Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland
1. Behörden und Bestände vor 1816
1.2. Geistliche Institute
1.2.2. E - H
1.2.2.5. Essen
1.2.2.5.1. Stift
Essen, Stift, Rep. u. Hs. AA 0249
120.75.02 Essen, Stift, Rep. u. Hs., Akten
Permalink des Findbuchs


Signatur : 120.75.02

Name : Essen, Stift, Rep. u. Hs., Akten

Beschreibung :
Eine nicht unbeträchtliche Anzahl gerade der wertvollsten Akten des Stiftes Essen war von der missglückten Auslagerung gegen Ende des Zweiten Weltkrieges und dem Untergang des Kahns „Main 68 betroffen. Was an Essener „Kahnakten geborgen werden konnte, ist, von geringen Ausnahmen abgesehen, inzwischen soweit restauriert und identifiziert, dass es dem Benutzer wieder vorgelegt werden kann. Wenn auch Manches nur sehr fragmentarisch, in ziemlicher Unordnung oder kaum mehr lesbar vorliegt, wurde doch versucht, so viele Akten wie möglich wieder dem ursprünglichen Lagerort zuzuordnen. Die zweifelhafte Identität mancher Akte und der Umstand, dass Vieles in mehreren Fragmenten, die zusammen auch noch kein Ganzes ergeben, über Jahre verteilt ans Licht gehoben wurde, machte es unumgänglich, solche Kahnakten an den Schluss des Bestandes zu verweisen. Sie erscheinen gleichwohl in diesem Findbuch an einer Stelle, die ihrem Inhalt Rechnung zu tragen versucht.

Wenn auch durchaus noch die eine oder andere Akte des Stiftes Essen aus dem Gesamtbestand „Kahnakten auftauchen kann, so wird man jedoch die meisten der bis jetzt nicht wieder zutage getretenen Akten als endgültig verloren ansehen müssen. Die Verluste halten sich indessen in erträglichen Grenzen. So fehlen zwar - um nur ein Beispiel zu nennen - die ältesten auf Pergament geschriebenen Lehnbücher, doch schafft hier die Arbeit von Konrad Krägeloh mit ihren minuziösen Zitaten einen gewissen Ausgleich. Der Bearbeiter hat im übrigen den Eindruck, dass z.B. von den als fehlend notierten Akten der sog. Behandigungsgüter (etwa Nr. 1457 ff.) einige nie auf dem Kahn gelegen haben, sondern vorher schon nicht mehr im Bestand waren. Zumindest in einigen Fällen scheinen nämlich die Aktenlisten der eingehörigen Güter keine Ist-, sondern Soll-Listen zu sein. So sind beispielsweise einige der als vermisst notierten Akten offensichtlich erst mit den Abgaben aus dem Staatsarchiv Münster nach Düsseldorf gekommen.

Da die Ablieferung nach Münster dem alten Findbuch lediglich als recht unübersichtliche Anhänge einverleibt worden waren (Gruppen XXIV und XXV), die Rückgliederung der Kahnakten zahlreiche Einschübe und Nachträge erforderte, manche Aktengruppen ohne eingehende Differenzierung unter eine einzige Signatur gepresst waren (z.B. 5 Archivkartons Fabrikrechnungen unter der Nr. II 12 1/2), viele Titel dringend einer Eindeutschung bedurften („Einiges in bezug auf die Observanzmäßigkeit in Ansehung der Eintrift der Schweine zur Mastzeit) und die Erschließung des Ganzen durch einen Index ein Desiderat war, schien eine Neuauflage des Aktenverzeichnisses wünschenswert. Die dazu vorgenommene gründliche Revision des Bestandes hat eine ganze Reihe verloren geglaubter Bände zutage gefördert, vor allem aber gezeigt, dass das alte Signaturschema Fehlern beim Reponieren der Akten regelrecht Vorschub leistete. dass dieses Schema als Ganzes sinnvoll war, soll damit keineswegs bestritten werden. Aber Signaturen wie etwa II 11 b / 11 b, IV 3 1/2 a, XlX a 3 b und XIX b 11 a ergeben sich keineswegs mit logischer Konsequenz aus der Struktur eines Bestandes, sondern sind monströse Verlegenheitsgebilde, die sich zudem beim Heraussuchen und Zurücklegen der Akten im Magazin als sehr unpraktisch erwiesen haben.

Aus diesen Gründen wurden die Akten jetzt durchlaufend nummeriert und vor allem die einzelnen Faszikel einer Aktenserie, die bisher, wie etwa die Fabrikrechnungen, unter einer einzigen Signatur geführt wurden, jeweils mit einer eigenen Nummer versehen.

Das hier vorgelegte Findbuch folgt auch einer neuen Einteilung. Die alte Ordnung bleibt indessen durch das Zitat der alten Signaturen zu jedem Titel präsent und sie ist mit einem Blick in die Signaturenkonkordanz, das alte Findbuch oder den Band IV der Bestandsübersicht zu vergegenwärtigen. Die Ordnung des Bestandes im Magazin wurde, von unerheblichen Ausnahmen abgesehen, die meist durch die Rückgliederung der Kahnakten bedingt waren, grundsätzlich nicht angetastet. Auf diese Ausnahmen wird, soweit notwendig, im Findbuch aufmerksam gemacht. Wo hingegen im Findbuch auf die Tatsache hingewiesen wird, dass dieser oder jener Aktenband aufgelöst und zu den Urkunden gelegt wurde, handelt es sich um Maßnahmen, die bereits vor Jahrzehnten getroffen wurden. Auch daran wurde nichts geändert. Die Akten sind also nach wie vor auch ohne die Zuhilfenahme einer Konkordanz unter ihrer alten Signatur im Magazin auffindbar.

Düsseldorf, den 20. Januar 1978
gez. Dr. Petry

Die Abschrift (Retrokonversion) und Überarbeitung in VERA erfolgte von Mai 2006 bis Februar 2007 durch Staatsarchivoberinspektor Jörg Franzkowiak.


Anfang  Erweiterte Suche
Warenkorb  Drucken