiones cap. gen. Ord. Cist. (1157-1287) 1623; 50) Norma vivendi, quam servare tenetur fratres Mon. BMV de Duss. Valle ... praesentata. Sen. Electori Palatino prima die anni 1708; Bl. 22 a) Litterae constitutionis et donationis mon. BMV de D. V. 1707-44; Bl. 28 a) Relatio quomodo reformatio fuerit introducta in Aurea Valle (Orval) 1655; Bl. 29 b) Descriptio insula Luricensis; Bl. 30 b-36 b) Modus vivendi ... quem tenuerunt ab a. 1701 usque ad presentem 1757 Religiosi mon. BMV de Duss.; 60) Libellus statutorum Ord. Cist. 17. Jh.; 77) Constitutiones S. Ord. Cist. 1265 17. Jh. (Catalogi codicum manu scriptorium in Bibl. Univ. Brunensis conservatorum 3, 1959, 90 ff.).

Im Státní oblastní archiv v Třeboni (Staatliches Gebietsarchiv in Třeboň / dt. Wittingau, Südböhmen) findet sich die Bestätigung der Stiftungsurkunde von 1744 Okt. 30 (vgl. hier Urk. 23); Bestand Premonstráti Želiv, Nr. 128: <http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/CZ-SOAT/PremonstratiZeliv/128/charter?q=D%C3%BCsseldorf>

Zur Ergänzung s. S. Altenberg 17; Bd. 1, 121, 126 (Aufhebung), 145 f.; Kurköln, Geistl. 420 (1752-97); zur Aufhebung auch Grh. Berg 842 ff.




Literatur:
Geschichte der Stadt Düsseldorf, in: Beiträge zur Gesch. d. Niederrh. Bd. III, S. 454.
v. Mering, Burgen, Klöster und Abteien im Rheinlande XI, S. 1.
Düsselthal: Allgemeine Unterhaltungsblätter, Münster 1830, Nr. 4, 1831 Nr. 2.
W. Grevel, Overdyck Rhein. Westfäl. Zeitung 29. Oktober 1893.
Clemen, Kunstdenkmäler III, 1, S. 54.
Notiz: Berg. Zeitschr. VII, S. 205.
Jananschek, Originum Cisterciensium Tom. I, Introducto p. LXXIII.
Annalen des hist. Vereins f. d. Niederrhein, Heft 38 (1882), S. 98.
H. Schubert, Mönchewerth, Unterh. Beil. z. Düss. Gen. Anz. 1910, Nr. 168.
vgl. Beiträge z. Kölnischen Gesch. Sprache u. Eigenart III 13 1918 (Geelen über Daemen).
Kirchlicher Anzeiger der evangel. Gemeinde Düsseldorf 1880 Nr. 14.
Th. Kellmich, Gesch. Büderichs bei Düsseldorf, 1939, 153 ff.


Geschichtlicher Überblick
Die Abtei Düsseltal ist aus einem Trappisten-Priorat auf dem Lörricher Werth (jetzt Mönchewerth bei Nieder-Lörick, Kreis Neuss) hervorgegangen. Diese nach einem Landmass von 1692 (Act 22!) 81 ¿ Morgen große Insel war ursprünglich erzbischöfl. Tafelgut und in Erbpacht ausgegeben (Urk. 7 u. 9). Die einzelnen Erbpächter hielten aber nicht lange aus, da die Insel selbst durch kostspielige Uferbauten nicht vor den verheerenden Wirkungen häufiger Überschwemmungen und Eisgänge des Rheins gesichert werden sollte. Der letzte Inhaber der Erbpacht, Adam de Daemen, übertrug dieselbe 1701 (Act 1) dem Trappistenkloster Orval in Luxemburg mit Zustimmung des Erzbischofs Joseph Clemens (Urk. 11). In demselben Jahr wurde auf dem Werth ein Priorat gegrünbdet in strenger