Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.4. M - N
1.2.4.9. Mariensande
Mariensande, Urkunden AA 0401
121.48.00 Mariensande (bei Straelen) (DFG-gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 121.48.00

Name : Mariensande (bei Straelen)

Beschreibung :

Mariensande
Zu Zand, St. Straelen, Kr. Geldern, Augustinerchorherren der Windesheimer Kongregation 1458 - zu Oostrum, Gem. Venray, NL Limburg, 1469-1802 „in arena.

Lit.:
Kunstdenkm. 1 II, 1891, 74 f.; Bär, Zss. Nr. 14192-14196; M. Schoengen, Mon. Batavum 2, 1941, 148 f.; insbes. Schrörs, Zur Gründungsngeschichte … (Nrh. 1878, S. 1, 5, 9; Niederrhein. Geschfr. 9, 1911, 2 ff.; -- Chronik des Kl. Sand bei Straelen … (Niederrhein. Geschfr. 1878, 14 ff.); M. J. Janssen, Historie der aloude heerlijkheid Spraeland-Oostrum (Venray) … (Publ. … de Limbourg 13, 1896/97; 90 ff.); R. Scholtenb, Gaesdonck, 1906, 60 f.; S. van der Woude, Acta capituli Windeshemensis, 1953, 290; Verbeek, Das Augustinerkloster Zandt (Die Heimat, Krefeld, 22, 1951, 118 ff.).

Im Kath. Pfarrarchiv Straelen Urk. 1451 ff.; Akten 42) Annalen 1719; Mitgliederverzeichnis; 42 a) 63); 68 Prozess Ridders 1763.

In der Collectie van Spaen im Archiv des Hogen Rades van Adel in den Haag Nr. 173) Abschriften (Inventaris 39).


Mariensande
P. Brimmers, Das Reliquienkreuz von Straelen (Geldr. Heimatkal. 1967, 171 ff. (darin der Bericht über die Wegnahme aus Kranenburg); -, Onse lieve vrouwe int Sandt (ebd. 1968, 131 ff.)
Im Stadtarchiv Straelen Capitalbuch (ebd. 1968, 133, Anm. 1)


Einzelne Stücke im K. Pf.Arch. Straelen s. H 3 a I 165 Nr. 42 a, 63, 68.
s. Verbeek, Das Augustinerkloster Zandt (Die Heimat - Krefeld 22, 1951, 118 ff.)

Über die in der Sammlung Spaen vorhandenen Stücke vgl. Hoge Raad van Adel, Inventaris van de Collectie van Spaen, s- Gravenhage 1951, S. 39 Nr. 173.


