Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.5. O - U
1.2.5.12. Schillingskapellen
Schillingskapellen, Urkunden AA 0490
121.87.00 Schillingskapellen (DFG-gefördert)
Permalink des Findbuchs


Signatur : 121.87.00

Name : Schillingskapellen

Beschreibung :
Schillingskapellen:
Gem. Heimerzheim, Kreis Bonn-Land. (Adlige) Prämonstratenserinnen, zuerst unter Floreffe im 16. Jh. unter Steinfeld 1197-1802.

Übersicht:

Das Augustinerinnen-Kloster Schillingscapellen im heutigen Kreise Rheinbach ist, wie schon der Name andeutet, die Stiftung eines Ritters Wilhelm Schilling (Solidus), der gegen Ende des zwölften Jahrhunderts zu Cöln lebte. In dem Orte Capellen, wo er begütert war, gründete er eine Kirche mit Kloster und stattete sie mit seinen dortigen Besitzungen aus (No. 1.2.). Das Jahr der Stiftung ist uns nicht überliefert; dieselbe fällt indessen vor 1197, da in den bezogenen Urkunden aus diesem Jahre Ritter Wilhelm schon als verstorben bezeichnet wird. Die Stiftungsgüter sind hauptsächlich der Hof Rath, die Allodien des Schenkers zu Capellen, Vershoven, Odendorf, Flamersheim, Mömerzheim, Heimerzheim, Waldorf, Sechten, Grav-Rheindorf, Alsdorf, Poppelsdorf, Liblar, neben verschiedenen Acker- und Waldgrundstücken, Mühlen und Renten zu Hersel, Widdig, Bornheim, Freimdorf, Pinsdorf, Büllesheim, Cuchenheim, Lechenich, Meckenheim (No. 1). Außerdem hatte Ritter Wilhelm ein Allodium zu Esch nebst dem mit dem Edelherren Otto von Wickerode abwechselnden Patronate erworben und beides darauf dem Kloster geschenkt, zu dessen Gunsten nämlich auch der letztgenannte Edelherr auf sein Patronatsrecht verzichtete. Im Jahre 1222 bestätigte Pabst Honorius III dem Kloster Capellen seine Besitzungen, insbesondere die Kirche zu Aschat (Esch), welche der Erzbischof derselben zur besseren Ausstattung geschenkt habe, (Domstift No. 86) und 1223 hören wir von einer Verleihung der dortigen Pfarrstelle durch Erzbischof Engelbert I (Domstift Nr. 93). Gleichwohl machten die Edelherren von Wickerath dem Convente späterhin das Patronat der Kirche wieder streitig, bis im Jahre 1229 Seitens des Edelherren Otto und seiner Söhne Otto, Dietrich, Luther und Heinrich ein erneuter Verzicht zu Stande kam (s. Kurköln, No. 64, Domstift No. 113 und U. B. II, 164). Im Jahre 1240 schenkte derselbe Edelherr dem Kloster 60 Morgen Land zu Esch, die bisher Adam von Heimerzheim zu Lehen gehabt (Domst. No. 141). Im Jahre 1248 aber ward dieselbe Kirche von dem Erzbischof Conrad völlig dem Kloster einverleibt und ihm zugleich der Rottzehnte dieses Kirchspiels überlassen (Domst. No. 224). Das Kloster hielt indessen Esch für die Dauer nicht fest, indem er Kirche und Patronat sammt der Mühle zu Büllesheim am 25. Juli 1273 an das Cölner Domcapitel verkaufte, woher es auch kommt, daß sich die hierauf bezüglichen Urkunden des Klosters größtentheils im Archive des Domstiftes befinden. Die noch im Klosterarchive vorfindlichen beziehen sich auf Streitigkeiten wegen der Pfarrstelle (No. Q. 13).