Abhängigkeit von dem Mutterkloster und ein Prior, Johannes Chrysostomus Mintart (später der erste Abt von Düsseltal) mit 3 Fratres, einem Laienbruder und einem Oblaten dorthin gesandt (Urk. 13 u. 14). Im Jahr 1707 erlangte die neue Stiftung, welche den Namen „Beata Maria de Felici Insula führte, die Bestätigung Kaiser Josephs I. (Urk. 20). Kurz darauf aber wandten sich die Mönche, veranlasst durch die Rheinüberflutungen und die Verheerungen durch Krankheiten, welche dieselben im Gefolge hatten, an Kurfürst Johann Wilhelm mit der Bitte um Zuweisung eines Gebiets, auf dem sie eine bessere Unterkunft finden könnten. Der Kurfürst wies ihnen 1707 ein entsprechendes Gebiet bei Düsseldorf an: Den Unterflingerer Busch und das Bruch unterhalb des Grafenbergs von der Zoppenbrücke bis zu den Derendorfer Wiesen, und schenkte ihnen außerdem die beiden Speckhöfe (Urk. 21), von denen die Mönche seitdem im Volksmund den Namen „Speckermönche führten (vgl. die Anekdote von dem Abt und dem Saububen. Annalen Heft 38, S. 98). Mit Erlaubnis des Ordensgenerals wurde das bisherige Priorat in eine Abtei umgewandelt (Urk. 22). Dieselbe führte den Namen Düsseltal (Abbildung bei Mering, Heft X, S. 154). Auch hier blieb die Zisterzienserregel in der strengen Form von La Trappe die Norm für das klösterliche Leben (vgl. die Statuten: Hs. 1). Rasch mehrte sich der Besitz; schon 1708 wurde der Hof Rodenberg in der Honschaft Hasselbeck erworben (Urk. 23; Act 25), 1709 der Hülshauserhof in der Honschaft Rath (Urk. 24) und der Hof Groß-Broichhausen im Amt Angermund (Urk. 25; Act 13). Durch das Wohlwollen der Kurfürsten erhielt die Abtei besondere Vergünstigungen, so Freiheit von Zoll, Kontributionen und Steuern (Act 4). 1714 wurde eine Spezialkommission von 2 Geheimen Räten eingesetzt, denen die juristische Vertretung der Abtei und Rechtsprechung über ihre Insassen oblag. Dieselbe bestand bis 1757 (Act 3). Mit dem Stifter Daemen hatte die Abtei einen Prozess über 4 Höfe und ein Kapital von 5000 Reichstalern, eine Schenkung, die der Geber später wieder zurückzog, zu führen, erlangte aber ein günstiges Endurteil (Act 5; Deductionen Nr. 476). Näheren Einblick in das Leben im Kloster und die äußeren Schicksale von 1740-1743 gewährt eine Chronik (Hs. 2).
Ein besonderes Gewerbe wurde in der Abtei ausgeübt und brachte den Mönchen reiche Erträge (vgl. die Rechnungen von 1787-1803, Act 30 I u. II). Es bestand nämlich eine Dosenfabrik, in der Schnupftabakdosen verfertigt wurden. Im Jahr 1803 wurde die Abtei aufgehoben (vgl. Herz. Berg, Separatcommission: Akten d. Specialkommission Düsselthal 1, 1803/05).
Vgl. ferner: Jülich-Berg, Geh. Rat, Geistl. Sachen Nr. 164-169.
Altenberg 17
Einige Stücke im Stadtmuseum Düsseldorf Nr. 10. H 4 XXV.