Übersicht
Das Kloster Mariensande bei Straelen verdankt seine Entstehung dem Vermächtnis des Ritters Johann von Brockhuysen, der 1450 nach dem heiligen Land pilgerte und nicht wieder heimgekehrt ist. Nach seinem Testament (Nr. 10), dessen Vollziehung er dem Papst anempfahl (Nr. 12), sollten im Land Cuyck mit ihren Einkünften die Gründung eines Regulierherrenklosters ord. Sti. Augustini unterstützen, ferner 200 Malter Roggen als Rente jener 4000 Gulden, welche der Herzog Arnold von Geldern von Johann auf die Einkünfte des Landes von Kessel hin geliehen hatte. So wurde dann eine Kapelle zu Ostrum im Kirchspiel Venray im Herzogtum Geldern gegründet. Trotzdem sich nun bald herausstellte, dass Ostrum kein für ein Kloster geeigneter Ort sei, einmal wegen der verkehrsreichen Straße, die vorüberführt, dann auch wegen der durch die Sümpfe ungesunden Luft und der Nähe von Nonnenklöstern wurde 1458 die Gründung in Ostrum danach durch den Elekt von Lüttich, Ludwig von Bourbon, bestätigt (Nr. 25). Dieselbe bestand hier unter dem Prior Heinrich von Erp bis 1469. In diesem Jahr trat der Herzog Adolf von Geldern mit seinem Entschluss hervor, bei Straelen ein Kloster zu gründen, das er dem im Windeheim (bei Zwolle) zu unterstellen gedachte. Er setzte sich deshalb mit dem Abt von Gaesdonck (Nr. 38) und dem päpstlichen Legaten (Nr. 40) in Verbindung. Die Sache hatte Erfolg, und Papst Paul II. beauftragte den Abt von Kamp mit Untersuchung der Angelegenheit. 1470 bereits erfolgte die Verlegung der Kapelle von Ostrum nach der Neugründung bei Straelen (in arena prope Straelen) durch Abt Heinrich von Kamp. Den Erben Johanns von Brockhuysen fehlte der fromme Sinn ihres Vorfahren, und es kostete dem Kloster viele Prozesse, die testamentarisch festgesetzten Abgaben von jener zu erzielen; erst 1500 wurde ein Übereinkommen getroffen (Nr. 98). Papst Sixtus IV. bestätigte 1483 noch einmal die Verlegung des Klosters, indem er besonders betont, - ob mit Recht oder Unrecht, bleibe dahingestellt - dass die Nähe des Nonnenklosters in Ostrum kein Grund für die Verlegung gewesen sei. Herzog Karl von Geldern (1492-1538) nahm sich der Stiftung seiner Vorfahren besonders an, nahm das Kloster in seinen Schutz und beschenkte es mit Ländereien und Privilegien (vgl. Nr. 96, 100, 101, 107, 118, 131 etc.). Das Kloster, das sich eines relativen Wohlstandes scheint erfreut zu haben, geriet mit den Unruhen des 16. Jahrhunderts in tiefe Armut, sodass es sich eines großen Teiles seiner Ländereien entäußern und außerdem Hypotheken aufnehmen musste. Aus seinem Niedergang aber scheint es sich schnell erholt zu haben, da bereits 1602 die Kanonichen in Roermond dasselbe um ein Darlehen ersuchen durften (Nr. 163). Die Reformation konnte ihren Einfluss auf Mariensande nicht ausüben, wofür es auch von Papst Gregor XIII. belobt wurde, als er ihm neue Statuten gab und die Privilegien bestätigte (1573, Nr. 151). - Die Kapelle in Ostrum blieb dem Kloster inkorporiert, weshalb sich auch unter den umstehend folgenden Urkunden einige solche die Kapelle in Ostrum betreffende befinden.