Unter den Beziehungen, welche das Kloster nach des Stifters Zeit erlangte, sind besonders das Allodium zu Frau Wüllesheim, ein Geschenk der Gräfin Aleidis von Cleve aus dem Jahre 1200 (No. 4), die Höfe zu Heimerzheim (No. 1, 18, 108, 180, 15, 113, 161, 164, 173, 176, 179), Dünstekoven (No. 72, 85, 100, 118, 141, 150, 173, 175, 176, 177, 179), Vershoven (No. 20, 21, 28, 30), Lützermiel (30, 31, 151, 170, 175), Bettenforst und Arrade im Kirchsp. Giesenkirchen (No. 153, 163, 173, 175, 106, 155, 156, 162, 168, 173), Grav-Rheindorf (No. 68, 70, 82, 89), der Hof Olshoven (No. 94, 104, 128), Land, Haus und Hofstätte zu Müggenhausen (No. 157, 173, 174), Hof und Land zu Ollheim (No. 11, 24, 173, 174, 177) und Endenich (No. 55, 74, 79, 81), so wie Land und Häuser zu Bonn (No. 24 ff.), Vernich, Buschhoven, Uedorf (No. 101, 109), Witterschlick (No. 43, 73) und Miel (No. 63, 93, 102, 107, 145, 161, 173, 179) hervorzuheben. Die Güter des Klosters lagen fast ohne Ausnahme in der Nähe, und zwar meist in den heutigen Kreisen Rheinbach und Bonn.

Ueber das innere Leben des Convents geben die Urkunden im Ganzen nur geringen Aufschluß, die Bestätigungsurkunde des Erzbischofs Adolfs zufolge (No. 2) war derselbe als zur Prämonstratenser Congregation gehörig (No. 15, 21, 48), in diciplinarischer Hinsicht der Oberaufsicht der Abtei Floreffin in Brabant untergeben, drei Priester und ein Diakon sollten nach derselben Urkunde den Gottesdienst versehen; der erste jener Priester führte den Namen Prior, und es wurden in der Zeit von 1198 bis 1565 im Ganzen 6 derselben in unseren Urkunden (No. 3, 15, 18, 19, 69, 82, 83, 112, 156) genannt. Außer dem Katharinen-Altar, dessen Rector der Vicar mehrfach vorkommt (No. 72, 73, 74, 83, 96) finden wir im 12., 14. Jahrhundert später die Altäre Unserer Lieben Frauen (No. 3), der Altar des Marschall von Alfter (No. 35) und der H. Kreuz-Altar (No. 138).

Die Zahl der Conventualinnen, an deren Spitze eine Meisterin und zunächst eine Priorissin und Subpriorissin standen, war ursprünglich auf ein Maximum von 40 festgesetzt (No. 2). Doch wurde diese Zahl wie bei den meisten Frauenklöstern, so auch hier überschritten. Noch zu Anfang des 16. Jahrhunderts werden neben der Priorissa Alverade von Hontzeler 27 Profeßschwestern, 7 Scholarschwestern und 17 Laienschwestern, also zusammen 52 Conventualinnen aufgezählt; (No. 131) und 1520 begegnen uns außer der Priorissa noch 48 Conventualinnen (No. 131). Die ökonomischen Verhältnisse des Klosters erscheinen zu wiederholten Malen in ziemlich ungünstigem Lichte; 1579 fand auf Befehl des Erzbischof Gebhard zur Herstellung derselben und zur Verschärfung der seit 1450 neu eingeführten Clausur (No. 88) eine Visitation statt, wobei der Dechant Jacob Kampf von Bonn und der Abt Johann Panhaus von Steinfeld als Visitatoren wirkten. Wir erfahren, dass die adligen Eltern der Conventualinnen zu Erleichterung der Schuldenlast des Klosters zugleich zu einer Contribution von 100 Thlrn. herangezogen werden (No. 172), eine Maßregel, die zunächst den Adel des reicheren und entfernteren Umgegend traf, welche seit alter Zeit die überwiegende Mehrzahl der Klosterfräulein angehörte. Im Jahre 1613 sah sich der Convent zur Deckung der ihm durch Kriegsläufte und Mißwuchs aufgelaufenen Schulden, und um der von Erzbischof Ferdinand von Cöln angedrohten Execution zu entgehen, zur Veräußerung von mehr als 100 Morgen Land und bei Ollheim und Heimerzheim genöthigt (No. 164). Von Interesse ist übrigens die Beobachtung, dass die Familie Schilling, welche sich im 15. Jahrhundert in verschiedene Zweige, die von Lahnstein (zu Andernach), die von Vilike, Bure (U. B. IV, 12, 62), und von Ossendorp (IV, 325) und Goisdorp getheilt hatte, mit dem Kloster fortdauernd in näherer Beziehung blieb, wie die Urkunde von 1505 (No. 125) andeutet. Das Andenken an den Stifter wurde auch noch dadurch geehrt, dass die Nachkommen vorzugsweise den Vornamen Wilhelm führten (s. No. 1, 2, 3, 4, 6, 28, 125).