DüsseltalStadt Düsseldorf. Trappisten (Reformierte Zisterzienser), 1701 Priorat von Orval in Mönchenwerth (Lörickerwerth), 1707-1803 Abtei in Flingern bei Düsseldorf.Lit.: Kunstdenkm. III 1, 1894, Bär, Zss. Nr. 13739 ff.; Fr. Lau, Gesch. der Stadt Düsseldorf, 1, 1, 1921, 255; P. Kauhausen, Die alte Abtei D. (Jan Wellem 1, 1926, 73 ff.); Th. Hellmich, Gesch. Büderichs bei Düsseldorf2, 1953, 109 f.; H. Mosler, Altenberg, 1959, 157 ff.In den Städt. Sammlungen Düsseldorf 10) Einzelstücke u. a. 3) betr. Bontenhof 1729; 10) Beitr. zur Lebens- u. Familiengeschichte des Gründers, des Kölner Domherrren Daemen. hrsg. vom Verein Alt Köln III Heft 13/14.In der Univ. Bibl. Brno (Brünn) befinden sich im Bestand NØ (Stift Neureich) aus dem Nachlass des letzten Abtes J. Portsch die Hss. NØ 11) Usus s. Ord. Cist., prout in Monasterio BMV de Dussellana Valle seu Insula Luricensi 1701-1722 servati sunt; 13) Desgl. 1701-26; 36) Regula ss. p. Benedicti fideliter elucidata (a Henrico Lamberti), 1739; 45) Definitiones cap. gen. Ord. Cist. (1157-1287) 1623; 50) Norma vivendi, quam servare tenetur fratres Mon. BMV de Duss. Valle ... praesentata. Sen. Electori Palatino prima die anni 1708; Bl. 22 a) Litterae constitutionis et donationis mon. BMV de D. V. 1707-44; Bl. 28 a) Relatio quomodo reformatio fuerit introducta in Aurea Valle (Orval) 1655; Bl. 29 b) Descriptio insula Luricensis; Bl. 30 b-36 b) Modus vivendi ... quem tenuerunt ab a. 1701 usque ad presentem 1757 Religiosi mon. BMV de Duss.; 60) Libellus statutorum Ord. Cist. 17. Jh.; 77) Constitutiones S. Ord. Cist. 1265 17. Jh. (Catalogi codicum manu scriptorium in Bibl. Univ. Brunensis conservatorum 3, 1959, 90 ff.).Im Státní oblastní archiv v Třeboni (Staatliches Gebietsarchiv in Třeboň / dt. Wittingau, Südböhmen) findet sich die Bestätigung der Stiftungsurkunde von 1744 Okt. 30 (vgl. hier Urk. 23); Bestand Premonstráti Želiv, Nr. 128: <http://www.mom-ca.uni-koeln.de/mom/CZ-SOAT/PremonstratiZeliv/128/charter?q=D%C3%BCsseldorf>Zur Ergänzung s. S. Altenberg 17; Bd. 1, 121, 126 (Aufhebung), 145 f.; Kurköln, Geistl. 420 (1752-97); zur Aufhebung auch Grh. Berg 842 ff.Literatur:Geschichte der Stadt Düsseldorf, in: Beiträge zur Gesch. d. Niederrh. Bd. III, S. 454.v. Mering, Burgen, Klöster und Abteien im Rheinlande XI, S. 1.Düsselthal: Allgemeine Unterhaltungsblätter, Münster 1830, Nr. 4, 1831 Nr. 2.W. Grevel, Overdyck Rhein. Westfäl. Zeitung 29. Oktober 1893.Clemen, Kunstdenkmäler III, 1, S. 54.Notiz: Berg. Zeitschr. VII, S. 205.Jananschek, Originum Cisterciensium Tom. I, Introducto p. LXXIII.Annalen des hist. Vereins f. d. Niederrhein, Heft 38 (1882), S. 98.H. Schubert, Mönchewerth, Unterh. Beil. z. Düss. Gen. Anz. 1910, Nr. 168.vgl. Beiträge z. Kölnischen Gesch. Sprache u. Eigenart III 13 1918 (Geelen über Daemen).Kirchlicher Anzeiger der evangel. Gemeinde Düsseldorf 1880 Nr. 14.Th. Kellmich, Gesch. Büderichs bei Düsseldorf, 1939, 153 ff.Geschichtlicher ÜberblickDie Abtei Düsseltal ist aus einem Trappisten-Priorat auf dem Lörricher Werth (jetzt Mönchewerth bei Nieder-Lörick, Kreis Neuss) hervorgegangen. Diese nach einem Landmass von 1692 (Act 22!) 