MariensandeZu Zand, St. Straelen, Kr. Geldern, Augustinerchorherren der Windesheimer Kongregation 1458 - zu Oostrum, Gem. Venray, NL Limburg, 1469-1802 „in arena.Lit.:Kunstdenkm. 1 II, 1891, 74 f.; Bär, Zss. Nr. 14192-14196; M. Schoengen, Mon. Batavum 2, 1941, 148 f.; insbes. Schrörs, Zur Gründungsngeschichte … (Nrh. 1878, S. 1, 5, 9; Niederrhein. Geschfr. 9, 1911, 2 ff.; -- Chronik des Kl. Sand bei Straelen … (Niederrhein. Geschfr. 1878, 14 ff.); M. J. Janssen, Historie der aloude heerlijkheid Spraeland-Oostrum (Venray) … (Publ. … de Limbourg 13, 1896/97; 90 ff.); R. Scholtenb, Gaesdonck, 1906, 60 f.; S. van der Woude, Acta capituli Windeshemensis, 1953, 290; Verbeek, Das Augustinerkloster Zandt (Die Heimat, Krefeld, 22, 1951, 118 ff.).Im Kath. Pfarrarchiv Straelen Urk. 1451 ff.; Akten 42) Annalen 1719; Mitgliederverzeichnis; 42 a) 63); 68 Prozess Ridders 1763.In der Collectie van Spaen im Archiv des Hogen Rades van Adel in den Haag Nr. 173) Abschriften (Inventaris 39).MariensandeP. Brimmers, Das Reliquienkreuz von Straelen (Geldr. Heimatkal. 1967, 171 ff. (darin der Bericht über die Wegnahme aus Kranenburg); -, Onse lieve vrouwe int Sandt (ebd. 1968, 131 ff.)Im Stadtarchiv Straelen Capitalbuch (ebd. 1968, 133, Anm. 1)Einzelne Stücke im K. Pf.Arch. Straelen s. H 3 a I 165 Nr. 42 a, 63, 68.s. Verbeek, Das Augustinerkloster Zandt (Die Heimat - Krefeld 22, 1951, 118 ff.)Über die in der Sammlung Spaen vorhandenen Stücke vgl. Hoge Raad van Adel, Inventaris van de Collectie van Spaen, s- Gravenhage 1951, S. 39 Nr. 173.ÜbersichtDas Kloster Mariensande bei Straelen verdankt seine Entstehung dem Vermächtnis des Ritters Johann von Brockhuysen, der 1450 nach dem heiligen Land pilgerte und nicht wieder heimgekehrt ist. Nach seinem Testament (Nr. 10), dessen Vollziehung er dem Papst anempfahl (Nr. 12), sollten im Land Cuyck mit ihren Einkünften die Gründung eines Regulierherrenklosters ord. Sti. Augustini unterstützen, ferner 200 Malter Roggen als Rente jener 4000 Gulden, welche der Herzog Arnold von Geldern von Johann auf die Einkünfte des Landes von Kessel hin geliehen hatte. So wurde dann eine Kapelle zu Ostrum im Kirchspiel Venray im Herzogtum Geldern gegründet. Trotzdem sich nun bald herausstellte, dass Ostrum kein für ein Kloster geeigneter Ort sei, einmal wegen der verkehrsreichen Straße, die vorüberführt, dann auch wegen der durch die Sümpfe ungesunden Luft und der Nähe von Nonnenklöstern wurde 1458 die Gründung in Ostrum danach durch den Elekt von Lüttich, Ludwig von Bourbon, bestätigt (Nr. 25). Dieselbe bestand hier unter dem Prior Heinrich von Erp bis 1469. In diesem Jahr trat der Herzog Adolf von Geldern mit seinem Entschluss hervor, bei Straelen ein Kloster zu gründen, das er dem im Windeheim (bei Zwolle) zu unterstellen gedachte. Er setzte sich deshalb mit dem Abt von Gaesdonck (Nr. 38) und dem päpstlichen Legaten (Nr. 40) in Verbindung. Die Sache hatte Erfolg, und Papst Paul II. beauftragte den Abt von Kamp mit Untersuchung der Angelegenheit. 1470 bereits erfolgte die Verlegung der Kapelle von Ostrum nach der Neugründung bei Straelen (in arena prope Straelen) durch Abt Heinrich von Kamp. Den Erben Johanns von Brockhuysen fehlte der fromme Sinn ihres Vorfahren, und es kostete dem Kloster viele Prozesse, die testamentarisch festgesetzten Abgaben von jener zu erzielen; erst 1500 wurde ein Übereinkommen getroffen (Nr. 98). Papst Sixtus IV. bestätigte 1483 noch einmal die Verlegung des Klosters, indem er besonders betont, - ob mit Recht oder Unrecht, bleibe dahingestellt - dass die Nähe des Nonnenklosters in Ostrum kein Grund für die Verlegung gewesen sei. Herzog Karl von Geldern (1492-1538) nahm sich der Stiftung seiner Vorfahren besonders an, nahm das Kloster in seinen Schutz und beschenkte es mit Ländereien und Privilegien (vgl. Nr. 96, 100, 101, 107, 118, 131 etc.). Das Kloster, das sich eines relativen Wohlstandes scheint erfreut zu haben, geriet mit den Unruhen des 16. Jahrhunderts in tiefe Armut, sodass es sich eines großen Teiles seiner Ländereien entäußern und außerdem Hypotheken aufnehmen musste. Aus seinem Niedergang aber scheint es sich schnell erholt zu haben, da bereits 1602 die Kanonichen in Roermond dasselbe um ein Darlehen ersuchen durften (Nr. 163). Die Reformation konnte ihren Einfluss auf Mariensande nicht ausüben, wofür es auch von Papst Gregor XIII. belobt wurde, als er ihm neue Statuten gab und die Privilegien bestätigte (1573, Nr. 151). - Die Kapelle in Ostrum blieb dem Kloster inkorporiert, weshalb sich auch unter den umstehend folgenden Urkunden einige solche die Kapelle in Ostrum betreffende befinden.

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