Ein Copiebuch der Urkunden ist nicht zum Archive gelangt; die nachfolgend verzeichneten Orignal-Urkunden, vermuthlich der größte Theil des ehemaligen Klosterarchivs, sind im Dezember 1857 aus dem Depositar-Nachlasse des Frhr. v. Böselagerschen Rentmeisters Trimborn durch dessen Schwiegersohn, Gymnasial-Oberlehrer Zirkel in Bonn, dem Provinzial-Archive übergeben worden. Die Familie von Böselager hatte nach Aufhebung des Klosters mit einem großen Theil seiner Güter auch die Urkunden erworben.

In Gelenii Farr. VIII 350-351 findet sich eine Nachricht über die Gründung des Kloster, die nach Joh. Gel. Bemerkung ex tabula suspensa in ecclesia zu Sch. genommen war. Daselbst ist noch ein weiteres Gedicht über die Geschichte des Klosters mitgeteilt.

Lit.: Kunstdenk. IV 2, 1898, 37 ff.; Backmund 1, 192; Heusgen, Dek. Meckenheim und Rheinbach (Gesch. Pfarreien ED Köln NF 1, 1926, 204 ff.); Kliesing 72; W. Bornheim, Die Buschhovener Madonna u. ihr Stifter Ritter Wilhelm Schilling, (Mitt. westdeutschen Ges. Famkde. 9, 1937, 81 ff.).

Im Kath. Pfarrarchiv Buschhoven bei Bonn Urkunden 1197-1698; 7) Reliquien 1698-1802; 8) Einkünfteverzeichnis 1599; 9) Registrum fraternitatis BMV (Tille 1, 173 ff.).

Im Stadtarchiv Düren 3 Urkunden 1302-1522 (An. Nrh. 64, 1897, 337 ff.).

Im Kath. Pfarrarchiv Heimerzheim Archivverzeichnis (Moderne Abschrift); 4) Abrechnungen 1558 ff.; 5) Annotationsbuch 18. Jh. (Tille 1, 180).
Im Stadtarchiv Köln, Urk. 619a) von 1297 März 14 (Mitt. 21, 69); u. 13531 (1479, November 25) (ebd. 38, 206). (Ausw. 298).

Memorienverzeichnis 1409 ff. (Abschrift im Kath. Pfarrarchiv Heimerzheim Tille 1, 180).

Im Münsterarchiv Mönchengladbach Akten 4688) Memorienstiftung der Eva von Hontzler 1561. (vergl. Urk. 152).

Im Besitz des Dr. Hennen zu Düsseldorf waren 2 Urkunden von 1222 u. 1333.
Die Akten über die Aufhebung s. StA Koblenz 257/6887 u. 6871.

In Paris, Bibl. Nat., Fonds lat. 17792) Vis. 1699 (Knipping, Nrh. Archivalien 41).

Im Archiv v. Boeselager zu Heimerzheim Kopiar 1197-1512, Registrum haedi pensionum 149?, Lagerbuch 1640, Pacht- und Zinsbuch 1512 u. a.