81 ¿ Morgen große Insel war ursprünglich erzbischöfl. Tafelgut und in Erbpacht ausgegeben (Urk. 7 u. 9). Die einzelnen Erbpächter hielten aber nicht lange aus, da die Insel selbst durch kostspielige Uferbauten nicht vor den verheerenden Wirkungen häufiger Überschwemmungen und Eisgänge des Rheins gesichert werden sollte. Der letzte Inhaber der Erbpacht, Adam de Daemen, übertrug dieselbe 1701 (Act 1) dem Trappistenkloster Orval in Luxemburg mit Zustimmung des Erzbischofs Joseph Clemens (Urk. 11). In demselben Jahr wurde auf dem Werth ein Priorat gegrünbdet in strenger Abhängigkeit von dem Mutterkloster und ein Prior, Johannes Chrysostomus Mintart (später der erste Abt von Düsseltal) mit 3 Fratres, einem Laienbruder und einem Oblaten dorthin gesandt (Urk. 13 u. 14). Im Jahr 1707 erlangte die neue Stiftung, welche den Namen „Beata Maria de Felici Insula führte, die Bestätigung Kaiser Josephs I. (Urk. 20). Kurz darauf aber wandten sich die Mönche, veranlasst durch die Rheinüberflutungen und die Verheerungen durch Krankheiten, welche dieselben im Gefolge hatten, an Kurfürst Johann Wilhelm mit der Bitte um Zuweisung eines Gebiets, auf dem sie eine bessere Unterkunft finden könnten. Der Kurfürst wies ihnen 1707 ein entsprechendes Gebiet bei Düsseldorf an: Den Unterflingerer Busch und das Bruch unterhalb des Grafenbergs von der Zoppenbrücke bis zu den Derendorfer Wiesen, und schenkte ihnen außerdem die beiden Speckhöfe (Urk. 21), von denen die Mönche seitdem im Volksmund den Namen „Speckermönche führten (vgl. die Anekdote von dem Abt und dem Saububen. Annalen Heft 38, S. 98). Mit Erlaubnis des Ordensgenerals wurde das bisherige Priorat in eine Abtei umgewandelt (Urk. 22). Dieselbe führte den Namen Düsseltal (Abbildung bei Mering, Heft X, S. 154). Auch hier blieb die Zisterzienserregel in der strengen Form von La Trappe die Norm für das klösterliche Leben (vgl. die Statuten: Hs. 1). Rasch mehrte sich der Besitz; schon 1708 wurde der Hof Rodenberg in der Honschaft Hasselbeck erworben (Urk. 23; Act 25), 1709 der Hülshauserhof in der Honschaft Rath (Urk. 24) und der Hof Groß-Broichhausen im Amt Angermund (Urk. 25; Act 13). Durch das Wohlwollen der Kurfürsten erhielt die Abtei besondere Vergünstigungen, so Freiheit von Zoll, Kontributionen und Steuern (Act 4). 1714 wurde eine Spezialkommission von 2 Geheimen Räten eingesetzt, denen die juristische Vertretung der Abtei und Rechtsprechung über ihre Insassen oblag. Dieselbe bestand bis 1757 (Act 3). Mit dem Stifter Daemen hatte die Abtei einen Prozess über 4 Höfe und ein Kapital von 5000 Reichstalern, eine Schenkung, die der Geber später wieder zurückzog, zu führen, erlangte aber ein günstiges Endurteil (Act 5; Deductionen Nr. 476). Näheren Einblick in das Leben im Kloster und die äußeren Schicksale von 1740-1743 gewährt eine Chronik (Hs. 2).Ein besonderes Gewerbe wurde in der Abtei ausgeübt und brachte den Mönchen reiche Erträge (vgl. die Rechnungen von 1787-1803, Act 30 I u. II). Es bestand nämlich eine Dosenfabrik, in der Schnupftabakdosen verfertigt wurden. Im Jahr 1803 wurde die Abtei aufgehoben (vgl. Herz. Berg, Separatcommission: Akten d. Specialkommission Düsselthal 1, 1803/05).Vgl. ferner: Jülich-Berg, Geh. Rat, Geistl. Sachen Nr. 164-169.Altenberg 17Einige Stücke im Stadtmuseum Düsseldorf Nr. 10. H 4 XXV.

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