Im Archiv von Boeselager zu Heimerzheim:
J II 2/3: Urkundenkopiar 1197-1512;
J II 2/1: Registrum haedi persionum 149?;
J II 2/4: Lagerbuch 1640;
K I 1/1: Grundpachtregister 1700;
K I 1/3: Pachtzettelbuch 1793;
K I 1/2: Verzeichn. d. Kapellen Pachtländereien 1800;
J II 2/6: Grundpachtregister 1752-1792;
J II 1/4: Gut Vershoven (Vorbesitzer Kloster Schillingskapellen)
(Rep. H VII 29, S. 26-27).

Im Stadtarchiv Köln, Memorienverz. 1409 ff. Ausw. 298.
Archivverzeichnis (1198-1707) im KPA Heimerzheim a. d. Swist (Kunstdenkm. IV 2, 36)
ebd. Verz. der Wohltäter.

Im PfA Buschhoven s. KD IV 2,20
Weiteres s. Kunstdenkm. IV 2, 20.

Im StA Koblenz 256 (6887, 6871) Aufhebung und Verwendung der Geräte 1802.

Im Pfarrarchiv Buschhoven Urk. 1197 ff. (Tille Kr. I 174 f.).

Im Pfarrarchiv Heimerzheim (Tille Kr. I 180).

Im Stadtarchiv Düren 3 Urkunden 1302 ff - 1522 (Annalen Ndrh. 64, 327 ff.)
Ausf. (2): Bralake, v. Fürstenberg; Urk. 1 (vgl. Rep. K 17).

Im KPA Heimerzheim: Archivverzeichnis 1198-1707 (Tille Kr. I 180); Verzeichnis der Wohltäter 1409; Abrechnungen 1558 ff.; Schulden 18. Jhs.
In der Bibl. Nat. Paris: Fonds lat. 17792 Bl. 34; Erzb. Instruktion für die Visitationen 1699, 30/8. (s. Knipping Mitt. A. V. 8, 41).

Einkünfteregister von 1599 im KPA Buschhoven (Tille Kr. I 174 f.).

Gut Vershoven (Archiv v. Boeselager zu Heimerzheim J. I/4).
Schillingskapellen:Gem. Heimerzheim, Kreis Bonn-Land. (Adlige) Prämonstratenserinnen, zuerst unter Floreffe im 16. Jh. unter Steinfeld 1197-1802.Übersicht:Das Augustinerinnen-Kloster Schillingscapellen im heutigen Kreise Rheinbach ist, wie schon der Name andeutet, die Stiftung eines Ritters Wilhelm Schilling (Solidus), der gegen Ende des zwölften Jahrhunderts zu Cöln lebte. In dem Orte Capellen, wo er begütert war, gründete er eine Kirche mit Kloster und stattete sie mit seinen dortigen Besitzungen aus (No. 1.2.). Das Jahr der Stiftung ist uns nicht überliefert; dieselbe fällt indessen vor 1197, da in den bezogenen Urkunden aus diesem Jahre Ritter Wilhelm schon als verstorben bezeichnet wird. Die Stiftungsgüter sind hauptsächlich der Hof Rath, die Allodien des Schenkers zu Capellen, Vershoven, Odendorf, Flamersheim, Mömerzheim, Heimerzheim, Waldorf, Sechten, Grav-Rheindorf, Alsdorf, Poppelsdorf, Liblar, neben verschiedenen Acker- und Waldgrundstücken, Mühlen und Renten zu Hersel, Widdig, Bornheim, Freimdorf, Pinsdorf, Büllesheim, Cuchenheim, Lechenich, Meckenheim (No. 1). Außerdem hatte Ritter Wilhelm ein Allodium zu Esch nebst dem mit dem Edelherren Otto von Wickerode abwechselnden Patronate erworben und beides darauf dem Kloster geschenkt, zu dessen Gunsten nämlich auch der letztgenannte Edelherr auf sein Patronatsrecht verzichtete. Im Jahre 1222 bestätigte Pabst Honorius III dem Kloster Capellen seine Besitzungen, insbesondere die Kirche zu Aschat (Esch), welche der Erzbischof derselben zur besseren Ausstattung geschenkt habe, (Domstift No. 86) und 1223 hören wir von einer Verleihung der dortigen Pfarrstelle durch Erzbischof Engelbert I (Domstift Nr. 93). Gleichwohl machten die Edelherren von Wickerath dem Convente späterhin das Patronat der Kirche wieder streitig, bis im Jahre 1229 Seitens des Edelherren Otto und seiner Söhne Otto, Dietrich, Luther und Heinrich ein erneuter Verzicht zu Stande kam (s. Kurköln, No. 64, Domstift No. 113 und U. B. II, 164). Im Jahre 1240 schenkte derselbe Edelherr dem Kloster 60 Morgen Land zu Esch, die bisher Adam von Heimerzheim zu Lehen gehabt (Domst. No. 141). Im Jahre 1248 aber ward dieselbe Kirche von dem Erzbischof Conrad völlig dem Kloster einverleibt und ihm zugleich der Rottzehnte dieses Kirchspiels überlassen (Domst. No. 224). Das Kloster hielt indessen Esch für die Dauer nicht fest, indem er Kirche und Patronat sammt der Mühle zu Büllesheim am 25. Juli 1273 an das Cölner Domcapitel verkaufte, woher es auch kommt, daß sich die hierauf bezüglichen Urkunden des Klosters größtentheils im Archive des Domstiftes befinden. Die noch im Klosterarchive vorfindlichen beziehen sich auf Streitigkeiten wegen der Pfarrstelle (No. Q. 13).Unter den Beziehungen, welche das Kloster nach des Stifters Zeit erlangte, sind besonders das Allodium zu Frau Wüllesheim, ein Geschenk der Gräfin Aleidis von Cleve aus dem Jahre 1200 (No. 4), die Höfe zu Heimerzheim (No. 1, 18, 108, 180, 15, 113, 161, 164, 173, 176, 179), Dünstekoven (No. 72, 85, 100, 118, 141, 150, 173, 175, 176, 177, 179), Vershoven (No. 20, 21, 28, 30), Lützermiel (30, 31, 151, 170, 175), Bettenforst und Arrade im Kirchsp. Giesenkirchen (No. 153, 163, 173, 175, 106, 155, 156, 162, 168, 173), Grav-Rheindorf (No. 68, 70, 82, 89), der Hof Olshoven (No. 94, 104, 128), Land, Haus und Hofstätte zu Müggenhausen (No. 157, 173, 174), Hof und Land zu Ollheim (No. 11, 24, 173, 174, 177) und Endenich (No. 55, 74, 79, 81), so wie Land und Häuser zu Bonn (No. 24 ff.), Vernich, Buschhoven, Uedorf (No. 101, 109), Witterschlick (No. 43, 73) und Miel (No. 63, 93, 102, 107, 145, 161, 173, 179) hervorzuheben. Die Güter des Klosters lagen fast ohne Ausnahme in der Nähe, und zwar meist in den heutigen Kreisen Rheinbach und Bonn.Ueber das innere Leben des Convents geben die Urkunden im Ganzen nur geringen Aufschluß, die Bestätigungsurkunde des Erzbischofs Adolfs zufolge (No. 2) war derselbe als zur Prämonstratenser Congregation gehörig (No. 15, 21, 48), in diciplinarischer Hinsicht der Oberaufsicht der Abtei Floreffin in Brabant untergeben, drei Priester und ein Diakon sollten nach derselben Urkunde den Gottesdienst versehen; der erste jener Priester führte den Namen Prior, und es wurden in der Zeit von 1198 bis 1565 im Ganzen 6 derselben in unseren Urkunden (No. 3, 15, 18, 19, 69, 82, 83, 112, 156) genannt. Außer dem Katharinen-Altar, dessen Rector der Vicar mehrfach vorkommt (No. 72, 73, 74, 83, 96) finden wir im 12., 14. Jahrhundert später die Altäre Unserer Lieben Frauen (No. 3), der Altar des Marschall von Alfter (No. 35) und der H. Kreuz-Altar (No. 138).Die Zahl der Conventualinnen, an deren Spitze eine Meisterin und zunächst eine Priorissin und Subpriorissin standen, war ursprünglich auf ein Maximum von 40 festgesetzt (No. 2). Doch wurde diese Zahl wie bei den meisten Frauenklöstern, so auch hier überschritten. Noch zu Anfang des 16. Jahrhunderts werden neben der Priorissa Alverade von Hontzeler 27 Profeßschwestern, 7 Scholarschwestern und 17 Laienschwestern, also zusammen 52 Conventualinnen aufgezählt; (No. 131) und 1520 begegnen uns außer der Priorissa noch 48 Conventualinnen (No. 131). Die ökonomischen Verhältnisse des Klosters erscheinen zu wiederholten Malen in ziemlich ungünstigem Lichte; 1579 fand auf Befehl des Erzbischof Gebhard zur Herstellung derselben und zur Verschärfung der seit 1450 neu eingeführten Clausur (No. 88) eine Visitation statt, wobei der Dechant Jacob Kampf von Bonn und der Abt Johann Panhaus von Steinfeld als Visitatoren wirkten. Wir erfahren, dass die adligen Eltern der Conventualinnen zu Erleichterung der Schuldenlast des Klosters zugleich zu einer Contribution von 100 Thlrn. herangezogen werden (No. 172), eine Maßregel, die zunächst den Adel des reicheren und entfernteren Umgegend traf, welche seit alter Zeit die überwiegende Mehrzahl der Klosterfräulein angehörte. Im Jahre 1613 sah sich der Convent zur Deckung der ihm durch Kriegsläufte und Mißwuchs aufgelaufenen Schulden, und um der von Erzbischof Ferdinand von Cöln angedrohten Execution zu entgehen, zur Veräußerung von mehr als 100 Morgen Land und bei Ollheim und Heimerzheim genöthigt (No. 164). Von Interesse ist übrigens die Beobachtung, dass die Familie Schilling, welche sich im 15. Jahrhundert in verschiedene Zweige, die von Lahnstein (zu Andernach), die von Vilike, Bure (U. B. IV, 12, 62), und von Ossendorp (IV, 325) und Goisdorp getheilt hatte, mit dem Kloster fortdauernd in näherer Beziehung blieb, wie die Urkunde von 1505 (No. 125) andeutet. Das Andenken an den Stifter wurde auch noch dadurch geehrt, dass die Nachkommen vorzugsweise den Vornamen Wilhelm führten (s. No. 1, 2, 3, 4, 6, 28, 125).Ein Copiebuch der Urkunden ist nicht zum Archive gelangt; die nachfolgend verzeichneten Orignal-Urkunden, vermuthlich der größte Theil des ehemaligen Klosterarchivs, sind im Dezember 1857 aus dem Depositar-Nachlasse des Frhr. v. Böselagerschen Rentmeisters Trimborn durch dessen Schwiegersohn, Gymnasial-Oberlehrer Zirkel in Bonn, dem Provinzial-Archive übergeben worden. Die Familie von Böselager hatte nach Aufhebung des Klosters mit einem großen Theil seiner Güter auch die Urkunden erworben.In Gelenii Farr. VIII 350-351 findet sich eine Nachricht über die Gründung des Kloster, die nach Joh. Gel. Bemerkung ex tabula suspensa in ecclesia zu Sch. genommen war. Daselbst ist noch ein weiteres Gedicht über die Geschichte des Klosters mitgeteilt.Lit.: Kunstdenk. IV 2, 1898, 37 ff.; Backmund 1, 192; Heusgen, Dek. Meckenheim und Rheinbach (Gesch. Pfarreien ED Köln NF 1, 1926, 204 ff.); Kliesing 72; W. Bornheim, Die Buschhovener Madonna u. ihr Stifter Ritter Wilhelm Schilling, (Mitt. westdeutschen Ges. Famkde. 9, 1937, 81 ff.).Im Kath. Pfarrarchiv Buschhoven bei Bonn Urkunden 1197-1698; 7) Reliquien 1698-1802; 8) Einkünfteverzeichnis 1599; 9) Registrum fraternitatis BMV (Tille 1, 173 ff.).Im Stadtarchiv Düren 3 Urkunden 1302-1522 (An. Nrh. 64, 1897, 337 ff.).Im Kath. Pfarrarchiv Heimerzheim Archivverzeichnis (Moderne Abschrift); 4) Abrechnungen 1558 ff.; 5) Annotationsbuch 18. Jh. (Tille 1, 180).Im Stadtarchiv Köln, Urk. 619a) von 1297 März 14 (Mitt. 21, 69); u. 13531 (1479, November 25) (ebd. 38, 206). (Ausw. 298).Memorienverzeichnis 1409 ff. (Abschrift im Kath. Pfarrarchiv Heimerzheim Tille 1, 180).Im Münsterarchiv Mönchengladbach Akten 4688) Memorienstiftung der Eva von Hontzler 1561. (vergl. Urk. 152).Im Besitz des Dr. Hennen zu Düsseldorf waren 2 Urkunden von 1222 u. 1333.Die Akten über die Aufhebung s. StA Koblenz 257/6887 u. 6871.In Paris, Bibl. Nat., Fonds lat. 17792) Vis. 1699 (Knipping, Nrh. Archivalien 41).Im Archiv v. Boeselager zu Heimerzheim Kopiar 1197-1512, Registrum haedi pensionum 149?, Lagerbuch 1640, Pacht- und Zinsbuch 1512 u. a.Im Archiv von Boeselager zu Heimerzheim:J II 2/3: Urkundenkopiar 1197-1512;J II 2/1: Registrum haedi persionum 149?;J II 2/4: Lagerbuch 1640;K I 1/1: Grundpachtregister 1700;K I 1/3: Pachtzettelbuch 1793;K I 1/2: Verzeichn. d. Kapellen Pachtländereien 1800;J II 2/6: Grundpachtregister 1752-1792;J II 1/4: Gut Vershoven (Vorbesitzer Kloster Schillingskapellen)(Rep. H VII 29, S. 26-27).Im Stadtarchiv Köln, Memorienverz. 1409 ff. Ausw. 298.Archivverzeichnis (1198-1707) im KPA Heimerzheim a. d. Swist (Kunstdenkm. IV 2, 36)ebd. Verz. der Wohltäter.Im PfA Buschhoven s. KD IV 2,20Weiteres s. Kunstdenkm. IV 2, 20.Im StA Koblenz 256 (6887, 6871) Aufhebung und Verwendung der Geräte 1802.Im Pfarrarchiv Buschhoven Urk. 1197 ff. (Tille Kr. I 174 f.).Im Pfarrarchiv Heimerzheim (Tille Kr. I 180).Im Stadtarchiv Düren 3 Urkunden 1302 ff - 1522 (Annalen Ndrh. 64, 327 ff.)Ausf. (2): Bralake, v. Fürstenberg; Urk. 1 (vgl. Rep. K 17).Im KPA Heimerzheim: Archivverzeichnis 1198-1707 (Tille Kr. I 180); Verzeichnis der Wohltäter 1409; Abrechnungen 1558 ff.; Schulden 18. Jhs.In der Bibl. Nat. Paris: Fonds lat. 17792 Bl. 34; Erzb. Instruktion für die Visitationen 1699, 30/8. (s. Knipping Mitt. A. V. 8, 41).Einkünfteregister von 1599 im KPA Buschhoven (Tille Kr. I 174 f.).Gut Vershoven (Archiv v. Boeselager zu Heimerzheim J. I/4).

Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken